Montag, 31. Januar 2011

aweng weg

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Vor 9 Tagen ist mir meine Brieftasche abhanden gekommen. Wie genau - ma waases net. Ich hatte sie noch, als ich nach dem Besuch der Duane Hanson-Ausstellung ein Poster im Museumsshop kaufte und hatte sie nicht mehr, als ich eine Stunde später im Café meinen Kuchen bezahlen wollte.
An der Garderobe im Museum gab es ein wenig Gerangel, ob ich dabei die Brieftasche ablegte (und liegen ließ) oder mir sie jemand aus der noch offenen Tasche nahm oder ob alles ganz anders war, vermag ich nicht zu sagen. Da sie aber niemand irgendwo abgegeben hat, hat dieser jemand wohl nichts Gutes damit vor. Neben dem Museum liegt übrigens gleich das Casino...
Das Ganze geschah nämlich in Baden Baden. Da lebt man jahrelang unbehelligt in der angeblich kriminellsten Stadt Deutschlands und dann passiert einem das in einem Kurort!

Alles Suchen und Nachfragen war jedenfalls erfolglos. Ziemlich erfolgreich ging dagegen das Sperren der Karten vonstatten. Ich brauchte nichts weiter tun, als einer Maschine meinen Namen und meine Kontonummer zu diktieren. Es ist übrigens nicht schön, in einem Moment, in dem man sehr aufgelöst ist und für einen jede Minute zählt, nur zu einer Maschine sprechen zu dürfen. Habe der Sache nicht recht über den Weg getraut, weil wir alle ja wissen, wie gut das mit der Spracherkennung bei solchen Hotlines immer klappt. Nicht? Ich schon.

Es hat jedoch tadellos geklappt und ging sehr schnell. Fand es dennoch bedenklich, dass dabei keinerlei Verifizierung erfolgte. Man könnte sämtlichen Menschen, von denen man Name und Kontonummer kennt, mal kurzerhand die Bankkarten sperren. Wie lustig, wenn man etwa den Ex-Freund oder die vormalige Freundin, die einem den Freund ausgespannt hat, oder beide, die sich auch gerade noch gemeinsam zu Urlaubszwecken im Ausland aufhalten, mal schnell mittellos machte. Mal sehen, ob das frische Glück dem Druck dieser Situation standhält. Was für ein Spaß.

Ich habe mit niemandem eine solche Rechnung offen und daher nur meine Bankkarten gesperrt. Aber natürlich ist alles andere auch weg: der Personalausweis, der Führerschein, die Krankenversichertenkarte, der Blutspendepass, der Bibliotheksausweis, der Videotheksausweis, die MuseumsCard, die ADAC-Karte und Geld.

Ich weiß, es ist daher total lächerlich, dass mich etwas anderes am allermeisten ärgert:
Der Verlust meiner Lush-VIP-Karte.

Es ist nämlich so, dass man bei Lush bei jedem Einkauf über 25 Euro einen Stempel bekommt und dann einen Einkauf über denselben Betrag umsonst, wenn man zwanzig Stempel hat. In jahrelangen Seifenexzessen habe ich sie liebevoll gesammelt. Ich hatte neunzehn Stempel.

Nun ja, vielleicht hat sich auch jemand einen Spaß erlaubt und meine Brieftasche in eines der Kunstwerke von Duane Hanson intergriert. Würde nicht auffallen, oder (s.u.)? Und vielleicht bekomme ich irgendwann Post aus Übersee, weil beim Wandern der Ausstellung aufgefallen ist, dass da ein Artefakt zuviel ist. Das wäre wiederum eine nette Begebenheit, die mich aweng dafür entschädigen würde, dass ich jetzt schon einen dieser doofen neuen Personalausweise bekomme.



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Dienstag, 11. Januar 2011

Buchbilanz reloaded

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Es gilt nun, rückblickend auf das letzte Jahr, zu schauen, ob ich meinen guten Vorsatz, wieder mehr Bücher (als die 15 im Jahre 2010) zu lesen, eingehalten habe.
Wieder könnt Ihr noch ein Weilchen die 2010er Liste hier neben unter penjelly picks einsehen, bevor ich mein erstes Januar-Buch durch habe und den Reset-Knopf in dieser Rubrik drücke.

Ja, toll. Ich habe ein Buch mehr geschafft. Vorsatz erfüllt, wenn auch eher mit ner 2- als ner 1+.

Ich habe drei Favoriten, die ich empfehlen kann:
William Boyd - Ruhelos (sehr spannend)
Nick Hornby - Juliet Naked (im Original zumindest wunderbar)
Irene Dische - Großmama packt aus (ganz feiner Humor)

Zwei Bücher habe ich "urlaubsbezogen" gelesen, also passend zum Urlaub auf Rügen.
Ada Castells' "Ein Leben lang"... Das Buch ist der Verlierer des Jahres. Ein biografischer Roman über Caspar David Friedrich. Nicht richtig schlecht, aber eben doch eher schwach.
Elizabeth von Arnims "Elizabeth auf Rügen" dagegen hat mir so gefallen, dass ich nach dem Urlaub gleich noch eins dieser lebenslustigen Dame gelesen habe.

