Freitag, 30. November 2007

Advent, Advent, der Spaß entbrennt - Anregungen für einen Adventskalender

Ich habe schon wieder was erfunden! Naja, von einer Erfindung kann man da nicht sprechen, aber von einer total tollen Idee.....

Es ist Adventszeit und die eine oder der andere bastelt für sein Herzblatt einen Adventskalender. Dazu muss man sich 24 lustige und leckere kleine Präsente einfallen lassen.

Nun, hier kommt der Nutskalender! (Nicht so genannt, weil er Spuren von Nüssen enthalten kann, was an Weihnachten ja nicht so weit hergeholt ist, sondern nach dem engl. Begriff "nuts".)


In ihn kommen lauter Dinge, die der andere nie erwarten würde, die ihn an dem Verstand des Schenkenden und an seiner Zuneigung zu diesem zweifeln lassen (ist ein Kalender für Fortgeschrittene). Dinge, die dem Beschenkten schiefe Lächeln entlocken, zu nervösem Mundwinkelzucken oder großen Augen führen. Das ganze wird dann fotografisch festgehalten, indem ein Auslöser beim Öffnen des Türchens betätigt wird. So hat auch der Schenkende noch was vom Adventskalender, wenn er die Bilder zur Entwicklung bringt und 24 debile Bilder von seinem Herzblatt hat. Da man mit jedem verstreichenden Tag und jedem geöffneten Türchen mit einer Steigerung der Verstörung beim anderen rechnen kann, gepaart mit vielleicht immer neu aufkeimender Hoffnung oder Resignation, könnte das eine interessante Fotoserie werden.

Hier ein paar Vorschläge zu Inhalten, die sich hinter den Türchen verbergen könnten:

- ein Beutel Sheba Essence Zarte Stückchen mit Rind
- ein Geschenkset Disney-Plastik-Schmuck für Kinder
- ein Brötchen
- ein Diddlmaus-Schlüsselanhänger
- ein Zettel „Leider verloren“

- ein Döschen Anator P70 (Muskelaufbaupräparat)
- eine Ausgabe „Meine Familie und ich“ von der Kasse
- ein einzelner Strohhalm (hat immerhin symbolische Bedeutung)


Hach, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt....


Donnerstag, 29. November 2007

This house is a circus...*

Da geht man in die Teeküche und macht sich Wasser in den Wasserkocher und stellt ihn an und stellt seine Tasse schon hin mit einem Teebeutel drin – also ganz offensichtlich ist diese Tasse und somit auch ihr Besitzer in Vorbereitung auf Tee – und wenn man dann nach 5 min zurück kommt, weil das Wasser jetzt kochen müsste, steht da eine verwaiste Tasse und ein leerer Wasserkocher. Teewasserdiebstahl im Büro! Peanuts, natürlich. Aber dennoch auch unglaublich unverschämt, dass man nicht wenigstens, wenn man eilig Teewasser benötigt und das von anderen vorbereitete nimmt, dass man dann nicht wenigstens den Wasserkocher auffüllt und ihn wieder anstellt! Wahrscheinlich wird einem stattdessen noch in die Tasse gespuckt – ok, hier fängt die Paranoia an....
(„Finger weg von meiner Paranoia, die war mir immer lieb und teuer, nie ließ sie mich so kalt im Stich wie Du...“)°
Wobei, so paranoid ist das gar nicht. Jaaahaaa, wenn ich mich erinnere, wie eine durch das Sammeln von doofen Tengelman-Herzchen kostspielig ergatterte, außergewöhnliche Müslischale aus der Teeküche entwendet wurde!
Ich sollte die Geschäftsleitung darüber informieren, denn immerhin geht hier gehörig was schief. Gelten Teeküchen doch eigentlich als das Grundprinzip informeller Kommunikationsstrukturen und werden auch als solche bewusst eingesetzt.
Und nun das! Aus den informellen Kommunikationsstrukturen werden Zettel, die an Küchenschränken kleben und um die Rückgabe von geklautem Geschirr bitten. Da sollte man gegensteuern, bevor es zu handfestem Teeküchenterror kommt und dem Wasser in Wasserkochern Essig oder Tinte beigemischt wird.


