Montag, 15. Juni 2009

Hochs und Tiefs


Mein Hoch des Tages heute war, dass ich mit meinem neuen Fahrrad, einem wunderschönen
Hartje, nach der Arbeit in die Stadt fuhr, um Erledigungen zu machen. (Ich mußte mal wieder Babygeschenke besorgen, in letzter Zeit wird unheimlich geworfen.)
Jedenfalls fahre ich sonst nie in die Stadt, also nicht eigenhändig, bzw. eigenfüßig, also nicht mit dem Fahrrad, sondern stets mit den Öffentlichen.

Ich kann mich nicht locker machen, wenn mein Fahrrad irgendwo unbeaufsichtigt, wenngleich angeschlossen, und allein, wenngleich inmitten von heterogenen Menschenmassen, herumsteht und meiner harrt. Zugegeben, ich bin darin neurotisch.
Parke ich mein Rad, flitzen meine Augen gleich umher und sehen in jedem Passanten einen potenziellen Fahrraddieb. Ich drehe mich beim Gehen noch mehrere Male nach meinem Rad um, schau, ob es gut steht, wirklich abgeschlossen ist, obwohl das Abschließen keine halbe Minute zurückliegt und ob schon jemand Verdächtiges drumherum streicht.

Was Fahrräder angeht bin ich ein gebranntes Kind. Nicht nur aufgrund eines fiesen Unfalls im zarten Alter von 16, sondern auch aufgrund von sage und schreibe 4 Fahrraddiebstählen in meinem bisherigen Leben. Das sollten eigentlich so viele sein, dass es reicht und ich den Wahrscheinlichkeitsrechnungen nach nun beruhigt sein sollte.
Wohlgemerkt wurden all diese Fahrräder aber nicht etwa in der kriminellsten Stadt Deutschlands, meinem Frankfurt, entwendet, sondern in einer harmlosen Vorstadt, wo ich meine Kindheit und Jugend verbrachte. Gut, in Frankfurt wurde mir mein Mokick zerstört, was besonders arg ist, wenn man damit eigentlich nachts um halb vier, wenn keine Bahnen mehr verkehren, nach Hause fahren wollte (eben nach Flörsheim). Aber das ist eine andere Geschichte.
Den letzten Fahrraddiebstahl, den ich auf der Polizeistation in Flörsheim meldete, wurde übrigens mit dem lapidaren Ratschlag quittiert: "Schauense doch mal hinten im Asylantenheim nach." Stattdessen bin ich weggezogen.

Heute jedenfalls habe ich die Traumata von Unfällen, Diebstählen und Vandalismus überwunden und mein Rad der Großstadt ausgesetzt. Ist alles gut gegangen. Ich hab mir nicht den heitersten Tag dafür ausgesucht, fuhr durch Regen, Sturm und Berufsverkehr, aber es gab ein Happy End.
Mein Hoch des Tages!
Mein Tief des Tages war übrigens, dass ich eine Taube hab Kotze picken sehen.

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Kommentare:

Saschomat hat gesagt…

Das Spezialized sah cooler aus :-)
Trotzdem viel Spaß !

billy hat gesagt…

Dreh Dich lieber noch fünfmal mehr um! Meins wurde nämlich just am gerade vergangenen Sonntag gestohlen. Vorm Beach-Club, wo ich nur mal eben zwei Stündchen lecker abchillen wollte. Wo auch eigentlich immer genug Menschen und insbesondere finster dreinschauende Türsteher und Parkplatzwächter rumstehen, die vermutlich alle angestrengt weggeschaut haben. Na ja: Offenbach halt...
Hat mal eben jemand 400 Euro über?