Sonntag, 27. Dezember 2009

Kalifornisch Kitzbühel

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Noch keine Ahnung wohin zum Wintersport?
Muss ja nicht immer das echte Österreich sein!

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Montag, 21. Dezember 2009

UK ok

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In England ist eine wunderbare Sache geschehen, die nicht unerwähnt bleiben soll. Nein, nicht die Veröffentlichung des Weihnachtsliedes von George Michael, mit dem er sich erfolglos von „Last Christmas“ zu retten versucht, sondern ein wahrer Kampf gegen die musikalische Banalität, die Kampagne gegen X-Factor und dessen Gewinner Joe McElderry.

X-Factor ist der englische Superstar-Firlefanz, der jedes Jahr damit endet, dass das Lied des Gewinners der Weihnachtshit in England wird, wobei man Weihnachtshit auch sehr gut als Weihnacht-shit lesen kann.
Dieses Jahr gab es jedoch Auflehnung in Form einer Facebook-Kampagne, die dazu aufrief, den 92er Hit „Killing in the name of“ von Rage against the Machine nach oben zu katapultieren. Und wie gut die Sache erfreulicherweise geglückt ist, kann man hier nachlesen.

Eine ermutigende, schöne Weihnachtsgeschichte, finde ich. Wenn nun noch jemand Some & Any zu Nothing machen könnte, also rein offiziell, wär das super.
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Donnerstag, 17. Dezember 2009

also unmöglich

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"Ey, theoretisch praktisch eigentlisch gar nisch möglisch"

(O-Ton eines Jugendlichen in der U5, Station Musterschule.)
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Dienstag, 15. Dezember 2009

Mir geht eine Leine auf

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Hatte heute wieder mal eine Idee, auf die leider schon vor mir jemand gekommen ist. Hätte mich auch gewundert, wäre sie nicht schon längst umgesetzt worden.

Gekommen ist mir die Idee, als ich im Dunkeln mit dem Fahrrad auf dem Fahrradweg fuhr (ja, ich kann tatsächlich schon wieder Fahrrad fahren, yippieh) und zwar den Mann auf dem Gehweg rechts von mir wahrnahm, nicht allerdings den Hund, der links neben dem Radweg schnupperte, und noch weniger die Leine die sich von rechts nach links über den Radweg spannte...

Da erfand ich die Hundeleuchtleine! Die es schon gibt, zum Beispiel hier.
Mist, wieder nix mit zur Ruhe setzen.
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Freitag, 11. Dezember 2009

Geschmack auf Eis

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Es ist Winterzeit und damit die Zeit mannigfaltiger befremdlicher Veranstaltungen, die auf bunten Plakatwänden in den U-Bahnstationen angepriesen werden. Wissen die Menschen nicht, wo sie im Winter hin sollen? Oder was sie zu Weihnachten schenken sollen? Manchmal glaube ich, dass es nur deshalb Veranstaltungen gibt wie "Die Nacht der Musicals" oder "Holiday on Ice Tropicana".

Aber es gibt natürlich Menschen, die sowas mögen und ich bin manchmal versucht, mir diese näher anzusehen. Ja, manchmal würde ich gern zu so einer Veranstaltung gehen, genauso wie ich in den Zoo gehen würde. Und mit der Tierwelt habe ich wohl noch mehr Berührungspunkte als mit der Welt der Revuen. Ich kenne (meines Wissens) keine einzige Person, die an dieser Welt irgendwie teilnimmt, weshalb mir das Ganze auch so fern liegt. Und was einem fern liegt, wird schon dadurch manchmal interessant. Ich würde wohl weniger auf die Bühne, als ins Publikum schauen, wenn ich eine Revue-Feldstudie machen würde. Aber ehrlich gesagt: Ich trau mich nicht...

Denn wie der Zufall es will (und er will ja oft Dinge, die man ihm nicht gestattet hätte, wenn er denn gefragt hätte), trifft man dann doch einen entfernten Bekannten, ob aus der Firma, dem Turnverein oder von der Hundewiese, von dem man "es" nicht wußte. Und dann nimmt das Unglück seinen Lauf... Dann steckt man drin und kann kaum erklären, dass man sich nur diese geschmacklich völlig anders Gearteten ansehen wollte. Dann hat man plötzlich was mit jemandem gemeinsam, mit dem man so gar nichts gemein hat und führt ein Gespräch, zu dem man nichts beizutragen hat, außer vielleicht eines der Puschelkostüme lobend zu erwähnen. Das Ganze wird noch schlimmer, wenn man womöglich, wenn beim nächsten Geburtstag gesammelt wird, ein Revue-Abo geschenkt bekommt, weil eben einer der Schenkenden Dich traf und meint, Deine Interessen zu kennen.

Nein nein, eine viel zu gefährliche Feldstudie. Gefährlich auch deshalb, weil man jemandem kräftig auf die Füße treten könnte, was ich nun hoffentlich bei keinem der lieben Leser und Leserinnen getan habe. Falls doch, bitte als Studienobjekt melden.

Herzliche Adventsgrüße, Eure Penjelly

Freitag, 4. Dezember 2009

Ich Beuteltier

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Trotz allerliebster Lieferservices von Freund, Freunden und Familie, trat kürzlich doch der Fall ein, dass ich was einkaufen gehen mußte. Mir fehlte es nicht etwa an Pattex oder Ketchup. Seit ich mein Blog als Ventil mißbraucht habe, ist das Murmeltier des Anstoßes verdächtig ruhig. Abgesehen davon hat aber der Sermon selbst schon geholfen, also mir zumindest. Wenn Ihr das nicht lesen wolltet, kann ich das gut nachvollziehen. Wäre für mich sogar von Vorteil, denn ich komme ja nicht so gut weg. Mein Nachbar erscheint wie die coole Sau, der die Nacht durchmacht und laut Musik hört, der raucht und Bier trinkt, der seine Wohnung als Liebesnest an Freunde verleiht und nun auswandert. Während seine spießige Nachbarin sich akustisch, olfaktorisch und prinzipiell belästigt fühlt. Tja, älter werden ist nichts für Feiglinge. Man muss den Tatsachen ins Auge sehen. Ich bin jetzt in einem Alter, in dem ich auf eine coole Sau als Nachbar in dieser Form verzichten kann.

Zurück zum Thema: Ich wollte was einkaufen. Nun würde ich über den Nahkauf um die Ecke nicht gerade sagen "DAS ist MEIN Laden!" (Den Satz würde ich ohnehin nicht sagen, der ist vom doofen Barth besetzt.) Aber wenn der Nahkauf auch sonst nicht viel ist - nah ist er.
Also habe ich mir den Rucksack vor den Bauch geschnallt, da man mit zwei Krücken kein Einkaufskörbchen tragen kann und es im Nahkauf keine Einkaufswagen gibt, wie es dort überhaupt sehr viel nicht gibt. Bei diesem Besuch war mein Problem jedoch ausnahmsweise nicht, dass ich vor leeren Regalen stand, sondern dass die Waren, auf die ich es abgesehen hatte, sich im untersten Regalfach befanden. Auch das stellt einen vor ein kleines Rätsel, wenn man in jeder Hand eine Krücke, vorm Bauch einen Rucksack hat und nicht in die Knie gehen kann.

Dabei hatte es gut angefangen. Stolz humplete ich durch die Gänge und stopfte mir Waren in meinen Beutel, verglich mich im Geiste mit einem (zugegeben etwas lahmen) Känguru und wurde dann jäh gebremst, als ich den Zucker ganz tief unter mir erblickte. Das Fragezeichen über meinem Kopf muss hell leuchtend blinkend oder sogar hörbar gewesen sein, denn plötzlich sprang mir der Marktleiter zur Seite und stopfte mir lächelnd den Zucker in meinen Kängurubeutel. Er begleitete mich weiter und füllte meinen Beutel mit all den Dingen, die ich ihm ansagte. Bei einem leeren Regal (es vergeht kein Einkauf im Nahkauf ohne ein solches), hüpfte er sogar aufgeschreckt ins Lager und holte den gewünschten Artikel hervor. Glücklich schlich ich zur Kasse und nach Hause.
Das war eine positive Überraschung nachdem man, wenn man eingeschränkt unterwegs ist, feststellen muss, dass nur jene mit ähnlichen Erfahrungswerten einem Platz machen oder mal eine Tür aufhalten, nämlich alte Menschen.
Daumen hoch, Nahkauf! Daumen hoch, Senioren!
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Mittwoch, 2. Dezember 2009

Das Murmeltier, es wandert

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Das Murmeltier, es wandert. Es ist nicht gerade leichtgewichtig und das Laminat knarzt bei jedem Schritt. Ich kann es durch die Wand hören. Durch diese Wand kann man so ziemlich alles hören, vor allem laute Musik und laute Fernseher, was ein gewisses Maß an nachbarlicher Rücksicht erfordert. Ich bin oft rübergegangen und habe mit meinem Nachbarn, dem Murmeltier, darüber gesprochen. Oft. Es weiß bescheid. Bloß, dass das dicke Murmeltier drauf scheißt. (Nur einmal hat es mir - im Auftrag seines italienischen Freundes - Schokolade schenken wollen, weil ich diesem eine ganze Nacht lang beim Poppen zuhören durfte, aber ich habe abgelehnt. Wie billig ist das denn?)
Wenn ich nachts in meinem Bett liege, beschallt mich der Fernseher von nebenan bis irgendwann, tapp tapp tapp, Schritte zu dem Apparat, der am Kopfende meines Bettes stehen muss, zu vernehmen sind und Ruhe einkehrt, meistens so gegen halb vier, wenn ich Glück habe, um halb zwei. Mit "Ruhe" meine ich, man hört anschließend nur noch Gestöhne, Geschnarche oder, wie meistens, Gehuste.