* Titel ist der Titel eines Liedes der Arctic Monkeys
° Liedzeile eines Liedes von Element of Crime, Text Sven Regner

Mittwoch, 28. November 2007

Wie werde ich ihn los in 10 min (den Kunden)?

Es war bei der letzten Mittagspause im Odenwald. Wir bestellten Pizza, wie immer. Sie war allerdings plötzlich teurer. Der Preis wurde um unverschämte 35% angehoben. Die Begründung: Dafür sei jetzt auch mehr drauf auf der Pizza. Wollten wir gar nicht, wir waren zufrieden vorher. Außerdem fiel gar nicht wirklich auf, dass irgendwie mehr drauf sei.
Aber wenige Minuten später, als ich ein dickes, schwarzes, italienisches Haar in meinem Pizzakäse festgefettet entdeckte, wußte ich was gemeint war. Es war vielmehr ein dickes, schwarzes, türkisches Haar, denn die Pizza kam aus dem Kebabhaus Alanya. Mich schüttelte es beim Anblick des Haares – gut, dass ich nicht herpesgefährdet bin. Die sind mich jedenfalls los. Sollte einen ja immer irgendwie stutzig machen, wenn gastronomische Betriebe ein breites kulinarisches Spektrum bieten – vom Grillhähnchen über den Döner zur Pizza. So fand ich heute einen Flyer des „Himalaya-Laternchens“ in meinem Briefkasten. Das Frankfurter Restaurant "Laternchen" auf der Berger Straße bietet nun neben seiner gutbürgerlichen Küche auch indische Gerichte an. Eins meiner Augen fällt auf die Speisekarte: Hawai Toast. Ei geh fortt!

Wobei – wo diese Zweigleisigkeit im Speisenangebot gut funktioniert ist beim legendären „Schnitzel-Inder“ im Vereinsheim der Frankfurter Eintracht im Oederweg. Ausnahmen bestätigen ja die Regel.

Dienstag, 27. November 2007

Explore Al Gore

Für die Havarie der Explorer ist der Klimawandel verantwortlich. Wahrscheinlich wurde davon ausgegangen, dass das ganze Eis aufgrund der Klimaerwärmung weggeschmolzen sei und so wurde man unangenehm überrascht. Eine unbequeme Wahrheit in diesem Fall, dass das Eis noch da war. Wäre der Kapitän Amerikaner, würde er jetzt wahrscheinlich Al Gore verklagen.

Montag, 26. November 2007

Prioritäten

"Fußballkohlen im Hintern"
Kurzform für: "wo man auch gerade ist, Fußball im Hinterkopf zu haben, deshalb auf heißen Kohlen zu sitzen, weil die Sportschau bald kommt und Hummeln im Arsch zu haben, weil man was verpassen könnte."


Freitag, 23. November 2007

Büro, Büro

Seit Jahren träume ich davon, eine Erfindung zu machen, die mir mein Leben finanziert. Am liebsten würde ich natürlich so was alltäglich benötigtes erfinden wie einen Kleiderbügel, etwas, auf das die Leute reagieren mit den Worten „Wie konnte ich vorher nur ohne das leben?“
Oder etwas, das mir erlaubt, mich zurückzulehnen und mich auf Nicht-Arbeit zu konzentrieren, etwas wie das doofe Weihnachtslied in „About a boy“, dass ewig und immerdar zu Weihnachten wiederholt wird und einem Tantiemen unter den Weihnachtsbaum legt. Allein: Mir fiel nichts ein.
Es fällt einem wohl erst dann eine Erfindung ein, wenn man etwas entbehrt und das ist ja immerhin ein gutes Zeichen: Ich muss keine großen Entbehrungen ertragen. So wie die Gebrüder Wright entbehrten zu fliegen. Oder wie Morse, Reis, Bell
(da kam ja eins zum anderen) offenbar entbehrten mit Menschen sprechen zu können, ohne sich bewegen zu müssen.

Das einzige was ich in der Hinsicht gelegentlich entbehre ist das Beamen. Wenn man mal wieder irgendwo so lange war, dass der Punkt, an dem man sich noch auf den Heimweg begeben kann und will, lange überschritten ist. Aber das Beamen ist ja im Grunde genommen schon erfunden, zumindest theoretisch. Die praktische Umsetzung wurde nicht mehr wiederholt, seitdem der Proband sich anschließend als Fliegenmutant zum Patentamt begeben musste. Diese Erinnerung sorgt immerhin regelmäßig dafür, dass ich mich doch aufraffen und den Heimweg antreten kann.

