Samstag, 19. September 2009

sicher und geheim

.
Nachdem meine Wahlunterlagen bis jetzt nicht angekommen sind, war ich schon gestern auf dem Wahlamt und habe denen schriftlich versichert, dass die Post uns im Stich gelassen hat und konnte dann live vor Ort wählen. Ich war nicht die einzige, es war ziemlich voll. Vor der Ausgabestelle, wo man die Wahlunterlagen erhielt, war eine lange Schlange und mit mir im Wahllokal war eine größere Gruppe Damen und Herren im fortgeschrittenen Alter.

Interessant daran war der Umstand, dass die Anleitung zum Procedere des Wählens, die man in die Hand gedrückt bekam (Stimmzettel in blauen Umschlag, zukleben, mit eidesstattliches Erklärung in roten Umschlag, zukleben und in Wahlurne), nur von den Frauen gelesen wurde, die eine Minute länger im Kabinchen waren, dann aber einen fertigen roten Umschlag in der Hand hielten, während die Männer nach fünfzehn Sekunden an die Urne traten und sich fragten, was sie jetzt dort rein werfen sollten, den Stimmzettel oder die Erklärung und wofür eigentlich die Umschläge waren und sich dann von den jungen Wahlhelferinnen aufklären ließen (das war sicher Absicht).

Schön, wenn man sieht, wie toll das so klappt mit ganzen Drumherum bei der Wahl. Beruhigend. Ein bisschen enttäuscht war ich, dass ich die Violetten nicht auf dem Stimmzettel finden konnte.

Wenn ich in einigen Wochen zurückkomme, ist alles entschieden, ich bin gespannt.
Hier ist jetzt erstmal Pause.
Alles Liebe, Eure Penjelly
.

Donnerstag, 17. September 2009

Mitesser

.
Heute abend in der Döneria versprochen:

"Zum Mitnehmen oder hier essen?"
"Zum Mitessen, bitte."

Anschließend nicht albern zu kichern aufhören gekonnt.
(Dieser Satz scheint mir befremdlich und je länger ich ihn mir vorlese, desto befremdlicher ist er mir, dass ich gar nicht mehr zu beurteilen vermag, ob er so stimmt oder nicht und ihn jetzt einfach mal so stehen lasse, ich will ins Bett.)
.

Mittwoch, 16. September 2009

Nahtlos ratlos

:
Auf einer Einbahnstraße, die ich als Radfahrer aber auch entgegengesetzt befahren darf, kommt mir ein Auto entgegen, dass kaum Abstand zu mir hält und mich gegen die parkenden Autos drängt, so dass ich den Ellenbogen einziehen muss, um nicht an einem Rückspiegel hängen zu bleiben. Und wie mir scheint, ist das Ganze nicht ganz unbeabsichtigt.
"Arsch" sage ich, und bei dem Auto, dass gerade so an mir vorüber ist, ist das Fenster offen. "ARSCHLOCH SELBER!" brüllt es aus diesem daher zurück, voller Aggression, aber ohne Grammatik oder korrekte Aussprache.
"Arschloch selber"? Ich muss lachen über den kleinen Asso, der hinterm Steuer sitzt. Weiß aber im gleichen Moment, dass diese "Kleinen" einmal mein Verderben sein werden (vor allem, wenn cih über sie lache). Weil ich mich provozieren lasse von ihrem Verhalten, was irgendwann nicht mehr nur mit einem debilen Krüppelsatz quittiert werden wird. Weil ich nicht "dazulernen" werde, nicht wütend darüber zu werden, dass sie sich breit machen und mich durch ihr Scheißverhalten beeinträchtigen.

Das letzte Mal, vor etwa anderthalb Jahren, brachte man mich dazu, zwar nicht die Hand zu erheben, aber doch einen Finger. In der U-Bahn, setzten sich mehrere Mädchen (!?) um mich herum, von denen eine mich mehrfach vorgeblich versehentlich auf dem Sitz anbuffte, indem sie ihren dicken Hintern weiter und weiter gegen mich schob, mir dazu ihre langen Haare ins Gesicht schnickte und mich schließlich beim Aussteigen massiv anrempelte, grinste und mit lang gezogenen ironischen Worten sagte "Oh, Entschuldigung", worüber die ganze Horde in gehässiges Lachen ausbrach.
"Ihr seid schreckliche Kinder" sagte ich* und nannte sie Kinder, um ihre Unreife und Dummheit zu unterstreichen. Ich schätzte sie auf etwa 14 oder 15.

