Mittwoch, 31. Oktober 2007

Platz 2!

... beim Ranking "Anti-Service" belegt die Postbank. Spitzenreiter auf Platz 1 ist nach wie vor die Telekom und sie wird es wohl auch immer bleiben, denn sie leistet ja quasi Präventiv-Anti-Service. Soll heißen, ihr Konto an Kundenunfreundlichkeit wäre für die nächsten Jahre gedeckt, selbst wenn sie jetzt etwas ändern würde. Apropos Konto, zurück zur Postbank.

Ich möchte mich erkundigen wie ich eine Bankbürgschaft abschließen kann um die Kaution für meine neue Wohnung zu stellen. Im Internet ist eine Servicenummer angegeben, die ich anrufe. Zunächst muß ich einer Maschine meine Kontonummer nennen, dann die Telefonbankingnummer, ohne die komme ich in dem Menü gar nicht erst weiter. Ich lege wieder auf.
Die Telefonbankingnummer muß ich erstmal suchen und ärgere mich dabei schon, denn ich will ja einem Menschen nur eine Frage stellen und KEIN Banking machen. Ich rufe wieder an, gebe beide Nummern an und die Maschine sagt mir, dass ich mich zur Zeit nicht legitimieren kann. Aha. Allerdings werde ich jetzt trotzdem mit einem Berater verbunden, bzw. einer Beraterin.
Ich frage sie, warum ich eine Telefonbankingnummer angeben muss, obwohl ich kein Banking machen will. Antwort: Um mich zu legitimieren. Meine nächste Frage: "Und warum konnte ich mich eben nicht legitimieren?" (komme mir vor wie beim CIA).
Die "Beraterin" daraufhin: "Wenn das Telefonbanking über einen gewissen Zeitraum nicht genutzt wird, gehen wir davon aus, dass der Kunde es gar nicht nutzen will und sperren es." Ich lache sie aus, geht nicht anders. "Das ist auch richtig, ich will ja auch gar nicht das Telefonbanking nutzten, sondern nur eine Frage stellen!"
Was ich dann auch tue. Bankbürgschaften aber bietet die Postbank grundsätzlich nicht an.
Danke für die Unterstützung.

Dienstag, 30. Oktober 2007

Where do I begin?*

Am Wochenende wird umgezogen. Kurzfristig. Die ganze Geschichte hier zu erzählen wäre zu langfristig. Denn angefangen hat das ganze Dilemma ja schon Anfang dieses Jahres, man erinnere sich nur an die Walldä-Episoden...

Kurzfristig jetzt dann trotzdem weil man nicht von der Ersatzwohnung, in der man die letzten 9 Monate statt geplanter 3 im Dunkeln zwischen Kisten, ohne Duschkabine und mit sich verselbständigenden Türklinken saß, wie geplant wieder zurück in die ursprüngliche Wohnung zieht, deren Fertigstellung sich nun nach Verschleppung durch desorganisierte Vermieter, lange kalkulierende Statiker und schlitzäugige Handwerker langsam dem Ende neigt, sondern (und dieser Satz findet wie die ganze Angelegenheit hoffentlich bald auch ein Ende) weil man plötzlich und unerwartet eine neue Wohnung gefunden hat, obwohl man schon fast nicht mehr dran geglaubt hat, eine die keine Risse hat, dafür einen Makler und die sofort bezugsfertig ist. Punkt. Kurzfristig also.

Das wirft so einige Fragen auf.

Fragen, die man sich selbst nicht beantworten kann und die einen deshalb beunruhigen.

Fragen zu Kündigungsfristen, die schnell gelöst werden müssen, da Monatsende ist, die aber vom Mieterschutz mit der Begründung, dass gerade kein Termin frei sei, vertagt werden.

Fragen zum Transport des Hab und Gut, die man an seine Freunde weiterleitet, die aber auch keinen Termin frei haben oder gerade gemeinsam ein Lazarett eröffnet haben, in dem sie diverse OPs, Knieschäden, Bandscheibenvorfälle u.ä. auskurieren.

Fragen, die man eigentlich seinem Bankberater stellen müsste, aber doch besser für sich behält und die einem eigentlich auch die Kontoauszüge beantworten: „Wer soll das bezahlen?“ Ich. „Wer hat soviel Geld?“ Ich nicht.