Rachegedanken, wie ich mich mit dem Radiowecker revanchieren werde, wenn ich früh am Morgen raus muss, laufen ins Leere, wenn noch vor dem Radiowecker das morgendliche Abgehuste des Murmeltiers mich weckt. Es raucht stark, das Murmeltier, so stark, dass der Qualm ins Treppenhaus und von dort in meine Wohnung zieht. Das Murmeltier ist mehr als lästig und es tut mir leid, dass ich den Begriff Murmeltier gewählt habe, denn es beleidigt die gesamte Spezies.
Vor allem in der letzten Zeit ist mal wieder deutlich geworden, dass das Murmeltier, das neben mir wohnt, ein Arschloch ist. Aber: Es wandert nicht nur - es wandert aus!
Und diese Aussicht ist, was mich davon abhält, etwas Dummes, Niveauloses zu tun, um mich abzureagieren. Etwa ihm Pattex ins Schlüsselloch zu schmieren, wenn er ausnahmsweise die Wohnung verläßt, um Bier zu kaufen, oder ihm Ketchup oder Honig in die gepackten Kisten oder Möbel zu drücken, die sich im Treppenhaus stapeln, oder auch, ihn namentlich im Internet anzuprangern und zu einer Hetzkampagne aufzurufen.
Auf solche Phantasien hat mich die Machtlosigkeit gegenüber diesem Un(Verhalten) gebracht.
Denn das Murmeltier packt seine sieben(tausend) Sachen nämlich nicht tagsüber, sondern nachts. Wahlweise auch früh morgens...

Glück im Unglück: Ich bin krankgeschrieben und muss mich nicht, wenn ich nachts aus dem Schlaf gerissen werde, mit dem quälenden Gedanken rumwälzen, schnell wieder einschlafen zu müssen, weil ich zwei Stunden später aufstehen und zur Arbeit gehen muss.
Dennoch ist es belästigend, wenn man schlaftrunken die Kartons mitzählen kann, die gepackt werden. Rumpel-rumpel, kruschel-kruschel, schieb-schieb, Kiste in die Ecke. Nächste.
Mit Krücken und Post-OP-Thrombosestrümpfen überlegt man natürlich länger, ob man sich beschweren geht, also brüllt man höchstens mal. Dass das Murmeltier jedoch schwerhörig ist läßt sich bereits am bisherigen Verhalten erahnen.

Gestern Nacht aber sprang ich (nur sprichwörtlich) aus dem Bett, als mich um 5:23 Uhr lautes Gepolter senkrecht in diesem sitzen ließ und ich sogleich lautstark "Heavy Cross" von drüben vernahm. Gutes Lied, aber nur, wenn man es auf seiner Seite der Wand hört und vorzugsweise zu einer anderen Uhrzeit.
Um 5:27 Uhr stand ich dann vor des Murmeltiers Höhle bzw. Hölle und klingelte. Die Tür wurde einen Spaltbreit geöffnet und ich sagte "Könnten Sie Ihre Umzugsaktivitäten (bitte tagsüber erledigen?)", bzw. das wollte ich sagen. Aber nach den ersten vier Worten fiel die Tür mit einem gebrummten "Tschuldigung" wieder zu. Perplex humpelten ich und meine Krücken zurück zum Bett, wo ich mich wieder auf Schlaf einrichtete und befriedigt Ruhe drüben feststellte. Sie hielt ganze zehn Minuten.

Perfider Weise gab es kein Gepolter oder Gedröhne mehr, sondern ein offenbar eigens für mich aufgeführtes Konzert aus Gähnen, Seufzen und Husten. Nein, ich bin nicht etwa paranoid. Es läßt sich ja unterscheiden, ob jemand gekünstelt gähnt oder seufzt oder hustet, vor allem dann, wenn ein wahres Klangarrangement inszeniert wird. Allein die fehlenden Abstände zwischen den jeweiligen onomatopoetischen Lauten widersprachen jeglicher Natürlichkeit.
Uah (gähn)
hach (seufz)
uah (gähn)
hust
hust
hust
haaach (seufz)
Bei nächtlicher Ruhestörung durch nachweisliches Gepolter und Gedröhne hätte ich das Gesetz auf meiner Seite (auch wenn ich es ungern bemühen würde), aber bei "natürlichen" Geräuschen...? Wohl kaum. Das weiß sogar das Murmeltier. Es ist ja nicht doof, sondern nur asozial.
Aber es ist auch bald weg. Weit weg. Auf einem anderen Kontinent. Juhu.

Das ist mein persönlicher Adventskalender: Jeden Tag dem Abgang des Murmeltiers näher zu rücken. Und wenn das zur Beruhigung nicht mehr reicht, so findet sich bestimmt hinter dem ein oder anderen Türchen eine Tube Pattex oder eine Ketchupflasche.
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Montag, 30. November 2009

Bike&Burger

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Eines der schönsten Erlebnisse des Kalifornien-Urlaubs dieses Sommers war mit dem Rad über die Golden Gate Bridge zu fahren. Nicht nur, weil ich zur Zeit Krücken habe und an Radfahren nicht zu denken ist, kommt mir diese Tour rückblickend besonders schön vor. Es war windig, es war kühl, es war neblig und klamm, aber es war total toll.
Wer mehr davon sehen will, kann das hier tun.

Nach der Fahrt haben wir uns einen Burger bei Johnny Rockets gegönnt. Dort ist ein Burger ein richtiger Burger, also nicht vergleichbar mit dem, was man in bekannten Fast Food-Ketten erhält, sondern ein leckerer Burger. Leider gibt es aber, im Gegensatz zu den zahlreichen MacDonalds-Filialen an jeder Ecke, hierzulande nur einen einzigen Johnny Rockets - den einzigen in Europa überhaupt. Man findet ihn bei der Ramstein Air Base. Aber macht das diesen Ort einen Ausflug wert?
Mit "Ramstein und Johnny Rockets" versaut man sich bestimmt bloß die Erinnerung an "Golden Gate Bridge und Johnny Rockets", also gibt es Burger für mich erst wieder, wenn ich erneut in die USA reise. Wer sich aber zufällig in Ramstein rumtreibt und was Leckeres zu essen sucht, dem sei dieser Laden ans Herz gelegt.
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Samstag, 28. November 2009

Hallo Welt

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Während der OP schlug ich die Augen auf, die Schwester beugte sich über mich und sagte "Sie ist wach". Der Anästhesist beugte sich über mich und sagte "Ah, ok." Und schon war ich wieder weg.

Das nächste was ich wahrnahm, war die Stimme der Arzthelferin, die durch einen Vorhang fragte "Hier ist ein junger Mann der zu Ihnen will, darf der rein?"
"Klar" sagte ich, wobei mir klar wurde, dass ich gar nicht sehen konnte, ob es wirklich der ist, den ich erwartete. War noch so in Egal-Stimmung.
Und es war auch der Richtige.

Operation gelungen, Patient rot (vor Jod).
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Mittwoch, 25. November 2009

Firlefanz in Florenz

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Aktuell läuft im Frankfurter Städelmuseum eine Botticelli-Ausstellung. Da werde ich mit meinen Mädels hingehen, sobald ich wieder krückenfrei laufen kann, in Erinnerung an den gemeinsamen Urlaub in der Toskana, bei dem wir die Uffizien in Florenz besuchten und uns "Die Geburt der Venus" ansahen.
Vor den Uffizien bilden sich stets immens lange Schlangen und darum wissend haben wir damals die Eintrittskarten schon frühzeitig besorgt. Anstehen mußten wir dennoch, weil auch der Andrang der Kartenfrühbesitzer schon so groß war, dass man nicht etwa einfach durchgehen konnte. Und während wir da so in der Schlange standen, schlenderten zwei Damen des Wegs, von denen die eine erstaunt fragte, was es denn hier wohl gäbe, wo hier doch so viele Menschen stünden, woraufhin die andere an den Uffizien hochsah, abwinkten und sprach "Nah, it's just art." Woraufhin beide desinteressiert weiter schlenderten.

Ich fand die Venus schön. Habe mir sogar einen Button (!) mit ihr drauf gekauft. Was es eben inzwischen alles so gibt in Museumsshops. Hätte sich Botticelli sicher auch nicht träumen lassen. Willkommen in Frankfurt.
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Sonntag, 22. November 2009

Schmauchspuren

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Ich war in Yosemite und bin nicht gewandert, dabei ist dieser Nationalpark ein reines Wanderparadies. Ich war am Grand Canyon, aber ich nicht im Grand Canyon, denn ich habe den Abstieg nicht gemacht.
Es ist eine Schande, aber es lag nicht etwa daran, dass ich zu faul gewesen wäre, sondern daran, dass ich nicht richtig laufen konnte. Schuld waren die Schmauchspuren.

In der "Gebrauchsanweisung für Kalifornien" habe ich gelesen, dass die Briefkästen auf Höhe des Autofensters angebracht sind, damit man nicht aussteigen muss. Ich war also vorbereitet. Wahrscheinlich kennt auch nahezu jeder diese Witzmails mit absurden Bildern, von denen eines ein Fitneßstudio in Kalifornien zeigt, zu dessen Eingang eine Rolltreppe führt. Bloß, dass dieses Bild kein Witz ist. Sogar im Dodgers-Stadium in L.A., wo ich in der einen Minute noch darüber witzelte, dass man dort verwunderlicherweise noch keine Rolltreppe installiert habe, entdeckte ich in der nächsten Minute doch noch eine.

In den Nationalparks führt zu sämtlichen malerischen Ausblicken eine Straße, so dass man alles gemütlich mit dem Auto abfahren kann, ohne über Wanderschuhe auch nur nachdenken zu müssen. (Ich mußte fast auf dem Rückflug Angst haben, dass der Zoll behaupten könnte, meine Wanderschuhe seien noch ganz neu, bestimmt in den USA gekauft und müßten versteuert werden.)
Die ganzen wundervollen Naturschönheiten habe ich also dennoch genießen können, eben wie sie jede gebrechliche Oma und jeder gehbehinderter Mensch in Kalifornien genießen kann: indem ich überall bis ganz nah ran gefahren wurde. Nun ist das trotzdem nicht unbedingt erstrebens wert, denn es bleibt doch etwas anderes, wenn einen die eigenen Füße seinen Weg machen lassen. Dennoch kam es mir zugute, dass man auch am Grand Canyon mit einem Hop-on-hop-off-Bus zu den Aussichtspunkten gefahren wurde, wenn schon das eigene Auto nicht erlaubt war. Viel laufen konnte ich nämlich nicht und schon gar nicht irgendwo rumklettern, da mein Großzehen-Grundgelenk (Gro-Gru) nicht nur so geschwollen war, dass ich ohnehin in keinen Wanderschuh gepaßt hätte, sondern es auch ungemein schmerzte.
Ich war also einerseits dankbar, dass die Urlaubsplanung nicht völlig platzte, und zwar den Kaliforniern, weil sie darauf vorbereitet waren, dass Menschen nicht laufen.
Und ich war andererseits ganz und gar undankbar, dass mein Gro-Gru mir einen so schmerzhaften Urlaub bescherte, und zwar meinem Orthopäden gegenüber, den ich als Verantwortlichen im Verdacht hatte.