Nun, sie stiegen mit aus und nannten mich Schlampe und Fotze und weißes Schwein. Sie hatten eindeutig Migrationshintergrund, der erst mit diesem "umgekehrten" Rassismus thematisiert wurde. Baff wie ich war, fehlten mir die Worte und so sprach mein Mittelfinger.
Das hatte zur Folge, dass sie mich durch die B-Ebene der Konstablerwache verfolgten und mir abwechselnd mit vollem Körpereinsatz in den Rücken sprangen und lachten.
Sie taten es nicht heimlich, sie bemühten sich nicht mal darum und es wäre ja auch kaum möglich gewesen. Niemand reagierte, während ich zunehmend registrierte, dass es zu viele waren. An der Rolltreppe trennten sie sich von mir mit den Worten "Man soll Kindern ja auch nicht den Stinkefinger zeigen." und unterstrichen damit, dass sie gerne dumm und unreif waren, nur eben nichts Kindliches hatten.

So. Einen abschließenden Satz kann ich dazu nicht schreiben. Es fällt mir dazu nichts ein. Ich weiß nicht wohin das noch führen soll* und ich weiß nicht damit umzugehen. Ende.

*Da war ich wohl wieder im Oma-Modus.
*

Montag, 14. September 2009

Heute ein Dreier!

.
Yes we gähn.
90 Minuten Wir.
Susi und Strolch gemeinsam gegen die Moderatoren.

So die Stimmen zu dem gestrigen TV-Duell. Heute wurde ausgiebig darüber diskutiert, wer überzeugender war. Dabei werden die Überzeugungskämpfe dieses Mal überwiegend an anderer Stelle ausgetragen, weshalb es heute Abend interessanter werden dürfte: Auf zum Dreikampf!

Wem das zu aggressiv werden sollte, der erkennt sich vielleicht hier selbst.

Ich warte ja noch auf die Zustellung meiner Briefwahlunterlagen. Habe beim Wahlamt angerufen, und huch: die wurden aber doch am 3.9. verschickt und müssten längst da sein… Wenn sie nicht in den nächsten zwei Tagen ankommen, darf ich zum Wahlamt und direkt wählen, muss aber auch eine eidesstattliche Erklärung abgeben, dass ich keine Unterlagen erhalten habe. Ein Lektion in "Wahlbeteiligung leicht gemacht"?

Habe dann vorsichtshalber noch weitere urlaubsvorbereitende Maßnahmen ergriffen. Habe beim Tagesspiegel nachgehakt, ob die Urlaubsumleitung an S., die ich vor über einer Woche online beantragt habe, auch wirklich klar gehe. Denn es wäre nicht das erste Mal. dass es schief ginge und außerdem sei meine Umleitungsprämie (eine schicke Kulturtasche) noch nicht angekommen! Und siehe da: Nein, von einer Umleitung wisse man nichts (trotz Bestätigungsmail vor einer Woche), aber man könnte es ja jetzt telefonisch machen, bloß: die Kulturtasche wäre leider seit heute (!) vergriffen. Ähm, meine Umleitung wurde aber vor einer Woche beantragt… Nun, da könne man jetzt nichts dran ändern.

Tja, jetzt habe ich als Prämie ein Handtuch gewählt und das nächste Mal leite ich nicht mehr um, sondern lass mir die Abwesenheit gutschreiben (sorry, S.). Bekomme ja wahrscheinlich ohnehin trotzdem wieder drei Wochen lang den Briefkasten mit täglich gelieferter Zeitung verstopft, während S. unbelesen bleibt (zumindest im Hinblick auf den Tagesspiegel). Wäre diese Zeitung nicht so gut, hätte ich sie längst aufgrund "argen Mißservices" abbestellt.

Da weiß man doch wenigstens, warum man urlaubsreif ist.
Umso größer die Freude wenn man dann erfährt, dass lärmintensive Bauarbeiten am Haus anstehen, die genau an dem Tag beginnen, an dem man mit Jetlag aus dem Urlaub zurückkehren wird.
.

Montag, 7. September 2009

summer's end

.
Es gibt erst jetzt Lebkuchen, dabei ist schon September!
.