Fragen, auf die man irgendwie vorbereitet ist, etwa, woher man nun noch schnell ein paar Umzugskisten kriegt und

Fragen, die einen irgendwie kalt erwischen nach jahrelanger Verdrängung (Shit, ich hab ja noch einen Keller voller Mist, den muß ich ja auch noch mitnehmen, wie wann wo warum?).

Fragen, die immer wieder kehren wie ein Mantra, vor allem beim Einschlafen, was dann auch nicht gelingen wird.

Trotzdem gute Nacht.

*Titel ist Titel eines Liedes gesungen von Shirley Bassey (OS Love Story)

Montag, 29. Oktober 2007

Meine Schwester heißt Polyester*

Ich finde das Zusammenspiel von Rubrik und Meldung auf gmx etwas unglücklich, aber die liebe Frau Hamann hätte wahrscheinlich sogar drüber lachen können:

*Granatensong aus Ödipussi, leider nicht gejodelt trotz Jodeldiplom

Sonntag, 28. Oktober 2007

Hereinspaziert liebe Kinderlein!

Gut, nun war Gepetto, der Papa vom Pinocchio zwar Holzschnitzer, insofern ist hier durchaus ein Zusammenhang zu Messern gegeben, aber ich finde die Zusammenstellung im Angebot dieses Touristenshops in San Gimignano doch etwas irritierend...
Vielleicht finden die Italiener das nicht. Vielleicht ist es für sie nichts ungewöhnliches, dass Gepetto in der Mafia war und seine Schnitzerei nur Tarnung für sein Waffenarsenal. Vielleicht hat er auch Holzblöcke zurechtgeschossen.
Und vielleicht wächst Pinocchios Nase nicht, wenn er lügt, sondern wenn sein Herrchen den Schalldämpfer ausfährt.

Diese Geschichte muß neu geschrieben werden! Mach ich vielleicht mal, wenn ich Zeit dazu habe.

Montag, 22. Oktober 2007

Kein Politblog

............ aber wenn einem Gutes widerfährt, dann ist das schon mal einen Eintrag wert................

Kaczynski, der alte Spalter, der ein Land entzweit hat, der wahrscheinlich verkappte Schwule, der bei seiner Mutter wohnt und bloß nie sein Coming-Out hatte und stattdessen lieber Schwule und Lesben als unnatürlich verunglimpft hat, das Extrawürstchen, das Europa nervt, aber sich nicht herablässt, eine Fremdsprache zu lernen, dieses Hasenhirn ist weg vom Fenster. Glückwunsch, Tusk. Ich freu mich.

Samstag, 20. Oktober 2007

Nach Airbag und SIPS - die neueste Autoinnenausstattung

Die Lösung für alle, die Nörgeleien wie "Wann simmern endlich da - ich muß mal!" satt haben:



Donnerstag, 18. Oktober 2007

Lecker oder nicht lecker, das ist hier die Frage

Wißt ihr was der Flönz-Pokal ist?
Der wird jedenfalls im Rahmen der
Anuga vergeben und im Vergleich zu dem was es auf der Anuga so an innovativen Speisen zu sehen und zu essen gibt, ist die Flönz bestimmt die reinste Delikatesse...

Bevor ich wegschaltete, weil ich mir beim Abendessen nicht den Appetit verderben lassen wollte, wurde ich in einem Fernsehbeitrag über einige Marktneuheiten der Anuga-Aussteller informiert, darunter Toastschnitzel, Tütenpizza und Krebsfleisch-Schokolade. Letzteres weil Schokolade auf der Basis von Krebsfleisch fettarm rüberkommt. Die ersten beiden, weil sie so unglaublich schnell gehen und handlich sind, natürlich. Fertiggericht sucks, äh rulez.

Das panierte Schnitzel springt nach drei Minuten aus dem Toaster und wird mit einem Papiertütchen gegriffen, aus dem man es dann gleich aus der Hand futtern kann. Njam.
Die Tütenpizza ist eine schlechtere Calzone, nur eben einmal ganz rundgewickelt. Ein “Cornetto Pizza“ quasi, aus dem man die Füllung zutzeln kann.
Ich lass das hier jetzt mal kommentarlos stehen, für die Kommentare seid ihr zuständig.


