Freitag, 26. Dezember 2008

zum Jahreswechsel


Ich habe einen guten Vorsatz fürs neue Jahr: Ich werde versuchen, weniger Zeit am Rechner zu verbringen. Also, weniger Freizeit. Auf die Arbeitszeit ist die Einflußnahme ja recht beschränkt...

Rechner sind fiese Zeitfresser. Nicht, dass ich nicht gerne flickre, blogge, spiele, kommuniziere und mir die Augen verderbe... äh.. egal. Aber am End mach ich den Rechner aus, es ist spät, die Freizeit ist aufgebraucht und all die ungelesenen Romane, ungelegten Puzzles, verheißungsvollen Reiseführer, ungenutzten Sportgeräte, nicht getesteten Backrezepte und leeren Leinwände um mich herum blicken traurig. Ich ertrage das nicht mehr. Es muss wieder Demokratie einziehen und die Diktatur des Rechners beendet werden. Er bekommt aber weiterhin einen Platz in der Regierung, keine Sorge.


Noch vor Silvester fange ich an, den guten Vorsatz in die Tat umzusetzen und verurteile den Rechner zu ein paar Tagen Isolation indem ich selbst das Weite suche. Das nicht allzu Weite: Holland.

Aber wir können uns jetzt schon freuen, dass das neue Jahr angenehm beginnen wird, nämlich mit ein paar schönen Konzerten gleich im Januar und Februar. Aufspielen werden Franz Ferdinand, Travis, die Kaiser Chiefs sowie - endlich auch mal in Deutschland - die Kings of Leon.

Gelukkig nieuwjaar!

Don't sit down


Verbotenes zu tun macht doch immer noch am meisten Spaß, auch wenn es nur "auf einer Treppe sitzen" ist, wie hier im Grand Central Terminal in New York. Vielleicht aber haben diese Menschen das Schild einfach nicht von vorne gesehen, weil sie von oben kamen.

Erinnert mich an ein altes Lied von David Bowie in dem er singt "Don't sit down" und dazu albern lacht.

Sonntag, 21. Dezember 2008

Jugendsünden


Nachdem ich kürzlich von anno dazu mal verzapften Gedichten träumte, habe ich aus Neugier auf mein damaliges "ich selbst" meine gesammelten Werke von ganz früher rausgekramt und durchstöbert. Dabei hab ich auch ein Weihnachtsgedicht gefunden. Da das in die Zeit paßt, werde ich es hier nun wiedergeben, mit der Bitte um Nachsicht, denn es stammt aus der Feder einer 17-Jährigen.


Das Schneeflöckchen
im weißen Röckchen
fällt nicht nieder
dies Jahr wieder.

Süß klingen auch nicht Glocken,
wenn Kaufhausfenster locken
mit bunt glitzerndem Überfluß,
weil unbedingt geschenkt werden muss.

Der Chor hat kaum gesungen,
es ist kein Ros entsprungen,
es tönen durch die Lüfte schneller Schritte Schall
- fröhliche Weihnacht überall.

Montag, 15. Dezember 2008

traumhaft


Es war ja gerade Vollmond. ich, als unfreiwilliger, aber bekennender Lunatic habe da immer ziemlich wirre Träume. Wirr, aber auch interessant. Finde ich selbst zumindest. Ich selbst.

Das ist so eine Sache. Denn im Traum steckt recht viel vom eigenen Selbst. Sprich: Der Traum kommt direkt aus dem Unterbewußtsein.

Demnach werde ich nun gleich in diesem Blog etwas tun, was ich bisher noch nie getan habe - auch wenn da einige Menschen anderer Ansicht sind. Ich werde mein Selbst ein wenig entblättern. Bis jetzt habe ich meiner Ansicht nach an dieser Stelle nicht viel Intimes preis gegeben, weiß aber, dass einige Freunde das Blog für puren Exhibitionismus halten und nicht viel Verständnis für mein Geplaudere im Netz aufbringen. Aber dann trotzdem lesen!
Exhibitionismus vs. Voyeurismus.
Was soll's. Jetzt! - Jetzt gibt es wirklich mal einen Einblick in meine Seele, zumindest für die Traumdeuter da draußen. Der Rest wird nicht viel damit anfangen können und rätseln, so wie ich selbst. Ich selbst...

Ich selbst habe neulich nacht eine Erfindung gemacht.
Es fing damit an, dass ich in einer Art Kurs oder Klasse war und in mehreren Disziplinen eine Prüfung bevorstand. Ich kann mich nicht an alle erinnern, aber es gab "Autos crashen", "Laborarbeit", "Kettenkarussell fahren" und "dichten". Beim Kettenkarussell fahren wurde ich fast ermordet. Aber darum geht's hier jetzt nicht.

Die Dichter-Prüfung sollte so ablaufen, dass man ein selbst verfasstes Werk an die Tafel (ja - Schiefer und Kreide!) schrieb, dann erläuterte und schließlich auch vortrug. Ich war nicht gut vorbereitet und während die anderen Kursteilnehmer ihren Vortag machten, kramte ich in meinen gesammelten Werken und suchte nach einem bestimmten Gedicht, nach dem einzigen, das ich vortragenswert fand.
Ich suchte in meinem Traum nach einem Gedicht, dass ich tatsächlich mal geschrieben habe.
In echt. Ich selbst.
Ich fand es nicht in meinen Unterlagen und auswendig bekam ich es nicht mehr zusammen, da ich es in jungen Jahren geschrieben hatte. Es ärgerte mich, obwohl ich wußte, dass ich es, gerade weil es in jungen Jahren aus meiner Feder gekommen war, heute vielleicht gar nicht mehr vortragenswert finden könnte.

Wie dem auch sei - ich mußte auf ein anderes Gedicht zurückgreifen, eines, das um die Seele eines Spielers ging. Ein Gedicht, das ich im Übrigen "in echt" nie geschrieben habe. Im Traum war es mir jedoch als eigenes Produkt vertraut und ich beschloß, es für die Prüfung ein wenig aufzupeppen. Ich fokussierte den Inhalt mehr auf Poker und beschrieb eine dramatische Heads-Up-Situation. Um es etwas spannender zu gestalten, fügte ich zu manchen Versen ein wenig Geräuschkulisse hinzu, etwa das Gleiten der Karten über den Filz oder das Klackern von Spielchips zwischen den Fingern, zwischen denen das Geld zerrinnt.
Und so erfand ich im Traum das Hörspiel-Gedicht.

Zu der Prüfung kam es nicht mehr, ich erwachte vorher. An das Gedicht selbst kann ich mich nur dunkel erinnern, es war Schund.
Dennoch hätte ich es schön gefunden, es mit "rüber" zu nehmen, rüber nach "in echt". Aber das ginge nur wenn es diese andere Sache gäbe, die, die ich beim letzten Vollmond kreiiert habe: das Traumsequenzen-Freeze.

Das Traumsequenzen-Freeze ermöglicht einem, Szenen, Bilder, Töne o.ä. aus dem Traum mitzunehmen, indem man die Freeze-Funktion nutzt, also eine Momentaufnahme welcher Art auch immer tätigt und sie von einer Bewußtseinswelt in die andere mitnimmt.
Was war ich glücklich mit dieser Funktion bis ich aufwachte! Dann war alles futsch, Traumfestplatte formatiert. Ein Jammer. Und eine klare Schädigung des digitalen Zeitalters.

Aber allein sich diese Kombi vorzustellen....
Man träumt etwas, dichtet im Traum, komponiert im Traum, malt im Traum, wie auch immer und dann - FREEZE - und beim Aufwachen hat man den Mitschnitt oder das Repro.
Kreativität könnte so einfach sein und der Satz "Das mache ich im Schlaf" gewönne eine ganz neue Bedeutung.

Donnerstag, 11. Dezember 2008

PC-Priester


Probleme mit dem Rechner? Sie werden Ihre Viren nicht los? Sie haben keine Ahnung von IT und wissen nicht was Sie tun sollen?
Schon mal eine Pilgerreise nach Japan in Erwägung gezogen?

Statt wegen eigener Fehlfunktionen zur Jungfrau von Lourdes zu stapfen und bei Ankunft um Linderung der Blasen an den Füßen zu bitten, lieber nach Kanda- Myojin
wandern, den Rechner unterm Arm, um für einen virenfreies Rechnerleben zu beten.
Ist auch viel schlauer, da die meisten Gesellschaftswehwehchen
heutzutage ohnehin auf unerklärliche Weise verknüpft sind mit der Arbeit am Rechner (Mausarm, Sehstörungen, Haltungsschäden, Nervenzusammenbrüche o.ä.)

Und vielleicht können Sie nach der Reise ein Buch schreiben mit dem Titel "Mit dem Rechner durch Japan", so als Fortsetzung von "Mit dem Kühlschrank durch Irland". Oder Sie können natürlich auch in Anlehnung an Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg" eine Selbstbetrachtung mit dem Titel "Ich bin dann mal Depp" vorlegen.


Dienstag, 9. Dezember 2008

Die Vorlage nutzen


Heute morgen vernahm ich in den Nachrichten, dass ein junges Paar in Offenbach Biber sich auf dem Bahnsteig so heftig umarmt hat, dass es gemeinsam auf die Gleise fiel. Sie konnten sich wohl gerade noch eben so vor der einfahrenden Bahn retten und kamen mit Schock und Prellungen davon.
Was sagt uns das? Dass man in OF ("Ohne Führerschein") nicht nur nicht autofahren kann, sondern auch nicht Bahn. Und Offenbacher zu umarmen scheint auch nicht ganz ungefährlich zu sein - also Obacht!

Samstag, 6. Dezember 2008

Macht Kälte bekloppt?


Morgens auf dem Weg zur Arbeit...


Ein Mann setzt sich neben mich auf den U-Bahnsitz, scheint aber zu verdrängen, dass ich neben ihm sitze und macht sich daran mich tatsächlich zu verdrängen. Er wühlt in der Tasche auf seinem Schoß und rammt mir dabei seinen Ellenbogen in die Seite, dann zieht er eine Zeitung hervor, breitet sie umständlich aus und wedelt mir damit im Gesicht rum.
Ich bin froh, dass ich kurz darauf aussteigen kann, gehe die Treppe vom U-Bahnsteig nach oben und habe vor mir eine Frau, die beim Gehen so heftig ihren Arm vor und zurück schwenkt – ohne darauf Rücksicht zu nehmen, dass Menschen hinter ihr sind – dass dieser Arm meine Nasenspitze berührt. Immerhin hat sie keinen Schirm in der Hand. Oben angekommen bleibt die Frau erstmal stehen um das Plakat gegenüber der Treppe zu begutachten. Acht Leute hinter ihr müssen eine Vollbremsung machen und unfreiwillig kuscheln.
Das alles ist mir eindeutig zu viel Fremdnähe am morgen.
Ich steige in die nächste U-Bahn um, die zum Glück leerer ist. Als ich diese wieder verlassen will, bekommt die Frau vor mir an der Tür es nicht hin, diese zu öffnen, weil ihr Fingernägel zu lang sind, um den Türknopf zu drücken. Umständlich dreht sie ihre Finger nach links und rechts, oben und unten und weiß nicht weiter. Der Handwerker zwischen uns greift schließlich über sie hinweg und übernimmt den Part, woraufhin die Frau nur dämlich lächelt.

