Montag, 12. Dezember 2011

bin da

Melde mich nach einem Monat im Zeichen des Umzugs und ohne Internetz zurück. Versinke noch ein wenig im Chaos und bin schwer am Schuften. Demnächst mehr.

Hier meine neue Adresse:


Montag, 14. November 2011

Pling, Rauchmelder, plingelingeling. Pling, Melder pling.

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Neulich nacht wälzte ich mich in wirren Träumen. Immer wieder schlug ich zweimal mit einem Messer gegen ein Glas als wolle ich eine Rede halten. Ich schlug recht enervierend laut gegen das Glas - pling-pling. Schon von mir selbst genervt murlmelte ich im Schlaf zu mir selbst "Warum machstndasndauernd?", wovon ich selbst erwachte. Und prompt mußte ich feststellen, dass das Geräusch, das ich im Traum zu machen glaubte, ziemlich real war. In meiner Wohnung. Mitten in der Nacht. Da wurde mir schon einen Moment lang mulmig, als ich da so im Dunkeln lag, allein mit pling-pling. Das ist der Stoff, aus dem zumindest der Anfang eines Thrillers entstehen kann.

Doch der Nervenkitzel verflog recht schnell als das Licht an und die Quelle des Geräuschs ausgemacht war, bzw. nicht ausgemacht war, da sich nichts ausmachen ließ. Das Geräusch kam nämlich aus meinem Rauchmelder an der Schlafzimmerdecke und zwar alle 30 Sekunden. Pling-pling. Das war nicht weiter aufregend hinsichtlich irgendeiner Rauchentwicklung. In meiner Noch-Wohnung (ich ziehe bald um) gibt es noch zwei weitere Rauchmelder, die jedoch stumm an der Decke so vor sich hin klebten. Abgesehen davon war Rauch auch weder zu sehen noch zu riechen. Viel Lärm um nichts also.

Ich holte einen Stuhl aus dem Nebenzimmer auf den ich kletterte um dem Störenfried zu Leibe zu rücken. Aber alles Rumnesteln führte zu nichts. Der nächste Schritt bei Problemen mit widerspenstigen Geräten ist das Lesen der Gebrauchsanweisung. Um diese zu holen, ging ich wieder ins Nebenzimmer, wo ich unvermittelt vor einer Menge Kartons stand. Unvermittelt natürlich nur deshalb, weil ich noch nicht ganz wach war. Denn ich hatte all diese Kartons ja im Hinblick auf den nahenden Umzug selbst gepackt. Und in einem von ihnen war nun die Gebrauchsanweisung. Unmöglich an sie ranzukommen.

Es half nichts - das Internet mußte befragt werden. Also schreckte ich den Rechner hoch, der das um die nachtschlafende Zeit ja auch nicht unbedingt gewohnt ist. Das Netz lieferte den Hinweis, dass Rauchmelder, die in Intervallen auf sich aufmerksam machen, einem mitteilen wollen, dass ihre Batterie gewechselt werden muss. Das war mir zwar nicht neu, aber bisher hatte ich das Vergnügen, eine solche Mitteilung zu vernehmen, noch nicht in meiner eigenen Wohnung gehabt und mußte mich nicht selbst darum kümmern und schon gar nichts nachts. Eine passende Batterie würde ich auf keinen Fall vorrätig haben, aber egal, die alte mußte auf jeden Fall raus! Wie, stand leider nirgendwo geschrieben.
Ich stieg wieder auf den Stuhl um den Rauchmelder gezielt nach einem Batteriefach zu untersuchen. Aber was lasen meine müden Augen stattdessen? "Battery not replaceable" stand weiß auf weiß auf dem doofen Kunststoffding. Pling-pling.

Vom Stuhl ging es also wieder runter ins Netz, in dem mir schließlich offenbart wurde, dass - anders als bei der anschraub- und wiederaufladbaren Variante - bei der billigen anklebbaren Wegwerf-Variante nicht anders zu verfahren sei, als diese zu entfernen und auszutauschen. Na, prima. Rauf auf den Stuhl und an dem immer noch quälend laute Signale ausstoßenden Ding gezerrt und gerüttelt bis es sich widerwillig von der Decke löste. Das heißt: Nur von dem Großteil der Decke. Einen kleineren Teil von ihr nahm es mit. Putz rieselte mir aufs Haar und ins Gesicht. Pling-pling.
Ich brachte den Quälgeist in die Küche, von wo aus er mir mit unerschütterlicher Regelmäßigkeit hinterher schrie, während ich Rechner und Stuhl in ihren üblichen Nachtstatus zurückversetzte. So sah ich mich gezwungen, den Rauchmelder schließlich mit mehreren Geschirrhandtüchern zu knebeln und ihn für den Rest der Nacht unter einem umgestülpten Putzeimer gefangen zu halten. Wobei der Rest der Nacht inzwischen nur noch aus ein, zwei frühen Morgenstunden bestand. Ich legte mich wieder hin und schlief zu einem entfernten, regelmäßigen, gedämpften Pling-pling wieder ein. Immerhin hielt ich keine Reden mehr im Traum.

P.S. Der Rauchmelder wanderte am nächsten Tag in den Keller, wo er auf seinen bereits verständigten Henker wartete. Da dieser aber offenbar Verspätung hatte, hörte ich noch mehrfach im Laufe des Tages ein klägliches, schwaches pling-pling durchs Treppenhaus klingen.

P.S.2: Wenn man so ein Rauchmeldergeräusch erstmal in seine Träume integriert, bis man davon aufwacht, hat man bis dahin nicht schon längst eine Rauchvergiftung?
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Freitag, 21. Oktober 2011

The Sulk in Hochform

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Nachdem "The Sulk" dem irritierten Kollegen die Tür aufgehalten hat mit den Worten "beauty for age", setzt es noch am selben Tag einen drauf mit dem weisen Spruch:
"Der Klügere läßt nach."