Wie sich nach dem Urlaub rausstellte, litt mein Gro-Gru unter Schmauchspuren, die sich in ihm breit machten. Den Befund in Händen sagte ich meinem Orthopäden, dass sich mein Fuß auch tatsächlich anfühle, als hätte jemand reingeschossen, woraufhin er mir versicherte, dass er die OP vor drei Jahren so nicht durchgeführt hätte.
Fakt ist jedoch, dass die Schraube, die er damals in mein kaputtes Gelenk gedreht hat, sich bewegt hat und daher ein paar hübsche Spuren hinterlassen hat, die ich allerdings vielmehr als "Schmachspuren" denn als Schmauchspuren bezeichnen würde, da sie zur Schmach meines Orthopäden gereichen.

Nächste Woche operiert übrigens eben jener Orthopäde mein Knie. Je nach Resultat sollte man doch mal prüfen, ob er nicht mit der amerikanischen Tourismusbehörde zusammenarbeitet.

Hier nun ein Foto, für das ich mich ca. 20m vom Auto wegbewegen mußte:


"Die Landschaft erobert man mit den Schuhsohlen, nicht mit den Autoreifen."
(George Duhamel)
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Eigentlich...
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Freitag, 20. November 2009

Ein Satz zur Zensur

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Ich möchte klarstellen, dass mein Blog neuerdings nicht etwa einer diktatorischen Zensur unterliegt, die eine möglicherweise andere, in Kommentaren kundgetane Meinung meiner lieben Leser über Musik unterdrücken würde, sondern dass die Kommentare auf meinen letzten Blogeintrag leider gar nichts mit Musik zu tun hatten und auch nicht von Lesern kamen, sondern vielmehr aufgrund einer bestimmten Wortwahl im Text, die ich nicht noch einmal wiederholen werde, in V i a g r a-Werbung bestanden und daher aus ästhetischen Gründen aus dem Kommentarfeld entfernt wurden.
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Freitag, 13. November 2009

eher down als up

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Es gibt ja nicht nur Dickebackenmusik, es gibt ja auch Nervbackenmusik.
Momentan ist mein persönliches Radio-Nervlied "Jump Rope" von Blue October.
Das ist dieses Lied, in dem es immer up down up down up down yeah geht und soeben hat der Moderator explizit erwähnt, von wem das Lied ist, weil so viele Leute nachfragen würden. Dabei ist das Lied nicht nur anspruchslos, was nicht schlimm wäre, solange es trotzdem einfach schön oder lustig wäre oder gute Laune machen würde. Stattdessen nervt es.
Eine weitere Alltagsfliege, dachte ich. Wenn man schon Blue October heißt! Aber diese Band gibt es schon seit 1995. Und trotzdem fällt ihnen kein besserer Text ein als:
Up down
Up down
Up down
Up down yeah
Cause it will get hard
Remember life's like a jump rope

Habe mir gerade das Ganze mal live angesehen (nein, es gibt hier keinen Link, genug der Selbstkasteiung) und da sagt doch der Sänger nach der Liedzeile "Cause it will get hard" tatsächlich ganz bedeutungsschwanger "I swear it's getting hard".

Ja, das finde ich auch. Das ist echt hart.
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Dienstag, 10. November 2009

Partner für Pah-Rimpi

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Das Mauerfalljubiläum wurde gestern ja nicht nur in Berlin gefeiert, sondern u.a. auch in Los Angeles. L.A. ist die Partnerstadt von Berlin, da gehört sich das so. Außerdem gibt es in L.A. tatsächlich ein Wendemuseum, das zu besuchen ich leider beim kürzlichen Kalifornien-Urlaub nicht die Zeit hatte.
Dafür aber war ich in Pahrump, der häßlichsten Stadt der Welt (gemessen natürlich an dem, was ich bisher von der Welt gesehen habe und gemessen an meiner Vorstellung von Häßlichkeit in Bezug auf Städte).

Pahrump ist schon kein sehr klangvoller Name, auch nicht in seiner ursprünglichen Form, so wie die Shoshonen die Siedlung nannten: Pah-Rimpi. Aber man will ja keine Vorurteile haben. Und wenn man auf dem Weg von Furnace Creek in Death Valley nach Las Vegas ist, muss man nun mal durch Pahrump...

Gleichgültig haben wir uns dieser Stadt genähert, nur eine weitere Stadt auf der Route. Das Einzige was ich mir von dieser Stadt erwartete, war (mal wieder) die Möglichkeit, mich irgendwo zu erleichtern. Aber schon am Ortseingang erhielt die Stadt ein Gesicht, das Gesicht eines Mannes, der wegen Mordes an der Kassiererin eines Ladens in der Stadt gesucht wurde. Wir fuhren an zahlreichen großen Reklametafeln am Wegesrand vorbei, auf denen immer das Gleiche zu sehen war, nämlich dieses Gesicht.
Folgte man der Straße, sah man Ansammlungen von Trailern, trostlose Flachbauten, kaputte, rostige Laster und kam schließlich zu einem McDonalds. Dort hielten wir und nur die Dringlichkeit brachte mich dazu, auf dem Weg zur Eingangstür die Gruppe zwielichtiger Gestalten zu kreuzen, die vor einer ebenso zwielichtigen Videothek lungerte. Zu diesem Zeitpunkt war mir schon mulmig. Als wir bei der Weiterfahrt an einigen B-Casinos und dann an der "Chicken Ranch" vorbeikamen sowie an einem Schild, das zum Bordellmuseum führte, bekam die Stadt noch mehr einen ganz eigenen Charakter.

Ich rechnete jeden Moment damit, in eine "Ich fahr dir in dein Auto rein, schleppe falsche Zeugen an und verklag Dich"-Falle zu geraten, als der Inhalt der großen Reklametafeln am Straßenrand wechselte und nun statt dem Mörder eine Flut von schmierigen Anwälten damit warben, bei einem Autounfall gegen Bares ganz unbürokratisch zu helfen.
Fast schien es, als wäre das die Haupteinnahmequelle der Stadt, als sei Pahrump das Auffangbecken für zweitklassige Anwälte und die Hauptbühne für inszenierte Unfälle. Aber Bordelle wie die "Chicken Ranch" und die Casinos werden wohl doch lukrativer sein. Denn Pahrump liegt direkt hinter der Grenze zu Nevada, dem gesetzlosen Staat, und ist, von Kalifornien kommend, die erste Anlaufstelle für alles was nicht ganz koscher ist und was man woanders in den USA nicht darf.
Aber natürlich ist Pahrump auch gut für das was man überall sonst in den USA auch darf: Waffen kaufen. So mehrten sich am Ortsausgang die Gun Shops ebenso wie die Gefühle der Erleichterung aus dieser Stadt wieder rauszufahren.

Das einzig Schöne an Pahrump war die Landschaft drumherum.
In welcher übrigens im Film "Mars Attacks!" die Marsianer landen, wie ich zufällig wenige Tage später feststellte, als der Film nachts über den Hotelfernsehbildschirm flackerte.
Darf man sich gar nicht vorstellen, dass endlich Wesen von einem anderen Planeten zu Besuch kommen und dann ausgerechnet in einem Moloch von Mörderbuben, schmierigen Truckfahrern und korrupten Anwälten landen.... Mir erschien der Film, bzw. das Verhalten der Außerirdischen, nun da ich in Pahrump war, gar nicht mehr so abgedreht.

Nun, Berlin hat L.A. - und Pahrump? Ob dieser Ort eine Partnerstadt hat? Man achtet bei so einer Verpartnerung auf Gemeinsamkeiten, oder nicht? Ok, ich mag Berlin sehr gerne und fand L.A. ganz schön mies, aber die Gemeinsamkeit besteht hier eben vor allem in der Kooperation im Bereich Film & Fernsehen. Das ist ein Grund.
Die Gründe, Pahrump zur Partnerstadt zu haben, wären recht speziell. Aber jedes Töpfchen hat sein Deckelchen. Also:
Nach obiger Beschreibung - welche deutsche Stadt käme als Partnerstadt in Frage?
Vorschläge werden jetzt entgegengenommen.
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Donnerstag, 5. November 2009

Wortwahl

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Mein ehemaliger Professor, Prof. Dr. Schlosser von der Uni Frankfurt, sammelt nun schon seit 1991 deutschlandweit jährlich Vorschläge für das jeweilige Unwort des Jahres, das dann von einer Jury aus all den Vorschlägen gewählt wird.
Platz 1 belegten schon so schöne Ausdrücke wie "Humankapital", "Überfremdung", "Rentnerschwemme" und zuletzt "notleidende Banken".

Bis Januar 2010 können noch Vorschläge für das Unwort des Jahres 2009 abgegeben werden. Auch wenn ich jetzt schon darauf tippe, dass "erweiterter Suizid" (für Amoklauf) das Rennen machen wird. Fände ich auch keine schlechte Wahl. Mein Vorschlag "Außenminister Westerwelle" würde bestimmt ohnehin nicht akzeptiert.


Solltet Ihr noch das ein oder andere Bonmot, äh, Malmot des vergangenen Jahres im Gedächtnis haben, dann nur zu: Hier könnt Ihr es vorschlagen.
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Dienstag, 3. November 2009

ich melde

Heute lief um 9:22 Uhr "Tainted Love" von Soft Cell auf Radio BOB.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

eine weiche Zelle in meinem Kopf

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Hach, manchmal wünschte ich, es gäbe einen Audit Trail zum eigenen Leben, eine Datenaufzeichnung, die im Hintergrund mitläuft und bei Abfrage Antworten auf Fragen gibt, die man selbst, mit bloßem Verstand, nicht geben kann. Nicht etwa "Wieviele grüne Pullis besaß ich in meinem Leben?". Das kann man vielleicht mit viel Überlegung und Recherche noch rausbekommen. Ich weiß, ich hatte und habe einige. Ich meine aber vielmehr solche Fragen wie "An wievielen Tagen habe ich einen grünen Pulli getragen?"
Nun mag die Antwort auf diese Frage nicht so spannend sein. In gesundheitlicher Hinsicht könnte so ein Audit Trail allerdings schon von Interesse sein. Man könnte etwa nachvollziehen, wie oft man einen Schlag auf den Kopf bekommen hat, denn vielleicht kann man sich nicht mehr dran erinnern (weil man einen Schlag auf den Kopf bekommen hat), aber vielleicht würde dieses Wissen einiges erklären.