Wer derzeit auf die Idee kommt, das aktuelle Buch von Christoph Maria Herbst zu lesen, der könnte stattdessen zu David Foster Wallaces "Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich" greifen. Gut, ich habe den Traumschiff-Report nicht gelesen, aber das genau deshalb nicht , weil ich das Gefühl hätte, einfach eine deutsche Variante des eigentlichen und sehr netten Originals zu bekommen. Darf mir natürlich aber eigentlich kein blindes Urteil erlauben.

So, guter Vorsatz für dieses Jahr: Wieder ein Buch mehr lesen!
Und ab geht's, mit Buch ins Bett.

Gute Nacht,
Eure Penjelly
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Montag, 10. Januar 2011

Gratisver(wahr)losung

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Hurrah!
Heute lag endlich der grüne Umschlag in meinem Briefkasten. Ich bin alle Sorgen los, weil ich sicher bald eine 2.500,-Zusatzrente erhalten werde.
Es wurde mir mehrfach zugesichert, dass es ganz sicher ist, das ich zu den wenigen Menschen in Deutschland (nur 6%!) gehöre, die eine sichere Chance auf eine lebenslange finanzielle Sicherheit haben und noch dazu in einer sicher schusssicheren Limousine von zuhause abgeholt und zu einer Luxusparty zu meinen Ehren gefahren werden, die ganz sicher umsonst ist.
Zugesichert wurde mir das von Frau Petra Geggus-Wiens. Ja, die heißt tatsächlich so, bzw. steht das tatsächlich so in einer angetäuscht echten Unterschrift unter dem Brief, obwohl es doch die Dame gar nicht gibt. Da hat man gedacht, je bescheuerter und ausgefallener der Name, umso glaubwürdiger. Unterstützt wird sie von Herrn Siegfried Cernjul. Haha.

Man muß nicht mehr viele Worte darüber verlieren, diese Tour wird ohnehin im Internet breit diskutiert. Was es allerdings umso erstaunlicher macht, dass dieses Schreiben immer noch verbreitet wird. Wahrscheinlich versucht man, die 6% zu erwischen, die kein Internet nutzen.
Senioren etwa. Oder die Hinterbliebenen von Senioren. So hat zum Beispiel der verstorbene Vater meines Freundes drei Monate nach seinem Tod ein "Für Sie"-Abo bestellt. Behauptete der Verlagsservice.

Das alles ist Humbug, Lug und Trug und das so offensichtlich, dass es nicht mal mehr weh tut. Nein, im Gegenteil.
Ich habe seit Tagen diesem grünen Umschlag entgegen gefiebert. Nachdem ich (wie viele andere) durch eine Postkarte das erste Mal informiert wurde, was auf mich zukommt, war die Vorfreude auf die Folgepost geweckt. Auf dieser Postkarte war nämlich ein Pseudo-Zugfahrplan abgebildet, der mir das Gefühl vermitteln sollte, man würde sich um eine Zugverbindung für mich bemühen, damit ich meinen Preis abholen kann. Großer Lacher.
Dann kam der zweite Brief - ein Feuerwerk an die Intelligenz des Lesers beleidigenden Formulierungen. Am besten gefällt mir das P.S. von Frau Petra Geggus -Wiens:
"Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Menschen sich die Chance auf Tausende von Euro entgehen lassen, obwohl sie persönlich zur Ziehung der Gewinner eingeladen werden! Das ist wirklich schade!"
oder
"Sie werden im Mittelpunkt unserer Gewinnerparty stehen und in den besten Restaurants essen."

Heute kam dann der finale, angekündigte grüne Brief, den ich irgendwie neu zusammengeklebt wieder zurückschicken soll. Und dann kann es losgehen: Gratis erhalte ich jede Menge ungewollte Zeitschriften-Abos und einen Haufen Werbemüll in meinen Briefkasten, anstelle des angepriesenen Audi TT Coupé, max. Leistung 200PS, vollsynchron. 6-Gang-Getriebe, Höchstgeschwindigkeit 240km/h, Beschleunigung von 0-100 km/h: 6,6 Sek., blablabla.
Dabei wäre ich doch schon mit dem "superpraktischen Uhrenrechner" zufrieden, den ich als Geschenk erhalten soll...

Wenn von meinen wenigen Lesern auch nur einer ebenfalls diese Post erhalten hat, wovon ich ausgehe(!), weiß man, dass Reader's Digest den Milchmädchenrechner benutzt hat, um auf nur 6% gebeutelte, äh gewinnbegünstigte Einwohner zu kommen.

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Sonntag, 9. Januar 2011

Neustart

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Nicht nur, dass die kleine Westerwelle nicht zurückweichen will, nun haben wir auch noch Hochwasser. Schon gesehen, dass wir inzwischen in Frankfurt am Rhein leben? Hunderte von Joggern sind ihrer Laufstrecke am Ufer beraubt. Zu allem Übel können sie sich derzeit nicht mal reinen Gewissens mit Eiern zum Frühstück stärken.

Dafür war es gestern so schön warm, perfektes Laufwetter. Glücklicherweise ist der Park nicht überflutet und ich habe nicht nur den ersten Lauf in diesem Jahr gemacht, sondern den ersten richtigen Lauf seit einem Jahr. Habe ja zwischenzeitlich versucht zu walken, hat sich aber nicht durchgesetzt. Juhu, bis jetzt haben die Knie auch noch nicht gemuckt. Werde das langsam steigern und beobachten.
Hoffe ich. Denn ich hatte heute morgen Ei zum Frühstück.

Wünsche Euch allen ein schönes neues gesundes Jahr 2011!
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