Müssen wir den Klügeren wohl mal motivieren: Bitte, überlass das Feld nicht den "Sulks".
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Montag, 10. Oktober 2011

Kreativität im Keime erstickt

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Da hat man doch gleich schon gar keine Lust mehr...

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Sonntag, 2. Oktober 2011

(red) back

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Liebe Leser,
I'm back.

Die letzten vier schönen Wochen habe ich in Australien verbracht und obwohl ich so einigem Getier begegnet bin, das den Aufenthalt durch einen kleinen Stich oder Biss weniger schön hätte machen können, ist alles gut gegangen und ich habe mich lediglich an Holz vergiftet. Ja, an Holz. Da macht man sich vorher Gedanken über giftige Schlangen und Spinnen und dann vergiftet man sich beim Feuerholzsammeln! Für Einheimische ist es fast normal, dass das passiert, und da die Gelassenheit der Aussies glücklicherweise auf einen überzuspringen vermag, war bald alles wieder gut.
Außerdem: Lieber von Holz als von einer Schlange oder Spinne gebissen werden, sonst wird man womöglich "versehentlich getötet", wie in dem folgenden wunderbaren kleinen Liedchen beschrieben. Mein erstes Mitbringsel von down under für Euch.

Eure Penjelly
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Freitag, 26. August 2011

Das Unmündigkeits-Mem

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Im Zuge der Umgestaltung unserer Büroräume, haben wir auch neue sanitäre Anlagen erhalten. Ganz schicke, eckige Waschbecken mit Wasserhähnen um die je nach eingestellter Wassertemperatur ein Ring leuchtet. Rot bei heißem Wasser, blau bei kaltem und konsequenterweise rosa wenn das Wasser warm ist. Diese Wasserhähne haben Bewegungsmelder, reagieren also, wenn man die Hände (oder sonst was) drunter hält. Man muss dann nach dem Händewaschen nicht mehr mit sauberen Händen den sicher ganz schlimm verpilzten, bakteriell verseuchten Hahn zudrehen (den aber ja ohnehin nie jeamnd anfaßt). Es ist nicht so, dass ich diese Wasserhähne nicht kennen würde. Aber ich hatte sie bisher nicht im Alltag, ich hatte sie nicht verinnerlicht. Nun, da ich mir mehrmals täglich fünf Tage die Woche die Hände unter solchen Hähnen wasche, habe ich mich sehr an sie gewöhnt. Zu sehr.

Denn so verhält es sich mit Dingen, die dem Menschen Handgriffe oder Denkprozesse abnehmen:
Sie verunselbständigen den Menschen und lassen ihn leicht verdummen. Man merkt sich keine Nummern mehr, denn sie sind alle im Handy. Man muss nicht mehr den Blick für die Parklücke haben, denn man hat ja die Einparkhilfe. Inzwischen gibt es sogar Autos, die per Knopfdruck selbständig einparken. Hände weg vom Lenkrad und los.
Apropos Hände. Ich fange an unter sämtlichen Wasserhähnen rumzuwedeln und gucke dann dumm aus der Wäsche, wenn nichts passiert. Zwar nur für eine hundertstel Sekunde, bis ich registriere: ich muss was tun, damit Wasser kommt, drehen oder hebeln oder vielleicht auch ein Fußpedal treten. Aber selbst diese hundertstel Sekunde schafft es, dass ich mir sehr blöd vorkomme.

Bis ich alt bin ist es sicher soweit, dass man seine Hände und seinen Verstand gar nicht mehr benutzen muss. Dann werde ich froh darüber sein. Dann rufe ich meinen Rollator, der sich vor meinem Sessel in die richtige Position rollt, während meinen Sessel mich auf einen Fingerzeig hin bereits paßgenau in den Stand hieft. Und dann ab zum Bingo.
Aber altert man nicht vielleicht schneller, wenn man sich nicht mehr "bemühen" muss?
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Dienstag, 16. August 2011

figure it out

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Wer letzte Woche in der Nacht von Montag auf Dienstag, zufällig mein Blog gelesen hat, der wird dort vielleicht einen Text gelesen haben, der inzwischen nicht mehr verfügbar ist. Was daran liegt, dass ich ihn entfernt habe. Weil ich mit ihm eine Grenze überschritten habe, die ich eigentlich nicht überschreiten wollte und will. Sprich: Ein Umfeld und eine Person wurden zu eindeutig beschrieben, so dass mir nicht ganz wohl dabei war, trotz kreativer Freiheit.
Wie sollte nicht einer meiner Millionen Leser ausgerechnet diese eine Person wiedererkennen? Oder gar diese Person selbst sein? Und schwupps: Klage, Schadensersatz, Ruin. Jahaa, so schnell geht das. Dabei wollte man gar niemanden verunglimpfen, sondern nur ein paar köstliche Unglaublichkeiten aufs Blog-Buffet bringen, sie sich von der Seele schreiben und wagt es dann nicht, weil es die Protagonisten eben tatsächlich gibt - auch wenn es manchmal nahezu unglaublich ist, das es sowas gibt.

Neulich aber besuchte ich die hervorragende Lesung von Axel Hacke und er brachte die Lösung. Der werte Herr Hacke erklärte, dass in seinen Geschichten eigentlich nur fünf Hauptpersonen in Erscheinung treten: Er selbst, seine Frau, sein Sohn, sein Kühlschrank Bosch (mit dem er spricht) und sein Freund Bruno. Dieser Freund Bruno ist aber keine wirklich Person. Bruno ist viele.
Das gefällt mir. Denn abgesehen davon, dass es beim Schreiben einiges erleichtert, hat diese Symbiose von Charakteren den Vorteil, dass niemand behaupten kann, dass "Bruno" eine Darstellung allein der eigenen Person ist, denn "Bruno" ist viel zu vielgesichtig. Jeder kann sich dann und wann in "Bruno" wiedererkennen - und auch wieder nicht. Das mindert weitestgehend das Risiko einer Persönlichkeitsverletzung.

