Samstag, 30. Mai 2009

Schlechter Scherz


...und wo wir schon bei Witzen sind, hier ein nicht ganz so guter:


Holen Sie Ihr Hermes-Paket innerhalb der nächsten 10 Tage am PaketShop ab.
Die Öffnungszeiten:
Mo:06:00-13:00

Nein, da fehlt nichts, genauso kam das bei mir an. Und zwar gestern, Freitag.
In Anbetracht der Tatsache, dass diesen Montag ein Feiertag ist, wird das ganz schön knapp mit dem "innerhalb von zehn Tagen".
Und überhaupt, welcher berufstätige Mensch hat da eine faire Chance, mit einem Zeitfenster von einer Stunde, bevor er montags morgens zur Arbeit muss, wenn der Paketshop nicht mal auf dem Weg liegt?

Ich glaub mein Schwein pfeift!

Übrigens eine Redensart, die es schon vor der Schweinegrippe gab. Mehr dazu demnächst in diesem Blog.


Freitag, 29. Mai 2009

Internationaler Schauspieler stirbt an Schweinegrippe

...................................und wir wissen alle, wer ihn angesteckt hat!

Kam als eine der wenigen wirklich lustigen Witzrundmails.
Also, ich jedenfalls fand's lustig...

Mittwoch, 20. Mai 2009

Die Entdeckung der Langsamkeit


Es gibt da dieses langsamste Musikstück der Welt, davon habt ihr sicher schon gehört. In unregelmäßigen Abständen von ein bis mehreren Jahren wird auf einer Orgel im Dom von Halberstadt ein Ton gespielt. Klingt komisch, is aber so. Stellt Euch vor, das Lied sei "Hänschen Klein". Dann würde der "Häns"-Ton gespielt und danach das Publikum gehen, um ein Semester zu studieren, Kinder zu kriegen, in Rente zu gehen oder eine Weltreise zu machen, um etwa ein Jahr später wieder zu kommen und den "chen"-Ton zu hören. Danach ist Zeit für Regierungswechsel, das Verfassen und Lesen von Büchern, um Führerscheine zu machen doer ähnliches, bevor man sich schließlich den "klein"-Ton anhört. Danach hat man als Zuhörer sogar länger frei, da zwischen dem "chen"-Ton und dem "klein"-Ton eine Pause liegt. Es gibt Menschen, die sich diese zackige Musik "anhören", auch wenn ihre Lebenszeit nicht ausreichen wird, um es zuende zu hören.


Das könnt Ihr nicht nachvollziehen? Falls Ihr "Germany's Next Top-Model" schaut, wundert mich das ....
Denn nicht viel anders geht es dort zu. Der Komponist des langsamsten Musikstücks der Welt, John Cage*, ist ganz bestimmt auch der Regisseur des enormen Spannungsbogens, dem man bei GNTM ausgeliefert ist.
Wobei langsam leider nicht gleich spannend bedeutet, wenn Heidi K. Ewigkeiten zwischen ihren Worten vergehen läßt. Da wird ein "Mandy"-Ton angeschlagen (immerhin trennt sie das Wort nicht in "Man" - "dy"!), dann kann man den Geschirrberg der Woche wegspülen gehen und anschließend dem "Marie"-Ton lauschen. Wahlweise auch dem "Sara"-Ton. Pinkelpause. Dann wieder: "Mandy".

Und so geht die langsamste Sendung der Welt erstmal weiter. Das Heidi beherrscht das Stück gut, sogar mit Choreo. D.h. sie dreht zwischen den Lauten langsam den Kopf nach links oder rechts.
Mandy - - - Sara - - - Marie - - - Mandy - - - Marie - - - Sara - - - Mandy - - - Sara - - - Marie - - - Sandy (hoppla).

Dieses Stück aber hat morgen ein Ende, zumindest bis zum nächsten Akt 2010. Das langsamste Musikstück der Welt dagegen endet übrigens erst im Jahr 2640.


* nein, nicht der aus "Ally McBeal"!

Donnerstag, 14. Mai 2009

Kleine Zicken bestraft das liebe Brot sofort


Die Mittagspause war ausgefallen und so war ich ziemlich ausgehungert und reizbar, als ich mich nach der Arbeit auf dem Weg zur Stadtbücherei mit dem Bedarf nach Energiezufuhr (roar!) in der Schlange beim Bäcker an der Konsti einreihte. Endlich an der Reihe wußte ich genau, was ich wollte, da ich ja Zeit gehabt hatte, mir die Auslage zu betrachten und ich bestellte ein Schinkenbrötchen.
Die Verkäuferin nahm flink ein Käsebrötchen und wollte es schon in eine Tüte stopfen, als ich intervenierte:

"Nein, ein Schinkenbrötchen." und zeigte auf das Objekt meiner Begierde.
"Das ist aber Pute." war die Antwort.
"Mag sein, aber das was Sie da haben ist Käse."
Es war vielleicht etwas zickig dargebracht, fiel mir selber auf, da es eigentlich nicht meine Art ist.

Aber wo ist denn da die Logik? Ein Brötchen mit Pute liegt den ganzen Tag in der Auslage bis der Belag dunkel und trocken wird und aussieht wie Schinken und wenn man es dann (trotzdem) haben will, bekommt man Käse?

