Sonntag, 27. Dezember 2009

Kalifornisch Kitzbühel

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Noch keine Ahnung wohin zum Wintersport?
Muss ja nicht immer das echte Österreich sein!

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Montag, 21. Dezember 2009

UK ok

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In England ist eine wunderbare Sache geschehen, die nicht unerwähnt bleiben soll. Nein, nicht die Veröffentlichung des Weihnachtsliedes von George Michael, mit dem er sich erfolglos von „Last Christmas“ zu retten versucht, sondern ein wahrer Kampf gegen die musikalische Banalität, die Kampagne gegen X-Factor und dessen Gewinner Joe McElderry.

X-Factor ist der englische Superstar-Firlefanz, der jedes Jahr damit endet, dass das Lied des Gewinners der Weihnachtshit in England wird, wobei man Weihnachtshit auch sehr gut als Weihnacht-shit lesen kann.
Dieses Jahr gab es jedoch Auflehnung in Form einer Facebook-Kampagne, die dazu aufrief, den 92er Hit „Killing in the name of“ von Rage against the Machine nach oben zu katapultieren. Und wie gut die Sache erfreulicherweise geglückt ist, kann man hier nachlesen.

Eine ermutigende, schöne Weihnachtsgeschichte, finde ich. Wenn nun noch jemand Some & Any zu Nothing machen könnte, also rein offiziell, wär das super.
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Donnerstag, 17. Dezember 2009

also unmöglich

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"Ey, theoretisch praktisch eigentlisch gar nisch möglisch"

(O-Ton eines Jugendlichen in der U5, Station Musterschule.)
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Dienstag, 15. Dezember 2009

Mir geht eine Leine auf

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Hatte heute wieder mal eine Idee, auf die leider schon vor mir jemand gekommen ist. Hätte mich auch gewundert, wäre sie nicht schon längst umgesetzt worden.

Gekommen ist mir die Idee, als ich im Dunkeln mit dem Fahrrad auf dem Fahrradweg fuhr (ja, ich kann tatsächlich schon wieder Fahrrad fahren, yippieh) und zwar den Mann auf dem Gehweg rechts von mir wahrnahm, nicht allerdings den Hund, der links neben dem Radweg schnupperte, und noch weniger die Leine die sich von rechts nach links über den Radweg spannte...

Da erfand ich die Hundeleuchtleine! Die es schon gibt, zum Beispiel hier.
Mist, wieder nix mit zur Ruhe setzen.
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Freitag, 11. Dezember 2009

Geschmack auf Eis

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Es ist Winterzeit und damit die Zeit mannigfaltiger befremdlicher Veranstaltungen, die auf bunten Plakatwänden in den U-Bahnstationen angepriesen werden. Wissen die Menschen nicht, wo sie im Winter hin sollen? Oder was sie zu Weihnachten schenken sollen? Manchmal glaube ich, dass es nur deshalb Veranstaltungen gibt wie "Die Nacht der Musicals" oder "Holiday on Ice Tropicana".

Aber es gibt natürlich Menschen, die sowas mögen und ich bin manchmal versucht, mir diese näher anzusehen. Ja, manchmal würde ich gern zu so einer Veranstaltung gehen, genauso wie ich in den Zoo gehen würde. Und mit der Tierwelt habe ich wohl noch mehr Berührungspunkte als mit der Welt der Revuen. Ich kenne (meines Wissens) keine einzige Person, die an dieser Welt irgendwie teilnimmt, weshalb mir das Ganze auch so fern liegt. Und was einem fern liegt, wird schon dadurch manchmal interessant. Ich würde wohl weniger auf die Bühne, als ins Publikum schauen, wenn ich eine Revue-Feldstudie machen würde. Aber ehrlich gesagt: Ich trau mich nicht...

Denn wie der Zufall es will (und er will ja oft Dinge, die man ihm nicht gestattet hätte, wenn er denn gefragt hätte), trifft man dann doch einen entfernten Bekannten, ob aus der Firma, dem Turnverein oder von der Hundewiese, von dem man "es" nicht wußte. Und dann nimmt das Unglück seinen Lauf... Dann steckt man drin und kann kaum erklären, dass man sich nur diese geschmacklich völlig anders Gearteten ansehen wollte. Dann hat man plötzlich was mit jemandem gemeinsam, mit dem man so gar nichts gemein hat und führt ein Gespräch, zu dem man nichts beizutragen hat, außer vielleicht eines der Puschelkostüme lobend zu erwähnen. Das Ganze wird noch schlimmer, wenn man womöglich, wenn beim nächsten Geburtstag gesammelt wird, ein Revue-Abo geschenkt bekommt, weil eben einer der Schenkenden Dich traf und meint, Deine Interessen zu kennen.

Nein nein, eine viel zu gefährliche Feldstudie. Gefährlich auch deshalb, weil man jemandem kräftig auf die Füße treten könnte, was ich nun hoffentlich bei keinem der lieben Leser und Leserinnen getan habe. Falls doch, bitte als Studienobjekt melden.