Eine der Fragen, die mich am meisten interessieren würde, wäre jedoch die:
"Welches Lied habe ich in meinem bisherigen Leben am häufigsten gehört?"
Spaß würde sicher machen, vor Abfrage einen Tipp abzugeben und zu schauen, wie nah dran man ist.
Mein Tipp wäre "Tainted Love".
Schuld ist das Radio, wo das Lied mindestens einmal am Tag läuft, egal welcher Sender, aber natürlich ganz sicher auf HR1. Es läuft ständig - und zwar nicht etwa im Original oder als Marilyn Manson-Cover von der Version, die alle für das Original halten, sondern in eben dieser Version von Soft Cell.
Das Original (by Ed Cobb) ist übrigens von Gloria Jones. 1981 kamen dann Soft Cell damit an und stürmten an die Spitze der UK-Charts und das war auch gut so, ist ja ein tolles Lied. Aber leider, weil ich sicher bin, es ist das Lied, das ich in meinem Leben am häufigsten gehört habe, kann ich es so langsam nicht mehr hören. Und von Marilyn Manson will ich es nicht hören (den kann ich nicht leiden).

Radio killed the Klassiker.
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Montag, 26. Oktober 2009

"Bauer sucht Frau" - Penjelly sucht Abgründe

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Ich glaub es ja selbst nicht, aber ich schaue nun schon seit 40 Minuten "Bauer sucht Frau". Nein, nicht aus eigenem Interesse, sondern aus purem Voyeurismus. Ich dachte, dazu wäre ich gar nicht fähig!
Ich könnte Freundin T. die Schuld geben, von der ich eines Abends eine SMS erhielt mit der Aufforderung, dass ich mal die Freakshow auf RTL einschalten solle. Widerstrebend tat ich dass, umso gleich wie gebannt mit hängenden Armen und offenem Mund (ähnlich wie in Las Vegas vorm Bellagio) vorm Fernseher stehenzubleiben. Nicht mal setzen konnte ich mich - freeze.

Glücklicherweise wurde ich damals durch einen Anruf aus der Starre gelöst. Heute nicht, dabei ist T. heute völlig unbeteiligt. Es war einfach ein sehr langer Tag im Büro und anschließend in der Buchhandlung, wo ich drei neue Bücher gekauft habe, auf die ich sehr gespannt bin. Aber anstatt zu lesen, hänge ich vor dieser Sendung seit ich erschöpft vom Tag nur einen Moment auf die Couch sinken und nur kurz den Fernseher anmachen wollte, höre mir unfassbare Dialoge an* und muss das Ganze sofort irgendwie psychisch verarbeiten, weshalb ich jetzt auch noch vorm Rechner sitze... Hilfe.

*
- "Es ist auch das, was innerlich zählt."
- "Du bist zu 90% wie meine Ex-Frau."
- "Ich steh auf schlanke Frauen. Kannst Du gut küssen?"
- "Düse mit mir ins Glück."
- "Ich will Mähdrescher fahren."
- "Mein Spitzname ist Miau."
- "Die x ist mir sympathisch, aber die y kann Schlepper fahren."
- "Die Schmetterlinge kommen schon."

Mein Aussage-Favorit: "Sie versucht, das Rezept in die Hand zu nehmen."
(gemeint war natürlich das Zepter)

So, Danke fürs Zuhören, jetzt greife ich dann doch zum Buch.
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Sonntag, 25. Oktober 2009

Las(s gut sein) Vegas

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Dass Las Vegas irre ist, ist bekannt. Ich mein: Da gibt's ein Hotel mit einem Eiffelturm (das "Paris") und eins mit Kanälen drumherum, auf dem Gondoliere fahren und wo überall aus den Lautsprechern Rondo Veneziano scheppert (das "Venetian").

Das alles läßt einem aber nicht mehr unbedingt die Kinnlade runterfallen, sondern höchstens den Kopf schütteln. Der Moment bei dem mir die Kinnlade runterfiel kam, als wir uns vorm "Bellagio" das Wasserballett ansahen, also die Springbrunnenchoreo, und dabei aus sämtlichen Lautsprechern ein Patriotenpathosgeplärre schallte, zu der sämtliche anderen Anwesenden in Ehrfurcht und wir in Verblüffung erstarrten.
(Untenstehend die Lyrics in Auszügen.)
Aber das muss man gehört haben (muss man?), sollte allerdings auch diesem Gefühl von Unwohlsein, das Fremdschämen hervorruft, gewachsen sein.

Das Lied zum Wasser wechselt immer mal wieder und man kann Glück haben und Frank Sinatra zu hören bekommen. Bei uns war es aber nun mal "God bless the USA" von Lee Greenwood und da fiel die Kinnlade tief und blieb die Spucke weg. Man muss wohl Amerikaner sein, dass sich stattdessen vielmehr mechanisch die Hand aufs Herz legt und sich Tränen in den Augenwinkeln sammeln.

Zum Glück gibt's youtube und läßt jeden an der Erhabenheit des Moments teilhaben: Stand up.
Mund zu.

From the lakes of Minnesota, to the hills of Tennessee,
across the plains of Texas, from sea to shining sea,

From Detroit down to Houston and New York to LA,
Well, there’s pride in every American heart,
and it’s time to stand and say:

I’m proud to be an American where at least I know I’m free.
And I won’t forget the men who died, who gave that right to me.
And I’d gladly stand up next to you and defend her still today.
‘Cause there ain’t no doubt I love this land God bless the U.S.A

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(Die Schrift will nicht so wie ich.)

Dienstag, 20. Oktober 2009

Ask for weißer Riese

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Wie wohl ihr Hemd und ihr Make-up nach dem Verzehr aussehen...

Fröhliche Mittagspause!
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Montag, 19. Oktober 2009

Souvenirs, souvenirs...

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Nächstes Jahr werden R. und ich Urlaub in deutschen Landen machen. Über 3000 km sind wir kürzlich in den USA gefahren und damit wohl mehr, als ich je innerhalb Deutschlands zurückgelegt habe. Wenn wir ein ähnliches Pensum auch in Deutschland schaffen, auch wenn die A4 nicht so angenehm zu fahren sein wird wie die Route 66, dürften wir ziemlich viel rumkommen.
Im Zuge dieses Vorhabens werde ich mal untersuchen, wie das Souvenir-Geschäft in Deutschland so funktioniert. Ob mir als Tourist im eigenen Land ähnliche Erinnerungsschätze geboten werden, wie als Tourist im Westen Amerikas. Wenn Ihr's schon wißt, raus mit der Sprache. Folgendes wurde mir neulich geboten...

Beim Flug über den Grand Canyon etwa erfolgte ein Mitschitt im Flieger. Und ich meine nicht nur aus dem Flieger heraus, sondern schon so individuell, dass auch die Mitfliegenden mitgeschnitten wurden. Man konnte nach dem Flug eine DVD erstehen, auf dem der kurz zuvor erfolgte Rundflug festgehalten war, Passagiere inklusive. Außerdem wurde man vor dem Flug einzeln oder als Paar vor das Flugzeug gestellt und fotografiert und später konnte man das Foto dann im Paket mit der DVD für 30 Dollar kaufen. Wollte man drei Abzüge des Fotos, gab es einen Rabatt der nicht der Rede wert war.
Überhaupt stellt sich die Frage, was das Ganze wert ist. Gut, man kann die DVD zuhause Freunden zeigen, aber das Erlebnis haben sie damit nicht und die Geduld dafür vielleicht auch nicht. Da ist jede TV-Doku über den Grand Canyon sicher von besserer Qualität. Man selbst hat das Erlebnis in seiner Erinnerung und guckt sich die DVD anschließend sicher höchstens noch einmal an - wenn man sie seinen Freunden zeigt.

Für einiges Amüsement hierbei hätte die DVD in unserem Fall vielleicht sorgen können durch die Tatsache, dass mir auf dem Flug mit dieser beknackten kleinen Schüssel unsäglich übel wurde. Ich hätte damit gerechnet, dass ich vielleicht etwas Höhenangst bekommen würde, aber nicht damit, dass die doch recht starken Turbulenzen mich dazu bringen würden, immer wieder nach der Kotztüte vor mir zu schielen und all meine Konzentration von dem herrlichen Ausblick auf meine Speiseröhre zu lenken. Das ist natürlich eine Erinnerung die auf DVD zu bewahren sich lohnt! Im Paket mit den vor dem Flug geschossenen Fotos kann man hier wunderbar den Vorher-Nachher-Effekt für die Ewigkeit festhalten.
Ein einfaches Foto bei Aussteigen aus dem Flieger hätte ich Paket mit dem Vorher-Foto dann aber noch schöner und vor allem dezenter gefunden. Wer will schon eine DVD sehen, auf der die Passagiere würgen?

Nun ja, die Fotos kann heutzutage auch jeder selbst machen. Das allein führt das Souvenir-Brimbamborium ad absurdum. Den Vogel abgeschossen aber hat das Unternehmen Alcatraz Cruises, die einen vor Abfahrt auf die Gefängnisinsel paarweise vor eine Bluescreen gestellt und fotografiert haben. Nach der Rückkehr von der Insel konnte man sich dann auf dem entwickelten Foto vor einem im strahlenden Sonnenschein liegendem Alcatraz bestaunen und kaufen. Gemacht wurde das, weil Alcatraz meistens im Nebel liegt und die Wahrscheinlichkeit, ein richtiges Touri-Foto hinzubekommen, recht gering ist. Dass man durch so ein Fake-Foto allerdings auch die Erinnerung, die das Foto darstellen soll, manipuliert bzw. darauf reduziert, dass man vor einer blauen Wand stand, ist ebenso hirnrissig wie der Umstand, dass wir eine Abendtour gebucht hatten, also die Sonne längst nicht mehr schien, als unser Boot ablegte und nach Alcatraz fuhr.
Fast hätte ich das Foto dennoch gekauft, weil R. darauf aussah wie Wallace von Wallace & Gromit. Aber das war sicher nicht das letzte Mal.

