Freitag, 6. Februar 2009

Frauen-Probleme


Mir ist etwas passiert, das mir in den letzten (bald) 36 Jahren noch nie passiert ist: Ich habe meine Schlüssel verloren.


Mein Schlüsselbund wurde in letzter Zeit immer dicker und schwerer und so habe ich vor sechs Tagen beschlossen zu tun, was ich zuvor bewußt immer vermieden habe: Ich habe meine Privatschlüssel von den Firmenschlüsseln getrennt um fortan zwei Schlüsselbunde zu haben.
Das Ganze ging einen Tag gut und dann waren die Firmenschlüssel weg.

Es mag sein, dass es ein wenig unbequemer für mich gewesen wäre, wenn es die Privatschlüssel gewesen wären - obwohl vielleicht auch nicht, ich hätte vor verschlossener Haustür gestanden und Unterschlupf beim Liebsten suchen müssen, das wäre so unbequem nicht gewesen. Aber auch wenn es Schlüsseldienste und neue Schlösser erfordert hätte, es wäre mir so viel lieber gewesen!
Diesen Faux-Pas vor mir selbst zu rechtfertigen und dafür aufzukommen wäre das kleinere Übel gewesen gegenüber der peinlichen Lage, in die ich mich nun katapultiert habe. Berufsbedingt habe ich nämlich Zugänge zu einigen Bereichen mit komplexen Schließanlagen und somit ist der Schaden, den ich hiermit unbeabsichtigt meinem Arbeitgeber zufügte nun nicht eben gering gewesen.
Gut, was geschehen ist, ist geschehen. Es mußte sofort reagiert und das Risiko beseitigt werden und wenn der Schlüssel jetzt noch auftaucht, hilft es auch nichts mehr, er ist wertlos.

Dennoch läßt es mir keine Ruhe. Es gibt eine Zeitspanne von genau 20,5 Stunden zwischen dem erinnerten Moment "da hatte ich ihn noch" und dem traumatischen Moment "da fiel mir auf, dass ich ihn nicht mehr hatte". Und jede einzelne Minute dieser 20,5 Stunden bin ich in den letzten Tagen im Geiste durchgegangen. Jeden Menschen, jeden Ort und jede Bewegung, die eine Rolle in dieser Zeitspanne gespielt hat, habe ich noch einmal vor meinem geistigen Auge gehabt und wenn ich nicht meine Gehirnzellen mit Rückerinnerung überanstrengt habe, dann habe ich erfolglos in Wohnung und Büro das Unterste nach oben gekehrt.
Ich habe mit vielen Menschen telefoniert, in Boutiquen, Bars, Büchereien, wo man eben abends so ist. Ohne Ergebnis.
Ich habe mit einem Herren vom Fundbüro von Karstadt gesprochen, der mich fragte, was mein Schüsselbund für Merkmale hätte und mußte antworten, dass etwas Pinkfarbenes dran sei. Ich kam mir tief auf den Grund der Dämlichkeit gesunken vor, eine Frau, eine Cindy aus Marzahn, die anruft und verzweifelt nach ihrem verlorenen Schlüssel fragtund nichts anderes sagen kann als "da ist was Pinkfarbenes dran". Mein Firmenschlüssel hatte nicht etwa irgendein Schischi dran, keine Diddlmaus oder Bommel oder sowas. Aber dem Büroschlüssel hatte ich einen "Key Cover"-Monkey übergezogen, der, passend zum Schloß zu dem der Schlüssel gehört, einen eher neutralen Gesichtsausdruck hat. (guckst du hier)

Ich habe mir von der altklugen Frau im Fundbüro anhören müssen, dass es quasi eine Frechheit ist, jetzt schon anzurufen, da eine Nachfrage erst nach 2-3 Wochen nach dem Verlust sinnvoll ist, was ja irgendwie nachvollziehbar ist, aber in meinem Fall nun mal nicht weiterhalf. Der Mann im Fundbüro der VGF war da schon netter, schob mir seine Nummer über den Tresen und meinte, ich solle ruhig immer mal wieder anrufen.

Es ist also vorbei. Mein Schlüssel und ich, wir sind getrennt. Aber ich kann einfach nicht loslassen. Es treibt mich um.

Trost spendet mir an dieser Stelle diese Seite: DABA-girls. (Dating a banker anonymous).
Das sind doch wirklich mal Frauen mit Problemen! Frauen, die mit einem Banker liiert sind und nun aufgrund der Wirtschaftskrise ihrem Lebenswandel nicht mehr nachgehen können, weil der Liebhaber sparen muss. Weniger shoppen, weniger Wellness, weniger Restaurants - die dritte Welt der High Society - es ist herzzerreißend zum kotzen.

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