Mein "Bruno" erhält den Namen "The Sulk".
Jeder kann sich in "The Sulk" verwandeln. Er wird dabei nicht zwingend groß und grün und grob, aber durchaus schon mal unheimlich und erschreckend und ein bisschen irre. Was nicht ausschließt, dass es sich bei "The Sulk" im Grunde um eine liebenswerte Person handeln kann. Muss aber nicht. (Darauf sollte man dann aber gegebenfalls gar nicht zu sehr eingehen, sonst erkennt sich doch noch jemand wieder.)

Im Grunde ist "The Sulk" eine multiple Persönlichkeit. Was bedeutet, dass ich womöglich nicht blo
ß eine Persönlichkeitsklage am Hals haben werde, sondern von jeder Persönlichkeit eine.
Womit ich wieder am Anfang stehe...

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Mittwoch, 27. Juli 2011

Samahani

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Die Frage, was eigentlich die Chinesen sagen, wenn sie dasselbe ausdrücken wollen wie wir, wenn wir sagen "Sprech ich Chinesisch?" ist nicht neu. Auch nicht die, was die Spanier sagen, wenn sie dasselbe ausdrücken wollen, wie wir, wenn wir sagen "Das kommt mir spanisch vor." (Sie sagen "Das kommt mir chinesisch vor.")
Mich beschäftigt eine andere Frage...
In der Kantine von den Kollegen befragt, wie es mit den Möbelpackern gelaufen ist, ließ ich mich zu dem Ausdruck "Ach, offenbar sprech ich Suaheli" hinreißen. Noch die letzte Silbe auf den Lippen blicke ich plötzlich in das fragende, jedoch erstaunte und freundliche Gesicht des neuen Kantinen-Mitarbeiters, eines Schwarzen, der plötzlich neben mir steht.
Ich komme mir ertappt und blöd vor und frage mich: Wie komme ich aus der Nummer raus?
Gar nicht natürlich. Ich kann nur debil lächeln, obwohl ich selbstverständlich nicht weiß, ob er aus Ostafrika kommt und selbst Swahili spricht. (Allerdings meinte ich seinem Blick zu entnehmen, dass er wesentlich mehr verstanden hat als die Möbelpacker.) Die Wahrscheinlichkeit, dass in unseren Gefilden jemand Swahili spricht ist nun mal noch geringer als die, dass jemand chinesisch spricht. "Sprech ich Suaheli?" ist quasi die Steigerung von "Sprech ich Chinesisch?".
Trotzdem empfand ich es als sehr optimistisch, als gestern in einem Frankfurter Geschäft ein Gespann von chinesischen Touristen die Verkäuferin allen Ernstes fragte "Do you speak chinese?".

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Montag, 18. Juli 2011

Eilmeldung

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"Arme Flachdachbauten werden jetzt aus dem peinlichen Fahrwasser von Berlusconi befreit und umbenannt!"


Anregung: Es gibt da eine Stadt im Landkreis Nordvorpommern, die sollte man vielleicht auch umbenennen. Immerhin heißt sie wie der so gekürte "peinlichste Berliner".
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Dienstag, 12. Juli 2011

Always ultra carefree mit Vader Abraham

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Anders als bei anderen Radiosendern (sind wohl derzeit einfach mein Thema, die Radiosender), hört man bei Radio X doch immer wieder "Lieder", die man tatsächlich niemals zuvor gehört hat. Zugegeben: Besser ist das nicht unbedingt, aber doch unterhaltsam.
Ich jedenfalls hatte bis gestern noch nie das Vergnügen, DIESES hübsche Liedchen zu hören. Über das Lied selbst habe ich Kalkofe nichts hinzuzufügen.
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Montag, 27. Juni 2011

Flashmob killed the Radio Ga Ga

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Ich habe ja schon öfter erwähnt, dass ich sehr bedauere, dass es kein wirklich gutes, regionales Radio im Raum Frankfurt gibt (ja, es ist heute wieder mein Thema, das Radio und sein überwiegend schlechtes Musikprogramm.). Natürlich kann ich gutes Radio hören, solange mein Rechner läuft. Morgens im Bad ist das aber nun mal nicht der Fall.

Nun lief gestern in eben diesem Bad das Radio und es liefen die Hörer-Wunschhits. Einer schlimmer als der andere. Erst hab ich resigniert. Wenn die es nicht anders wollen und offenbar so zufrieden mit dem Müll sind, der im Radio läuft, dass sie ihn sich sogar wünschen, wenn sie mal die Gelegenheit für eigens zusammengestelltes gutes Musikprogramm hätten - nun, dann ist wohl Hopfen und (Sch)malz verloren.

