Samstag, 31. Mai 2008

mal essen

Das (noch laufende) Fußballspiel Deutschland - Serbien ist mal wieder ein Paradebeispiel des Kommentatorendeutsch. Da kommt ein Reißer nachm andern (Blogdeutsch). Zum Un(deutsch)wort des Spiels küre ich:
Malessen

Im Kontext: "Mertesacker wurde nicht wegen seiner Malessen ausgewechselt."

"Malessen" ist kein deutsches Wort. Das Wort "Malaisen" ist nun natürlich auch nicht deutsch, aber trotzdem richtig. Oder ist das Österreichisch? So zur Einstimmung vielleicht. Hach, das macht mich ganz malad.

Freitag, 30. Mai 2008

Spaß im Glas, äh Buch

Ich liebe Bücher, die mich beim lesen dazu bringen in der U-Bahn laut zu lachen.
Vorgestern schenkte mir eine liebe Freundin so ein Buch - geschrieben von jemandem der ein schlechtes Gewissen hat, weil er trotz Erderwärmung friert, der seine verlegte Mütze sucht, indem er sich den täglich in Youtube gestellten Clip ansieht, der zeigt, wie er nach Hause kommt, und der sich eine Camcordertasche aufsetzt, wenn er die Mütze trotzdem nicht findet und der alle Programme seiner Waschmaschine laufen läßt bloß um die WaMa nicht ähnlich zu unterfordern wie seinen Videorekorder, der soeben verschieden ist.

Ich bin erst auf Seite 15. Freu mich auf den Rest von "Mein Leben als Suchmaschine".
Danke Frau Antje!

Donnerstag, 29. Mai 2008

Let it rain

Petrus piesackt die Wetterfühligen.
Wenn es nicht bald regnet, werde ich wahnsinnig.
An Bloggen ist in meinem Zustand nicht zu denken.
Ich mach jetzt erstmal ein Regentänzchen.

Dienstag, 27. Mai 2008

Anonymität advanced

Vor einiger Zeit, genaugenommen im Januar, hatte ich noch ein bisschen ein schlechtes Gewissen, dass ich mich nicht bei meinen Nachbarn vorgestellt hatte, nachdem ich meine neue Wohnung bezogen hatte - im November davor.
Das ließ aber irgendwann nach und auch das latent unangenehme Gefühl, das mich beschlich, wenn ich von ganz oben im Haus, wo ich nun mal wohne, nach ganz unten ging (oder umgekehrt) und sich also die Möglichkeit ergab, einem irgendwo dazwischen wohnenden Nachbarn zu begegnen. Kam auch selten vor. Und irgendwann war ich auch der Überzeugung, dass die anderen Mitbewohner ihre Ruhe ähnlich schätzten wie ich und gar keinen Wert darauf legten, dass jemand vor der Tür stand um mal eben Hallo zu sagen.

Zu dieser Überzeugung trug bei, dass ich es immerhin im Februar schaffte, mich wenigstens meinem direkten Nachbarn von nebenan vorzustellen, als wir vor der Tür mal fast zusammenstießen. Ich reichte ihm die Hand und lächelte und faselte was von "noch gar nicht dazu gekommen mich vorzustellen", er brabbelte nur seinen Namen und drehte sich in Gleichgültigkeit um und war weg.

So gingen ruhige Tage ins Land und ich verschwendete keinen Gedanken mehr daran.
Bis es gestern abend an meiner Tür klingete und mein Nachbar von nebenan vor mir stand und die Worte sagte: "Hallo, mein Name ist (...), ich hab mich ja noch gar nicht vorgestellt, tut mir leid. Eine Frage, hätten Sie ein Telefon das Sie mir leihen könnten?"

Das nenne ich mal Anonymität - wenn man sich gar nicht mal mehr vorstellen muss, geschweige denn sich Gedanken darüber machen, da man sowieso wieder vergessen wird. Vielleicht entwickelt sich zwischen meinem Nachbarn und mir eine interessante "Und monatlich stellt sich das Murmeltier vor"-Geschichte.

Und überhaupt - kann der sich nicht eine Tasse Zucker borgen wie jeder andere normale Nachbar, muss es gleich ein Telefon sein?