Gut es wird kälter... Wird dann Blut aus dem Hirn gezogen, um den Körper wärmer zu halten? Menschen, dann zieht Euch doch mal wärmer an! Es gibt kein Wetter das doof und unachtsam macht, es gibt nur falsche Kleidung. Oder eben wetterunabhängige Doofheit.

Montag, 1. Dezember 2008

Krachgarten


Es lohnt hin und wieder doch, die Rückseite von EIntrittskarten zu Konzerten zu lesen - zumindest dann, wenn es noch eine RICHTIGE Konzertkarte ist, so wie früher (als ja bekanntlich alles besser war).

"Achtung:

Diese Eintrittskarte für ein Farin Urlaub Racing Team-Konzert dient Ihrer Legitimation. Legitimation ist für viele Menschen ein Fremdwort. Sie haben Angst gefragt zu werden, was denn das Wort “Legitimation” eigentlich bedeutet und bleiben deshalb am Tag der Konzertveranstaltung zuhause. Das muss nicht sein! Legitimation kommt vom lateinischen Wort “legare” (dt. kühlen) und besagt, dass man diese Eintrittskarte auch als Fächer benutzen kann, wenn es zu heiss wird.
Bitte behalten Sie die Eintrittskarte deshalb bis zum Verlassen des Veranstaltungsgeländes.
Beim Verlassen des Veranstaltungsgeländes verliert die Karte ihre Gültigkeit.
(Man kann sie trotzdem weiterhin als Fächer verwenden - aber Vorsicht: nur bis zu einer Umgebungstemperatur von 49°Celsius.)
Das Mitbringen von Glasbehältern, Dosen, sperrigen Gegenständen (Picknickkörben, größere Taschen etc.), Tieren, Nazis, Tonbandgeräten, Waffen, Film- und Videokameras und/oder pyrotechnischen Gegenständen ist untersagt. (...)
Rockkonzerte sind sehr, sehr laute Veranstaltungen. Bitte schützen Sie sich und ggf. Ihre Kinder durch Tragen eines Ohrenschutzes vor Gehörschäden. Beachten Sie bitte die Hinweise der Ordnungskräfte. Sollten Sie die Hinweise der Ordnungskräfte aufgrund Ihres Ohrenschutzes akustisch nicht verstehen, bitten Sie schriftlich um eine pantomimische Darstellungen der Anordnungen. Zur Entlastung der Umwelt bitte die öffentlichen Verkehrsmittel oder ein StVZo-taugliches Fahrrad benutzen. (...)

Schwarzhändler sind ein eiternder Abszess am Hintern der Menschheit."

Sonntag, 30. November 2008

mal gucken


Beim Konzert, die Hände in den Hosentaschen, finde ich in einer solchen einen Zettel. Er hat keine Bedeutung mehr und ich zerreiße ihn und lasse die Schnipsel auf den Boden rieseln, weil ich weiß, dass dort schon eine Menge Pappbecher liegen, die es zu beseitigen gilt, dass der ganze Saal geputzt werden wird, so dass meine Schnipsel nicht weiter auffallen. Oder doch?

Ich erinnere mich daran, wie auf einem Konzert vor ganz langer Zeit, in einer größeren Halle, mal eine Freundin etwas verlor, das ihr wichtig war. Wir haben gewartet bis fast alle gegangen waren und den Boden der Halle abgesucht. Kleine Geschichten offenbarten sich. Wir fanden Anhänger, Haargummis, abgerissene Karten zuhauf, Zettel mit Telefonnummern, die nicht wie erhofft angerufen werden würden, Königskinder die nicht zusammenfanden, Kaugummis gekaut und ungekaut, Plastikbecher, durchgeschwitzte T-Shirts und Höschen, die nicht auf der Bühne gelandet waren, sondern auf denen nun mehrere Fußabdrücke prangten. Wir fanden nicht, was meine Freundin verloren hatte.
Aber ich erinnere mich daran und bekomme Lust, heute nach dem Konzert etwas länger zu bleiben.

Donnerstag, 27. November 2008

Dummbatz


Heute morgen auf youfm in der (ich verzichte hier auf ein Adjektiv) Rob Green Morning Show:
Ein Zeuge vor Ort berichtet sehr bestürzt telefonisch aus Mumbai, wo er in seinem abgedunkelten Hotel sitzt, von dem aus er beobachten kann, wie auf der Straße die Terroristen vorbeirennen und auf Menschen schießen. Seine Stimme zittert ein wenig und wird nur fester als er sich erzürnt, dass seit Stunden die deutsche Botschaft nicht zu erreichen wäre und dass man bisher hilflos sich selbst überlassen sei.
Da wird er jäh von Rob Green unterbrochen:
"So, wir reden gleich weiter mit Dir darüber, dass Du Terroristen gesehen hast. Aber jetzt kommt erstmal Amy MacDonald mit This is the life."

Ja, ich bin selbst schuld. Die Wahl des Radiosenders liegt ja bei einem selbst....

Sonntag, 23. November 2008

Talk Talk Hust Hust


Die Wissenschaft streitet sich noch immer darüber, ob Frauen wirklich mehr Wörter pro Tag von sich geben als Männer. Seit eine Neuropsychaterin den Mythos "Ein Mann ein Wort - eine Frau ein Wörterbuch" in ihrem
Buch untermauert hat, gab es mehrere Studien zu diesem Thema.
Die meisten ergaben zwar nicht das Gegenteil, aber auch keinen signifikanten Unterschied zwischen Männlein und Weiblein, der für eine biologische Vorbestimmtheit des Quasselbedürfnisses spricht (im wahrsten Sinne des Wortes).


Daher weiß ich nun nicht, ob ein Mann, der eine Woche lang krank zuhause ist, denselben Schalter hat, der bei mir umgelegt wurde, als ich nach tagelanger Zurückgezogenheit ein Defizit von etwa 75.000* ausgespuckten Wörtern hatte und bei einem kurzen Ausgang, der der Lebensmittelversorgung diente, einen Freund, der um die Ecke wohnt, traf.
Bei mir wurde jedenfalls ein Schalter umgelegt, der verschiedenste Themen von Vogelbeeren über Geburt zu Musik in mir freisetzte und in zahlreiche Worte verpackt zur Produktion freigab. Das ganze dauerte nur wenige Minuten - bis mein Freund, der wohl schon von mir unbemerkt eine Weile auf der Stelle trat, mich mit einem "Du, ich hab's eilig" mutig (trotz Ansteckungsgefahr) herzlich drückte und verließ.

Da überhaupt bemerkte ich erst das Quassel-Defizit. Wieder in den eigenen vier Wänden und vorm eigenen Spiegel bemerkte ich dann auch die Mohnrückstände des auf dem Heimweg verzehrten Mohnbrötchens zwischen meinen Zähnen, mit denen ich meinen Freund angestrahlt hatte und denen er hoffentlich ebenso wenig Beachtung geschenkt hat wie meine Bazillen.

Kurz nach diesem Zwischenfall kam ich in das Stadium in dem man wunderbar Lieder von Tom Waits oder Janis Joplin singen könnte, bevor ich dann meine
Stimme vollends verlor.
Das
Defizit mußte also noch ein paar Tage länger aufrecht erhalten werden. Hoffentlich muss ich das nicht alles nachholen, das könnte für mir nahestehende Menschen sonst noch hart werden....


*Hochrechnung anhand wissenschaftlicher Studienergebnisse

Samstag, 15. November 2008

Aus der Reihe "Etymologische Fragezeichen" (2)


Die Holländer mal wieder...

Dass ich die Holländer für ihre klare Sprache lobe, kommt ja nicht selten vor.
Manchmal allerdings bleibt einiges unbeantwortet.

"Ohrring" etwa heißt im Niederländischen "oorbel", wobei "oor" natürlich "Ohr" bedeutet und "bel" eigentlich "Glocke".
Das hat wieder mal eine unbestechliche Logik. Auch bei uns (zumindest in Hessen) sagt manch einer durchaus "Gebimmel am Ohr" oder "Gebammel am Ohr" zu Ohrschmuck.

Und was heißt "oorlog" übersetzt? Wenn man weiß, dass im Niederländischen das g nach einem Vokal wie "ch" ausgesprochen wird, liegt es nahe, "oorlog" mit "Ohrloch" zu übersetzen.
Aber nein. Das wäre zu einfach gewesen, selbst für die Holländer.
"Oorlog" ist nämlich das Wort für Krieg. Vielleicht bin ich gerade unkreativ oder stehe aufm Schlauch, aber beim besten Willen: Den Zusammenhang krieg, äh, bekomme ich nicht zusammen. Nein: Der Zusammenhang fehlt mir, bzw. das bekomme ich nicht zusammen.

Und was heißt nun eigentlich tatsächlich "Ohrloch"?
Da machen es sich die Holländer ausnahmsweise mal etwas umständlich. Es heißt "het gaatje in het oor". Also, das Löchlein im Ohr.
Aber Vorsicht! Vertun Sie sich da nicht, weil das Ohr am Kopf ist und sagen aus Versehen "het gaatje in het hoofd". Das heißt übersetzt nämlich "Löchlein im Kopf" und bedeutet so viel wie "sie nicht alle beieinander haben".

Hach, Sprache ist ein Faß ohne Boden (een bodemloze put).

Donnerstag, 13. November 2008

wow, äh wau


In diesem Spiel geht es darum, Straßen zu kaufen, in denen man dann Gassi gehen kann. Aber Vorsicht, man kann auch im Zwinger landen.

Es gibt die
die Sonderfelder
Gemeinschafts- und Ereignisfeld (Napf-Sharing und Hundekuchen-Backkurs)
Los (hol's Stöckchen!)
Frei Parken (und Poo machen)
Hunde- und Zusatzsteuer.


Vermute ich mal.
Ich konnte leider nicht reinschauen, das Spiel lag im Schaufenster eines der zahlreichen Hundesalons in New York City.


Mittwoch, 12. November 2008

Alles Gute, Vicco!


Melusine
Krawehl! Krawehl!
Taubtrüber Ginst am Musenhain
Trübtauber Hain am Musenginst
Krawehl! Krawehl!

