Montag, 23. April 2007

Die kleinen Freuden des Alltags… (Folge 2)

…wenn man in der Mittagspause, nein vielmehr nach der wegen zuviel Arbeit versäumten Mittagspause „mal eben schnell“ in den Tengelmann gegenüber hüpfen will um sich was zu futtern zu holen und dort unter 20 Minuten nicht mehr rauskommt, weil:

- man nicht glauben kann, dass die Auswahl an Milchspeisedesserts wirklich so klein ist, so dass man das Kühlregal 5 mal mit den Augen scannt, bevor man begreift: Dadurch wächst nix nach – mehr gibt’s nicht.


- man an die -unglaublich!- einzig besetzte Kasse kommt, zu einer Stoßzeit wie 13:25 Uhr und zwei Omas vor sich hat, die einen ziemlich vollen Einkaufswagen haben...

- schließlich eine Kassiererin, nein eine Mitarbeiterin, die wohl eine andere Funktion haben muss, ein zweites Kassenhäuschen betritt, aber auf die Frage, ob sie die Kasse aufmache und während man schon auf sie zusteuert, mit großen erstaunten Augen mit NEIN antwortet

- man sich also schließlich wieder hinter den Omas an der einizig offenen Kasse einreiht und wartet und wartet und wartet, während hinter einem bereits drei weitere Kunden ihren Platz in der Schlange einnehmen

- man einfach der Depp ist, wenn der Kassierer an der einzig offenen Kasse zu seiner Kollegin plötzlich sagt, dass er mal ganz dringend wohin müsse, woraufhin die Nicht-Kassiererin dann doch die zweite Kasse eröffnet, die sofort von den drei Kunden, die sich inzwischen hinter einem aufgebaut haben, belagert wird, während man selbst hinter einer Oma wartend stehen bleibt, an einer Kasse hinter der ein Kassierer nervös auf seinem Stuhl rumrutscht.

Und man rollt die Augen zum Himmel und betet, dass seine Blase durchhält und er nicht gleich das „Kasse geschlossen“-Schild vor einen aufs Laufband stellt….

Mittwoch, 18. April 2007

My Home is my Container




Ich bin zwar auf Wohnungssuche, aber das geht nun wirklich nicht! Am End wird man da noch gefilmt im Container...

Dienstag, 17. April 2007

"Duschkopfqualitätserhebungen" oder "Malta versus Irland"

Der heutige Post ist meiner Freundin Tine gewidmet, mit der ich letztes Jahr einen überaus netten Urlaub in Irland verbracht habe, bei dem die Suche nach dem schönsten Bed&Breakfast zum Sport und die Bewertung der Duschköpfe in den verschiedenen Unterkünften zur Frühstückskonversation wurden.
Aus Max Gold's neuestem Buch "QQ" stammt der folgende schöne Abschnitt, in dem er von seinen Ferien auf Malta berichtet. Also, ich empfehle (und bei weitem nicht nur deshalb):
Fliegt lieber nach Irland!

„Alles war viel schlechter als zu Hause. Dennoch fragten wir uns in keinem Moment, warum wir uns das antaten. Den ärmlichen Duschkopf zum Beispiel, aus dem nur ein einziger, kaum nudeldünner, jedoch biedermeierlockenartig verdrehter und nach Meerwasserentsalzungsanlage schmeckender Wasserstrahl mehr krabbelte als floß. Sich so zu reinigen ist namentlich für den ein straffes, vielfädiges Beregnetwerden gewohnten Kaltduscher kein Vergnügen, insbesondere wenn er sich dabei strapaziös zur Seite biegen muß, um zu vermeiden, daß der angepilzte Duschvorhang sich haftend und saugend seines Oberarms bemächtigt.Das Wichtigste im Badezimmer fehlte wieder einmal ganz, nämlich Platz, um die mitgebrachten Fläschchen und Tuben in altbewährter Ordnung aufzustellen, weswegen sie in enger Formation auf dem Toilettenspülkasten zu arrangieren waren, und so geschickt man das auch meisterte, bei einer Betätigung des Spülknopfes klackerte alles auf den von fremder Leute Unterbauchbehaarung berieselten Boden.“

Donnerstag, 12. April 2007

Lesen in SLoMo

Ich jedenfalls muß das Buch "Deutschlandvermessung. Abrechnungen eines Mittdreißigers" von Christian Schüle sehr langsam lesen, damit ich alles mitbekomme.... Ein ellenlanger Aufzählungssatz folgt dem anderen oder folgt einem Schachtelsatz, der ein ganze Seite einnimmt. Was diese Sätze beinhalten ist durchaus klug und interessant. Aber manchmal ist weniger (Komplexität) mehr (Freude am Lesen).