Loben möchte ich in diesem Zusammenhang das Binions-Casino in Las Vegas, in dem man sich als Gast neben, vor oder hinter eine echte, unter Plexiglas aufbewahrte Million Dollar stellen und sich als großen Gewinner fotografieren lassen kann. Das Foto bekommt man geschenkt. Ein kleiner aber netter Trost dafür, dass man gerade ein bisschen Geld an den Casinotischen gelassen hat und sich daher die Würgeflug-DVD sowieso nicht mehr leisten kann.
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Donnerstag, 15. Oktober 2009

Erleichtern leicht gemacht

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In den drei Wochen, die ich kürzlich in Amerika verbracht habe, gab es einige Erlebnisse, die einen am gesunden amerikanischen Menschenverstand haben zweifeln, einen sich die flache Hand vor die Stirn haben schlagen oder einen den Kopf haben schütteln lassen. Von diesen wird noch zu berichten sein.
Es gab allerdings auch einige Dinge, die ich, zurück in der Heimat, nun schon entbehre.

Etwa als ich am Montag das erste Mal nach der Ankunft in heimischen Gefilden wieder in die Innenstadt gegangen bin und mich mehrfach Leute angerempelt haben ohne sich zu entschuldigen, mir den Weg abgeschnitten haben ohne mit der Wimper zu zucken und mir natürlich nirgendwo die Tür aufgehalten wurde. Das hatte ich einfach drei Wochen lang nicht erlebt.
Drei Wochen lang hat jeder geguckt wo er hinläuft, bzw. im Straßenverkehr wo er hinfährt, und man hat selbstverständlich dem, der irgendwie irgendwo zuerst da war oder nicht mal das, den Vortritt, bzw. die Vorfahrt gelassen. Und wenn das ganze Mal schief ging, wurde sich auf jeden Fall entschuldigt und zwar mit einem Lächeln. Sogar wenn die Möglichkeit bestand, dass man jemandem gar nicht in die Quere gekommen ist, sondern nur für diesen ungünstig rumstand, wurde sich entschuldigt und ein Schritt zur Seite getan.

Klingt unglaublich, mag sogar übertrieben klingen, war aber genau so. Die einzigen Personen, die mir in den letzten drei Wochen achtlos in die Füß gedappt sind, waren ausnahmslos asiatische Touristen, die stets wie ferngesteuert umhertaperten.

Asiatische Touristen achteten, und das nicht nur, wenn sie die obligatorische Kamera vor Augen hatten, einfach nicht darauf, wo sie gerade rumliefen oder unpassend rumstanden. Und sie hielten sich auch an keine Vorgaben, ob aus Ignoranz oder Verständnisschwierigkeiten vermag ich nicht zu sagen. Gleich auf dem Hinflug hatten wir einen Herrn vor uns, der nach dreimaliger Durchsage bzw. Aufforderung durch die Stewardess, sein Handy bitte auszuschalten, immer noch ungerührt simste, bis ihn sein Nachbar bat, doch davon abzusehen.
Ein anderes Mal, mitten in Yosemite, in dem einzigen Laden in kilometerweiter Umgebung, wo sämtliche Touristen sich auf die Truhen mit Eiskrem stürzten, wurde darum gebeten, das Eis erst zu bezahlen, bevor man es auspackte und auffutterte. Die einzigen, die bereits in der langen Schlange stehend das Papier aufrissen und sich gierig das Eis reinschlabberten, waren, tja, asiatische Touristen, ich kann's nicht ändern.


Sie gingen mir auf die Nerven. Aber in der Frankfurter Innenstadt war es nun leider nicht viel besser. In den ersten paar Läden, die ich betrat, sah ich mich nach einem/r Verkäufer/in um, um fröhlich einen Gruß zu erwidern und höflich die angebotene Hilfe abzulehnen. Aber da war nichts, da kam nichts. Anonym konnte ich durch die Läden wandern, was nun auch nicht unbedingt schlecht ist, denn eigentlich mag ich gar nicht so sehr, beim Storecheck gestört zu werden - dachte ich immer. Als ich dann aber im MyZeil doch in zwei Läden geriet, in denen der persönliche Kontakt, an den ich mich in den letzten drei Wochen so gewöhnt hatte, stattfand, muss ich sagen, war ich doch recht erfreut. An was man sich eben so gewöhnt...

Aber nun zum wichtigsten Punkt, dem Pluspunkt, dem riesigen Mega-Pluspunkt, den ich in Amerika sehr schätzen gelernt habe und nun allerschmerzlichst vermisse: Die Restroom-Mentalität.
Die Selbstverständlichkeit, dass an sämtlichen strategisch wichtigen Punkten Toiletten zu finden sind. Und ich rede nicht von Toiletten, bei denen man Bedenken haben muss, wen oder was man darin vorfinden könnte, und ich rede nicht von Toiletten allein in Einkaufszentren oder an Tankstellen. Ich rede davon, dass man einfach unterwegs überall die Möglichkeit erhält, sich zu erleichtern.

Verspürt man ein dringendes Bedürfnis und ist gerade in Amerika* unterwegs, muss man sich nur aufmerksam umschauen und wird schon irgendwo in der Nähe ein Restroom-Schild entdecken, dass einen sicher leitet. Man wird nicht gezwungen sein, lange suchen zu müssen, irgendwo um die Benutzung einer Toilette bitten zu müssen, auch wenn man kein Gast ist, oder dafür zahlen müssen. Restrooms sind selbstverständlich und allgegenwärtig und ich find's toll!

In Deutschland geht das auch, allerdings nur auf folgende Weise: Wenn Sie mal unterwegs sind und dringend müssen, schauen Sie wo der nächste McDonald's ist. Dort ist es erlaubt (oder zumindest nicht konkret verboten), als Nicht-Kunde aufs Klo zu gehen oder zumindest fällt es einfach nicht auf. Ich weiß das, denn ich bin kein Kunde (muss aber oft). Und wenn es gar nicht anders gehen sollte, kaufen Sie sich dort ein kleines Getränk auf die Hand (to go), man trinkt ja eh immer zu wenig.

Beim Beschäftigen mit diesem Thema bin ich übrigens auf diese hilfreiche Seite gestoßen: Gratispinkeln in Frankfurt.
D.h. die Seite ist gut gemeint, wirklich hilfreich kann sie nicht sein, da die Toiletten, die sie gern vermitteln würde, leider spärlich gesäht sind. Die Innenstadt kommt gerade mal auf 3.

*beziehungsweise zumindest in den Staaten Kalifornien, Arizona und Nevada
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Mittwoch, 14. Oktober 2009

Nachtrag

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Wem das zu viel Angeschaue und Zugehöre war beim letzten Eintrag, dem sei hier der kleine Musiktip von Craig nachgeliefert, einfach weil er so schön formuliert ist. Die Rede ist von der isländischen Band Sigur Rós:

"It's like Enya, but good.(...)
Like Enya with Tattoos."
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Sonntag, 11. Oktober 2009

cräg fergüson - a touch of scotland

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Ihr mögt vielleicht glauben, wir hätten im Urlaub doch nur fern gesehen, wenn ich jetzt von der wunderbaren Late Late Show und dem wunderbaren Craig Ferguson erzähle. Fakt aber ist, dass wir in diesem Fall nicht Fernsehen geschaut sondern gemacht haben. Ja tatsächlich: Bloß zwei Tage in Hollywood und schon im Fernsehen! Und in den CBS-Studios, in denen die Aufzeichnung stattfand, hat man uns immer wieder gesagt "You're making TV today" und dass wir aus diesem Grund fleißig und möglichst laut lachen sollten, da ein stummes Glucksen vor Freude nun mal beim Zuschauer nicht ankommt. Ist mir nicht gelungen mit dem laut Lachen. Nicht etwa, weil Craig nicht lustig war, sondern weil ich nun mal einfach ein eher dezenter Gluckser und Kicherer bin und mir ein künstliches "Ha ha ho hi" nicht aus der Kehle will. Aber ich habe ganz fleißig und dolle geklatscht:
Der Craig ist ein ganz Guter, ein Schotte mit edlem Humor. Er hatte auch mal eine kleine Rolle in dem Film "Grasgeflüster", aber dafür kennt ihn kaum einer. Inzwischen ist er amerikanischer Staatsbürger und jeder dort kennt ihn, und viele außerhalb der USA (von denen die in den USA natürlich nichts wissen, siehe letzter Post) kennen ihn auch. In jeder Sendung liest er ein paar Emails vor und auch in der Sendung, der wir beiwohnen durften, war eine aus Deutschland dabei. Genauer gesagt, aus Sinsheim, bzw. Sin-sheim.
Die Gäste an diesem Tag waren mir bis dahin kein Begriff. Völlig hingerissen wäre ich gewesen, wenn Ewan McGregor an diesem Tag da gewesen wäre. Nicht nur, weil ich finde, dass Ewan cool, talentiert, sehr amüsant, gutaussehend, sympathisch, herzallerliebst und auch noch Schotte ist, bzw. wohl weil er cool, talentiert, sehr amüsant, gutaussehend, sympathisch, herzallerliebst ist natürlich Schotte sein muss. Sondern weil für Craig dasselbe gilt und beide zusammen ein komödiantisches Feuerwerk sind (auf Firecracker kommen sie auch öfter mal zu sprechen).
Das ergibt sich zu einem großen Teil daraus, dass die beiden sich sehr mögen und diese Chemie beim Zusehen auf einen überspringt. Zu sehen war das sowohl bei Ewans Besuch in der Late Late Show 2008 als auch 2009 sowie in dem ESPN UK-Sketch, den die beiden zusammen gemacht haben.

Wer Zeit hat und eine Aufmunterung braucht, seien diese Clips also sehr ans Herz gelegt:

2008: Amerikanisch-schottische kulinarische Fusion: der Haggis-Burger.

2009: Warum Craig eine dicke Tasse hat und Flugzeuge keine Dächer.
und
der ESPN UK-Sketch.