Aber umgekehrt wird ein Schuh(bidu) draus. Wenn die Radio-Programmchefs sich auch nur im entferntesten daran orientieren, was sich die Leute so wünschen, dann wundert ja nix mehr. Wieso also den Deppen kampflos das Feld überlassen? Es ist wie beim Wählen gehen: Wer nicht wählt, darf sich hinterher nicht beschweren. Wenn nun andere Leute anrufen würden, als die ewig Gestrigen mit ihrem "ich wünsche mir für meine Frau 'Unter deiner Flagge' von Unheilig..." und "ich grüße die ganze 6a und alle die mich kennen mit Lady Gaga..." und ihrem "wünsche mir für alle die wie ich im Stau stehen von Bon Jovi 'We weren't born to follow'...", dann würden sich die Programmchefs, die selbst ja eh offenbar keine Ahnung von Musik haben, vielleicht mal umorientieren.
Möglicherweise läßt sich mit einem Flahmob im Radio was ändern. Wenn bei den Wunschhits nun ein Haufen Menschen anrufen würden, die sich einfach ein gutes Lied wünschen und damit den Programmchef grüßen... wer weiß?
Aber ich bin nicht bei Facebook und kann daher kaum so etwas anzetteln. Bleibt wohl doch nur der Internetradio-Empfänger fürs Bad.
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Dienstag, 21. Juni 2011

Sommeranfang

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Meine Solar-Queen winkt seit Tagen nicht mehr.
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Donnerstag, 16. Juni 2011

Brustvergrößerung

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Warum sich nicht mal die richtige Körbchengröße zurecht stricken, als gleich der Liebsten ne Brust-OP zu spendieren?

gesehen in Berlin, an der Oberbaumbrücke
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Dienstag, 7. Juni 2011

Mmm Bob*

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Ich rechne jeden Morgen mit dem Durchbruch und sehe mich schon in Unterhose vor Bob dem Baumeister stehen.
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*Titel ist der Titel eines (One-)Hits von Hanson.


Montag, 6. Juni 2011

Bauarbeiter auf Entzug

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Aus irgendeinem Grund konnte ich gestern nacht nicht einschlafen. Vielleicht hab ich schon gespürt, dass da ein "manic monday morning" auf mich wartet und war innerlich unruhig. Da also an Schlaf nicht zu denken war, habe ich mein Buch ausgelesen. War eine Leihgabe einer Kollegin und ich hatte dann irgendwie heute nacht auch den Ehrgeiz, es ihr heute zurück geben zu können. Hat geklappt.
Um halb drei habe ich dann die Weckzeit etwas weiter nach hinten verschoben, damit ich wenigstens über fünf Stunden Schlaf käme. Als der Wecker morgens schließlich losging, konnte ich ihn allerdings nicht hören. Denn da war bereits seit Punkt sieben ein alles übertönender Dezibelanschlag in vollem Gange. Die Wand zum Nachbarhaus, das derzeit kernsaniert wird, schrie unter der Schlagbohrerpenetration. Auf dem Baugerüst links von meinem Schlafzimmerfenster schrien die Bauarbeiter. Und vorm Haus schrien die Bäume unter der schreienden Säge, die sie zurecht stutzte. Manche Menschen schneiden Pflanzen nur bei Vollmond, die Stadt schneidet Pflanzen nur früh morgens. Und die Bauarbeiter schienen nach dem langen Feiertagswochenende nahezu auf Entzug. Ich machte mich darauf gefaßt heute im Büro mal wieder einen Anruf von meiner Vermieterin zu bekommen. Nur würde sie heute nicht sagen "Da ist ein Päckchen für Sie angekommen, das können Sie sich nachher bei mir abholen." Sondern sicher würde sie sagen "Da ist ein Bauarbeiter bei Ihnen durch die Wand gekommen, den dürfen Sie nachher in Ihrem Wohnzimmer begrüßen."
Ich beeilte mich mit der Morgentoilette um möglichst rasch aus dem Haus und ins vergleichsweise ruhige Büro zu kommen. Als ich beim Aufbruch wie immer am Briefkasten nach meiner Tageszeitung griff, hatte ich statt wie gewohnt den Tagesspiegel doch tatsächlich die BILD in der Hand. Überrascht hat mich das zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Wenn schon, denn schon.
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Dienstag, 31. Mai 2011

Jörg, Luise und die Gurke

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Zwei Freisprüche heute - für Kachelmann und für die spanische Gurke.
Beide werden wohl noch eine Weile mit der Rufschädigung zu kämpfen haben.
Mir wäre lieber, man würde der Gurke Vergewaltigung vorwerfen und Kachelmann als EHEC-Erreger identifizieren, dann wüßte man endlich, woran man ist.

Freue mich derzeit jedenfalls besonders über den eigenen Garten. Habe heute Erdbeeren geerntet und sie mir nach dem Pfücken direkt ungewaschen in den Mund geschoben. Herrlich, das ist Freiheit! Schmecken enorm gut, gar nicht wie die üblichen Erdbeeren. Was daher rührt, dass man bloß nicht mehr weiß, wie Erdbeeren schmecken sollten. Oder es liegt an der Sorte - Königin Luise. Die hat's drauf.

Es regnet endlich. Auch das eine Befreiung.
Gute Nacht.
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Dienstag, 10. Mai 2011

Die schwarze Liste

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Radiomukke, puh. Eigentlich muss man gar nicht viele Worte darüber verlieren, denn es ist eben: Radiomukke. Sagt schon alles.
Wenn mich jemand fragt, wie ich ein bestimmtes Lied finde und es gibt mir so gar nichts, beschreibe ich es sogar schlicht mit "Radiomukke irgendwie".

Im Radio läuft (wenn man nicht gerade radio1 hört) nun mal in 99 Prozent aller Fälle Musik, die man sich bei freier Auswahl nicht anhören würde. Darüber habe ich mich bereits, der "tainted love" überdrüssig, einst beklagt. Ich will mich nicht wiederholen. Aber das Erstaunliche ist ja: Seit meiner Klage von damals habe ich kaum noch Soft Cell im Radio gehört.