Montag, 26. Mai 2008

Nervensache - Neurovision Song Contest

Hier ein paar Liedzeilen aus dem - im wahrsten Sinne des Wortes - sang- und klanglos untergegangenen Song der No Angels, die nach dem unterraschenden Nichtsieg vom Samstag einen ganz anderen Kontext erhalten:

Tried to find the strength to turn it around
(hat nicht geklappt)

And it's just not fair
(doch!)

That it won't get better
(nee, da kann auch die bulgarische Familie das Ruder nicht mehr rumreißen)

Never ever close to getting it right
(stimmt)

Now it's washed away
(Glaube, Hoffung, Sieg)

And I don't do well here on my own
(da konnte einem ja auch ein bisschen schlecht werden)

Übrigens mußte ich eine schwere Prognose hinnehmen, nachdem ich das Spiegel-Grand-Prix-Quiz gespielt habe:

Mittwoch, 21. Mai 2008

penjelly wins...

...but looses.

Hach, Pokern macht Spaß! Vor allem mit solchen Blättern:

Ich wurde übrigens 43. Dame von 886. Das ist ja nicht schlecht, bin schon zufrieden. Aber mit diesem Ergebnis nehme ich dennoch nicht am "Bube vs Dame"-Turnier von Partypoker und DSF teil, in dem ein Herren-Team um Sido gegen ein Damen-Team um Desirée Nick antritt. Dahin schafft es jeweils nur der/die Erstplatzierte der Qualifikation. So ein Jammer.
Aber der Royal Flush hat mich ein bisschen entschädigt.

So, ich mach jetzt ein bisschen Urlaub in den Bergen, holladio.
Schönes langes Wochenende allerseits!

Eure Penjelly

Dienstag, 20. Mai 2008

Erst das Huhn oder erst das Ei?

Erst der Pogostab oder erst der Pogo?

Es ist nicht unbedingt erstaunlich, dass der Pogostab vor dem Pogo da war. Ich hab nur einfach noch nie näher drüber nachgedacht und deshalb war ich dann doch erstaunt. Denn ich kam natürlich im Laufe meines bewegten Lebens zuerst mit dem Pogo in Berührung, im wahrsten Sinne des Wortes. Auf einem Pogostab hab ich noch nie gestanden. Schade eigentlich.

Jedenfalls, es ist so: Als mit dem Punk auch irgendwann der Pogo erfunden wurde, wahrscheinlich sogar von Sid Vicious himself, erhielt er seinen Namen tatsächlich aufgrund der Reminiszenz an den Stab mit dessen Hilfe man sich lustig hüpfend fortbewegen konnte. Wobei so locker-lustig war das gar nicht, vielmehr furchtbar anstrengend, aber egal.

Wieso ich gerade jetzt darauf komme? R. und ich sind gerade neulich an einer Hüpfburg vorbei gekommen und wir hatten nicht übel Lust drin rumzuspringen. Aber das wäre sicher Hardcore-Pogo für die Kleinen gewesen. Obwohl man anschließend beim Kinderschminken die Veilchen hätte wegretuschieren können.

Solche Serendipität führt einen ja immer wieder zu wikipedia und ich muß sagen: Der Pogo-Eintrag dort ist sehr lesenswert!

Montag, 19. Mai 2008

Unterwegs auf deutschen Straßen....

Ist schon mal jemandem aufgefallen, dass wenn man sich bei dem Wort "Viertürer" verspricht unter Umständen das Wort "Tierführer" dabei rauskommt?
Paßt hier vielleicht sogar besser. Der Typ hinterm Steuer ist sicher ien Tier...


Und: Jaaahaaaa, es gibt bald wieder mehr Text und weniger Bilder hier. Bin gerade redefaul.

Freitag, 16. Mai 2008

Oh, jetzt hab ich aber Angst...