Nun hab ich etwas entbehrt, dass man erfinden könnte. Natürlich auch etwas, ohne dass man sich dann nicht mehr vorstellen kann zu leben! Allein: Ich selbst kann es nicht erfinden, dazu fehlt mir das nötige Knoffhoff. Und weiter: Ich glaube ich bin aus umweltschutztechnischen Gründen selbst gegen diese Erfindung.

Den Tintenkiller gibt es schon (auch so eine Umweltsauerei). Auf den kann man aber verzichten und einfach durchstreichen, was man versaut hat – auch wenn man sich dadurch dann die Kopfnoten Schrift oder Ordnung versaut.
Aber – Achtung, Achtung, jetzt kommt’s – was man nicht rückwirkend machen kann oder anders lösen, ist, wenn man mit dem Textmarker was falsch anmarkert.

Da saß ich plötzlich vor meiner Liste und markierte für den Kollegen, was wichtig ist und markierte aus Versehen auch Unwichtiges an. Und nu? Da saß ich und entbehrte. Entbehrte einen Markerflüssigkeitskiller. Gibt’s sowas?? Quasi einen Lowlighter zum Highlighter?
Man kann mit Tipp-Ex über den markierten Text gehen und anschließend den Text handschriftlich wieder drüber schreiben. Man kann natürlich auch „Das ist nicht wichtig obwohl es markiert ist“ daneben schreiben. Sieht aber beides blöd aus. Oder man kann die Liste neu ausdrucken und neu markieren. Möglicherweise aber eine Sisyphos-Arbeit, wenn man dabbisch ist.


Für Anregungen bin ich dankbar, Eure Penjelly

Donnerstag, 22. November 2007

Mordsspiele

So, jetzt isses passiert: Ohne England fahren wir zur EM...
Mir wäre ja Steve lieber gewesen als Roberto, aber mich fragt ja keiner. Ich konnte ja gestern nicht einmal die Entscheidungsfindung verfolgen, denn ich war mit den Kollegen bei der Weihnachtsfeier. Beim „Mordsmenü“, das aber gar nicht so ein Mordsmenü war. Lecker, aber überteuert. Denn wir haben nicht gerade wenig dafür bezahlt, dass man unser Essen zwischen den Akten eines Kriminalstücks servierte – und vor allem dafür, dass wir auch noch zur Interaktion gezwungen wurden. Alle machen mit! Juhu - ich muss weg.


Ist mir ja ein Rätsel, wie Leute es lustig finden können, wenn sie „mitmachen“ dürfen, aufstehen und einen Text vom Zettel ablesen dürfen (natürlich gerade die, die schon einen im Tee haben und es nicht mehr so ganz hinbekommen), als Hilfspolizist durch den nicht sehr gut beheizten Raum rennen dürfen (denen war dann wenigstens warm), mit Servietten zur Musik winken dürfen (dass die Krümel nur so fliegen) und gemeinsam laut Halali rufen dürfen. (Da mir persönlich aber ohnehin zum schreien zumute war, traf sich das ganz gut.)

Befremden bei den einen, Grölen bei den anderen. Da scheiden sich nun mal die Geister. Mein Geist hat sich dann aufs Essen konzentriert und den Schauspielern um mich herum telepathisch vermittelt (hab die Mimik zu Hilfe genommen), dass sie mich bloß in Ruhe lassen sollen.

Dienstag, 20. November 2007

Dumm und dümmer

"Eine französische Untersuchung hat ergeben, dass Männer bei Intelligenztests schlechter abschneiden, wenn sie vorher Bilder von Blondinen gesehen haben. Die Forscher führen das Phänomen auf ein altes Vorurteil zurück.
Bei Bildern von Brünetten oder Schwarzhaarigen gab es diesen Effekt nicht. Der Sozialpsychologe Thierry Meyer von der Universität Nanterre führt das nach Angaben der Londoner 'Times' darauf zurück, dass Männer glauben, dass Blondinen dümmer seien. Beim Anblick einer Blondine reduzierten sie deshalb unbewusst ihre Hirnaktivität, um kompatibler zu werden und bessere Chancen zu haben." (Quelle: Tagesspiegel)