Verschwörungstheoretisch möchte ich mir gern vorstellen, dass da ein Zusammenhang besteht. Und deshalb lege ich jetzt nach. Mit einer kleinen Liste von typischen Radiomukke-Stücken, die immer und immer und immer und immer wieder über den Äther gehen, manche täglich mindestens einmal (was selbst gute Lieder ausleihern läßt).
Dabei sollten sie weder gedudelt, noch geduldet werden. Geächtet sind (Ergänzungen gerne):

Alannah Myles - Black Velvet
Natalie Imbruglia - Torn
Spin Doctors - Two Princes
Liquido - Narcotic
Chumbawamba - Tubthumping
En Vogue - Don't let go
Aura Dione - Song for Sophie

Beim Letztgenannten (dem Nesthäkchen der Liste) wird mir regelmäßig so schlecht, dass ich kaum glauben kann, dass diese Frau schon vorher einen Hit hatte, von dem ich bereits hoffte, dass er ein One-Hit-Wonder bleiben würde.
Denn auffällig ist, dass es sich doch bei diesen "Dauerdudlern" beinahe ausschließlich um One-Hit-Wonders handelt.
Vielleicht weist das darauf hin, dass versucht wird, Interpreten anteilsmäßig ungefähr gleich oft zu spielen, nur bei einigen eben leider einfach zu wenig Lieder (sprich: eins) zur Auswahl hat. Oder die anderen einfach nicht kennt.

Besonders blöd verhält es sich mit den Stücken, die nicht nur nerven, sondern einen auch noch an etwas Unangenehmes erinnern. So ergeht es mir mit dem dämlichen En Vogue-Schmachter...

Vor langer Zeit hatte ich einen sehr guten Freund, der für mich auch nie mehr war als ein guter Freund. Wir sind zusammen Motorrad gefahren, haben gemeinsame Motorradurlaube gemacht und schlicht viel zusammen abgehangen. Da er aber allgemein als Frauenschwarm galt, glaubte mir kaum einer, das ich mir da nicht mehr wünschen würde. Er selbst glaubte mir schon, zumindest bis zu diesem bestimmten Tag, nehme ich an. Da tat ich etwas, was subtil tatsächlich auf das Gegenteil hinwies. Dabei tat ich es vollkommen gedankenlos, aus der Not geboren und bar jeglichem Vermögen zwischen den Zeilen das zu erkennen, was alle anderen schließlich interpretierten.
Es war sein Geburtstag, es war mal wieder auf den letzten Drücker hinsichtlich des Geschenkes und ich mußte mir schnell was einfallen lassen. Da fiel mir ein, dass er neulich erwähnte, dass er ein bestimmtes Lied so toll fände. Also habe ich kurzentschlossen und eben ohne drüber nachzudenken, die Maxi dieses Liedes gekauft. Sicher, ein doofes Geschenk, aber Ideenlosigkeit happens.

Erst als er es auspackte und alle möglichen Leute um ihn herum "zeig mal" riefen, er die CD schließlich einlegte und sich alle ihren Teil dachten oder ihn auch sagten, fiel es auch mir wie Schuppen von den Augen: Ich vermittelte gerade etwas, das ich nicht vermittel wollte, weil es nicht stimmte. Aber da war es bereits zu spät und ich war peinlich berührt. Denn aus den Lautsprechern klang es:

What's it gonna be
Cuz I can't pretend
Don't you wanna be more than friends
Hold me tight and don't let go
Have the right to lose control
Don't let go
I often tell myself
That we could be more than just friends ..........

Inzwischen bin ich drüber weg, hören mag ich das Lied dennoch nicht.
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Donnerstag, 5. Mai 2011

Verwandtschaft?

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Heute ging ein pinkfarbener Wurm durch die Presse...


Nun, für alle die der pinkfarbene Wurm einen Scheiß interessiert, die sich aber die ganze Zeit fragen, an wen das Kind mit dem bockigen Blick einen zum Teufel noch mal erinnert, hier zu Eurer Erlösung die Lösung:


Mittwoch, 4. Mai 2011

Zunge außer Kontrolle

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Gestern im Kino Vorschau zu blödem Film gesehen und festgestellt: Der arme Vin Diesel hat einseitige Gesichtslähmung. .

Donnerstag, 14. April 2011

Kantinengedaddel

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Ich stehe in der Kantine vorm Süßigkeitenautomaten und überlege, wofür ich meine 60 Cent ausgeben will. Da sehe ich, dass ein Hanuta schon so weit vorne hängt, dass vielleicht zwei runter fallen könnten. Die Hoffnung hat man ja oft bei diesen Süßigkeitenautomaten mit der Spirale, die sich dreht, um die Ware nach vorne zu schieben und sie in den Freiraum unten zu spucken, in den man dann durch eine Klappe nach seiner Beute greifen kann. Es ist immer ein bisschen was von Glücksspiel dabei.
Das reizt mich natürlich, also wähle ich Hanuta. Die Spirale dreht sich, aber nicht weit genug, nur eines fällt herab. Allerdings hängt das zweite nun aber dermaßen am seidenen Faden (oder vielmehr an einer Ecke Folie), dass beim nächsten Spieler, äh Kunde ganz bestimmt zwei ausgegeben werden. Aber nicht mit mir!
Ich hechte zurück ins Büro, um mehr Kleingeld zu holen. Unterwegs male ich mir aus, wie ich immer wieder Geld in den Automaten werfe, in dem Glauben, das beim nächsten Mal ganz bestimmt zwei Waren herabfallen. Vielleicht könnte man den Süßigkeitenautomaten gleich zu einem einarmigen Banditen umbauen, dann kann man sich die Eingabe des Warencodes sparen. Bin ich auf dem Wege spielsüchtig zu werden? Dass ich meinen Kollegen um Kleingeld bitte, weil ich bei mir keines mehr finde, beantwortet die Frage ein bisschen.