(Loriot *12.11.1923)

Montag, 10. November 2008

Krack-Plage


Hätte ich eine Top-Ten oder Flop-Ten der schlimmsten Radioreklame-Spots des deutschen Radios, wäre Platz eins so sicher, nein sicherer, wie das Amen in der Kirche. Ich habe solch ein Top-Flop-Ten nicht, weil es eigentlich keine Ten gibt. Radiowerbung ist nie toll - Segmüller und Seitenbacher (ohne jetzt speziell die Bayern anzugreifen... obwohl...) können brutal nerven. Aber unschlagbar und mit Abstand weit weg von den Plätzen 2-10 ist nun mal "Carglass repariert - Carglass tauscht aus."

Dieser Radiospot ist nicht nur aufgrund seiner Länge, dieses ewigen Lamentierens um Krack und Vorher und Später und überhaupt, und des widerlichen Jingles eine Zumutung, sondern besonders wegen des dermaßen laienhaft dargestellten Laientums, der mißlungenen Natürlichkeit und Einfachheit in der Sprache und Betonung - ach, es ist grauenhaft und bedarf keiner weiteren Erläuterung.

Der Spot hat nur ein Gutes und das auch nur für die Konkurrenz: Er läßt Radioreklame von vergleichbarem Inhalt als extrem pfiffig und humorvoll erscheinen, dass man eigentlich fast nur aufgrund von Carglass zu Volkswagen sagen kann: Chapeau!

"Hallo Stein!"
"Hallo Frontscheibe!"
"Was machst Du denn hier?"
"Ach, ich dachte, ich komm mal auf nen Sprung vorbei."
"Na dann: Schlag ein!"
(Krack)

Sooo einfach kann das sein, Carglass. Und nun räumt bitte das Radiofeld.

Donnerstag, 6. November 2008

Frischluftgedanken I

Gestern beim Laufen im Park, es war schon dunkel, bin ich fast auf einen Igel getreten, der gerade den Weg überquerte. Ich sah ihn plötzlich auf seinen kleinen Tappelfüßchen vor mir entlanggleiten wie auf Schienen und ich konnte gerade noch bremsen. Ich blieb also stehen und sah auf ihn runter, da er nun zusammegerollt vor mir kauerte. Ein Jogger, der mir gerade entgegen kam, blieb ebenfalls stehen, sah runter und keuchte verzückt: "Ein Igel, oder?"
Und ich gab ebenso verzückt zurück: "Jaaa!"
"Süüüß." sagte der Jogger.
"Hoffentlich ist er schnell genug." sagte ich.
Wir lachten beide etwas verlegen und liefen weiter, jeder in seiner Richtung.

Während der nächsten Runden, die ich noch drehte, gingen mir folgende Fragen durch den Kopf:

1) Wußte der Jogger was ich mit meinem letzten Satz meinte? Ich denke nicht, dazu fehlte die Erläuterung. Nämlich folgende: Dass es ja immer so ein paar Joggergrüppchen gibt, die gerne zu dritt oder viert nebeneinander laufen. Mal angenommen, ich wäre nun so ein Joggergrüppchen gewesen, ich hätte vielleicht nicht drei- oder viermal rechtzeitig gebremst oder hätte vor lauter Schnattern mit mir selbst das süße kleine Igelchen gar nicht bemerkt. Weil ich aber keine Erläuterung gegeben hatte, fragte ich mich nun, ob der Jogger sich seinerseits nun fragte, was ich da Komisches geredet hatte. Ob ich vielleicht gemeint hatte, dass man eine gewisse Schnelligkeit vorweisen muss, um sich in dem Park überhaupt bewegen zu dürfen etwa.

Was einem beim Laufen, wenn das Gehirn durchgepustet wird, eben so durch den Kopf geht.... Eine weitere Frage, die mich beschäftigte, war:

2) Kann man so einen Igel zertreten? Ich meine, man sieht manchmal plattgefahrene Igel auf der Straße, aber ich wiege ja nun nicht so viel wie ein Auto, glücklicherweise, und ich fragte mich, ob ich den Igel - vorausgesetzt ich hätte nicht gebremst - unter mir zermalmt hätte oder ob er vielleicht "nur" in einem meiner neuen Laufschuhe stecken geblieben wäre und dann herzzerreißend gequiekt hätte. Vielleicht wäre er auch in einem meiner neuen Laufschuhe stecken geblieben wäre und ich hätte herzzerreißend gequiekt. Keine Ahnung wie robust solche Stacheln sind und wo die sich überall durchbohren können.

Ich befürchte allerdings, dass ich das arme Vieh eher zermalmt hätte. Hoffentlich hat er sich ins Laub gekuschelt und ist den fiesen Joggergrüppchen entkommen.

Mittwoch, 5. November 2008

yes we can...


... finally forget again about this dumb alaskan governor.

Sarah who?

Dienstag, 4. November 2008

Barts bärtiger Baba



Großzügig überlassen von Saschomat, Aufnahme aus dem Comic-Museum Brüssel.

Samstag, 1. November 2008

Ein Prosit


Das Bedürfnis im Restaurant nicht mit dem Rücken zum offenen Raum sondern lieber zur Wand zu sitzen, wird gerne etwa folgendermaßen interpretiert:


- Als Angstneurose, aufgrund derer man befürchtet hinterrücks was auch immer zu werden und deshalb alles im Blick haben muss
- Als Auswuchs des natürlichen Beuteverhaltens, bei dem man anwesende Hungrige im Auge behalten muss, während man sein Essen verschlingt
- Als weibliche Neugier aufgrund derer man Augenzeuge von jeglichem Geschehen im Raum sein muss

Ich teile das Bedürfnis im Restaurant lieber mit dem Rücken zur Wand zu sitzen mit einer Menge Menschen. Die Beweggründe mögen verscheiden sein und bei vielen mag eine der oben genannten Interpretationen zutreffen. Ich teile mit diesen Menschen wahrscheinlich auch den regelmäßigen Spott, den dieses Bedürfnis hervorruft.

Heute möchte ich meinen persönlichen Beweggrund erläutern und wissenschaftlich fundieren. Jaahaaa. Das heißt nicht, dass ihn anschließend jeder wird nachvollziehen können, denn zu dem Beweggrund gibt es unterschiedliche Auffassungen. Er lautet schlicht: Gemütlichkeit.

Auch der Gemütlichkeit wurde sich nun endlich ernsthaft angenommen. Und zwar von Dr. Riklef Rambow. Wen das Thema interessiert, der kann bei ihm sogar ein gemütliches Seminar besuchen.

Früher, um 1790, als das Wort von keinem anderen als Goethe in die Schriftsprache eingeführt wurde, war Gemütlichkeit schlicht ein Wohlfühlbegriff. Heute ist er ein genau kalkuliertes Kriterium bei Architektur und Einrichtung und eine Frage des Geschmacks. Während ehemals Gemütlichkeit generell als kleinbürgerlich galt und durch Biedermeierwohnungen verkörpert wurde, kann man inzwischen genau solche als ungemütlich und eine IKEA-Schlichtheit als gemütlich bezeichnen. Geschmackssache. Der Begriff ist weiter geworden und impliziert vor allem eines: Vertrautheit. Den eigenen, geschützten Raum ohne Fremdartigkeit.

Im Grunde genommen ist ausschlaggebend, wie viel es braucht, um sich vertraut zu fühlen. Dem einen kann die eigene Wohnung durch akustische Einflussnahem des Nachbarn verdorben werden und der andere kann im Erdgeschoss ohne Gardinen auf dem Präsentierteller leben und scheut diese Vertrautheit mit den Menschen auf der Straße vor seinem Fenster nicht. Vertrautheit ist eben auch Gewöhnung.
Moment mal, das heißt, ich muss nur vertrauter mit meinem Nachbarn werden um zur vollkommenen Gemütlichkeit zurück zu finden.....hm.

Mein Beweggrund im Restaurant gerne zum offenen Raum hin zu sitzen, oder noch besser: in einem gemütlichen Eck, setzt sich aus allen oben genannten Gründen zusammen, aus Schutz- und Kontrollbedürfnissen, lässt sich aber auch kurz als „Verlangen nach Gemütlichkeit“ beschreiben.

Glücklicherweise ist Gemütlichkeit ja für jeden etwas anderes, so dass ich hoffe, auch in Zukunft mit Leuten ins Restaurant gehen zu können, die es nicht ungemütlich finden, den Rücken dem Raum zuzuwenden und die mir gern den Platz an der Wand überlassen. Ich bin dafür immer dankbar. Und ich sehe dann auch, wenn’s denn sein muss, über einen dummen Spruch hinweg. Hauptsache wir haben es alle schön gemütlich.

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Wo die Liebe hinfällt....


Gestern habe ich mir den hinreißenden Film Wall-E angesehen.

Wall-E , ein kleiner Roboter mit der Aufgabe, die von Menschen verlassene, völlig verdreckte Erde aufzuräumen, auf der er inzwischen auch der einzige Roboter ist, der sich eine Schabe als Haustier hält, sich sentimentale Filme anschaut und vom Händchenhalten träumt, bekommt Besuch von der Sonde Eve, die auf die Erde geschickt wird, um nach Leben zu forschen. Er verliebt sich (natürlich) und gemeinsam sorgen sie am Ende für einen Neuanfang auf der Erde.

Angesichts der daueraktuellen Umweltdiskussion ein aktueller Film. Angesichts der aktuellen Finanzkrise könnte man den Plot ja vielleicht umgestalten.

Wall-Street-E, ein Sparstrumpf-Roboter mit der Aufgabe, den von Menschen zu Grunde spekulierten, völlig aus den Fugen geratenen Finanzmarkt wieder in Ordnung zu bringen, der sich einen Bankenmanager als Schabe hält, sich gerne „Wall Street“ mit Michael Douglas ansieht und vom Aufschwung träumt, bekommt Besuch von dem Konjunkturprogramm „Glück auf“, das auf den Markt losgelassen wird, um nach Möglichkeiten zu forschen. Er verliebt sich (natürlich) und gemeinsam sorgen sie am Ende für einen Neuanfang auf dem Börsenparkett.

Ich ruf gleich mal Pixar an.

Montag, 20. Oktober 2008

Stret Vlass


Vor drei Wochen saß ich noch in Atlantic City im Trump Taj Mahal am Poker Tisch, trat gegen alte Hasen an (AC ist ein Casino-Mekka für Rentner), für die Pokern etwa den gleichen Status hat, wie Skat für so manche Frankfurter Apfelweinkneipenrunde, gegen Casino-erfahrene Zocker und spielsüchtige Freaks.

Es war spannender als Online-Pokern, klar, aber es war auch teurer. 20 Dollar Mindest-Buy-In, die Blinds bei 1 und 2 Dollar – das war der harmloseste Tisch, an dem ich vernunftgemäß verblieb.
20 Dollar können einem in 15 Minuten durch die Finger rinnen, 20 Dollar können aber auch halten und sich vermehren. Bei mir kam beides vor und unterm Strich hab ich etwa 10 Dollar Verlust gemacht und das war es wert.