Viel Spaß!
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Freitag, 9. Oktober 2009

bäck

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Ich bin zurück. Seit vier Stunden. Wach bin ich seit 26 Stunden, daher werde ich mich kurz fassen.

Es war nicht leicht zurückzukommen nachdem ich die Wahlergebnisse erfahren hatte. Und es war nicht leicht, die Wahlergebnisse zu erfahren. Denn es ist kein Ammenmärchen oder blödes Klischee, dass in den USA "Nachrichten aus aller Welt" Nachrichten aus 50 Bundesstaaten bedeuten, die nicht über den Tellerand Ozean hinausblicken. Da half nur das Internet an einem virenbefallenen Motellobbycomputer, für das ich ein paar Dollar hinblättern mußte. Es gibt zwar überall free wi-fi, aber ohne entsprechendes Gerät bringt einem das nun nicht wirklich viel.
Ich habe nicht ein einziges Mal irgendwelche News im TV gesehen, die irgendwie von Europa gehandelt hätten. Halt, stimmt nicht. Als Roman Polanski kürzlich in Zürich verhaftet wurde, gab es tatsächlich eine Liveschaltung aus der Schweiz. Magere Ausbeute für drei Wochen amerikanische Fernseherfahrung.

Europa gibt es in Amerika offenbar nur in der Dusche.
Dort fanden wir nämlich interessante Produkte, die wohl europäisch-exotisch wirken sollten und deshalb etwa Natüre oder Lüx hießen. Hauptsache was mit Strichelchen. Man beachte vor allem den bemerkenswerten Untertitel bei letzterem:Mir fällt noch eine Gelegenheit ein, bei der uns nicht nur Europa, sondern gar Deutschland im Fernsehen begegnete. Einmal nämlich gab es bei "Cash Cab" (wie das deutsche Quiztaxi, war aber sicher vorher da) die Frage nach dem Namen der Kanzlerin Deutschlands. Im Wagen breiteten sich große Fragezeichen aus und weiteten sich die Augen der Befragten in Ratlosigkeit. Man wählte den Straßenjoker und fragte einen jungen Herren am Straßenrand, der zu unserer Befriedigung die richtige Antwort wußte: "Mörkl".
Wird in Amerika auch sicher so ganz exotisch mit Strichelchen geschrieben, unsere Immernochkanzlerin.


Aber natürlich haben wir nicht nur ferngesehen auf unserer kleinen USA-Reise. Es gibt viel zu erzählen... (sobald ich ausgeschlafen bin). .
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Samstag, 19. September 2009

sicher und geheim

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Nachdem meine Wahlunterlagen bis jetzt nicht angekommen sind, war ich schon gestern auf dem Wahlamt und habe denen schriftlich versichert, dass die Post uns im Stich gelassen hat und konnte dann live vor Ort wählen. Ich war nicht die einzige, es war ziemlich voll. Vor der Ausgabestelle, wo man die Wahlunterlagen erhielt, war eine lange Schlange und mit mir im Wahllokal war eine größere Gruppe Damen und Herren im fortgeschrittenen Alter.

Interessant daran war der Umstand, dass die Anleitung zum Procedere des Wählens, die man in die Hand gedrückt bekam (Stimmzettel in blauen Umschlag, zukleben, mit eidesstattliches Erklärung in roten Umschlag, zukleben und in Wahlurne), nur von den Frauen gelesen wurde, die eine Minute länger im Kabinchen waren, dann aber einen fertigen roten Umschlag in der Hand hielten, während die Männer nach fünfzehn Sekunden an die Urne traten und sich fragten, was sie jetzt dort rein werfen sollten, den Stimmzettel oder die Erklärung und wofür eigentlich die Umschläge waren und sich dann von den jungen Wahlhelferinnen aufklären ließen (das war sicher Absicht).

Schön, wenn man sieht, wie toll das so klappt mit ganzen Drumherum bei der Wahl. Beruhigend. Ein bisschen enttäuscht war ich, dass ich die Violetten nicht auf dem Stimmzettel finden konnte.

Wenn ich in einigen Wochen zurückkomme, ist alles entschieden, ich bin gespannt.
Hier ist jetzt erstmal Pause.
Alles Liebe, Eure Penjelly
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Donnerstag, 17. September 2009

Mitesser

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Heute abend in der Döneria versprochen:

"Zum Mitnehmen oder hier essen?"
"Zum Mitessen, bitte."

Anschließend nicht albern zu kichern aufhören gekonnt.
(Dieser Satz scheint mir befremdlich und je länger ich ihn mir vorlese, desto befremdlicher ist er mir, dass ich gar nicht mehr zu beurteilen vermag, ob er so stimmt oder nicht und ihn jetzt einfach mal so stehen lasse, ich will ins Bett.)
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Mittwoch, 16. September 2009

Nahtlos ratlos

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Auf einer Einbahnstraße, die ich als Radfahrer aber auch entgegengesetzt befahren darf, kommt mir ein Auto entgegen, dass kaum Abstand zu mir hält und mich gegen die parkenden Autos drängt, so dass ich den Ellenbogen einziehen muss, um nicht an einem Rückspiegel hängen zu bleiben. Und wie mir scheint, ist das Ganze nicht ganz unbeabsichtigt.
"Arsch" sage ich, und bei dem Auto, dass gerade so an mir vorüber ist, ist das Fenster offen. "ARSCHLOCH SELBER!" brüllt es aus diesem daher zurück, voller Aggression, aber ohne Grammatik oder korrekte Aussprache.
"Arschloch selber"? Ich muss lachen über den kleinen Asso, der hinterm Steuer sitzt. Weiß aber im gleichen Moment, dass diese "Kleinen" einmal mein Verderben sein werden (vor allem, wenn cih über sie lache). Weil ich mich provozieren lasse von ihrem Verhalten, was irgendwann nicht mehr nur mit einem debilen Krüppelsatz quittiert werden wird. Weil ich nicht "dazulernen" werde, nicht wütend darüber zu werden, dass sie sich breit machen und mich durch ihr Scheißverhalten beeinträchtigen.

Das letzte Mal, vor etwa anderthalb Jahren, brachte man mich dazu, zwar nicht die Hand zu erheben, aber doch einen Finger. In der U-Bahn, setzten sich mehrere Mädchen (!?) um mich herum, von denen eine mich mehrfach vorgeblich versehentlich auf dem Sitz anbuffte, indem sie ihren dicken Hintern weiter und weiter gegen mich schob, mir dazu ihre langen Haare ins Gesicht schnickte und mich schließlich beim Aussteigen massiv anrempelte, grinste und mit lang gezogenen ironischen Worten sagte "Oh, Entschuldigung", worüber die ganze Horde in gehässiges Lachen ausbrach.
"Ihr seid schreckliche Kinder" sagte ich* und nannte sie Kinder, um ihre Unreife und Dummheit zu unterstreichen. Ich schätzte sie auf etwa 14 oder 15.

Nun, sie stiegen mit aus und nannten mich Schlampe und Fotze und weißes Schwein. Sie hatten eindeutig Migrationshintergrund, der erst mit diesem "umgekehrten" Rassismus thematisiert wurde. Baff wie ich war, fehlten mir die Worte und so sprach mein Mittelfinger.
Das hatte zur Folge, dass sie mich durch die B-Ebene der Konstablerwache verfolgten und mir abwechselnd mit vollem Körpereinsatz in den Rücken sprangen und lachten.
Sie taten es nicht heimlich, sie bemühten sich nicht mal darum und es wäre ja auch kaum möglich gewesen. Niemand reagierte, während ich zunehmend registrierte, dass es zu viele waren. An der Rolltreppe trennten sie sich von mir mit den Worten "Man soll Kindern ja auch nicht den Stinkefinger zeigen." und unterstrichen damit, dass sie gerne dumm und unreif waren, nur eben nichts Kindliches hatten.

So. Einen abschließenden Satz kann ich dazu nicht schreiben. Es fällt mir dazu nichts ein. Ich weiß nicht wohin das noch führen soll* und ich weiß nicht damit umzugehen. Ende.

*Da war ich wohl wieder im Oma-Modus.
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Montag, 14. September 2009

Heute ein Dreier!

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Yes we gähn.
90 Minuten Wir.
Susi und Strolch gemeinsam gegen die Moderatoren.

So die Stimmen zu dem gestrigen TV-Duell. Heute wurde ausgiebig darüber diskutiert, wer überzeugender war. Dabei werden die Überzeugungskämpfe dieses Mal überwiegend an anderer Stelle ausgetragen, weshalb es heute Abend interessanter werden dürfte: Auf zum Dreikampf!

Wem das zu aggressiv werden sollte, der erkennt sich vielleicht hier selbst.

Ich warte ja noch auf die Zustellung meiner Briefwahlunterlagen. Habe beim Wahlamt angerufen, und huch: die wurden aber doch am 3.9. verschickt und müssten längst da sein… Wenn sie nicht in den nächsten zwei Tagen ankommen, darf ich zum Wahlamt und direkt wählen, muss aber auch eine eidesstattliche Erklärung abgeben, dass ich keine Unterlagen erhalten habe. Ein Lektion in "Wahlbeteiligung leicht gemacht"?

Habe dann vorsichtshalber noch weitere urlaubsvorbereitende Maßnahmen ergriffen. Habe beim Tagesspiegel nachgehakt, ob die Urlaubsumleitung an S., die ich vor über einer Woche online beantragt habe, auch wirklich klar gehe. Denn es wäre nicht das erste Mal. dass es schief ginge und außerdem sei meine Umleitungsprämie (eine schicke Kulturtasche) noch nicht angekommen! Und siehe da: Nein, von einer Umleitung wisse man nichts (trotz Bestätigungsmail vor einer Woche), aber man könnte es ja jetzt telefonisch machen, bloß: die Kulturtasche wäre leider seit heute (!) vergriffen. Ähm, meine Umleitung wurde aber vor einer Woche beantragt… Nun, da könne man jetzt nichts dran ändern.

Tja, jetzt habe ich als Prämie ein Handtuch gewählt und das nächste Mal leite ich nicht mehr um, sondern lass mir die Abwesenheit gutschreiben (sorry, S.). Bekomme ja wahrscheinlich ohnehin trotzdem wieder drei Wochen lang den Briefkasten mit täglich gelieferter Zeitung verstopft, während S. unbelesen bleibt (zumindest im Hinblick auf den Tagesspiegel). Wäre diese Zeitung nicht so gut, hätte ich sie längst aufgrund "argen Mißservices" abbestellt.