Die Headline zu diesem Artikelchen lautet "Blondinen machen Männer dümmer". Eine gewagte These, wenn der anschließende Artikel aussagt, dass die Blondinen nichts aktiv dazu beitragen, außer auf einem Bild zu sein. Blondinen-Vorurteile und sich dümmer machen, um vielleicht einen wegzustecken, ist ja das eigentlich dumme, aber egal. Ich bin ja gefärbt, mir kann keiner was vorwerfen.
Aber wer kommt eigentlich auf die Idee solche dummen Studien durchzuführen?? Ach so, ja, die Franzosen, steht ja oben....

Montag, 19. November 2007

BlödsinnigeBlogBilderrätsel - 1


Na ???

Kann einen morgens glücklich machen...

Freitag, 16. November 2007

Malventee rulez!

Wenn man grad gastrointestinal nicht so rockt, keinen Alkohol, nix Saures, nix Fettes und überhaupt vieles, was man nun mal gerne mag, nicht zu sich nehmen darf - dann ist das gar nicht so schlimm! Ha! Ihr habt jetzt vielleicht Gejammer erwartet. Zu Recht. Aber die Phase hab ich allein durchgemacht, und bereits überwunden bevor sie sich im Blog niederschlagen konnte.

Inzwischen bin ich in der Retrofutterphase. D.h. ich entdecke Leckereien, die ich lange ignoriert habe, wieder. Delicious! Malventee zum Beispiel - großartig. Und Kartoffelsalat. Ein einfacher Apfel zum Nachtisch. Ein Löffelchen unzerkauter Leinsamen. Hups, nein, die sind jetzt so im Speiseplanflow dazwischen geraten, gehören aber nicht in die Kategorie "delicious", sondern eher in die Kategorie "scheißegal geschmacksneutral". Aber ein Löffelchen Honig - njam. Süppchen jeglicher Art. Porridge! u.v.m.

Genug. Alles was ich wollte, war Euch den Malventee ans Herz legen, er hat es verdient. Allein wie er von blau über violett zu rot changiert, wenn man ihn übergießt - das ist auch noch was fürs Auge...

Mittwoch, 14. November 2007

Sicherheitshalber aufgehalten

Wieso schreiben die vom Reisebüro einem auf den Reiseplan, dass man bis 9:05 Uhr einchecken soll, da der Flug um 9:45 geht, ohne einen darauf hinzuweisen, dass da die Sicherheitskontrollen zeitplantechnisch nicht berücksichtigt sind?

8:15 Uhr komme ich am Flughafen an, die Frisur sitzt, der Schal fusselt, ich habe leichtes Handgepäck auf dem Rücken (also quasi Rückengepäck) und suche den Automaten auf, der mir anhand meiner Buchungsnummer das Ticket ausspuckt. Einsteigzeit=9:10 steht drauf – das ist aber knapp bemessen, wenn man bis 9:05 einchecken können soll, denke ich noch...

8:20 Ich begebe mich zu Terminal 1B, das nicht grad um die Eck is.

8:27 erreiche ich die Sicherheitskontrollen. Sind extrem gut besucht. Vor mir ca. 300 Reisende aufgeteilt auf 6 Schlangen. Mir wird warm. Mein Schal darf im Rucksack alleine weiterfusseln und ich nutze die Wartezeit um Fusseln von meinem Mantel zu picken.

8:34 Vor mir schiebt sich ein Ehepaar mittleren Alters in der Schlange vorwärts, vielmehr geht es wegen ihnen nicht so recht vorwärts. Der Frau fallen die Tickets aus der Hand, welche über den glatten Boden irgendwohin schliddern, von wo sie nicht so ohne weiteres wieder herzuholen sind. Währenddessen und auch noch danach, insgesamt drei Mal, lässt der Mann den Griff seines in Schrägstellung befindlichen Rollköfferchens los, welches schwerkraftsgemäß umkippt. Drei Mal bückt der Mann sich in Zeitlupe danach.