Es war ein großer Spaß allein die überwiegend asiatischen Dealer zu erleben, ihre Worte eigentlich nicht zu verstehen, außer durch den Kontext, sie "Vlass" sagen zu hören, wenn man einen Flush zeigt, ihnen die Karten über den Tisch zu schieben, weil sie aufgrund der Größe bzw. Kleine nicht an die vor einem abgelegten Karten rankommen. Es war interessant, diese Fremden am Tisch einzuschätzen, mit ihren Obama-Kappen, ihren Maskottchen, ihren Casino-Member-Goldcards. Sie waren alle sehr nett. Es gab ihrerseits Erstaunen darüber, dass in Deutschland gepokert wird und es gab unsererseits Erstaunen darüber, dass viele von ihnen häufig einen Bezug zu Deutschland hatten. Entweder sie waren früher irgendwo in Deutschland stationiert gewesen, hatten dort Verwandtschaft oder sogar mal ein paar Brocken Deutsch gelernt.
Sie alle waren mir lieber als diese vielen Monks unter den Online-Pokerern.

Nerven kosten mich jene, die Kinderbilder in ihr Spieler-Icon übernehmen. Ich kann gar nicht hinsehen und muss doch (da ich ja nun mal mit ihnen am Turniertisch sitze). Es gelingt mir nicht, diese doofen Bilder wegzublenden. "Doofe Bilder" deshalb, weil es einfach nicht passt.

Da lobe ich mir sämtliche Embleme von Fußballvereinen, Bilder von Sportwagen, Comicfiguren oder Grimassenbildern der Spieler. Aber es ist so demütigend, eine Hand gegen ein unwissend zahnlos grinsendes Milkaschmunzelhasen-Kindergesicht zu verlieren, das eindeutig einem Wesen gehört, das des Pokerns noch nicht fähig ist. Gut, Sportwagen, Comicfiguren und Fußballembleme sind es auch nicht, aber die grinsen auch nicht so.
Das gehört da nicht hin! Kann denn niemand was gegen so was (s.u.) tun?
Das bisher schönste Icon eines Pokergegeners war übrigens ein Bild des Dalai Lama.





Dienstag, 14. Oktober 2008

burn before eating


Habe mir soeben den neuesten Coen-Film angeschaut, "Burn after reading".

Ich fand es großes Kino. Schon die ersten Kameraeinstellungen hatten die unvergleichliche Handschrift der Brüder, ein Genuß. Und was die schauspielerischen Leistungen des Staraufgebots betrifft: Man kann an keinem was aussetzen. Eher weiß man nicht, wen man zuerst erwähnen soll, damit keiner hervorgehoben werde. Dabei sind die Leistungen der Darsteller nicht mal vergleichbar, viel zu unterschiedlich sind die Herausforderungen, viel zu grundverschieden die Figuren. Niemand ist kalter als Tilda Swinton, niemand hyperaktiver, feiger und egozentrischer als George Clooney, niemand so herrlich doof und bedauernswert in seiner Doofheit wie Brad Pitt.
John Malkovich ist am kraftvollsten, spielt aber auch den kraftvollsten Charakter. Und Frances McDormand ist grandios in ihrer zielgerichteten Naivität. Den normalen Typ übernimmt Richard Jenkins und man hofft umsonst für ihn, dass er nicht in den Strudel dieser Irren gerät. Eine perplexe CIA-Führung bezahlt am Ende Schönheits-OPs. Der Film hat Spaß gemacht, ganz einfach.

Apropos "Burn after reading": Ich hab keine Ahnung, was auf dem Pfannkuchen stand, den ich kürzlich in Mystic, Connecticut in der Mikrowelle des Hotels unfreiwillig in Brand setzte und mir so schnell Freunde im beschaulichen Dorf, der Schauplatz des Films "Mystic Pizza" war, machte, nämlich ein paar Feuerwehrleute und das halbe Hotalpersonal. Ich hoffe aber, mir ist nun deshalb nicht das CIA auf den Fersen.

Montag, 13. Oktober 2008

so grün. so zynisch.


Das Schild hing an Ground Zero.

Sonntag, 12. Oktober 2008

Freustuhl und seine Geschwister


Mund offen, weit wunder

Nacktmusik und Schimpfapfel
dunkelbunt
Sprachfenster - Küsskreis
Schuhschein & Winterschmerz
blind vergessen
Duftschimmer, Schlafstern und Grünschnee
Wollfedergift

Nein, ich übe mich nicht in experimenteller Lyrik, jedenfalls nicht so geballt. Aber seit ich diese kleine Truhe "Kühlschrankpoesie" geschenkt bekommen habe, entstanden hin und wieder, zwischendrin, ganz nebenbei so einige poetische Neologismen an meinem Tiefkühlfach. Ich habe sie hier mal eben zusammengefaßt. Nicht alles, was sich in magnetischen Worten in meiner Küche lesen läßt, ist von mir selbst, wie mich besonders dieser Satz vermuten läßt:
"Frauen können meist Meer, Zuckerschwester"

Ist eben so'n ganz abgefahrener interaktiver Poetry Spam da in meiner Küche.

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Sprudelei


Ich bin wieder hier. Schön war's. Sehr schön.

Die Fotoausbeute liegt bei etwa 1600, wovon nicht alles brauchbare Beute sein wird. (Die Sichtung ist erst zu etwa einem Fünfzigstel erfolgt.)
Ich hatte ja zuvor Bedenken, dass mein Freund und ich durch New York laufen würden, selbstvergessen, ohne viel miteinander zu reden, das Objektiv am Auge klebend... Das war aber nicht das Problem. Eher, sich in dieser Fülle und diesem Treiben wieder zu entdecken, nachdem man selbstvergessen (oder den anderen vergessend) durch die Linse geschaut hat. Aber auch das führte nie zu ernsthaften Verlusten. Denn glücklicherweise sind wir zum einen beide sehr groß und können uns zwischen all den Dicken gut erspähen und zum anderen kleben wir meistens ohnehin an den selben Motiven.
Und solche gab es reichlich. Ihr wißt ja, wo Ihr Euch davon selbst ein Bild machen könnt.

Was ich vermißt habe:
Gutes Essen - einfach mal ein Nudelgericht, nichts Fritiertes oder gebratenes Fleisch, einfach mal ein leckeres Brot mit Nutella zum Frühstück anstatt Muffins oder sonstiges Gebackenes.
Gutes Mineralwasser - vor allem mal mit Kohlensäure.
Im Bad fehlten Sparspülungen, Klobürsten und mehrlagiges Toilettenpapier. Scheint alles unbekannt zu sein. Es gab aufgrund der hohen Stockwerke nur wasserreiche Starksogstrudel (im Geräuschpegel vergleichbar mit Vakuumtoiletten im Fluzeug), Saugglocken und Toilettenpapier, dass nicht mal die Dicke eines Kleenex' erreichte.

Aber das waren keine Widrigkeiten, die irgendwie Einfluß auf die Urlaubsqualität genommen hätten. Das waren höchstens Kleinigkeiten, die einen trösteten, als man wieder nach Hause musste. Darauf ein gutes Rosbacher.

Samstag, 20. September 2008

nichts mehr zu retten


Ich war, wie immer, in meine Arbeit vertieft*, als an mein Ohr diffuse Klänge von draußen gelangten, eine Stimme, die von irgendwas verzerrt wurde. Ob es ein Megaphon war oder der Lautsprecher bei einer Telefonkonferenz konnte ich nicht ausmachen. Verstehen, was die Stimme sagte, konnte ich ebenfalls nicht.


Von Neugier und Selbsterhaltungstrieb getrieben, verließ ich das Büro, um der Sache nachzugehen. Wer weiß, vielleicht fuhr die Polizei durch die Straßen und ließ die Anwohner (oder Anarbeiter) wissen, dass irgendein Chemieunternehmen nicht aufgepaßt hatte und nun eine giftige Wolke durch die Stadt waberte und man deshalb die Fenster geschlossen halten sollte. Also ging ich ans Flurfenster und machte es auf und streckte meinen Kopf raus. Ich lauschte, kam der Sache aber nicht näher. Alles blieb unverständlich.

Ich zog den Kopf wieder ein und bemerkte, dass eine mir unbekannte Kollegin hinter mir stand. Sie sah mich verwundert an und fragte, ob ich etwas verloren hätte.
"Nein," antwortete ich, "ich höre Stimmen."
Jetzt sah sie mich nicht mehr verwundert an. Sie sah mich überaus skeptisch an. Ich glaube, eine Spur von Mitleid war auch in diesem Blick.
"Also, ich höre keine Stimmen, wie man das so sagt, sondern da draußen..."
Ich verhaspelte mich, blubberte erklärendes Zeug vor mich hin, aber es war nichts mehr zu retten.

Ich bin wohl auch einfach urlaubsreif. Deshalb mach ich mich jetzt mal auf über den großen Teich. See you soon.


*Chef liest mit ;)

Dienstag, 16. September 2008

Ode an den Odenwald

Heißt das eigentlich wirklich Freitag, der 13. ? Nicht Dienstag, der 16.?
Nicht genug, dass an dem Tag eines wichtigen Termins im Odenwald erst mal der Autoschlüssel verschwindet, als hätte man keine anderen Sorgen. Nicht genug, dass keiner der infrage kommenden Kollegen, inklusive meiner Wenigkeit, was zu seinem Verbleib sagen kann und schließlich nach Suchen und Fluchen der Ersatzschlüssel beschafft werden muss. Nicht genug, dass der Tank mal wieder leer ist. Nein, der Odenwald muss auch noch für Überraschungen sorgen, indem er an einer unbedeutenden Stelle in einem unbedeutenden Kaff eine unbedeutende Baustelle von 4 Quadratmetern aufweist, die allerdings für eine bedeutende Umleitung verantwortlich zeichnet...

Ich folge den Umleitungsschildern, fahre auf engen Landstraßen zwischen Kuhweiden und lande in Groß-Umstadt - wo ich nicht hin will. Dort gibt es nur Schilder, die in die Altstadt führen, in der es voll ist. Es staut sich. Ich werde ungeduldig, finde irgendwie wieder raus und folge einem Schild, das zu dem Ort weist, zu dem ich eigentlich will. Ich lande irgendwo in der Nähe des Ausgangspunkts der ersten Umleitung und werde - umgeleitet. Ich folge nun anderen Umleitungsschildern (es gibt ihrer gar viele) und fahre und fahre und fahre. Inzwischen muss ich ziemlich dringend zur Toilette, so dringend dass mir Tränen in die Augen steigen. Der Ausdruck „Pippi inne Augen“ bekommt eine völlig neue Interpretationsmöglichkeit. Vor mir ein Heuschuber mit 15 kmh.