Die Verkäuferin rollte mit den Augen, packte das Putenbrötchen ein und hielt es mir mürrisch hin.
Ihr könnt Euch vorstellen, was los war, als ich dann in meine Tasche sah und feststellte, dass ich gar kein Geld dabei hatte. Huiii....

Montag, 11. Mai 2009

Idiomanie


Schon mal was von einem Zungenlieger gehört? Nein?

Der Begriff bezeichnet ein Wort, das einem nicht einfällt, sondern eben auf der Zunge liegt.
Bisher gibt bzw. gab es das Wort "Zungenlieger" nicht. Es entstand im Zuge des Wettbewerbs "Uns fehlen die Worte" von 3Sat.
Bei diesem Wettbewerb wurden 40 namenlose Phänomene beschrieben, für die es bisher kein Wort gab, und Bezeichnungen für diese gesucht. Und es sind tatsächlich schöne Worte dabei entstanden. Etwa "Brötchenwatte" für das leckere Innere eines Brötchens. Oder "Lidsenker" für jemanden, der einen mit seinem Gelaber langweilt.
Dieses Wort wird mir sicher in drögen Meetings noch häufiger in den Sinn kommen. Man stelle sich nur vor, dass so ein "Lidsenker" dann auch noch "
eletant" ist und man gleichzeitig mit den Augen rollen muss. (Das Wort ist außerwettbewerbsmäßig von mir, ha ha.)

Und jeder kennt etwa den herrlichen Duft, der entsteht, wenn es nach warmen, trockenen Tagen mal wieder regnet. Ich liebe diesen Geruch und mir gefällt das Wort, das dafür gefunden wurde: "Regenwürze".


Wer alle 40 Begriffe wissen will, findet die Liste ab morgen hier irgendwo.
(Bei Redaktionsschluß noch nicht bekannt.)
Einen Überblick gibt es auch abends bei "Kulturzeit um 19:15 Uhr.

Mittwoch, 6. Mai 2009

Ich fand sie irgendwo in Mexiko


Mag noch nicht aufgefallen sein, aber ich habe seit der Lesung vor zwei, drei Wochen eine Art Schreibblockade. Zumindest klingt dieser Ausdruck immer gut in Zeiten, in denen man nichts erlebt, nichts zu erzählen hat, einem die Inspiration fehlt (Kategorien "nervender Nachbar", "hessisch babbelnder Techniker", "Holländer") oder die Dinge, die man sich gern mal von der Seele schreiben würde, die einen nahezu überinspirieren, zu privat oder heikel sind für's Blog (Kategorien "Zickenalarm unter Freundinnen", "PMS", "Kollegenkonflikte"). Schreibblockade kann man vorschieben, wenn man zu einfallslos ist, sich was auszudenken, wenn man schon nichts erlebt.
Schreibblockade kann aber auch einfach synonym gesetzt werden mit: Faulheit.

Ich jedenfalls war letzte Woche ein bisschen zu träge um zu schreiben, was daran lag, dass ich das Bett hüten mußte. Nein, es war nicht die Schweinegrippe. Es fühlte sich aber so an.
Schätzungsweise hab ich mich einfach in der Woche davor im Stadion beim Frauenfussball verkühlt und beim übereifrigen "Beim-Italiener-Draußensitzen-obwohl-die-Temperaturen-noch-nicht-sooo-dolle-sind" gleich nochmal. Das Ganze wurde mit einer Erkältung vom Feinsten quittiert.

Es war schon eine merkwürdige Parallelität.... Ach was, Quatsch, es interessiert keinen Virus der Welt, ob er zeitgleich mit meiner Erkältung auftaucht! Aber es war schon unangenehm, in den Medien ständig Symptome erläutert zu bekommen, die man eindeutig aufweist und von den Kollegen hinsichtlich der Krankmeldung gefragt zu werden, ob man etwa die Schweinegrippe hätte. Plötzlich fängt man an, sich Gedanken darüber zu machen, wo der gut gebräunte Zahnarzt, bei dem man ein paar Tage vorher war, wohl gerade eben im Urlaub gewesen war.

Aber kaum hat man es überstanden, zumindest weitestgehend, ist man auch schon wieder bereit seine Scherze mit dem Schicksal zu machen. So entstand in Kooperation mit meinem Kollegen M. in einer Mittagspause dieser Woche eine schnittige Neuversion des alten Costa Cordalis-Schlagers "Anita". Es wurden etwa folgende Zeilen geschaffen:

"Ich fand sie irgendwo
verrotzt in Mexiko
mit Schweinegrippe (Chorus: Schweinegrippe).
Die Augen so rot,
Freunde und Verwandte schon tot.

Komm steig in Dein Bett
hier im Lazarett
mit Scheinegrippe (Chorus: Schweinegrippe)
Krank bist Du heut,
der Tod ist nicht mehr weit,
mach Dich schnell bereit.

Ich seh Dir an,
da schlummert ein Vulkan,
Du bist voller Viren,
sie woll'n mich schrecken
und alles entdecken
der Husten ist schon da, whohohoho.

Reite wie der Wind
doch niese nicht mein Kind
die Schweingrippe (Chorus: Schweinegrippe)
macht uns alle krank
jeder kann es sehen
wie wir bald vergehn.

Musikanten herbei -
grabt ein Loch für uns zwei.*"
(u.s.w.)

Und jetzt alle mitsingen!

Ich entschuldige diese abstrusen Textereien mit einer Art nachwirkendem Fieberwahn, der mich während der Krankheit heimsuchte.