Mittwoch, 27. Juni 2007

RMV - Reichtum minimierende Verkehrsteilnahme

Der RMV wird die Preise mal wieder erhöhen, und zwar um 2,4 %.
Eine solche Radiomeldung am Morgen ist genauso schön, wie festzustellen, dass man keinen Kaffe oder Tee mehr im Haus hat und beim Wachwerden ganz auf sich allein gestellt ist. Nur dass man am Tag Kaffee oder Tee nachkaufen kann um am nächsten Morgen wieder ausgestattet zu sein, während man beim RMV leider von einer dauerhaften Misere, die auch immer noch steigerungsfähig ist, ausgehen muß.

Jedenfalls fand ich die RMV-Preise schon immer im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten recht teuer und konnte bei der aktuellen Meldung gar nicht glauben, dass sie noch teurer werden sollen. Aber jetzt hab ich das mal recherchiert – den Vergleich zu anderen deutschen Großstädten – und mußte feststellen, dass mir die anderen deutschen Großstädte wohl nur günstiger erschienen, weil ich nicht so viel Zeit in Ihnen verbrachte. Bei so einem 3-4 Tagestrip nach München oder Berlin, da kalkuliert man ganz anders, hat eine andere Bereitschaft, sein Geld zu verlieren (die „ach-ich-bin-doch-im-Urlaub-Bereitschaft“) und bevor man anfängt, richtig zu registrieren, wieviele Münzen ständig in den Automaten des öffentlichen Nahverkehrs verschwinden und sich zu ärgern, ist man auch schon wieder weg. Aber im eigenen Kiez, wo man täglich latzen muß um ihn überhaupt verlassen zu können, sehen die Dinge ganz anders aus. Das heißt, nein, tun sie nicht wirklich und das ist ja gerade das Schlimme!


Der Stadtrat von München hat sich letzten Monat näher mit den Preisen der Öffis in deutschen Großstädten befaßt und kam zu dem folgenden Ergebnis, das nach der aktuellen Preiserhöhung des RMV allerdings schon wieder anders aussehen dürfte:
















Man beachte vor allem diese klitzekleine Ergänzung, die die Sache auch wieder anders aussehen läßt...

Montag, 25. Juni 2007

Des Rätsels Lösung...

Ich habe etwas Interessantes herausgefunden, dass vor allem R. interessieren dürfte, im Hinblick auf seinen Post von heute.
Die Leute, die im Park so langsam joggen, joggen gar nicht, die walken. Und zwar nicht im Sinne von Nordic Walking, sondern im Wortsinn von walken = "kneten", was sich vom althochdeutschen Wort walchan ableitet.

Das heißt, die Leute, die sich als langsame Jogger tarnen, kneten eigentlich den Weg im Park - warum gilt es noch herauszufinden.

Das Wort walken hat aber ebenfalls einen Bezug zum altnordischen Wort valka, was soviel wie „herumschleppen“ bedeutet und damit wäre dann wohl alles klar:
Nordic Walking kommt vom altnordischen Wort für herumschleppen.

Ich hab ja schon in einem früheren Post sowas geahnt…

Freitag, 22. Juni 2007

Milbenunfall?

Auch meine Krankenkasse wurde ja von mir über meinen unten beschriebenen Krankheitsausfall informiert, woraufhin ich heute ein Schreiben erhielt, in dem man meint, dass es sich bei meiner Erkrankung um einen Unfall handeln könnte. Deshalb möchte man von mir wissen, ob die Krankenkasse bei jemandem Schadensersatzansprüche geltend machen könnte, was ich in einem ausführlichen Fragebogen näher erläutern soll.
Hmm, was meint Ihr, was ich da ausfüllen könnte:







Etwas unglücklich formuliert finde ich ja das „dafür“ in der Frage „Erhalten Sie Entgelt dafür?“ in der Spalte unter „Sportunfall“. Wir sind hier ja nicht bei Jack Ass, wo man für irgendwelche selbstausgedachten Neosportarten, bei denen man sich selbst demoliert und sich das Blut vergiftet, noch Gage kassiert.

Nun ja, und den Tierhalter der Grasmilben werde ich wohl kaum auftreiben können. Obwohl, eigentlich bin ich das selbst, ist ja mein Garten gewesen, wo die sich breit gemacht haben. Halt Moment, ich teile mir den Garten ja mit noch 6 anderen Pächtern – kann man die vielleicht schröpfen? Ich finde eher, ich bin Opfer einer Gewalttat. Vielleicht kann man die Killermilben auch nach Art. 8 Abs. 1 des Grundgesetzes drankriegen?

Donnerstag, 21. Juni 2007

Killermilben!