Da weiß man doch wenigstens, warum man urlaubsreif ist.
Umso größer die Freude wenn man dann erfährt, dass lärmintensive Bauarbeiten am Haus anstehen, die genau an dem Tag beginnen, an dem man mit Jetlag aus dem Urlaub zurückkehren wird.
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Montag, 7. September 2009

summer's end

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Es gibt erst jetzt Lebkuchen, dabei ist schon September!
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Donnerstag, 3. September 2009

downtown riddles

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Die Menschen sind rätselhaft. Wo kann man sich dessen besser vergewissern, als auf der Zeil? Dort steht ein Mädchen, das sich gerade überlegt ein T-Shirt zu kaufen, von dem sie laut quiekend abliest: "cool, 'Alles außer Frankfurt'!". Ich als Lokalpatriot spitze die Ohren. Tatsächlich steht auf dem T-Shirt "Alles außer Frankfurt ist scheiße". Kann ich also beruhigt weitergehen, um mir die Lush-VIP-Card zu besorgen (ich nehme mich ja von der Feststellung im ersten Satz nicht aus) und natürlich neue, dufte Seife und Körperbutter.
Als ich den Lush-Shop wieder verlasse, stolpere ich fast über ein dickes kleines Mädchen, dass sich schwerfällig um sich selbst dreht, die Zeil rauf und runter schaut und sagt "I like Frankfurt". Wie man sowas ausgerechnet auf der Zeil empfinden kann, ist mir in der Tat (sogar als Lokalpatriot) ein Rätsel.
Während ich weiter zum Elektrofachmarkt laufe, kommen mir zwei bunte Teenie-Tussis entgegen und von einer von ihnen schnappe ich den Satz "Ey, isch treff misch doch mit keinem ohne Bild!" auf. Kein Rätsel, man weiß sofort, wovon sie spricht, warum sie allerdings in ihrem Alter davon spricht ist mir in meinem Alter allerdings ein Rätsel. Und das ist gut so.
Im Elektrofachmarkt bleibt mir im Regal plötzlich die Luft weg. Neben mich hat sich ein nach altem Schweiß stinkender Mann geschoben. Ich atme in meine Lush-Tüte und gebe mir nicht die Mühe dabei unauffällig zu sein. Mußte auch schnell gehen, mir wären sonst die Sinne geschwunden. Wie man auf diese Weise seinen Mitmenschen zu nahe treten kann und sich selbst erträgt, wird mir immer ein Rätsel bleiben. Ebenso wie die Mütter, die mir auf dem Nachhauseweg entgegenkommen... Die Sorte Mütter, die offenbar glaubt, mit der Geburt nicht nur ein Kind, sondern auch ein undefiniertes Bündel an Vorrechten bekommen zu haben, unter anderem das, nie mehr anderen Platz machen zu müssen.
Einen Kinderwagen kann man nicht kleiner machen, als er ist, das ist auch mir klar und ich weiß, wie es ist, sich damit in der Stadt durchzusetzen. Ich war nach einem 15min-Versuch schon ziemlich angestrengt. Aber warum es eine Selbstverständlichkeit ist, dass drei Frauen, die nebeneinander ihre Kinderwagen schieben, um sich gemütlich über Pekip zu unterhalten, davon ausgehen, dass die Person, die ihnen entgegenkommt, sich an eine Hauswand zu pressen hat, damit das Baby-Geschwader vorbeiziehen kann, auch das wird mir immer ein Rätsel bleiben.


Endlich zuhause und bloggen. Warum ich das alles erzähle, kann nun Euch mal ein Rätsel sein. Ich weiß es doch auch nicht!
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Mittwoch, 2. September 2009

arktisch unterkühlt

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Inzwischen läuft zum fünften Mal die neue Artic Monkeys in meinem CD-Player und ich höre zu und hege die Hoffnung, dass sie ihr Aroma noch entfalten wird, dass sie zu den Scheiben gehört, die erst schwach klingen und dann immer besser werden. Dabei ist sie schon jetzt gar nicht schlecht, sogar recht nett.
Ich bin es nur nicht gewohnt, ein Arctic Monkeys Album zum ersten Mal zu hören und gleich voll Begeisterung nicht entscheiden zu können, welches Lied ich am besten finde. Und diese Euphorie vermag das dritte Album leider nicht auszulösen. Man muss den Jungs zwar zugestehen, dass es schon erstaunlich war, zwei Kracher nacheinander auf den Markt geworfen zu haben. Das hat man ja auch nicht oft. Deshalb hatte ich beim zweiten Album etwas Angst, es könne nicht an das erst ranreichen. Kennt man ja. Diese Angst war jedoch unbegründet. So unbegründet, dass ich mir beim dritten Album dann keine Sorgen mehr machte. Tja, und nun höre ich und warte ich. Warte, dass der Funke überspringt. Aber dafür ist Nummer 3 dann leider doch zu entschleunigt und unterkühlt.

Oder seid Ihr schon weiter und könnt mir sagen, wie oft man "die Neue" hören muss, bis die Euphorie und die Überzeugung zurückkkehrt?

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Dienstag, 1. September 2009

Piraterie

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Ich habe übrigens, abgesehen von so einigen Einkäufen, ein neues schönes Wort aus den Niederlanden mitgebracht, und wer mir sagen kann, wie der deutsche Ausdruck lautet, bekommt ein Stück Käse:

eetpiraat >>> Zechpreller

Wer nicht rumraten will, der kann einfach die Zeile hinter den Pfeilen markieren und sieht die Lösung.
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Montag, 31. August 2009

minutiös

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Manchmal kann man eben doch alles haben...

Abfahrt aus Amsterdam gestern nachmittag
Ankunft in Wiesbaden bei "Folklore im Garten" 20:17 Uhr
Abendessen am Indischen Stand um 20:23 Uhr
Auftakt Kitty, Daisy and Lewis 20:30 Uhr
Musikalischer Genuß bis 22:00 Uhr

Besser geht's nicht, als für schlappe 6 Euro ein beeindruckendes Konzert ganz entspannt aus wenigen Metern Entfernung zu genießen, von wo aus man jedes der vielen Instrumente, die jeder der genannten drei spielt, genau in Augenschein nehmen kann.
War herrlich, auch wenn diese Musik sehr ungesund fürs kaputte Knie ist, kann man doch dazu einfach nicht stillhalten.

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Dienstag, 25. August 2009

Ich mach rüber

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So, liebe achterban,
kurze Pause, aber schon bald folgt die verfolg. Ich werde Sie inlichten.

Tot ziens!
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Montag, 24. August 2009

es gibt was auf die Ohren

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Ihr Lieben, meine Woche Urlaub in Holland naht und ich freu mich drauf!
Dass ich am kommenden Wochenende das Museumsuferfest verpasse, empfand ich bisher nicht als großen Verlust. Bis klar war, dass das Feinstaub dort eine eigene Bühne haben wird, auf der unter anderem pøpsicle spielen werden. Diese Band eines mir bekannten netten Menschen, habe ich nun schon mehrfach verpasst und das ist nun doch ein kleiner Verlust. Ein kleiner nur deshalb, weil es ja noch andere Gelegenheiten geben wird, hoffe ich.
Dem Verlust wurde allerdings noch eins drauf gesetzt, als ich erfahren mußte, dass zu Folklore im Garten in Wiesbaden, das am gleichen Wochenende stattfindet, die von mir hier bereits hochgepriesenen Kitty, Daisy & Lewis antreten, und zwar am Sonntag.

Also, wenn Ihr zur Entschuldigung nicht auch Euren Urlaub vorbringen könnt, dann nichts wie hin. Da kriegt Ihr was auf die Ohren!auf die Ohren!
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Freitag, 21. August 2009

Donnerstag, 20. August 2009

was sein muss, muss sein

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Bei dem Dreck und dem Wetter ist man ja quasi zum Nacktputzen gezwungen. Ich blogge wirr? Na, kein Wunder, bei dem Dreck und dem Wetter!
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Mittwoch, 19. August 2009

Schlemmen

.Da gibt es sicher Schlämmerfilet... (ha ha ha).
Schade, dass ich bei der Wahl dieses Jahr nicht vor Ort bin. Mal sehen, wie in Amerika darüber berichtet wird. Wenn ich da einmal Horst Schlämmer im TV sehe, schicke ich eine Postkarte an Hape. Könnte ja sein. Immerhin bekam man auch Vera Lengsfeld(s Dekolleté) im japanischen Fernsehen zu Gesicht. Und die will nicht einmal Kanzlerin werden.
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Montag, 17. August 2009

Isch hab Knie - isch bin Oma

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Ich muss zugeben, dass mir die Bewegungseinschränkung, die mein Meniskusriss mit sich bringt, ganz schön aufs Gemüt schlägt. Vielmehr schlägt sie mir nun auch noch auf die Hüften, wahrscheinlich weil ich so schepp* laufe, weshalb mir nun Knie und Hüften weh tun und das schlägt mir aufs Gemüt. Ich kann nicht lang sitzen und ich kann nicht schnell laufen. Ich kann nicht in die Knie gehen und wenn, dann komm ich kaum noch hoch. Treppensteigen ist ganz mies, aber ich wohne nun mal im vierten Stock.

Das Einzige was geht, ist Radfahren. Natürlich im Oma-Gang und auch keine 3 Stunden lang, aber derzeit die einzige einigermaßen sportliche Betätigung, die ich habe. Am Tollsten ist natürlich Schwimmen, aber das Schwimmbad meines Vertrauens und Vereins renoviert in den Ferien, juhu.
Deshalb hatte ich heute vor, mit dem Rad in einen anderen Stadtteil zu radeln, in ein anderes Schwimmbad und dort gelenkschonende Bewegung zu genießen.

Ich raffte mich nach einem durchgesessenen Tag also auf und packte meine Schwimmsachen, setzte mir den Fahrradhelm auf und verließ meine Wohnung, was mir nicht leicht fiel, da sie ausnahmsweise mal ruhig war. Das ist selten, denn mein Nachbar ist immer laut wenn er da ist und er ist leider so gut wie immer da. Das muss man tasächlich gegeneinander abwägen! Schlimm, aber wahr.