Fokussiert eile ich zurück zum Automaten und wähle F1 für Hanuta. Die Spirale dreht sich und läßt zwei Hanuta frei. Mir entfährt ein Jauchzer der Freude.
Nicht, dass Hanuta unerschwinglich wären oder 60 Cent ein Riesenschnapp. Es ist auch nicht etwa so, dass ich verfressen wäre. Ich freue mich natürlich über das lecker Bonus-Hanuta, aber ich freue mich noch dazu genau auf die Art, wie sich daddelnde Leute im Pilsstübchen freuen, die plötzlich drei Kirschen vor sich sehen.
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Montag, 11. April 2011

Der gute alte Loriot

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für eine größere Ansicht bitte auf das Bild klicken
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Montag, 28. März 2011

Frühlingsfüße gefüllt in Hülle

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Das Wetter in der letzten Woche war herrlich, jeden tag Sonne. Nicht einen Tropfen Regen hab ich zu Gesicht bekommen. Ihr auch nicht? Ja, aber ich war in London und deshalb ist das bemerkenswert. Und obwohl Regen eigentlich irgendwie zu London dazu gehört, macht Sonnenschein natürlich auch diese Stadt attraktiver.

Weniger attraktiv und mir unverständlich ist, zu welchem Schuhwerk die aufkommenden Frühlingsgefühle die jungen Londonerinnen verleiten. Generell ist ja erstaunlich, dass Engländer/innen alle Klamotten von sich werfen, wenn die Sonne rauskommt. Es ist wie bei Vampiren - nur umgekehrt. Als könnten sie keine schützende Kleidung auf dem Körper ertragen, wenn ein Sonnenstrahl sie trifft.
Während unsereins noch in voller Funktionskleidung (winddichter Jacke, Neck Gaiter, Gore-Tex-Schuhe)* rumläuft, trifft man Londoner im T-Shirt und die Londonerinnen bauchfrei, kurzärmelig oder -röckig und häufig ohne Strümpfe in... ja, was eigentlich? Schläppchen?


Erst kam ich mir verweichlicht vor, aber als ich mehrfach in der U-Bahn neben Schleim hoch hustenden, röchelnden und schniefenden Teenies saß, machte ich mir eher Gedanken darüber, ob sich der Altersdurchschnitt der Londonerinnen bald gravierend heben wird.
Schläppchen jedenfalls allerorten und vor allem unabhängig von Gewicht und Volumen der Trägerinnen. Zumindest für Hallux Valgus Patientinnen dürfte der "Schuh" ein Traum sein, engt er doch nichts ein, läßt dem (Platt)Fuß jegliche Freiheit und hält durch die Abwesenheit eines Fußbettes von Fußmärschen ab, was dann auch nichts an Volumen und Gewicht der Trägerinnen ändern wird.
Ohne groß den Fokus darauf gelenkt zu haben, sprangen mir in Hülle und Fülle (na, mehr Fülle in kleiner Hülle) zig Exemplare ins Auge, bzw. in die Linse. Zu sehen im folgenden kleinen Mosaik. Und nein: Ich bin kein Fußfeti... (Wort kann ich hier nicht ausschreiben, sonst hagelt es wieder unanständige Werbekommentare.)

Zeigt her Eure Füße, zeigt her Eure Schuh....
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*in künstlerischer Freiheit natürlich übertrieben

Donnerstag, 17. März 2011

Worte finden, irgendwie

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Sooo, bevor ich einen ganze Monat ohne Posts voll mache, melde ich mich doch mal wieder zu Wort.
Es ist genug passiert in letzter Zeit, wozu man etwas schreiben könnte. Es fehlen einem jedoch glatt die Worte im Angesicht der Ereignisse.
Gut, andere finden immer Worte, seien es auch ganz andere als noch vor Monaten. Frei nach dem Motto "Was interessiert mich mein Geschwätz, äh Gesetz von gestern". Lassen wir das.

Um Worte ging es bei mir in letzter Zeit auch, allerdings nicht im Bezug auf das Blog. Mein "Penjelly" floß anderweitig: Ich habe an einem Schreibwettbewerb des "Tagesspiegel" teilgenommen und eine wirklich kurze Kurzgeschichte geschrieben. (Ganz allein, ohne zu guttenbergen.)
Die Kurze hat es nun tatsächlich ins Halbfinale geschafft. Gewinnen kann man allerdings nur, wenn man die Geschichte auch vor Ort vorträgt. Vor Ort ist in diesem Fall Berlin, wo ich am Tag der Veranstaltung jedoch nicht sein kann. Sei's drum. Gewonnen hab ich irgendwie so schon und ob ich nun noch weiterkomme und am End ein Jahresabo eines Berliner Theaters gewinne - egal. Berliner Theater gibt es jeden Tag im Fernsehen.

Das Ganze hat aber Spaß gemacht und wird sicher wiederholt.
Jetzt gönne ich mir jedoch erstmal eine Auszeit, fahre in den Urlaub und durchforste London nach Hochzeitstrash. Es soll ja tatsächlich ein Gericht geben, das aus Fleisch und Gemüse die Gesichter von William und Kate nachbildet. Werde versuchen, ein Beweisfoto mitzubringen.

Bis bald, Eure Penjelly
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Mittwoch, 23. Februar 2011

Ohne mit der Wimper zu zucken

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Eine Freundin aus jugendlichen Tagen hat einmal in einem Laden etwas geklaut. Wimperntusche, glaub ich. Jedenfalls etwas ganz Unbedeutendes. Kein geistiges Eigentum oder so. Sie wurde erwischt. Sie mußte gemeinnützige Arbeit in einem Tierheim leisten. Scheiße wegkratzen.
Nun frage ich mich: Wäre sie da drumherum gekommen, wenn sie sich entschuldigt und die Wimperntusche zurückgegeben hätte?
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Mittwoch, 9. Februar 2011

Mit Anstand geklaut

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Es gibt doch noch anständige Diebe. Derjenige welcher kürzlich meine Brieftasche entwendete, hat diese nach der Geldantnahme offenbar in einen Briefkasten geworfen. Danke, Dieb, dass Du Dich für Briefkasten anstelle von Mülleimer entschieden hast. Werde glücklich mit den 70 Euro, ich hoffe, Du hast sie im Casino gewinnbringend angelegt, Du arme Wurst.