Kürzlich habe ich aufgrund eines waghalsigen Abenteuers in der Natur (naja, ich lag im Garten auf der Wiese) eine Woche lang mit dem Tode gerungen (naja, ich hatte eine angehende Blutvergiftung) und nur eine Antibiotikakur und Rivanolumschläge haben mich gerettet (das ist nicht übertrieben). Mein Arzt diagnostizierte Grasmilbenstiche, 3 große Exemplare über meinem Knöchel. In meiner Vorstellung waren Milbenstiche irgendwie was Kleines, so wie Milben ja was Kleines sind.
Aber gut, ich hab dann mal zu Grasmilben recherchiert und Folgendes erfahren:
„Die Larven sind bis zu 300 Mikrometer
groß und farblos. Sie besitzen ein breites Rückenschild und zwei Doppelaugen. Die ausgewachsenen Milben sind etwa 2 Millimeter groß, von intensiv roter Farbe und dichter Behaarung.“ (wikipedia)

Breites Rückenschild? Doppelaugen? Wo paßt das denn alles hin auf 300 Mikrometer?? Und dichte Behaarung auf 2mm? Naja, scheinen ja doch patente Kerlchen zu sein, denen traue ich dann auch solche fetten Stiche zu. Haltet Euch bloß von denen fern. Das sind Killer!

Dienstag, 19. Juni 2007

Kalter Witz zum kalten Getränk

Hafenbar Frankfurt, heute abend.
Ein Mann geht an die Bar und bestellt einen großen Sauergespritzten.
Dann fügt er hinzu: "Unn mach ruhisch mehr Wasser rein - also nedd Meerwasser, des schmeggd so salzisch."
Hessischer Humor halt.

Montag, 18. Juni 2007

Ohne Ergebnis zum Ergebnis...

Am Wochenende war ich auf einer Info-Veranstaltung des „Zukunftsforums Demenz“. Dort konnte man einen Selbsttest zur Hirnleistung machen. Und ich wollte es wissen! Also holte ich mir einen Gedächtnistest-Fragebogen und beantwortete Fragen wie beispielsweise, ob mir Routinearbeiten leicht von der Hand gehen oder ob ich mich an Namen und Telefonnummern noch genauso gut erinnern kann wie vor einem Jahr. „Das weiß ich doch jetzt nicht mehr, wie gut ich mir vor einem Jahr was merken konnte“, scherzte ich noch. Ha ha. Ich gab den Fragebogen am Infostand ab, wo man mir sagte, dass ich mir die Auswertung in einer halben Stunde abholen könnte. Was wird wohl in der Auswertung stehen? Würde es Ratschläge geben wie „Fangen Sie lieber an Ginseng zu futtern“? Oder gar „Tragen Sie vorsichtshalber eine Hundemarke, damit man Sie identifizieren kann, wenn Sie orientierungslos durch die Stadt irren und nicht mehr wissen wo Sie wohnen“? Ich war gespannt! In einer halben Stunde würde ich es wissen, so lange begab ich mich zu den Erfrischungen...
Erst zwei Stunden später, ich war längst zuhause und widmete mich meiner Zucchiniplantage, fiel mir plötzlich überraschend ein, dass ich vollkommen vergessen hatte, das Ergebnis abzuholen.





Samstag, 16. Juni 2007

Du bist so eletant!

"Eletant" ist eine (von mir geschöpfte) Kontamination aus den Adjektiven "elitär" und "arrogant". Da es das Zusammenspiel dieser beiden Charaktereigenschaften umschreibt, ist es nicht unbedingt nett gemeint, aber dafür kurz und prägnant und keinesfalls zu verwechseln mit "elegant".
So, hätten wir das auch geklärt.

Dienstag, 12. Juni 2007

Auf der Rennbahn geht's um die Wurst

Mein erstes Mal. Das erste Mal bin ich auf der Rennbahn. Wir kommen an, als das achte Rennen läuft. Gerade mal fünf Minuten vergehen von meiner Rennbahn-Premiere, als kurz vor dem Ziel ein Pferd stürzt und nicht mehr hoch kommt. R. sagt, ich solle da nicht hinsehen, das sei nicht schön, was jetzt folgt. Durch die Lautsprecher erfolgt die Durchsage, dass so was leider passieren kann und das Tier gleich von seinen Leiden erlöst wird. R. schiebt mich durch die Menge weg vom Geschehen, erklärt mir, dass das Pferd nun erschossen werden muß. Kinder fangen an zu weinen und werden von ihren Müttern weggebracht ähnlich wie ich. „Das arme Tier“ sag ich. Und R. sagt: „Sieh nicht hin, das ist kein schöner Anblick. Laß uns ne Wurst essen gehen.“

Samstag, 9. Juni 2007

Sommerloch-Post

(laut lesen - oder auch singen)

Der Sachse liebt das Reisen sehr,
Und ihm liegt das in’n Gnochen;
Drume fährt er gerne hin und her
In sei’n drei Urlaubswochen
Bis nunder nach Bulgarchen
Dud er die Welt beschnarchen.

Und sin de Goffer noch so schwer,
Und sin se voll, de Züche;
Und isses Essen nicht weit her:
Das gennt er zur Genüche!
Der Sachse dud nich gnietschen,
Der Sachse singt’n Liedschen:

Sing, mei Sachse, sing!
Es is en eichen Ding
Und ooch a düchtes Glück
Um’d Zauber der Musik.
Schoon das gleenste Lied,
Des leescht sich offs Gemüt
Und macht dich oochenblicklich
Zufrieden, ruhig und glücklich!


von 1979
Quelle: Tagesspiegel

Donnerstag, 7. Juni 2007

Tanz den Tennis!