8:49 Die Frau öffnet ihr Handgepäck und lässt eine Sicherheitskontrolleurin, die gerade die Schlange in ihre Schranken weist, einen Blick reinwerfen und erhält scheinbar zum ersten Mal in ihrem Leben Informationen dazu, wie sich das so mit der Mitnahme von Flüssigkeiten verhält. Die Frau fällt aus allen Wolken (noch bevor sie fliegt). Wie kann das bitte an einem vorbeigehen??

8:54 Das Ehepaar löffelt schnell noch die Joghurts, die es nicht mit an Bord nehmen darf.

8:58 Endlich bin ich dran und ziehe mich halb aus (wurde dazu aufgefordert). Anschließend begebe ich mich schleunigst zur Passkontrolle (angezogen).

9:02 Offenbar gerate ich an den Schalter mit dem Polizei-Azubi, es geht jedenfalls nicht voran. Zwischen zwei Pässen, über denen er jeweils einnickt, puhlt er sich zwischen den Zähnen und starrt Löcher in die Schlange vor sich.

9:08 Die Schlange schimpft, ich auch, der Polizei-Azubi zuckt mit keiner Wimper. Mit einer Schnelligkeit die mich an die Supermarkt-Kassiererinnen in Italien erinnert (die scheinbar vom Marktleiter gezwungen werden, die Barcodes auf den zu scannenden Artikeln erst auswendig zu lernen) dreht und wendet er jeden Pass (auf der Suche nach dem Barcode).

9:17 Die Frisur hat schon gelitten, mir stehen die Haare quasi zu Berge. Ich erreiche das Gate, bzw. die zweite Sicherheitskontrolle. Erneut muss ich mich halb aus und an anziehen.

9:22 Ich entdecke meinen Kollegen, der inzwischen fast allein am Gate ist, denn das Boarding läuft schon. „Sie machen es aber spannend.“ Sagt er und wir quetschen uns in den Shuttlebus.

9:26 Der Bus parkt vorm Flieger, aber die Türen bleiben (kleines Klaustrophobie-Experiment) noch 5 Minuten geschlossen. Ich reise plötzlich nicht mehr mit leichtem sondern sehr schwerem Hand- äh Rückengepäck. Das Warten produziert gefühltes Mehrgewicht.

9:31 Nach Alkohol riechende Russen (?), Letten (?) stürmen den Flieger, ich mit. Scheiß auf die Frisur. Ich verstehe kein Wort mehr um mich rum.

9:39 Der Lette auf dem Sitz neben mir beschäftigt sich mit einer Art Ornamentzauberwürfel (erfolglos) und pufft mir dabei ständig seinen Ellbogen in die Seite (erfolgreich).

9:47 Wir fliegen, ich bekomme ein Käsebrötchen und Tee und lese Tolstoj und alles ist gut. Ich bin ja so leicht glücklich zu machen...

Dienstag, 13. November 2007

Tierisch toben

Dass die Niederländer eine sehr anschauliche Sprache haben ist je bekannt. Wunderschöne Beispiele dafür sind Lucifers (Streichhölzer), Belasting (Steuer) oder auch hübsche Komposita wie die Zusammensetzung von kok (Koch) und halzen (Plural Hals) zu kokhalzen („würgen“!).

Heute hab ich gelernt, dass „toben“ im Niederländischen „tieren“ heißt. Und da haben die Käsköpp (kaaskoppen) doch mal wieder recht. Nicht von ungefähr gibt es zig Tiermetaphern, die einen Zustand der Unruhe, Aufregung, Wut beschreiben: „Zum Mäuse melken“, „zur Schnecke machen“ oder „da tanzt der Bär“.

Bloß welches Tier melkt in seiner Aufregung Mäuse, oder macht wütend Schnecken? Egal. Tieren toben – das passt zusammen. Kann man sich gut merken. Learning NL leicht gemacht durch Eselsbrücken , ha ha.

Dazu fällt mir ein Liedtext von Roger Cicero ein (s.u.). Was jetzt nicht heißt, dass mein selektives (Elefanten-Text-)Gedächtnis ihn in irgendeiner Form präferieren würde...

Noch ein Schmankerl: Die Angst vor Tieren, zu deutsch naheliegend „Tierphobie“, heißt bei den Holländern (hier weniger naheliegend) zoofobie. Haben die in den Niederlanden ihre Tiere im Zoo nicht hinter Gittern? Wenn ich im Frankfurter Zoo durch das Raubkatzenhaus gehen müsste, ohne dass es Gehege gäbe, hätte ich auch Angst, inderdaad....