Der
Flönz-Pokal ist übrigens der Preis des bundesweiten Blutwurst-Wettbewerbs, den die Fleischer-Innung veranstaltet. Der Pokal sieht formtechnisch ganz normal aus, schade, ich finde man hätte passend zum Thema der Kreativität freien Lauf lassen können. Aber die Fleischer-Innung war da leider nicht sehr geistreich. Wobei man ihr nicht den Humor absprechen kann, wenn ich mich da an meinen Besuch im Botanischen Garten in Berlin erinnere, wo ich DAS hier fand.

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Leber an Gesicht, Leber an Gesicht

Vergeßt, was ich über den Zusammenhang von Rauchen und Aussehen geschrieben habe. Es gibt eine neue Theorie. Das heißt, neu ist die natürlich nicht, aber ich muß ihr neuerdings recht geben:
Es ist der Alkohol der einen aussehen läßt wie eine tränensackige Fuffzigerin. Ich hab dem Elend heut früh im Spiegel ins Auge geschaut und zur Schadensbegrenzung gleich mal ne Gesichtsmaske aufgelegt.... Hat nicht viel geholfen. Mir stehen immer noch drei Wein und drei Grappa ins Gesicht geschrieben. Wieso muß sich die Leber da so in den Vordergrund drängen? Naja, ist ja ihre einzige Möglichkeit, jede andere Form der Offenlegung wäre auch nicht wünschenswert, insofern...

An allem Schuld hat sowieso der Kellner, der mir gestern abend, als ich nach meinem ersten Hauswein einen zweiten bestellt hab, stattdessen einen Dornfelder brachte, den ich nicht gerne mag (und deshalb sofort weinkennerisch rausschmeckte, ich alte Sommelière) und weshalb ich ihn darauf ansprach, den Kellner. Seine Antwort war, ich hätte zuviel getrunken. Nun denn, trank ich eben den Dornfelder schnell aus und bestellte noch einen Hauswein. Habe dann auch wieder den richtigen bekommen. Nach dem (sehr leckeren) Essen* entstand das Bedürfnis nach ein, nein zwei Grappe. Der dritte ging dann aufs Haus, den schenkte der Kellner mit breitem Lächeln ein. In einer Denkblase über ihm stand gesungen „Ich will Dich torkeln sehn, ich will Dich torkeln sehn.“ War sicher nur gut gemeint. Konnte heut morgen aber keine Dankbarkeit empfinden.


*Terra Nova, Eckenheimer Landstr. 67, Frankfurt

Montag, 15. Oktober 2007

Lunge an Gesicht, Lunge an Gesicht

Die einzige Zigarettenpackungswarnaufschrift, die bei mir immer gezogen hat – und weshalb ich einfach nie Päckchen mit dieser Warnung gekauft habe – war „Rauchen lässt Ihre Haut altern“.
Und wie oft hab ich gehört, dass man das ja sofort sehen würde, wenn man nicht mehr raucht, wie viel besser man dann aussähe etc. Hab ich nie geglaubt, jedenfalls in meinem Alter kann das doch noch nicht so einen Unterschied machen! Gut ja, dass man wohl irgendwann, wenn man immer so weiter macht und Päckchen mit weniger abschreckender Warnung trotzdem aufraucht, vielleicht aussieht wie eine abgewrackte Schrabnelle war mir schon klar und an mancher gelbfingrigen, zerknitterten, tränensackigen Frau um die 50 bin ich mit dem Gedanken vorbei gegangen, dass ich es so weit niemals werde kommen lassen. Trotzdem: ist doch auch alles eine Frage der Veranlagung und wenn man schlechte Schrabnellen-Gene hat, tja Scheiße, gibt aber auch genug Ladies, denen nicht ein Milligramm Nikotin jemals sichtbar ins Gesicht geschrieben stehen wird.
Scheinbar gehöre ich zu den Frauen mit den schlechten Genen, denn auch wenn ich noch keine fuffzig bin, sondern gerade mal im zarten Alter von 34 seit etwa 8 Tagen nicht mehr rauche (gut, beim Pokern am Wochenende zwei Kippchen, zugegeben, ist eben Pokern), scheint sich das schon sichtlich bemerkbar zu machen, im wahrsten Sinne des Wortes. Auch wenn ich selbst im Spiegel nix Neues entdecken kann, wurde mir sowohl von mir bekannten Menschen, die zu einem Vorher-Nachher-Vergleich befähigt sind (Mensch, Du lässt Deine Haut offenbar gar nicht mehr altern!), als auch heute auf offener Straße von einem Unbekannten gehuldigt. Des is a Woahnsinn, gä? Vielen Frauen passiert das natürlich ständig, mir nicht ganz so häufig und nur dann, wenn es guten Grund gibt (etwa wenn ich kurz zuvor ein Produkt meines Arbeitgebers benutzt habe, ha ha, so damit wäre auch dem Sponsor genüge getan, wenn ich jetzt einen Link hinterlegen würde, das wär geschickt platzierte Werbung, was? Lassen wir das.).
Ich bete, dass es tatsächlich nur das Nichtrauchen ist, dass mir angeblich neuerdings so ein Strahlen verleiht, denn bekanntlich sagt man sowas ja auch Schwangeren nach.
Nun, vielleicht hat meine Lunge auch einfach einen Deal mit meinem Gesicht gemacht, à la „Komm Gesicht, mach mal ein bisschen Effekt, damit die mich besser behandelt, auf Dich hört sie vielleicht“. Yep. Mir soll’s recht sein. Ich sag’s ja – jedenfalls hab ich vor kurzem noch mit einer Pädagogin darüber diskutiert – Belohnung für Unterlassung ist der Schlüssel, nicht Strafe fürs Tun. Jaahaa.
Mein Gott, bald werden all die rauchfreien Kneipen voll sein von gutaussehenden, nikotinfreien Menschen! Der Individualismus wird untergehen mit jeder ausgebügelten Gesichtsfalte. Aber gerade deshalb wird (extrem frei nach Hegel) ganz antithetisch in noch ferner Zeit das Retrorauchen der Massen kommen und das individuelle Zerknittertaussehen ein Revival erleben, das dann aber letztendlich wahrscheinlich eher zum Gegenteil eines Revivals bei den ausführenden Personen führen wird.