Ein Meilenstein der Sport(schnappschuss)fotografie:
Quelle: Tagesspiegel

Mittwoch, 6. Juni 2007

Die kleinen Freuden des Alltags... (Folge 4)

...dazu zählt, wenn man krankgeschrieben zuhause rumlungern muß, sich gerade eine Kühlkompresse um den kranken Fuß gewickelt hat, sich also nicht rühren kann, es sich auf der Couch aber mit einer Bionade und einem Käsebrot mit Tomate so richtig bequem gemacht und die DVD gestartet hat und dann - in die Tomate beißt, aus der eine Fontäne von Tomatenglibber hervorpeitscht und eine gerade Linie (Luftlinie!) über Brust, Bauch und Couch zeichnet, lauter kleine Tomatenkörnchen in Gelee!
Das einzige was man zum Wischen in Griffweite hat ist ein verrotztes Taschentuch mit dem man die Glibberlinie verfolgt, um das Taschentuch dann zerknüllt zum Mülleimer zu werfen, wo es auf den Mülleimerrand dotzt und dann selbstverständlich neben dem Mülleimer zu Boden fällt....

Dienstag, 5. Juni 2007

Der Hunger treibt’s rein und raus

An meinem zeitweiligen Arbeitsplatz im Odenwald gibt es keine Kantine. Mein Mittagessen verschob ich deshalb bis zur Rückfahrt zum Hauptsitz am Nachmittag. Hungrig fiel ich schließlich im einzigen Lebensmittelanbieter in diesem Industriegebiet ein, dem örtlichen Aldi.
Nun ist Aldi nicht gerade ein Anbieter von Sandwiches oder ähnlichem, was man so bei der Fahrt aus der Hand essen kann. Also fiel meine Wahl auf Gummibrötchen aus der Tüte, Snack-Käsewürfel, eine Banane, ein Fläschchen Wasser und Joghurtgummidrops zum Nachtisch.
Ich fuhr los, die Snackkäsewürfelpackung geöffnet auf dem Beifahrersitz, abwechselnd einen Happen Gummibrötchen abbeißend und mir einen Käsewürfel in den Mund stopfend. Gar nicht so schlecht anfänglich. Dann wurde leider eine Vollbremsung nötig. Die Käsepackung rutschte vom Sitz und die Käsewürfel kullerten in den Fußraum. Egal, weiter ging’s. Biss ins Gummibrötchen, Griff in den Fußraum, Käsewürfel geangelt, kritisch beäugt, Fusseln abgepustet, haps. Den Fußraum leer gefuttert.
Gut, nun das Banänchen. Erfolglos zerrte ich einhändig am Schniedel, Strunk, was auch immer der Banane, schwierige Sache das, und wies auch schon auf Unreife hin (der Banane wohlgemerkt)... Aber don’t judge a book by its cover. Lenkrad mal kurz losgelassen, dann endlich war die Banane entblößt und ich versenkte meine Zähne in die Frucht um sie sogleich wieder rauszuziehen. Die bekannte Stumpfheit einer vollkommen unreifen Banane füllte meinen Mund aus und nötigte mir ein Schweppesgesicht ab. Banane flog aus dem Fenster auf ein grünes Odenwaldfeld.
Schnell mit Wasser nachspülen, hieß es jetzt. Flasche zwischen die Beine geklemmt und kraftvoll am Verschluss gedreht. Nicht bedacht: Wabbelige Aldi-PET-Flasche, die bei dem Eindringen von Luft sofort die Form verliert und gnadenlos nachgibt. Also, Verschluss geöffnet, Schenkel drückten sanft zu, aber ausreichend um eine Fontäne Wasser aus der Wabbelflasche in meinen Schritt zu befördern. Schwamm drüber (schön wär’s) !
Dann wendete sich das Blatt....
Blieben nur noch die Joghurtgummidrops, und die waren schließlich am einfachsten zu verspeisen, vor allem, weil ich inzwischen auf der A3 im Stau stand und sowieso freie Hände und unfreiwillig Zeit hatte. Gemütlich mit einen Hand mir Gummidrops in den Mund werfend und mit dem Handy in der anderen Hand mit
R. telefonierend blickte ich auf den LKW vor mir, in dessen Schmutzschicht jemand geschrieben hatte: „Ey, was guckst du?“
Nix, gar nix, alles in Ordnung.

Freitag, 1. Juni 2007

Szene in der U-Bahn

Einer Frau mit einem kleinen Kind sitzt ein älteres Paar gegenüber. Das Paar redet Dutzi-Dutzi mit dem Kind. Dieses schmiegt sich an seine Mutter und spielt an ihr rum. Meint der Mann des Paares gegenüber: „An der Stelle des Kindes wär ich auch gern.“
Da hat er ja gleich zwei Fliegen - äh Frauen - mit einer Klappe geschlagen.
Es müsste ein „Wir müssen draußen“-Schild für Drecksäcke geben.