Nach längerer Fahrt komme ich nach Ober-Ramstadt. Ein weiterer Ort, den zu besuchen ich keine Intention hatte. Wie oft sind mir – neben dem eigentümlichen Modebewusstsein - im Odenwald geschmacklose Konzertplakate zu nichtssagenden Coverbands in die Augen gesprungen, wie sehr wünsche ich mir nun, dass mir einfach mal ein aussagekräftiges Verkehrsschild ins Auge spränge. Vor mir gurkt ein Auto mit „Cecil und Lennart an Bord“.
Ich fahre und fahre. Ich fahre mal wieder zu schnell, es blitzt mir mitten ins Gesicht. Der dritte Knollen mit Firmenwagen innerhalb eines Jahres. Die Laune steigt.
Ich irre weiter durch den Odenwald. The Kooks singen "Do you want to see the world?" und ich muss wider Willen lachen.

Endlich im Ort meiner Träume, äh meines Termins, bis zu dem es inzwischen nur noch 10 Minuten sind, stehe ich erst mal.
Die Umleiterei sorgt in jedem Kaff im Umkreis für Rückstau, so auch hier. Die obligatorische eine Durchgangsstraße des Ortes ist verstopft. Auf dem Bürgersteig parkt ein grellgelbes Reimo-Mobil leider nur halb. Die andere Hälfte blockiert den Durchgangsverkehr. Hier verbringe ich die letzten 9 Minuten bis zu meinem Termin. Dann endlich bin ich da, schließe auf, sprinte zur Toilette, wo ich die letzte Minute verbringe. Komme raus, packe meine Unterlagen aus... 4, 3, 2, 1 – Guten Tag, willkommen. Small Talk, bei dem ich erfahre, dass mein Termin die gleichen Probleme hatte. Naja, wahrscheinlich so ähnliche, über das dringende Bedürfnis haben wir nun nicht geplaudert.

Samstag, 13. September 2008

I like American Music


Apropos New York... Ich habe den Auftrag, für eine dort lebende Bekannte meines Freundes, der ich selbst noch nie begegnet bin, ein bisschen Musik mitzubringen. "Einfach, was wir gerade hier so hören." lautet die einzige Spezifizierung, womit aber nicht gleichsam hohles Radiogedudel gemeint war.

Etwas ratlos stand ich vor meinem CD-Regal. Arctic Monekys? Kann ja nicht sein, dass sie die nicht kennt. The Kooks? Muss sie schon mal gehört haben. Aber vielleicht irrt man da auch. Jemand, der vielleicht kein Internetradio hört, sondern nur amerikanische Radiosender, an dem kann schon so einiges vorbei gehen. Und einiges läuft ja in den USA auch gar nicht (gut).
Robbie Williams etwa hat ja in den USA auch keinen Erfolg, was man in Europa kaum glauben kann.

Dagegen ist für mich Musik von "Feist" gänzlich unamerikanischer und wurde als Mitbringsel in Betracht gezogen. Leslie Feist kommt aus Kanada, was nicht unbedingt ein Grund sein muss, warum sie in den USA beliebt sein sollte. Aber sie hat große Konzerte in New York gegeben, was sicher nicht zuletzt an der iPod-Werbung lag, also kann ich "Feist" zu Hause lassen.

Ich habe dann mal spaßeshalber in AFN reingehört. Das ist nun kein Maßstab, denn da läuft ja "America's Best" für die armen Amerikaner, die in Europa leben und nur europäische Musik zu hören bekommen...
Since 1943, the American Forces Network Europe has been providing American service members, families and Defense Department civilian employees stationed in Europe with the best of American radio and television services.


"America's Best" heißt: Bruce Springsteen, Kid Rock, Jennifer Lopez und Toto.
Nicht Clap Your Hands Say Yeah, Kings of Leon, Queens of the Stone Age, The Strokes oder Violent Femmes.
Die armen Amerikaner, die in Europa leben und keine gescheite amerikanische Musik zu hören bekommen, außer von den europäischen Sendern...

Habe jetzt erstmal Nouvelle Vague als Musikmitbringsel ausgewählt.

Freitag, 12. September 2008

holy shit

"Das ist doch zum Heulen" wird häufig so daher gesagt.
Um mal wieder das Blog zum jammern zu gebrauchen: Mir kamen wirklich die Tränen, als ich feststellen mußte, dass die Kings of Leon in der Webster Hall spielen, wenn ich in New York bin und dass das Konzert leider ausverkauft ist.
Es ist das Releasekonzert zur Veröffentlichung der neuen CD und in Amerika sind die KoL nun mal wesentlich bekannter und beliebter als hierzulande, so dass die Tickets innerhalb weniger Minuten vergriffen waren - also: keine Chance.
Versuche, anderweitig an Tickets zu kommen, scheiterten am Preis. Ab 200 Dollar aufwärts wäre ich dabei. Zufällig ein Sponsor unter den verehrten Lesern?
Für die New Yorker ist das anscheinend ein Klacks für ein Konzert. Waren die Madonna-Karten in Deutschland schon teuer, so wird das in NYC locker getoppt: Da kostet der Spaß rund 1100 Dollar. Zumindest erwartet man für diesen Preis Spaß. Ich bin sicher, der ist bei den KoL garantiert.

Was bleibt zum Trockenen der Tränen ist YouTube und Kinderdisko - so nennt eine holländische Freundin das unbeobachtete Rumspringen in den eigenen vier Wänden.
Playlist hierzu:
Soft
Razz
Happy alone
Four Kicks
Holy roller novocaine
und wohl am bekanntesten: Molly's Chambers

Verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt!

Mittwoch, 10. September 2008

Spuk


Ach herrje, da komm ich mit so Pipifaxproblemchen wie "unbeliebt im Pub" daher, während sich bei meinen Lesern unerfüllte Wünsche und beendete Beziehungen finden.

Und wie das so ist, wenn man sich unter Druck fühlt, nun zur Aufmunterung was Erheiterndes aus dem Ärmel ziehen zu müssen, fällt einem rein gar nichts ein.

Meistens bin ich ja auch eher unfreiwillig komisch. Wenn ich mich zum Beispiel verspreche und Bronce (mit französischem Akzent natürlich) zur Bronx sage. Oder auch mit meinem letzten Blogeintrag, in dem ich tatsächlich schrieb: "Ich muss befürchten, dass man mir ins Essen spukt."

Außer meinem pingeligen Kollegen (Sorgfalt im Job ist wichtig, also ist das ein Kompliment!) hat das wohl keiner gemerkt. Er aber fragte mich, wie er sich das vorstellen solle... Hokuspokus in der Suppe, Abrakadabra in der Nachspeise?
Entweder hat er sich nicht getraut, das hier zu kommentieren oder er wollte mich nicht bloßstellen. Hm, nein, letzteres kommt nicht in Frage.
Naja, sei's drum.

Apropos Spuk. Ist Euch schon mal aufgefallen, dass Leonard Nimoy und Leonard Cohen sich verdammt ähnlich sehen? Das geht doch nicht mit rechten Dingen zu!

Sonntag, 7. September 2008

Faux pas


Meine Freundin T. ist treue Teilnehmerin an einem bunten Brit-Pop-Musikabend im Frankfurter Nachtleben (den Club müßt ihr jetzt raten) jeden ersten Samstag im Monat. Und jedes Mal wünscht sie sich ein Lied. Sie wünscht sich jedes Mal das gleiche Lied: "
Three lions".
Das vorletzte Mal, als sie es sich wünschen wollte, winkte der DJ nur noch ab und sagte sowas wie "Ich weiß schon, ich weiß schon..." Beim letzten Mal lief T. nur noch beim DJ vorbei und rief ihm zu "Ich bin dann jetzt da." Und sie ist sehr stolz auf diesen gewonnen Status.


Das letzte (und einzige) Mal, als ich mir genau dasselbe Lied wünschte, geschah das, weil T. Geburtstag hatte und ich ihr eine Freude machen wollte. Allerdings vergaß ich völlig den Kontext, in dem ich mich gerade befand. Oder besser: Ich vergaß leider für einen Moment, in welchem Laden ich mich befand...
Kaum hatte ich den Wunsch beim Wirt geäußert, wurde ich mit den harsch dargebrachten Worten "We're an Irish Pub, not a British Pub!" stehen gelassen. Und ich bin nicht stolz auf den gewonnen Status. Denn er ist schlechter als vorher, verständlicherweise. Mea culpa.

Ich muss befürchten, dass man mir seitdem ins Essen spukt (und esse seitdem nichts mehr im Pub und über die Getränke will ich gar nicht nachdenken). Ich hätte es wieder gut machen sollen und "Ohne England fahren wir zur EM"-singend durchs Pub laufen sollen, aber die Chance hab ich verpaßt und außerdem war Irland ja auch nicht dabei. Bleibt mir nur, demnächst mit meinem "Native Irish"-Touri-T-Shirt aufzulaufen, was anderes fällt mir nicht ein.


Für weitere Tipps dankbar wünscht Euch einen guten Wochenstart:
Penjelly

Freitag, 5. September 2008

Unterdrückung sucks


Ich weiß, ich weiß....meine eigene Lache ist manchmal auch sehr, hm, lächerlich.

Aber gegen diesen Mann stinke ich total ab.

Jeder kennt die Situation, wenn Albernheit nicht mehr weg geht und es einem physische Schmerzen bereitet, wenn man das Lachen unterdrückt. Die meisten kennen es sicher aus der Schule.
Ich saß immer neben meiner Freundin N. und wir haben viel gekichert. Wenn der Lehrer auf uns aufmerksam wurde hat N. ihre Wangen nach innen gezogen und drauf gebissen und sah todernst aus. Ich dagegen hatte einen roten Kopf, Tränen in den Augen und ein verzerrtes Gesicht. Wer hat wohl den Rüffel bekommen?

Ich finde diesen Mann herrlich, er läßt's raus, auch wenn er dabei klingt, als hätte er einen Vogel verschluckt:

The weatherman

Mittwoch, 3. September 2008

Wenn bei Capri der Beutel im Wald versinkt


Beim Waldspaziergang stieß ich kürzlich auf einen leeren, platt getretenen Capri-Sonne-Beutel. Die gibt's noch? Wie lange gibt's die eigentlich schon? Und: Wieso gibt's die noch? fragte ich mich. Ich fand die früher schon nicht so prickelnd. Und prickelnd war sie ja auch nie. Eher abgestanden. Stilles Wasser mit künstlichen Fruchtaromen.