Das ganze Leben ist ein Zoo

Du sagst Du arbeitest wie'n Ochse
Dein Chef ist so ein scharfer Hund
umringt vom affigem Geochse
reißt er das Maul auf ohne Grund
Und seine Frau die alte Schnepfe
vögelt sich quer durch das Büro
Du sagst: Du glaubst, Dein Hamster bohnert
Das ganze Leben ist ein Zoo

In dem System da ist der Wurm drin
Wenn über Dir das hohe Tier
mal wieder irgendwas verbockt hat
macht er zur Schnecke Dich dafür
Der Fisch stinkt eh vom Kopfe her
Unter aller Sau ist das Niveau
Du sagst Du glaubst Dein Schwein pfeift
Das ganze Leben ist ein Zoo

Dein Nachbar zetert wie ein Rohrspatz
erzählt Dir ständig einen vom Pferd
weil Du doch hier das schwarze Schaf bist
das hinter Gitter wohl gehört
Der Mann muß echt 'ne Meise haben
und'n Hirn so groß wie'n Floh
Du glaubst, Dich tritt 'n Pferd mit Brille
Das ganze Leben ist ein Zoo

Der Staat mit seinem Bärenhunger
sieht nur den Goldesel in Dir
Hat selbst 'n Igel in der Tasche
und nimmt den Löwenanteil Dir
Die melken nur die kleinen Fische
Die Hechte schonen sie sowieso
Du sagst: Da wird der Wal zur Blaumeise
Das ganze Leben ist ein Zoo

Es tigern die Gerichtsvollzieher
Dir wie die Geier hinterher
Sie wollen ran an Deine Kröten
das geht auf keine Kuhhaut mehr
Und Deine Ex die blöde Kuh
zickt wegen Unterhalt und so
Du sagst: Das ist zum Mäuse melken

Das ganze Leben ist ein Zoo (da wird ja das Huhn in der Pfanne verrückt)

Samstag, 10. November 2007

Brokat-à-porter

Vom MOdenwald nach Adrettlettland...

Die Haare fallen bis über den in bestraßten Jeans steckenden Hintern, kaputte Spitzen weisen nach weiter unten, wo 10-cm-High-Heels über das Kopfsteinpflaster der Altstadt eiern. Absätze, die zu Stiefeln gehören, die mit Glitter und Flitter, Kettchen und Frettchen(fell) geziert sind. Dazu trägt man Jacken, die aus Polstermöbelbezügen genäht wurden, goldgewirkter bunter Brokat, passend zum Goldschmuck, der Hals, Arme und Ohren und wer-weiß-was-noch ziert und mit pinkfarbenem Lippenstift disharmoniert, der sich aber gut zu den rosé gefärbten Wangen macht, was wiederum nicht nötig gewesen wäre, da die Kälte ohnehin die Wangen rötet, was zu einem lustigen Farbenspiel im Gesicht führt.
Das Bemerkenswerte daran: Man fällt auf wie ein bunter Hund, wenn man nicht so aussieht. So bunt. Will man getarnt durch Riga laufen, sollte man sich eben/oben beschriebenes Equipment zulegen. Zumindest als Frau.

Männer dagegen sollten sich einfach ein derbes markantes Gesicht anschaffen, nach Alkohol riechen, spitze Schuhe mit Absatz tragen und möglichst irgendein Pelzuntensil mit sich führen, am besten aufm Kopf.

Donnerstag, 1. November 2007

Toskanisches Stilleben

Das Inventar dieses Stillebens aus dem Urlaub vierer Frauen beinhaltet:
5 Päckchen Zigaretten bei 3,5 Raucherinnen
1 Apfel bei vier Frauen ohne Apfelallergie
2 Feuerzeuge (farblich angepaßt zu den Zigarettenpackungen)
1 CD von Gabi Mohnbrot (mit drei der Frauen befreundete Band)
1 CD von Take That (mit vier der Frauen weniger befreundete Band)
diverse weitere CDs (ganz anderer Bands)
1 Fön
1 Schlüssel
1 Gummi für Gummitwist
1 Reiseführer
1 Ghettoblaster (deutscher Import)
Papier zum Mitschreiben