Gestern mal wieder unterwegs im Odenwald.... Im Wagen vor mir fährt kein junges Mädchen, sondern ein alter, selbsternannter Hilfssherriff. Im Auftrag des "Nicht-zu-dicht-Auffahrens" unterwegs. Ich kann gar nicht glauben, was ich da sehe! Sind das Drohungen auf der Heckscheibe? Hat er wirklich ein orangefarbenes Warnblinklicht in seinem Auto? Ich fahre mal näher ran um zu gucken. Genau darauf hat er gewartet. Sofort installiert er fachmännisch ein Blitzgerät. Sprich: Er stellt einen merkwürdigen Apparat auf sein Armaturenbrett*, der an eine alte DDR-Kamera erinnert. Mehrfach schaut er befriedigt in den Rückspiegel und fährt von nun an mit provokanter Lahmheit. Er wartet also nur darauf, dass ich aufrücke. Aber auch wenn's schwer fällt: Ich halte mich zurück. So eine arme Wurst. Wenn er nicht auf Streife ist, sitzt er sicher mit beiden Ellenbogen auf die Fensterbank aufgestützt im Fenster seines Dorfhauses und paßt auf. Auf was auch immer.


*im Bild leider nicht mehr zusehen, da hatte er den Apparat schon wieder weggenommen (weil ich so brav war)

Dienstag, 6. Mai 2008

Klarheit

Gestern während des (sehr guten) Konzert der Hoosiers (Kostprobe) in der Batschkapp....

Ich gehe zum Merchandise-Stand, wo gerade nichts los ist, sogar die Beleuchtung auf die Shirts ist aus, und frage den Herrn der Shirts hinter dem Tisch, ob er gerade verkauft oder Pause macht, während gespielt wird. Zugegeben, eine doofe Frage. Natürlich wird permanent verkauft, die wollen ja was los werden. Aber ich bin eben höflich. Er ruft zurück:
"Could you speak in English please?"
Ah.
"Do you sell now or pause?" (ach herrje)
"I sell T-Shirts!"
Ah.
Verstehe. Er verkauft weder "now" noch "pause", sondern T-Shirts. Gut.

Ich lasse mir ein Shirt geben, halte es mir an und frage mich, ob es mir passt. Ich gebe die Frage an R. weiter und werde Zeuge einer in Büchern und Filmen häufig slapstickartig ausgeschlachteten Szene....
R. guckt und beginnt sich mit dem Herrn der Shirts auszutauschen. Beide machen Gestiken und Mimiken, fuchteln herum und ziehen die Mundwinkel rauf und runter - ich höre nichts. Immerhin ist um uns herum laute, gute Musik. Immer wieder schreien sie sich was ins Ohr, führen also einen ausführlichen Dialog und als ich mich endlich einschalten kann und "Was?!?" frage, ist die knappe Zusammenfassung des ganzen Sermons:
"Er meint es passt, ich finde es knapp."
Ah.
Naja, kann ja nicht alles so glasklar sein wie die Klänge der Hoosiers. Wunderbares Konzert, ich trage mein Shirt mit Stolz.

Das Konzert ist übrigens als Aufnahme erhältlich unter www. di-rec.com

Samstag, 3. Mai 2008

mayflower

Ich habe eine neue Lieblingsblume. Nein, falsch. Es ist nicht so, dass diese "Blume" zu meinen bereits als solche bezeichneten Lieblingsblumen plötzlich hinzugekommen wäre. Mir ist bloß, nach 35 Jahren, bewußt geworden, dass ich sie schon immer mochte und mit diesem Bewußtsein kann ich künftig auf Fragen nach meiner Lieblingsblume, die man ja ab einer gewissen Prominenz in Interviews häufig gestellt bekommt oder auch in Poesiealben eintragen soll (wenn man weniger prominent ist), nicht nur mit dem üblichen Chichi "Rose, Tulpe und Ranunkel" beantworten, sondern mit einem aus tiefsten Herzen kommenden: "Löwenzahn".
Und ich will hier jetzt nicht mit so nem philosophischen Gelaber kommen, wie "Weil der sich einfach überall durchsetzt und deshalb für einen besonders starken Willen steht". Sondern einfach, weil er sich überall durchsetzt und damit auch so ziemlich überall in seiner gelb-leuchtenden Pracht zu bewundern ist. Ein Hoch auf den Löwenzahn!