Gut, hin und wieder hatte ich Bock drauf - diesen Ausdruck verwendete ich noch zu Zeiten, als ich ab und an mal ne Capri-Sonne trank - Bock auf diese künstliche Kirsche aus der Tüte (die heute Kirsche-Cherry heißt).

Nun, man trinkt sie scheinbar immer noch. Oder vielmehr schluckt sie locker weg. Denn so ein Beutel enthält ja nicht viel mehr Flüssigkeit als so ein getränkter Wattebausch, an dem Models zutzeln. Dafür enthält so ein Beutel viel mehr Zucker als so ein Wattebausch. Ist also eher eine Schluckimpfung und nix für Models, höchstens Moppels.

Ich sah auf den platten Beutel im Wald hinab und fragte mich, ob das Design schon immer gleich war und wann Capri-Sonne Geburtstag hat. Also raus ausm Wald, rein ins Netz. Siehe da, nächstes Jahr wird Capri-Sonne 40! Ist ja immer schön, wenn man was findet, was noch älter ist, als man selbst. Wird ja im Laufe des Lebens immer weniger.

Wen es interessiert: Hier findet man mehr zur Geschichte der Capri-Sonne, in der sogar Muhammad Ali eine kleine, nicht gewohnt schlagkräftige Rolle spielt.

Was ist eigentlich aus Sunkist geworden? Gibt's das auch noch? Und Tri-Top? Quensch?
Hab ich was vergessen? Ab ins Netz.

Freitag, 29. August 2008

Oma wer?


Ganz Amerika scheint sich mit den Präsidentschaftskandidaten und dem Wahlkampf zu beschäftigen. Ganz Amerika?

Nein. Es gibt tatsächlich noch Menschen in diesem großen Land, die sich Obamas Namen nicht merken können, ihn Oklahoma nennen oder lieber McCain wählen, weil ihnen Obama zu sehr nach Osama klingt.

Wie mag nun auf diese Menschen, dieses Bild des Parteitags der Demokraten wirken?

Obama Biden - in einem Schriftzug - also da steckt ja nun wirklich ein Stück O(s)ama Bi(n La)den drin. Vielleicht hab ich in meiner Kindheit aber auch zuviel Boggle gespielt und spiele noch immer zu viel Scrabble....

Trotzdem könnte ich mir vorstellen, dass die Amis doch sicher lieber jemanden wählen, der wie ein Pommeshersteller heißt.


Donnerstag, 28. August 2008

Eilmeldung!

Heute ist der 28. August.

Verinnerlichen Sie das noch einmal: Es ist der 28.August.

Bin soeben im Supermarkt auf ein riesiges Sortiment von Spekulatius, Lebkuchen und Marzipankartoffeln gestoßen (worden).

Ja, ist denn schon wieder Weihnachten? NEIN!

Mittwoch, 27. August 2008

Lustiger Wohnen


Hierzu liefert
Technogad einige Ideen.

Ich frag mich, wie das bei dem Steel House so mit Heizen ist. I
m Winter ist das Haus sicher arschkalt und wenn man dann heizt, verbrennt man sich an den Wänden. Von der "Fußbodenheizung" ganz zu schweigen. Zwar ein bisschen klein für eine Bond-Kulisse, aber sieht cool aus.

Und der Replug ist auch ein sinnvolles kleines Ding.

Aber das Highlight für alle, die es wegen Arbeit und Stadtleben kaum noch schaffen, mal barfuß über eine Wiese zu laufen (also für mich), und die Ihre eigene kleine Wiese zuhause unter den Füßen haben wollen, ist dieser Spaß:



Montag, 25. August 2008

dazu fällt mir kein Titel ein


Es wurde eine Hitliste der anderen Art veröffentlicht. Eine Liste mit Songs, die bevorzugt in Abu Ghraib und Guantanamo von den amerikanischen Militaristen beim Foltern gehört wurden.

Natürlich ist viel Prügelmusik dabei, nahezu Naheliegendes wie "Enter Sandman" von Metallica.
Es sind Lieder dabei, die an sich schon grausamen Inhalts sind, wie Eminems "Kim", bei dessen Zeile "Bleed Bitch bleed" mir immer etwas mulmig im Magen wird.

Aber es sind vor allem Lieder dabei, die in diesem Kontext eine solche Portion Zynismus transportieren, dass es Amerikaner, die fähig sind, zu foltern, nochmal menschlich herabsetzte, falls das möglich wäre, dass sie es zu dieser Musik tun:
Bee Gees - Staying Alive
Bruce Springsteen - Born in the USA
Don McLean - American Pie
Theme of Sesame Street

Obwohl ich bei letzterem Lied den Interpreten nicht kenne, dachte ich, es muss allen Interpreten sicher furchtbar unangenehm sein, dass ihr Werk so mißbraucht wird.
Zumindest bei James Hetfield, dem Frontmann von Metallica, hab ich mich da schon mal geirrt.
Er reagierte erfreut, als er davon hörte und meinte, das sei der Beitrag der Band im Kampf gegen den Terror.
Nun gut, man weiß ja, dass James Hetfield sie nicht mehr alle beieinander hat...

Hier ist die vollständige Liste.

Dienstag, 19. August 2008

gum fame

Das mein Hobby "Fotografieren von Kaugummiautomaten" mich mal international bekannt macht, hätte ich auch nicht erwartet. Wenn ich also demnächst in die USA fliege, werde ich sicher von kaugummifanatischen Autogrammjägern am Flughafen erwartet. Hoffentlich zerbreche ich nicht an dem Ruhm...

Great Gum Art

Montag, 18. August 2008

Hallo Welt


Liebe Blog-Leser, ich habe heute nichts erlebt. Ich weiß, ein Blog ist nicht zum Jammern da, aber da sowieso niemand genau weiß, wofür ein Blog überhaupt da ist, dürfte das nicht weiter schlimm sein. Und ich bin grimmig und das muss raus. Dabei wollte
ich raus!

Da hat man die ersten Urlaubstage seit Monaten zur Erholung (und mal nicht für einen Behördengang) eingereicht, ganze zwei Stück, um endlich mal nicht nur auf eine Wand mit Firmenlogo zu glotzen, sondern auch mal wieder einen Waldweg zu betreten, Humus und Pilze zu schnuppern, einen Bach plätschern zu hören und auf einer schmucken Burg Brotzeit zu machen - und dann passiert der Klassiker: Kaum hat man frei, wird man krank. Danke dafür, liebes Immunsystem. Danke für diese Nasennebenhöhlenentzündung. Wer meine Nase kennt weiß: Es handelt sich hier nicht um Peanuts.

Statt im Wispertal bin ich nun also zum Arzt gewandert, habe dort am Inhaltor geschnuppert statt Waldluft eingeatmet und bin danach in der Apotheke eingekehrt, um mir einen mobilen Bach zu leisten, eine Nasendusche. Wenigstens der Gebrauch der Letzteren war ein kleines Abenteuer. Es ist mir dennoch nicht gelungen, mir irgendetwas schön zu reden.

Samstag, 16. August 2008

Möpse


Stellen Sie sich vor, der Mops gilt Ihnen als Symbol von Treue, Zuverlässigkeit und Standfestigkeit. Ein Mops? Ja, ein Mops.


Stellen Sie sich vor, Sie finden Gleichgesinnte und gründen eine Bruderschaft, welche auch Frauen zuläßt.

Stellen Sie sich vor, als Mitglied dieser Bruderschaft nennen Sie sich selbst Mops und Ihre Brüder und Schwestern Möpse.
(Stellen Sie sich vor, wie machistisch es klingen mag, wenn man insbesondere von den Schwestern im Plural als Möpse spricht.)

Stellen Sie sich vor, dass Sie neuen Anwärtern auf eine Mitgliedschaft ein Halsband anlegen, nachdem diese zuvor an der Tür gekratzt haben wie ein Hund, um Einlass gewährt zu bekommen.

Stellen Sie sich vor, wie Sie diese Novizen, denen Sie vorher die Augen verbunden haben, an der Leine über einen Teppich mit den Symbolen der Gemeinschaft führen, während Ihre Brüder und Schwestern drumherum stehen und bellen.


Stellen Sie sich vor, dass zum Aufnahmeritual gehört, dass man einem Porzellan-Mops den Anus küßt.

Und nun stellen Sie sich vor, dass es tatsächlich mal Leute gegeben hat, die genau das getan haben...

Habe ich kürzlich bei der Bahnhofsviertel-Nacht gelernt. So oft stand ich in der Kaiserstraße vor dem verschlossenen Domizil der Freimaurer. Oder sollte man vorsichtig sein mit der Äußerung, dass man oft in der Kaiserstraße rumsteht? Sei's drum.
Jetzt hatten sie dann doch mal Tag der offenen Tür, die Leute von der Loge. Und da erfuhr ich von dieser anderen Gemeinschaft freimaurerischer Prägung: dem
Mops-Orden.

Nie zuvor gehört. Stellen Sie sich das mal vor! Das funktioniert eigentlich ganz gut.

Dienstag, 12. August 2008

Auffang für Wildfänge


Dass die holländische Sprache das zu Bezeichnende immer sehr schön und häufig mit einem Augenzwinkern auf den Punkt bringt, darauf wurde
hier bereits schon häufiger hingewiesen.

Auch heute ist mir wieder ein feines Schmankerl ins Auge gesprungen. Gänzlich unpoetisch nämlich, im Gegensatz zu den Deutschen, bezeichnen die Niederländer die Kinderkrippe als kinderopvang (Kinderauffang) oder kinderdagverblijf (Kindertagesverbleib). Letzteres entspricht natürlich der deutschen Kindertagesstätte, die dann bei uns wiederum in Kita verniedlicht wird, als hätten die Mütter ein schlechtes Gewissen, das Kind beim Namen zu nennen. Äh...
Kinderauffang ist aber doch sehr treffend. Hier wird das "Zuviel" aufgefangen, also gut aufgehoben, damit die Mutter mal durchatmen kann - oder einfach arbeiten gehen.

Um gerecht zu bleiben: Eine schöne, ebenfalls treffende Bezeichnung aus dem Deutschen ist dafür die Krabbelstube, die sich damit ganz eindeutig von der "guten Stube" abgrenzt, in der ganz sicher Krabbeln, vor allem mit Schoki an den Fingern, strengstens untersagt war.

Freitag, 8. August 2008

Was ist los.....

.... in Deutschlands Postfilialen??

Heute in meiner Stammpostfiliale:

Ich reiche dem Postbeamten meine orangefarbene Abholkarte.
Er entschlurft mit ihr und kehrt Minuten später mit meinem Paket zurück.
Er fragt: "Haben Sie so'n... so'n Ausweis?"
Ich reiche ihm meinen Personalausweis.
Er nimmt ihn entgegen und schiebt mir wortlos das Kartenlesegerät rüber, als sollte ich meine PIN eingeben.
Ich frage: "Was soll ich...?"
Er sagt: "Ich bin noch zugange..."
???
Dann reicht er mir den Zettel zum Unterschreiben und mein riesiges Paket und meint:
"Es ist nicht zu schwer und Sie haben's ja nicht weit."