Jedenfalls habe ich alles zurück. Also, bis auf das Geld. Welches ich auch hätte ausgeben müssen, wenn ich Ausweis und Führerschein neu hätte ausstellen lassen müssen. Welches ich natürlich gar nicht hätte investieren müssen, weder in Dieb noch Amt, wenn mir die Brieftasche erst gar nicht entwendet worden wäre. Aber sei's drum.
Das Wichtigste ist doch: meine Lush-VIP-Karte ist wieder da!
Da wußte der Dieb wohl nicht, was er in Händen hielt.

Und danke, Post. Hab mich noch nie so über Sie gefreut.
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Montag, 7. Februar 2011

Doppelgänger(in)

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Huch, ich bin ein USB-Stick.

Montag, 31. Januar 2011

aweng weg

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Vor 9 Tagen ist mir meine Brieftasche abhanden gekommen. Wie genau - ma waases net. Ich hatte sie noch, als ich nach dem Besuch der Duane Hanson-Ausstellung ein Poster im Museumsshop kaufte und hatte sie nicht mehr, als ich eine Stunde später im Café meinen Kuchen bezahlen wollte.
An der Garderobe im Museum gab es ein wenig Gerangel, ob ich dabei die Brieftasche ablegte (und liegen ließ) oder mir sie jemand aus der noch offenen Tasche nahm oder ob alles ganz anders war, vermag ich nicht zu sagen. Da sie aber niemand irgendwo abgegeben hat, hat dieser jemand wohl nichts Gutes damit vor. Neben dem Museum liegt übrigens gleich das Casino...
Das Ganze geschah nämlich in Baden Baden. Da lebt man jahrelang unbehelligt in der angeblich kriminellsten Stadt Deutschlands und dann passiert einem das in einem Kurort!

Alles Suchen und Nachfragen war jedenfalls erfolglos. Ziemlich erfolgreich ging dagegen das Sperren der Karten vonstatten. Ich brauchte nichts weiter tun, als einer Maschine meinen Namen und meine Kontonummer zu diktieren. Es ist übrigens nicht schön, in einem Moment, in dem man sehr aufgelöst ist und für einen jede Minute zählt, nur zu einer Maschine sprechen zu dürfen. Habe der Sache nicht recht über den Weg getraut, weil wir alle ja wissen, wie gut das mit der Spracherkennung bei solchen Hotlines immer klappt. Nicht? Ich schon.

Es hat jedoch tadellos geklappt und ging sehr schnell. Fand es dennoch bedenklich, dass dabei keinerlei Verifizierung erfolgte. Man könnte sämtlichen Menschen, von denen man Name und Kontonummer kennt, mal kurzerhand die Bankkarten sperren. Wie lustig, wenn man etwa den Ex-Freund oder die vormalige Freundin, die einem den Freund ausgespannt hat, oder beide, die sich auch gerade noch gemeinsam zu Urlaubszwecken im Ausland aufhalten, mal schnell mittellos machte. Mal sehen, ob das frische Glück dem Druck dieser Situation standhält. Was für ein Spaß.

Ich habe mit niemandem eine solche Rechnung offen und daher nur meine Bankkarten gesperrt. Aber natürlich ist alles andere auch weg: der Personalausweis, der Führerschein, die Krankenversichertenkarte, der Blutspendepass, der Bibliotheksausweis, der Videotheksausweis, die MuseumsCard, die ADAC-Karte und Geld.

Ich weiß, es ist daher total lächerlich, dass mich etwas anderes am allermeisten ärgert:
Der Verlust meiner Lush-VIP-Karte.

Es ist nämlich so, dass man bei Lush bei jedem Einkauf über 25 Euro einen Stempel bekommt und dann einen Einkauf über denselben Betrag umsonst, wenn man zwanzig Stempel hat. In jahrelangen Seifenexzessen habe ich sie liebevoll gesammelt. Ich hatte neunzehn Stempel.

Nun ja, vielleicht hat sich auch jemand einen Spaß erlaubt und meine Brieftasche in eines der Kunstwerke von Duane Hanson intergriert. Würde nicht auffallen, oder (s.u.)? Und vielleicht bekomme ich irgendwann Post aus Übersee, weil beim Wandern der Ausstellung aufgefallen ist, dass da ein Artefakt zuviel ist. Das wäre wiederum eine nette Begebenheit, die mich aweng dafür entschädigen würde, dass ich jetzt schon einen dieser doofen neuen Personalausweise bekomme.



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Dienstag, 11. Januar 2011

Buchbilanz reloaded

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Es gilt nun, rückblickend auf das letzte Jahr, zu schauen, ob ich meinen guten Vorsatz, wieder mehr Bücher (als die 15 im Jahre 2010) zu lesen, eingehalten habe.
Wieder könnt Ihr noch ein Weilchen die 2010er Liste hier neben unter penjelly picks einsehen, bevor ich mein erstes Januar-Buch durch habe und den Reset-Knopf in dieser Rubrik drücke.

Ja, toll. Ich habe ein Buch mehr geschafft. Vorsatz erfüllt, wenn auch eher mit ner 2- als ner 1+.

Ich habe drei Favoriten, die ich empfehlen kann:
William Boyd - Ruhelos (sehr spannend)
Nick Hornby - Juliet Naked (im Original zumindest wunderbar)
Irene Dische - Großmama packt aus (ganz feiner Humor)

Zwei Bücher habe ich "urlaubsbezogen" gelesen, also passend zum Urlaub auf Rügen.
Ada Castells' "Ein Leben lang"... Das Buch ist der Verlierer des Jahres. Ein biografischer Roman über Caspar David Friedrich. Nicht richtig schlecht, aber eben doch eher schwach.
Elizabeth von Arnims "Elizabeth auf Rügen" dagegen hat mir so gefallen, dass ich nach dem Urlaub gleich noch eins dieser lebenslustigen Dame gelesen habe.