Donnerstag, 3. September 2009

downtown riddles

.
Die Menschen sind rätselhaft. Wo kann man sich dessen besser vergewissern, als auf der Zeil? Dort steht ein Mädchen, das sich gerade überlegt ein T-Shirt zu kaufen, von dem sie laut quiekend abliest: "cool, 'Alles außer Frankfurt'!". Ich als Lokalpatriot spitze die Ohren. Tatsächlich steht auf dem T-Shirt "Alles außer Frankfurt ist scheiße". Kann ich also beruhigt weitergehen, um mir die Lush-VIP-Card zu besorgen (ich nehme mich ja von der Feststellung im ersten Satz nicht aus) und natürlich neue, dufte Seife und Körperbutter.
Als ich den Lush-Shop wieder verlasse, stolpere ich fast über ein dickes kleines Mädchen, dass sich schwerfällig um sich selbst dreht, die Zeil rauf und runter schaut und sagt "I like Frankfurt". Wie man sowas ausgerechnet auf der Zeil empfinden kann, ist mir in der Tat (sogar als Lokalpatriot) ein Rätsel.
Während ich weiter zum Elektrofachmarkt laufe, kommen mir zwei bunte Teenie-Tussis entgegen und von einer von ihnen schnappe ich den Satz "Ey, isch treff misch doch mit keinem ohne Bild!" auf. Kein Rätsel, man weiß sofort, wovon sie spricht, warum sie allerdings in ihrem Alter davon spricht ist mir in meinem Alter allerdings ein Rätsel. Und das ist gut so.
Im Elektrofachmarkt bleibt mir im Regal plötzlich die Luft weg. Neben mich hat sich ein nach altem Schweiß stinkender Mann geschoben. Ich atme in meine Lush-Tüte und gebe mir nicht die Mühe dabei unauffällig zu sein. Mußte auch schnell gehen, mir wären sonst die Sinne geschwunden. Wie man auf diese Weise seinen Mitmenschen zu nahe treten kann und sich selbst erträgt, wird mir immer ein Rätsel bleiben. Ebenso wie die Mütter, die mir auf dem Nachhauseweg entgegenkommen... Die Sorte Mütter, die offenbar glaubt, mit der Geburt nicht nur ein Kind, sondern auch ein undefiniertes Bündel an Vorrechten bekommen zu haben, unter anderem das, nie mehr anderen Platz machen zu müssen.
Einen Kinderwagen kann man nicht kleiner machen, als er ist, das ist auch mir klar und ich weiß, wie es ist, sich damit in der Stadt durchzusetzen. Ich war nach einem 15min-Versuch schon ziemlich angestrengt. Aber warum es eine Selbstverständlichkeit ist, dass drei Frauen, die nebeneinander ihre Kinderwagen schieben, um sich gemütlich über Pekip zu unterhalten, davon ausgehen, dass die Person, die ihnen entgegenkommt, sich an eine Hauswand zu pressen hat, damit das Baby-Geschwader vorbeiziehen kann, auch das wird mir immer ein Rätsel bleiben.


Endlich zuhause und bloggen. Warum ich das alles erzähle, kann nun Euch mal ein Rätsel sein. Ich weiß es doch auch nicht!
.

Mittwoch, 2. September 2009

arktisch unterkühlt

.
Inzwischen läuft zum fünften Mal die neue Artic Monkeys in meinem CD-Player und ich höre zu und hege die Hoffnung, dass sie ihr Aroma noch entfalten wird, dass sie zu den Scheiben gehört, die erst schwach klingen und dann immer besser werden. Dabei ist sie schon jetzt gar nicht schlecht, sogar recht nett.
Ich bin es nur nicht gewohnt, ein Arctic Monkeys Album zum ersten Mal zu hören und gleich voll Begeisterung nicht entscheiden zu können, welches Lied ich am besten finde. Und diese Euphorie vermag das dritte Album leider nicht auszulösen. Man muss den Jungs zwar zugestehen, dass es schon erstaunlich war, zwei Kracher nacheinander auf den Markt geworfen zu haben. Das hat man ja auch nicht oft. Deshalb hatte ich beim zweiten Album etwas Angst, es könne nicht an das erst ranreichen. Kennt man ja. Diese Angst war jedoch unbegründet. So unbegründet, dass ich mir beim dritten Album dann keine Sorgen mehr machte. Tja, und nun höre ich und warte ich. Warte, dass der Funke überspringt. Aber dafür ist Nummer 3 dann leider doch zu entschleunigt und unterkühlt.

Oder seid Ihr schon weiter und könnt mir sagen, wie oft man "die Neue" hören muss, bis die Euphorie und die Überzeugung zurückkkehrt?

.

Dienstag, 1. September 2009

Piraterie

.
Ich habe übrigens, abgesehen von so einigen Einkäufen, ein neues schönes Wort aus den Niederlanden mitgebracht, und wer mir sagen kann, wie der deutsche Ausdruck lautet, bekommt ein Stück Käse:

eetpiraat >>> Zechpreller

Wer nicht rumraten will, der kann einfach die Zeile hinter den Pfeilen markieren und sieht die Lösung.
.