Sonntag, 14. Oktober 2007

Vertonter Lokalpatriotismus

Haben heute einen Gruppenstadtausflug gemacht. Nicht etwa mit einer Selbsthilfegruppe - obwohl wir schon drei Leute waren, die gerade aufhören zu rauchen, da muß man sich beschäftigen - nein, einfach so: Ich mach das ja ständig aus purem Lokalpatriotismus, denn ich liebe liebe liebe Frankfurt! (Das einzige was ich an Frankfurt hasse sind die verkackten Dreckstauben.) Aber es macht gleich nochmal soviel Spaß, wenn man die Stadt mit noch zwei frisch zugezogenen und noch zwei aus der Schweiz zu Besuch seienden Menschen erkundet. Man macht mal Touriprogramm in seiner eigenen Stadt, man sieht sie sich von unten und von oben an und sieht vieles mal wieder anders, wenn auch nicht unbedingt besser. Und aufgrund des tollen Wetters waren alle gut gelaunt und sogar im Moloko wurde man schnell und überaus strahlend bedient. Die Straßenmusikanten zog es nochmal zuhauf auf die Straßen und Brücken und die Japaner auf den Römer. Allerdings waren die U-Bahnen vollgestopft (Buchmesse, gell).

Naja, läuft man wenigstens nicht Gefahr, in leeren Stationen anzufangen zu tanzen. Ich bin nunmal ein ungeduldiger Mensch und wenn die U-Bahn-Anzeige eine zweistellige Minutenzahl anzeigt ist das für mich schon eine Katastrophe. Alles im Rahmen einer durchschnittlichen Liedlänge ist jedoch in Ordnung. Nur stillhalten ist eben schwierig, wenn man da so steht und wartet und es auf den Ohren vorwärts geht. In einer völlig menschenleeren Station Bornheim Mitte hab ich mich schon mal verleiten lassen ("No one knows" - QotSA). Aber von wegen "Heaven smiles above me", eine Videokamera, die man stattdessen beim Tanzen plötzlich über sich bemerkt, saugt einem schon mal schlagartig den Rhythmus ausm Blut.
Ich werde dennoch mal eine Compilation von
"U-Bahn-in-Erwartung"-Hits machen mit Liedern, bei denen es besonders schwer fällt, die Füße still zu halten.
Heute dabei gewesen:
"Galvanize" - Chemical Brothers
"Nutbush City Limits" - Tina Turner
"Brianstorm" - Arctic Monkeys
"Voodoo Lady" -Ween