Ich schätze mal, dieser Postbeamte ist verliebt oder betrunken oder liebestrunken. Ich hoffe für ihn, die Angebetete ist nicht Frau S. aus der Postfiliale Bergen-Enkheim, sonst muss ich mich fragen, wie die ihr gemeinsames Leben meistern.

Dienstag, 5. August 2008

Witzigkeit....

Es wurde ja gerade der älteste Witz der Welt entdeckt, der irgendwie von einer Frau handelt, die nicht in den Schoß ihres Mannes pupst. Niemand versteht diesen Witz oder findet ihn witzig, was bei alten Witzen ja öfter der Fall ist.
Mir ist kürzlich in der U-Bahn auch ein Witz eingefallen, der ebenso wie alte Witze nicht besonders witzig ist, aber wenn einem schon mal ein eigener Witz einfällt, sollte man ihn auch erzählen, auch wenn man bestimmt nicht der erste ist, dem er einfällt. Aber ich hab's gegoogelt und nix gefunden... Here we go.

Wie heißt eine amerikanische Bordell-Kette?

Starfucks.

Ha ha ha.

Samstag, 2. August 2008

Vertonung der Hitze


"Ich möchte heute auf eine Band aufmerksam machen - sofern Ihr noch nicht von selbst auf sie aufmerksam geworden seid. Diese Band hat es geschafft, dass ich in letzter Zeit mit Überzeugung ausrufen konnte: „Ich bin ein Kings-of-Leon-Fan!“ – und Fan hab ich mich schon länger nicht mehr genannt."

Kommt Euch bekannt vor? Dann seid Ihr treue Leser, denn ja: Das habe ich vor ein paar Tagen schon mal für die "Zutons" geschrieben.

Aber es wird heißer und heißer und am besten werden diese Temperaturen von der grandiosen Musik der Kings of Leon aus Tennessee getragen.
Es ist staubtrocken draußen und das ist die beste Zeit um Dusty zu lauschen.

Wer sich trotz der Hitze bewegen will oder laufen geht, wenn es abends abkühlt, dem sei
Happy Alone ans Herz gelegt, das entsorgt jegliche Lethargie.

Viel Spaß und schönes Wochenende!

Mittwoch, 30. Juli 2008

Beschwerden meines Lebens (2)

Ich schulde Euch noch eine Fortsetzung hierzu.

Das letzte Mal, dass ich mich selbst beschwerte, geschah das natürlich völlig unfreiwillig. Da hab ich einfach ganz zielsicher den Griff ins Klo getan, nur wurde meine Hand geführt. Äh. Lassen wir diese holprigen Vergleiche. Darum ging’s:
Auch ich wollte endlich Besitzer einer Kreditkarte sein. Naja, von wollen kann nicht so recht die Rede sein, ich kann ganz gut ohne Kreditkarte leben. Aber eine bevorstehende Reise in die USA machte es dann doch erforderlich. Ebenso wie einen internationalen Führerschein. Erforderlich nicht unbedingt, aber empfehlenswert, wenn man langen Diskussionen mit nicht-in-europäischen-Dokumenten-bewanderten Policemen aus dem Weg gehen will. Erforderlich für den internationalen Führerschein ist aber, sich zuvor den Kartenführerschein ausstellen zu lassen und so musste ich wehmütig Abschied von dem rosa Lappen nehmen und von den entzückenden Stempeln in den Feldern 1, 1a, 1b, 3, 4 und 5. Gibt es so ohnehin glaub ich eh nicht mehr. Nun ja, ich schweife schon wieder ab.

Vielleicht hat die Kreditkarte gemerkt, dass ich nicht so richtig scharf auf sie war. Jedenfalls ließ sie sich Zeit, wenn auch unfreiwillig.

Bald nachdem ich die Kreditkarte angefordert hatte, lag ein blauer Zettel in meinem Briefkasten, mit dem ich aufgefordert wurde, ein Einschreiben bei der Post abzuholen. Der Zettel wurde von mir erst nach zwei Tagen gefunden (Wochenende), wanderte dann zwei Tage mit mir in der Tasche umher bis ich Zeit fand, ihn zu der mir bekannten und nächsten (!) Poststelle in F-Bornheim zu bringen, um meine Kreditkarte in Empfang zu nehmen. Aber man klärte mich darüber auf, dass diese in einer anderen Postfiliale auf mich warten würde und zwar in F-Bergen-Enkheim. Wer sich in Frankfurt auskennt, kann mein Unverständnis und meinen Unmut nachempfinden. Bergen-Enkheim, also bitte!

Da die Sendung nur 7 Tage lagern sollte, bevor sie an den Absender zurück ging, rief ich vorsichtshalber in der Filiale in der Pampa an, um sicherzustellen, dass man die Sendung für mich aufhob. Der Anruf kostete mich einige Zeit, denn ihm voraus ging eine intensive Recherche. Auf dem Blauen Wisch stand keine Telefonnummer und unter der Adresse war keine Postfiliale auszumachen. Also rief ich bei der Servicestelle der Post an, wo ein netter Herr mir sagte, er könne mir nicht weiterhelfen, er hätte die Filiale zwar gelistet, aber keine Nummer. Er konnte mir aber die Leiterin der Filiale nennen, Frau S. Das half mir insofern weiter, als dass ich im Internet schließlich einen McPaper-Shop ausfindig machen konnte, der von einer Frau S. in Bergen-Enkheim geführt wurde, eben so ein Schreibwarenladen mit Postfunktion, wie es sie aufm Dorf öfter gibt.

Ein Anruf dort brachte mich dann auch direkt mit Frau S. zusammen. Sie schaue mal nach, ob die Sendung überhaupt da sei, da ja häufig Fremdboten im Einsatz seien. Während sich in der Denkblase über meinem Kopf noch die Fragezeichen bildeten (was soll das heißen? überhaupt da???), krächzte Frau S. mir bereits ins Ohr, dass die Sendung nicht da sei, vielleicht noch nicht vom Boten zurückgebracht, und sie würde sich nächste Woche bei mir melden.

Ich gab ihr meine Nummer und sie rief nie zurück, woh woh woh.
Ich ließ meine neue Kreditkarte sperren bevor ich sie je in Händen hielt, woh woh woh.
(Und es war Sommer...)

In der nächsten Woche versuchte ich erfolglos erneut in den Genuss von Frau S. Hafenschlampenstimme zu kommen. Dann – um endlich zum Punkt zu kommen – kam es zu dem dritten Beschwerdebrief meines Lebens: Ich schickte der Post Post.

Ich schilderte meine Erfahrungen mit der Filiale und wies die Post darauf hin, dass sie gegebenenfalls für jeglichen Missbrauch mit der verschwundenen Kreditkarte aufkommen würden müssen. Daraufhin erhielt ich die Antwort 1, dass man sich drum kümmere. Eine Woche später dann Antwort 2, ein Entschuldigungsschreiben, in dem man quasi die Akte schloss und mich bat trotzdem weiter Vertrauen in die Post zu haben. Das fand ich witzig. Denn selbst wenn ich kein Vertrauen hätte, könnte ich die Post ja wohl nicht einfach links liegen lassen.

Wieder eine Woche später hatte ich erneut einen blauen Wisch im Briefkasten, erneut von der inkompetentesten Postfiliale Frankfurts. Ich nahm mir frei, ich fuhr direkt hin, ich legte mir auf der langen Fahrt meinen Sermon zurecht, den ich Frau S. an den Kopf knallen würde, wenn da nichts wäre, was ich abholen könnte.

In der Filiale selbst hätte ich dann noch mehr Zeit gehabt, an meinem Sermon zu feilen, denn obwohl die Schlange nicht übermäßig lang war, ging es nicht voran. Es war jedoch interessanter, das Geschehen vor Ort zu verfolgen. Drei Postbeamtinnen dümpelten hinter dem Schalter rum, seufzten vor Stress und doch konnte man deutlich sehen, dass da kein Handgriff saß, dass sie sich gegenseitig beraten musste, was wie zu bearbeiten sei, so dass die Leute in der Schlange schließlich noch lauter seufzten als die drei Damen vom Schalter. Ein Mann, der gerade dran war und der behauptete, man hätte ihm etwas falsch berechnet und der eigentlich noch Geld von Frau S. wollte (welche ich sofort an ihrer Stimme erkannt hatte), lachte irgendwann nur noch hysterisch und flehte, man möge ihm einfach seine Ware und Ruhe geben, er pfeife auf das Geld, er wolle einfach nur noch raus und hier weg. Er sprach mir aus der Seele.

Dann kam ich dran. Ich reichte einer Nachwuchsbeamtin den blauen Wisch, sie holte die Sendung, ich zeigte ihr meinen Perso, unterschrieb und ging – mit meiner Kreditkarte, die ich auf der langen Rückfahrt ungläubig betrachtete. Wurde ja auch Zeit.

Der nächste Brief, den ich schreiben werde, wird an Alfred T. Ritter gerichtet sein mit der Frage, warum es noch keine laktosefreie Vollmilchschokolade gibt. Wird auch Zeit.

Dienstag, 29. Juli 2008

wehe Sehnen

Meine Sehnen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Heute auf Schicht beim Tippen wunderte ich mich über Unterarmschmerzen, rechts. Nach der Erfahrung mit dem Tennis- respektive Tastatur-Arm galt mein erster Check meiner Sitzhaltung, meiner Armbeuge, dem Winkel in dem sich meine Finger auf die Tastatur legten und auf der Mouse rumklickten. Kritisch beäugte ich mich ursachenforschend selbst und war erstaunt, dass am Montagmorgen schon nach wenigen Minuten die Verschleißerscheinungen beginnen. Hilfe – noch 40 Stunden to go bis zum nächsten Wochenende und schon Schmerzen?

Aber dann fiel mir ein, dass das Wochenende selbst Schuld ist. Denn da habe ich das Gartentor umlackiert (in knackiges Kürbis-oranje) und zwei Sprühdosen verfeuert. Ich habe also etwa 20 min lang (mit kurzen kreativen Unterbrechungen) mit meinem rechten Zeigefinger den Sprühknopf der Dose gedrückt gehalten. Macht das mal!

Wer Anekdoten aus meinen früheren Tagen des jugendlichen Leichtsinns kennt, weiß, dass das früher kein Problem war, ha ha. Heute: Gartentor lackieren - 20 min drücken- Schmerzen beim Tippen!
Büroarbeit macht krank.

Montag, 28. Juli 2008

Der Verführer

Wenn Ihr was lesen wollt und hier nix Neues steht, gibt es heute immerhin eine Empfehlung von mir: der qualitative Wegweiser.