Unten im Hof, fiel mir auf, dass der Hinterreifen meines Rads ein bisschen mehr Luft vertragen könnte und so ging ich in den Keller und holte die Fahrradpumpe. Eine ganz tolle Standpumpe für Autoventile. Eine Sache von einer Minute, eigentlich. Aber was sonst zwei Handgriffe sind, will heute nicht gelingen. Der Ventilkopf, der sich sonst leicht am Reifenventil aufklemmen läßt, greift heute nicht. Ich ziehe, schraube, drehe und pumpe und dann zischt es und schließlich ist die Luft raus, nun vollständig. Ich ziehe Helm und Rucksack wieder ab, beuge mich knielahm und hüftweh über den Reifen, setze mich schließlich daneben, weil ich nicht knien kann und fluche zwanzig Minuten lang rum, bevor ich schweiß- und tränennass aufgebe.

Resigniert bringe ich die Pumpe wieder in den Keller und humpele dann wieder die vier Stockwerke hoch. Ich fühle mich wie eine Oma: schepp*, lahm, nicht in der Lage, sich selbst zu helfen. Eine Oma, die demnächst einen Zivi rufen muss, der ihr die Rollatorreifen aufpumpt.
Sicher tue ich vielen Omas unrecht mit dieser Pauschalisierung. Es ist nur so, dass ich gerade einen üblen Vorgeschmack auf das Alter bekomme und mir wird speiübel davon.

Oben angekommen stelle ich fest, dass auch mein Nachbar inzwischen angekommen ist. Seine "Affenmusik" (Man nehme: Cheetah aus dem Tarzanfilm zu DJ Ötzi-Beats und einem kleinen Schuss Boom-boom-pow der Black Eyed Peas, letzteres im Hinblick auf die Intensität des Basses) schallt mir schon im Treppenhaus entgegen. Und während mir das Wort "Affenmusik" durch den Kopf geht, wird mir klar, dass das irgendwie auch ein Oma-Asudruck ist.

Ich gehe also in die Wohnung und mache etwas Gymnastik mit dem Stuhl.
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*This is a hessisch Blog.
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Donnerstag, 13. August 2009

angeben

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Gestern morgen hörte ich im Radio, dass Carglass nun auch noch insolvent sei. Ich muss zugeben, dass mein erster Gedanke nicht den Mitarbeitern, die nun ihren Job verlieren würden, galt. Mein erster Gedanke war: "Juhu, endlich nicht mehr diese blöde, endlose und endlos nervige Radiowerbung."
Tatsächlich ging es aber um die Insolvenz von Escada und ich hatte einfach noch morgendliches Duschwasser im Ohr. Wäre auch seltsam, wenn Carglass gerade jetzt, da halb Deutschland sich einen Neuwagen zugelegt hat, bei dem man aufgrund seiner Neuwertigkeit sicher keinen Riss oder Sprung unbehandelt ließe, kaputt ginge.

Aber in der Krise sind ja viele Dinge möglich. So gab es Meldungen aus den Niederlanden, dass die "jokvakantie" zunimmt. "Jokken" bedeutet "Flunkern". Die Holländer, die sich keinen Urlaub leisten können, fühlen sich ärmlich dabei, dies gegenüber ihren Kollegen, (falschen) Freunden oder Bekannten zuzugeben und erhalten also die Illusion des Sommerurlaubs aufrecht.
Sie nehmen sich drei
Wochen Urlaub, schwärmen vorher von ihrem Reiseziel, bleiben aber zuhause in ihrem Sessel kleben und stehen höchstens mal auf, um unter die Sonnenbank zu gehen, um die Jokvakantie zu untermalen, bzw., in diesem Fall, aufzumalen. Oder sie verbringen ihren Urlaub am Rechner und laden sich Bilder aus Flickr runter, in die sie sich selbst reinphotoshoppen und die sie schließlich als fingiertes Beweismaterial benutzen.

Das mag mancher ärmlicher finden, als zuzugeben, dass man im Urlaub zuhause bleibt. Aber eigentlich ist es nur traurig, dass sich einige Menschen bei dieser Angabe ärmlich fühlen (müssen) und noch trauriger natürlich, dass sie sich eben keine echten Vakantie leisten können.
Schade ist jedoch vor allem, dass sie sicher alle zusammen einen netten Urlaub in der Heimat haben könnten, mit gemeinsamem Grillen im Garten statt allein im Fernsehsessel.

Mein Urlaub kommt noch, ich hab hier ja schon davon erzählt. Aber am Wochenende hab ich schon mal einen kleinen Kurzurlaub gemacht und auch ein Beweisfoto davon, ätsch.


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Freitag, 7. August 2009

FFM - Frankfurter Formulierungen Minis (1): Der Frankfurter Berlusconi

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Ein Kunde betritt das Kiosk in der Glauburgstraße, das von einem Afrikaner geführt wird.
Kunde und Kioskbesitzer kennen sich offensichtlich, zumindest ist das zu hoffen, in Anbetracht des folgenden Dialogs:

Kunde: "Guude, wieder aus dem Urlaub zurück?"
Kioskbesitzer: "Ja." (lächelt schüchtern)
Kunde: "Wo warste denn?"
Kioskbesitzer "Ostsee."
Kunde: "Unn? War schön?"
Kioskbesitzer: "Ja, schönes Wetter."
Kunde: "Ja, sieht man, bist ja schön braun geworden!" (ha ha ha)
Kioskbesitzer: (raucht und lächelt schief)
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Sonntag, 2. August 2009

Überraschungen im Urlaub

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... kann man natürlich auch erleben, obwohl man sich gut vorbereitet hat:

Und was passiert dort, wenn sie geschlossen haben, so hinter verschlossenen Republiktüren?
Weiß das jemand?
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Samstag, 1. August 2009

Noch ne Empfehlung

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Während meine Wenigkeit, wie nicht nur im letzten Post gesagt bzw. geschrieben, amerikanische Musik mag, wenn auch keineswegs ausschließlich, hat mein Blognachbar bekannterweise eine Vorliebe für Musik aus dem Vereinigten Köngreich. Und er hat einen Artikel - Was ist Britpop? - darüber geschrieben, den ich an dieser Stelle empfehlen möchte. Er ist zwar ellenlang, und ja ja, das wirkt auf viele Leser abschreckend, aber haltet durch: Der Artikel ist sehr lesenswert und außerdem recht kurzweilig und schön geschrieben.

Außerdem bekommt Ihr ja bei mir zur Zeit nicht viel zu lesen, da ich ja im Zuge meiner übertriebenen Urlaubsvorbereitung meine Zeit selbst fürs Lesen brauche und nicht ins Schreiben investieren kann, und so sei Euch diese willkommene Abwechslung ans Herz gelegt.

Eure Penjelly
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Freitag, 31. Juli 2009

Urlaubs-Serendipity

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Ich habe ja die von vielen belächelte Angewohnheit, im Zuge jeglicher Urlaubsvorbereitung thematisch zum Reiseziel Bücher zu lesen, Filme zu schauen und Musik zu hören. Nicht ausschließlich, aber schon sehr fokussiert.

Das hat den Vorteil, dass man nicht nur die Vorfreude auf das gewählte Urlaubsziel schürt, sondern tatasächlich einen sehr guten Einblick in die Mentalität eines Landes erhält. Denn was ist ein Land anderes als seine Menschen in ihrer Umgebung und wie kann man besser etwas über diese erfahren, als über ihre Kunst und Kultur?

Jedenfalls habe ich im Zuge der Vorfreude auf den bald anstehenden Kalifornien-Nevada-Arizona-Urlaub mir Filme (noch mal) angeschaut wie "Flucht aus Alcatraz" (interessant), "L.A. Story" (90er-Jahre-Witzigkeit), "Chinatown" (Nicholson ist immer gut) sowie "Bullitt" (ein Klassiker) und "Von Mäusen und Menschen" (so traurig). Außerdem Horrorfilme, äh Dokumentarfilme über die Flora und Fauna des Grand Canyon und alte Klassiker aus dem Gangster-Filmgenre mit James Cagney. Es sind noch "Die Straßen von San Francisco" auf der Liste, die ich aber leider nirgendwo auftreiben kann.

Ich habe mir mal wieder "alte kalifornische Musik" angehört, natürlich Lieder von "The Doors", "Janis Joplin" und den "Beach Boys" und Lieder wie "It Never Rains In Southern California" und "Let's Go To San Francisco". "Neue" Musik von der Westküste gibt es natürlich auch zuhauf und hört man sowieso im Radio. Wieviele Bands allein aus L.A. kommen, herrje, dazu gibt es sogar eine Liste in wikipedia. Am präsentesten ist wohl gerade Katy Perry, aber bei aller Liebe zur übertriebenen Beschäftigung mit dem Reiseziel - das geht nun wirklich nicht.

Meine Favoriten sind Calexico aus Arizona, die Musik klingt so schön nach Hitze, Weite und Trägheit. Und natürlich die Queens of the Stone Age und Cake. Und der Black Rebel Motorcycle Club und Weezer. Aber meine Hymnen sind California waiting und Arizona von den Kings Of Leon (natürlich). Im Grunde genommen bin ich musikalisch ohnehin schon sehr auf den Westen der USA eingeschossen, da muß ich nicht mehr eintauchen...

Am ergiebigsten und sinnvollsten zur Einstimmung auf das Urlaubsziel ist aber selbstverständlich das Lesen. Sehr empfehlenswert, natürlich auch unabhängig vom Reiseziel, sind Jack Kerouacs "Unterwegs" und John Steinbecks "Früchte des Zorns". Letzteres übrigens eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe.
Derzeit habe ich das amüsante "Las Vegas - Bekenntnisse eines Spielers" von Mario Puzo vor Augen und freue mich schon auf T.C. Boyles neuestes Werk "Die Frauen", das danach dran kommt. Es handelt von dem skurrilen Architekten Frank Lloyd Wright, von dem man einige
Werke in Kalifornien und Arizona bestaunen kann. Boyle ist ohnehin der Lieferant schlechthin für prägende Eindrücke aus der Gegend.

Das Schöne an so einer Fokussierung ist, dass eins zum anderen führt, immer weiter, auch über den Urlaub hinaus. Serendipity. Mein Lieblingsprinzip.

Ich lass mich da gern belächeln.
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