Samstag, 13. Oktober 2007

Moin

Der Hamburger Koch Tim Mälzer war gestern in Frankfurt (Buchmesse, gell) und hat im Hugendubel ein Interview mit Signierstunde gegeben. Ein Gast fragte ihn, ob es sein Buch auch digital gäbe, als PDF. "Als WAS bitte? Ich bin Koch..." Der Gast versucht PDF zu erklären, nicht besonders gut und im erfolglosen Versuch sich mit einer abgeschmackten Geschäftsidee zu profilieren. Nerv. Ich stehe mir trotzdem die Beine in den (leeren) Bauch, höre, was Tim über Pizzateig zu sagen hat und lasse ein Buch signieren (ist ein Geschenk und wenn das jetzt jemand bestimmtes liest, weiß er/sie auch für wen, Mist). Ist ein netter Kerl der Tim. Hungrig geworden vom Zuhören und Anstehen bin ich anschließend erstmal gleich zu McDonald's.

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Laß uns die Bücher kreuzen

Da ich bald wieder in meine viel kleinere Originalwohnung zurück muß, bin ich gerade wild am Ausmisten. Ist sehr befreiend. Teile, die man fünf Jahre nicht mehr anhatte, wird man wahrscheinlich auch nicht mehr anziehen, außer vielleicht auf Mottoparties und wer gibt die noch? Falls einer von Euch eine plant, gebt mir bitte bescheid, dann halt ich den ein oder anderen Kleidersack zurück.
Nun, auch Bücher werden aussortiert. Jaaaaaaaaa. Ich hätte auch nie gedacht, dass es mal soweit kommt und ich dazu fähig sein würde. Da ich aber niemals ein Buch wegwerfen könnte, nutze ich mehrere Möglichkeiten, mich der Bücher zu entledigen. Ebay, Oxfam und Bookcrossing.
Wer letzteres noch nicht kennt: Go hunting! Macht Spaß. Die von mir ausgesetzten Bücher findet ihr hier: My Bookshelf.
Besser gesagt, ihr findet hier, wo ihr sie findet.

Man kann das Pferd (für T., A. und B.: Ferd) auch andersrum aufzäumen und Bücher jagen, die kürzlich in Frankfurt ausgesetzt wurden: Travelling in Frankfurt.

Dienstag, 9. Oktober 2007

Vampir bei mir

Heute Nacht hatte ich Besuch.
Schon beim Zubettgehen habe ich Geräusche gehört. Ein leises Rascheln hinter meinem Schrank, das ich interpretierte als rieselnden Putz oder bröckelnde Außenwand, was keine große Überraschung wäre bei meinem Haus. Nicht umsonst behause ich zur Zeit eine Ausweichwohnung, da meine eigentliche Wohnung in Therapie ist und von statischen Problemen befreit wird. Dass ich höre, wie sich Risse durch Wände ziehen ist also nix Neues für mich. Das gestern Nacht klang allerdings irgendwie lebendig. Irritiert schlief ich trotzdem ein. Geweckt wurde ich durch die Attacke eines Tiers auf meinen Hals, das sich dann auch noch in meinem Haar verfing. Mein Projektionswecker zeigte in großen roten Lettern 5:05 an meiner Zimmerdecke an (!!)

Das sind die Nebensächlichkeiten, die man in solchen Situationen als erste und ganz genau wahrnimmt und sich hinterher fragt: Warum gucke ich auf die Uhr, während eine Fledermaus an mein Blut will?? Mit einem Schrei saß ich aufrecht im Bett und machte Licht. Das Tier ließ von mir ab und flog in eben dieses, handelte es sich doch um einen Nachtfalter. Um einen Nachtfalter von der Größe eines Spatzes. Der brachte es fertig, meine IKEA-Papierhängeleuchte zu durchbrechen! Ich ließ ihn und ging aufs Klo. Als ich zurückkam war meine Hängeleuchte etwas derangiert, der Falter war weg und ward auch nicht mehr gesehen. Vorerst...

Montag, 8. Oktober 2007

"Der steinige Weg der Übersetzung" oder "Lost in Translation"

In der Toskana war eben Steinpilzzeit. Lecker Porcini überall. Hab ich auch fotografiert. Beim Benamsen des Fotos wollte ich das englische Wort benutzen. Also einen Online-Translator aufgerufen und "Porcini" eingegeben und vom Italienischen ins Englische übersetzen lassen. Ergebnis: "porcine". Das kam mir spanisch vor. Ich machte die Probe und ließ engl. "porcine" ins Deutsche übersetzen. Ergebnis: "schweineartig".
Dieser Online-Translator erinnerte mich an eine Weizenbierwerbung. Hab dann (denn man kann es auch einfach machen, auch wenn es kompliziert geht)
noch "Steinpilz" eingegeben und vom Deutschen ins Englische übersetzen lassen. Ergebnis: "Stone mushroom". Jaaa, is klar.
Schließlich das gute alte Dictionary (Papierversion!) rausgekramt. Na also, geht doch: Boletus.
Wär ich nie drauf gekommen.