Zitat (und das ist EIN Satz, einer allein geht noch):
"WIR heute Dreißigjährigen, die im Wohlstandsjahrzehnt von 1980 bis 1990 kulturell sozialisiert wurden, sahen „Dallas“, „Denver Clan“ und „Wetten, dass...“, erlebten die unaufhaltsame Amalgamierung von Hoch-, Tief- und Subkultur, von konservativem Kapitalismus und Börsengläubigkeit, ewiger Jugendlichkeit und ungehinderter Selbstverwirklichung, und in dem Maße, in dem die rheinische Moderne sich selbst revidierte, brach, mit zwanzigjähriger Verspätung aus Amerika kommend, endgültig die Popkultur mit ihren programmatischen Nivellierungen herein, und von da ab war nichts mehr unmöglich, es begann die neue Herrschaftsstruktur des anything goes, die Ära von Patchwork und Coolness und den neoliberalen Versuchen und Varianten des Rückzugs aus allen öffentlichen Diskursen über Staat und Vernunft."

Dienstag, 3. April 2007

Der Fan als Spekulant, die Band als AG

Und noch eine Kuriosität eines Niederländers….
Ein Mann names Johan Vosmeijer hatte die Idee, den Fan zum Aktionär zu machen und hat im Netz ein Projekt namens „Sell a band“ aufgezogen.
Dort kann man sich Songs von (noch) unbekannten Bands anhören, ihre Videos anschauen und sich überlegen, ob man von dieser Band nicht „Teile“ (das ist eine Aktie, die nicht so genannt werden soll, weil…s.u.) kaufen möchte. Eine Band, die 5000 Teile verkauft, bekommt einen Plattenvertrag. Dis Kosten trägt der Aktionär, wodurch er dann zu einem Drittel am Verkauf beteiligt ist. Floppt die Band, hat der Anleger allerdings einfach Pech gehabt, denn die „Teile“ lassen sich nicht weiterverkaufen (hier der Unterschied zur Aktie).

Kambodschanische Ambientmusik ist daher eine Risikoanlage – aber das ganze funktioniert tatsächlich global! Vier Bands spielen übrigens bereits ihre Debütalben ein.

www.sellaband.com

Montag, 2. April 2007

"Männer wachen nicht auf, sie machen mit der Nacht Schluss."

Heute hab ich einen kleinen Test für Euch. Das heißt, nicht Ihr sollt getestet werden, sondern ihr sollt mal testen. Und zwar ob Euch das Folgende auch so geht….
Mir ist nämlich aufgefallen, dass, wenn man zu jemandem sagt „Ich hab heut nacht vielleicht einen Mist geträumt“, es zu folgenden Reaktionen kommen kann, von denen die letztere wohl die häufigste ist:

a) (hat selbst gar nichts geträumt) „Ach ja, was denn?“
b) „Boah, ich auch. Ich…“ (besinnt sich eines besseren). „Was hast Du denn geträumt?“
c) „Ich hab gar nix geträumt...“ (...und denke auch im Traum nicht daran, nun nachzufragen.)
d) Ja? Warte mal! Stimmt, ich habe geträumt, dass….(es folgt ein Sermon über den eigenen Traum)

Ich nehme mich selbst – situationsabhängig - gar nicht aus der Antwortkategorie d) raus. Ich finde es auch durchaus eine nachvollziehbare Reaktion, dass man beim Stichwort „Traum“ sofort in sich geht, im Gedächtnis nach den unterbewußten Ereignissen der letzten Nacht kramt und das erstmal für sich geklärt haben möchte, bevor man sich mit dem anderen beschäftigen kann.
Probiert’s mal aus, ist lustig. Freue mich auch, von andere Antworterfahrungen zu erfahren.

Ob die Träume, die man erzählt bekommt, allerdings stimmen, läßt sich ja leider nicht nachvollziehen. Ein weiser Mann (Georg Christoph Lichtenberg) meinte dazu:
„Wenn Leute ihre Träume aufrichtig erzählen wollten, da ließe sich der Charakter eher daraus erraten als aus dem Gesicht.“

Man kann keine fundierten Erkenntnisse über andere gewinnen, weil man nicht weiß, ob man alles so erzählt bekommt, wie es sich nachts im Traume zugetragen hat. Sich selbst kann man dagegen nicht bescheißen - meint ein anderer weiser Mann (Friedrich Nietzsche):

„Was man mitunter im Wachen nicht genau weiß und fühlt - ob man gegen eine Person ein gutes oder ein schlechtes Gewissen habe - darüber belehrt völlig unzweideutig der Traum.“

P.S. Der Post-Titel ist übrigens der Promo zu DMAX entnommen.