Wer derzeit auf die Idee kommt, das aktuelle Buch von Christoph Maria Herbst zu lesen, der könnte stattdessen zu David Foster Wallaces "Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich" greifen. Gut, ich habe den Traumschiff-Report nicht gelesen, aber das genau deshalb nicht , weil ich das Gefühl hätte, einfach eine deutsche Variante des eigentlichen und sehr netten Originals zu bekommen. Darf mir natürlich aber eigentlich kein blindes Urteil erlauben.

So, guter Vorsatz für dieses Jahr: Wieder ein Buch mehr lesen!
Und ab geht's, mit Buch ins Bett.

Gute Nacht,
Eure Penjelly
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Montag, 10. Januar 2011

Gratisver(wahr)losung

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Hurrah!
Heute lag endlich der grüne Umschlag in meinem Briefkasten. Ich bin alle Sorgen los, weil ich sicher bald eine 2.500,-Zusatzrente erhalten werde.
Es wurde mir mehrfach zugesichert, dass es ganz sicher ist, das ich zu den wenigen Menschen in Deutschland (nur 6%!) gehöre, die eine sichere Chance auf eine lebenslange finanzielle Sicherheit haben und noch dazu in einer sicher schusssicheren Limousine von zuhause abgeholt und zu einer Luxusparty zu meinen Ehren gefahren werden, die ganz sicher umsonst ist.
Zugesichert wurde mir das von Frau Petra Geggus-Wiens. Ja, die heißt tatsächlich so, bzw. steht das tatsächlich so in einer angetäuscht echten Unterschrift unter dem Brief, obwohl es doch die Dame gar nicht gibt. Da hat man gedacht, je bescheuerter und ausgefallener der Name, umso glaubwürdiger. Unterstützt wird sie von Herrn Siegfried Cernjul. Haha.

Man muß nicht mehr viele Worte darüber verlieren, diese Tour wird ohnehin im Internet breit diskutiert. Was es allerdings umso erstaunlicher macht, dass dieses Schreiben immer noch verbreitet wird. Wahrscheinlich versucht man, die 6% zu erwischen, die kein Internet nutzen.
Senioren etwa. Oder die Hinterbliebenen von Senioren. So hat zum Beispiel der verstorbene Vater meines Freundes drei Monate nach seinem Tod ein "Für Sie"-Abo bestellt. Behauptete der Verlagsservice.

Das alles ist Humbug, Lug und Trug und das so offensichtlich, dass es nicht mal mehr weh tut. Nein, im Gegenteil.
Ich habe seit Tagen diesem grünen Umschlag entgegen gefiebert. Nachdem ich (wie viele andere) durch eine Postkarte das erste Mal informiert wurde, was auf mich zukommt, war die Vorfreude auf die Folgepost geweckt. Auf dieser Postkarte war nämlich ein Pseudo-Zugfahrplan abgebildet, der mir das Gefühl vermitteln sollte, man würde sich um eine Zugverbindung für mich bemühen, damit ich meinen Preis abholen kann. Großer Lacher.
Dann kam der zweite Brief - ein Feuerwerk an die Intelligenz des Lesers beleidigenden Formulierungen. Am besten gefällt mir das P.S. von Frau Petra Geggus -Wiens:
"Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Menschen sich die Chance auf Tausende von Euro entgehen lassen, obwohl sie persönlich zur Ziehung der Gewinner eingeladen werden! Das ist wirklich schade!"
oder
"Sie werden im Mittelpunkt unserer Gewinnerparty stehen und in den besten Restaurants essen."

Heute kam dann der finale, angekündigte grüne Brief, den ich irgendwie neu zusammengeklebt wieder zurückschicken soll. Und dann kann es losgehen: Gratis erhalte ich jede Menge ungewollte Zeitschriften-Abos und einen Haufen Werbemüll in meinen Briefkasten, anstelle des angepriesenen Audi TT Coupé, max. Leistung 200PS, vollsynchron. 6-Gang-Getriebe, Höchstgeschwindigkeit 240km/h, Beschleunigung von 0-100 km/h: 6,6 Sek., blablabla.
Dabei wäre ich doch schon mit dem "superpraktischen Uhrenrechner" zufrieden, den ich als Geschenk erhalten soll...

Wenn von meinen wenigen Lesern auch nur einer ebenfalls diese Post erhalten hat, wovon ich ausgehe(!), weiß man, dass Reader's Digest den Milchmädchenrechner benutzt hat, um auf nur 6% gebeutelte, äh gewinnbegünstigte Einwohner zu kommen.

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Sonntag, 9. Januar 2011

Neustart

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Nicht nur, dass die kleine Westerwelle nicht zurückweichen will, nun haben wir auch noch Hochwasser. Schon gesehen, dass wir inzwischen in Frankfurt am Rhein leben? Hunderte von Joggern sind ihrer Laufstrecke am Ufer beraubt. Zu allem Übel können sie sich derzeit nicht mal reinen Gewissens mit Eiern zum Frühstück stärken.

Dafür war es gestern so schön warm, perfektes Laufwetter. Glücklicherweise ist der Park nicht überflutet und ich habe nicht nur den ersten Lauf in diesem Jahr gemacht, sondern den ersten richtigen Lauf seit einem Jahr. Habe ja zwischenzeitlich versucht zu walken, hat sich aber nicht durchgesetzt. Juhu, bis jetzt haben die Knie auch noch nicht gemuckt. Werde das langsam steigern und beobachten.
Hoffe ich. Denn ich hatte heute morgen Ei zum Frühstück.

Wünsche Euch allen ein schönes neues gesundes Jahr 2011!
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