Freitag, 5. Oktober 2007

Offensiv kreiseln

Zurück auf deutschen Straßen... Hoffentlich kann ich mir das Fahrverhalten, das man sich in Italien anzueignen gezwungen ist, wieder abgewöhnen, sonst gibt's bald wieder ein paar Pünktchen. Hab ich doch neulich erst wegen zu schnellen Fahrens kassiert, bzw. gezahlt (auch noch mit dem Firmenwagen, wie unangenehm). Wär mir in Italien jedenfalls nicht passiert, hätte sicher niemanden gekratzt oder gejuckt, die fahren ja die ganze Zeit Rennen. Für die ist jeder Kreisel der Nürburgring. Oder vielmehr ein Autodromo.
Der gemeine Italiener (und er ist wirklich gemein dabei) hupt ja gerne vor sich hin, wenn es ihm nicht schnell genug geht, was eigentlich immer der Fall ist. Also: Der gemeine Italiener hupt gerne. Vorwiegend dann, wenn man nicht einfach rücksichtslos und lebensmüde in den Kreisverkehr prescht, sondern vorfahrthabenden Fahrern vor einem die Vorfahrt läßt, führt das nicht nur zu wilder Huperei oder halsbrecherischen Überholmanövern des Fahrers hinter einem, der dann plötzlich auch VOR einem ist, sondern auch zu Erstaunen bei den Vorfahrthabenden. Die sind das gar nicht gewohnt! Also kann man sich das eigene defensive Fahren abgewöhnen. Man muß - wenn man irgendwann irgendwo ankommen will.
In der Toskana kommt alle 200m ein Kreisel. Nein, ich übertreibe nicht! Werde mir das mal bei Google Earth ansehen, das sieht von oben bestimmt spaßig aus, sofern die Satellitenbilder aktuell sind. Denn die meisten Kreisel scheinen noch jung zu sein, obgleich es sie in allen Größen gibt. Von ausladenden, die im Zentrum häßliche, wuchtige Pseudokunstobjekte auf Rasen bieten, bis zu ganz kleinen, die zum Durchqueren lediglich ein Zucken am Lenkrad erfordern, als würde man eine gute alte Vinylplatte scratchen, ist alles dabei.
Tatsächlich hatte der kleinste Kreisel, den ich durchfahren habe ein Zentrum von der Größe einer Schellackplatte. D.h. genaugenommen hat man wohl in die vormalige Kreuzung einfach etwas Rundes gepflanzt und dann ein Schild aufgestellt, das die Kreuzung nun als Kreisel ausweist.
Immerhin - ein Schild. Die gibt es in anderer Hinsicht in Italien leider viel zu wenig. Doch davon erzähle ich Euch ein anderes Mal...

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Vorgemacht

Gerade aus dem Ausland zurückgekehrt mußte ich feststellen, dass ich aber auch im heimischen Supermarkt um die Ecke Verständnisprobleme zu lösen habe. So stutzte ich, als die Kassiererin plötzlich per Mikro von der Kasse aus ihre Kollegen um Unterstützung bat mit den Worten:
"Einmal 'pre-peed' bitte!"
Pre-peed? Vorab gepinkelt? Vor (Pipi)gemacht?
Oder sagte sie Brie-Pite? Eine Käsesorte? Was will die?
Ja, die moderne Technik mit diesen ganzen Anglizismen im technischen Wortschatz, das ist ja auch nicht fair, äh gerecht. Ich hoffe jedenfalls, der Kunde, für den die Durchsage erfolgte, hat eine kompatible Guthabenkarte für sein Handy erhalten. Vorab bezahlt hat er sie jedenfalls.

Mittwoch, 3. Oktober 2007

Blattern mit Sahne

Was soll ich da bloß nehmen, kann mich gar nicht entscheiden....


Speiseeisspeisekarte in Lucca, Toskana