Sonntag, 27. Juli 2008

Lobhudelei

Ich möchte heute auf eine Band aufmerksam machen - sofern Ihr noch nicht von selbst auf sie aufmerksam geworden seid. Diese Band hat es geschafft, dass ich in letzter Zeit mit Überzeugung ausrufen konnte: „Ich bin ein Zutons-Fan!“ – und Fan hab ich mich schon länger nicht mehr genannt. The Zutons aus England sind in Deutschland nicht übermäßig bekannt. Das erste Lied, das groß rauskam wurde durch Mark Ronson feat. Amy Winehouse bekannt: Valerie.

Eine gelungene Adaption, aber das Original ist schon großartig! Live Acts gab es in Deutschland bisher nur als Vorgruppe, u.a. von Sportfreunde Stiller. Und bei aller Sympathie für die „Sportis“: Die Zutons sind ihnen weit voraus.

Sie sind vielseitig, abwechslungsreich, witzig und gehen ab. Warum diese Lobhudelei meinerseits? Ich befinde mich schlicht auf Mission mehr Zutons-Anhänger zu rekrutieren, damit die Zutons in Deutschland beliebt werden, Konzerte geben und ich sie live sehen kann, ohne mal wieder dem Konzert-Tourismus frönen zu müssen – wird zu kostspielig bei den Spritpreisen. Das ist der egoistische Grund. Der andere ist: Sie haben’s einfach verdient.

Hier noch mein derzeitiger Favorit: Pressure Point

P.S. Warum das mit der Schriftart heut nicht hinhaut weiß der Geier. Aber das nützt mir auch nix.

Dienstag, 15. Juli 2008

Beschwerden meines Leben (1)


Verzeiht mir die Vernachlässigung meines Blogs, liebe Leser/innen. Wenn ich zur Zeit etwas zu berichten hätte, so würde ich mich nur aufregen. Ich könnte Romane schreiben über die Ärgernisse des Alltags:

- Über Leute, die am Fuße der Rolltreppe nicht weitergehen sondern stehen bleiben, um sich zu orientieren.

- Über Menschen die diagonal ohne zu gucken über die Straße laufen, um möglichst lange im Weg zu sein und im nahezu dreisten Vertrauen darauf, dass man Rücksicht auf sie nimmt.

- Über Nachbarn, die man mehrfach auf nächtliche Ruhestörung mittels schlechter Musik hingewiesen hat und die trotzdem laut sind und schließlich nicht mal mehr die Tür öffnen, wenn man nachts klingelt.

- Über Putzfrauen (tatsächlich), die den Mülleimer im Büro nach dem Leeren nicht an den gewohnten Platz (von dem sie ihn wegnehmen), den man blind trifft, wenn man Müll wirft, zurückstellen, sondern zwei Meter daneben, was man erst sieht, wenn der Müll in der Luft ist und die Flugbahn eindeutig als falsch erkannt wird, und das täglich (ich sollte mir also angewöhnen, nachdem die Putzfrau da war den Müll generell zwei Meter weiter zu werfen).

- Über Autofahrer, die den Fahrradweg zuparken.

- Über Autofahrer, die mit ihrem Auto zwei Parkplätze blockieren.
Über über über...

Kurz: über Egozentrik, Rücksichtslosigkeit, mangelnde Aufmerksamkeit und einfach Doofheit könnte ich mich aufregen. Aber was hilft’s? Ich habe im Moment keine Lust dazu.

Ein netter Mann hat mir mal gesagt: „Wer sich beschwert, beschwert sich selbst.“
Nun, das trifft natürlich nicht immer zu, man soll schon sagen, was man denkt.
Aber gemeint ist etwa folgendes: Man setzt sich hin und schreibt einen Beschwerdebrief. Man setzt sich nochmal intensiv mit dem auseinander, worüber man sich geärgert hat – und ärgert sich erneut. Man verlängert den Ärger. Dann bekommt man irgendwann eine Antwort auf seinen Brief, die vollkommen unbefriedigend und inakzeptabel ist und eben wieder vor mangelnder Aufmerksamkeit strotzt - und man ärgert sich erneut. Man hat sich in diesem Fall tatsächlich selbst beschwert, mehrfach. Und manchmal ist es das nicht wert.

Ich etwa habe in meinem Leben 3 Beschwerdebriefe geschrieben. Zugegeben, es ging um recht banale Belange. Aber wenn man sich ärgert, ärgert man sich eben...

Mit 16 schrieb ich einen Brief an einen Fernsehsender, der meine Lieblingsserie mitten in der Staffel absetzte. Nie erfuhr ich wie der spannende Plot weiter ging. In meinem Brief klärte ich den Sender darüber auf, dass das neue schlechte Angebot an Serien keinesfalls so einen Bruch wettmachen kann. In der Antwort stand dann: „Wir verstehen ihr Bedauern und hoffen, dass unser neues Angebot Sie tröstet.“ Ein Standardbrief, der meine Intelligenz beleidigte. Wobei – wenn ich nun erwähne um welche Serie es ging, wird man mir sicher jegliche Intelligenz absprechen:
General Hospital*. Sozusagen der Prototyp der Seifenoper. Die amerikanische Lindenstraße. Ich liebte es. Und: Mit Staraufgebot! Zum Beispiel mit Genie Francis (die spielte auch die Heulsuse bei „Fackeln im Sturm“), mit Demi Moore, Richard Dean Anderson (später der unvergleichliche „McGyver“), Rick Springfield (ja, der „Celebrate Youth“-Typ!) u.v.m. In späteren Zeiten (die Serie läuft seit 1963 bis heute), also in Folgen, die ich nicht mehr zu sehen bekam, gab es Auftritte von Yogi Berra, Ricky Martin und Roseanne Barr.

Heute guckt Dr. House "General Hospital"...

So, da habe ich mich jetzt mal schön als ehemaliger Trash-Konsument geoutet. Weshalb so was heute nicht mehr an mich ran geht, ich hab mein Soll erfüllt.
Weiter, ich bin gerade so schön in Schwung.
Zu Beschwerdebrief Nr. 2 kam es folgendermaßen.

Ich stand mal wieder wie so häufig an der U-Bahnstation und wartete vergeblich auf die U-Bahn. Die Seckbacher Landstraße war noch Start/End-Station (jetzt fährt die U4 ja nach/von Riederwald) und die Bahn stand also schon im Tunnel, fuhr aber einfach nicht ein. Ich hatte es eilig und die U-Bahn war längst viele Minuten überfällig. Als sie endlich vorfuhr und die wartenden Fahrgäste noch nicht einmal die Gelegenheit hatten, ihre Hände nach den Türöffnern auszustrecken, blökte bereits der Fahrzeugführer ungehalten durch die Lautsprecher: „Bitte zügig einsteigen, diese Bahn hat schon Verspätung!“
Diese Situation war so absurd, dass ich und tatsächlich alle Fahrgäste lachen mussten. Diese Motzmeldung wurde an jeder kommenden Station wiederholt. Das nervte dann schon wieder. Mir war danach und ich schrieb eine Mail an die VGF.
Nach vielen Wochen als ich schon lange keinen Gedanken mehr dran verschwendete (was schon 5min nach der Mail eigentlich der Fall war), erhielt ich eine Antwort, in der man mir mitteilte, dass der Fahrer Gegenteiliges behaupten würde und da wohl Aussage gegen Aussage stünde. Bums aus fertig. Und was überhaupt war Gegenteiliges? Hatte ich etwa die anderen Fahrgäste angeblökt: „So, jetzt macht mal, dass Ihr einsteigt, wir sind schon spät dran.“? Oder hatte ich etwa den Fahrer angemotzt und das noch über Lautsprecher?
Aber ist eben die VGF – was will man erwarten von einem Unternehmen, bei dem es ständig zu Durchsagen kommt, in denen für die Verspätung um Verständnis gebeten wird, ohne hinzuzufügen, was eigentlich der Grund für die Verspätung ist, was genau man verstehen soll?

So, Nummer drei meiner Beschwerdebrieftrilogie liegt erst wenige Wochen zurück. Eine längere Geschichte. Doch davon erzähle ich ein anderes Mal. Ganz bald.





*lesenswerter wikipedia-Eintrag - man braucht Zeit...

Mittwoch, 9. Juli 2008

Holländisch-deutsche Teekesselchen


Niederländisch "noodweer" heißt nicht etwa "Notwehr" im Deutschen, sondern "Unwetter".

Wie immer sind die Holländer da sehr wortmalerisch, denn "nood" heißt natürlich nix anderes als "Not", "Bedrängnis" und in solche kann einen das Wetter ja immer mal wieder und in letzter Zeit immer öfter mal bringen. Doof, dass die Niederlande nicht zu den G8 gehören, die sind so schlau.

Donnerstag, 3. Juli 2008

Schlimmer geht immer


Hier bin ich wieder. Lange nix gelesen, yo. Manchmal kommt man eben zu nix. Es ist viel passiert (wohoho, ach nein, das klingt so nach Marienhof).

Ich habe meinen persönlichen Rekord hinsichtlich der Aufenthaltszeit bei IKEA am Stück, also ohne Unterbrechung, gebrochen. Volle 3 Stunden ! War aber trotzdem alles ganz entspannt, weil unter der Woche abends. Empfehlenswert, wenn man sich in Ruhe was ansehen und ausgucken mag. Und der Run auf die Hot-Dogs ist dann auch nicht so schlimm.

Dann gab es am letzten Wochenende eine Folge von „Pimp your flat“ (zu deutsch: Möbel Deine Wohnung auf), die in meiner Wohnung spielte und Rick Mulligan („
Ricks Wohnwelten“) sicher vor Neid erblassen ließ.
Ich habe jetzt endlich Bilder, Lampen und Vorhänge (hängen).

Außerdem wurde bei mir der Verdacht auf Lactoseintoleranz bestätigt. Nicht schön. Aber wieso sollte ich Lactose gegenüber nicht intolerant sein, das bin ich gegenüber Pur-, Xavier Naidoo- und Bon Jovi-Hörern auch. Der Unterschied: Daran müssen die sich gewöhnen, an den Verzicht auf Milchzucker (der verdammt-scheiß-blöderweise, fick-fuck-huckepack* leider in ziemlich vielen leckeren Sachen enthalten ist) muss ich mich gewöhnen.

Mir wird von beidem übel, Lactose und schlechter Musik.

Aber wenn ich um gesund zu sein auf Milchzucker verzichten muss ist mir das immer noch lieber, als wenn meine Arzt mir gesagt hätte, ich müsste um gesund zu bleiben anfangen, Pur, Xavier Naidoo oder Bon Jovi zu hören.


*bei Dr. Psycho geklaut