Herzliche Adventsgrüße, Eure Penjelly

Freitag, 4. Dezember 2009

Ich Beuteltier

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Trotz allerliebster Lieferservices von Freund, Freunden und Familie, trat kürzlich doch der Fall ein, dass ich was einkaufen gehen mußte. Mir fehlte es nicht etwa an Pattex oder Ketchup. Seit ich mein Blog als Ventil mißbraucht habe, ist das Murmeltier des Anstoßes verdächtig ruhig. Abgesehen davon hat aber der Sermon selbst schon geholfen, also mir zumindest. Wenn Ihr das nicht lesen wolltet, kann ich das gut nachvollziehen. Wäre für mich sogar von Vorteil, denn ich komme ja nicht so gut weg. Mein Nachbar erscheint wie die coole Sau, der die Nacht durchmacht und laut Musik hört, der raucht und Bier trinkt, der seine Wohnung als Liebesnest an Freunde verleiht und nun auswandert. Während seine spießige Nachbarin sich akustisch, olfaktorisch und prinzipiell belästigt fühlt. Tja, älter werden ist nichts für Feiglinge. Man muss den Tatsachen ins Auge sehen. Ich bin jetzt in einem Alter, in dem ich auf eine coole Sau als Nachbar in dieser Form verzichten kann.

Zurück zum Thema: Ich wollte was einkaufen. Nun würde ich über den Nahkauf um die Ecke nicht gerade sagen "DAS ist MEIN Laden!" (Den Satz würde ich ohnehin nicht sagen, der ist vom doofen Barth besetzt.) Aber wenn der Nahkauf auch sonst nicht viel ist - nah ist er.
Also habe ich mir den Rucksack vor den Bauch geschnallt, da man mit zwei Krücken kein Einkaufskörbchen tragen kann und es im Nahkauf keine Einkaufswagen gibt, wie es dort überhaupt sehr viel nicht gibt. Bei diesem Besuch war mein Problem jedoch ausnahmsweise nicht, dass ich vor leeren Regalen stand, sondern dass die Waren, auf die ich es abgesehen hatte, sich im untersten Regalfach befanden. Auch das stellt einen vor ein kleines Rätsel, wenn man in jeder Hand eine Krücke, vorm Bauch einen Rucksack hat und nicht in die Knie gehen kann.

Dabei hatte es gut angefangen. Stolz humplete ich durch die Gänge und stopfte mir Waren in meinen Beutel, verglich mich im Geiste mit einem (zugegeben etwas lahmen) Känguru und wurde dann jäh gebremst, als ich den Zucker ganz tief unter mir erblickte. Das Fragezeichen über meinem Kopf muss hell leuchtend blinkend oder sogar hörbar gewesen sein, denn plötzlich sprang mir der Marktleiter zur Seite und stopfte mir lächelnd den Zucker in meinen Kängurubeutel. Er begleitete mich weiter und füllte meinen Beutel mit all den Dingen, die ich ihm ansagte. Bei einem leeren Regal (es vergeht kein Einkauf im Nahkauf ohne ein solches), hüpfte er sogar aufgeschreckt ins Lager und holte den gewünschten Artikel hervor. Glücklich schlich ich zur Kasse und nach Hause.
Das war eine positive Überraschung nachdem man, wenn man eingeschränkt unterwegs ist, feststellen muss, dass nur jene mit ähnlichen Erfahrungswerten einem Platz machen oder mal eine Tür aufhalten, nämlich alte Menschen.
Daumen hoch, Nahkauf! Daumen hoch, Senioren!
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Mittwoch, 2. Dezember 2009

Das Murmeltier, es wandert

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Das Murmeltier, es wandert. Es ist nicht gerade leichtgewichtig und das Laminat knarzt bei jedem Schritt. Ich kann es durch die Wand hören. Durch diese Wand kann man so ziemlich alles hören, vor allem laute Musik und laute Fernseher, was ein gewisses Maß an nachbarlicher Rücksicht erfordert. Ich bin oft rübergegangen und habe mit meinem Nachbarn, dem Murmeltier, darüber gesprochen. Oft. Es weiß bescheid. Bloß, dass das dicke Murmeltier drauf scheißt. (Nur einmal hat es mir - im Auftrag seines italienischen Freundes - Schokolade schenken wollen, weil ich diesem eine ganze Nacht lang beim Poppen zuhören durfte, aber ich habe abgelehnt. Wie billig ist das denn?)
Wenn ich nachts in meinem Bett liege, beschallt mich der Fernseher von nebenan bis irgendwann, tapp tapp tapp, Schritte zu dem Apparat, der am Kopfende meines Bettes stehen muss, zu vernehmen sind und Ruhe einkehrt, meistens so gegen halb vier, wenn ich Glück habe, um halb zwei. Mit "Ruhe" meine ich, man hört anschließend nur noch Gestöhne, Geschnarche oder, wie meistens, Gehuste.

Rachegedanken, wie ich mich mit dem Radiowecker revanchieren werde, wenn ich früh am Morgen raus muss, laufen ins Leere, wenn noch vor dem Radiowecker das morgendliche Abgehuste des Murmeltiers mich weckt. Es raucht stark, das Murmeltier, so stark, dass der Qualm ins Treppenhaus und von dort in meine Wohnung zieht. Das Murmeltier ist mehr als lästig und es tut mir leid, dass ich den Begriff Murmeltier gewählt habe, denn es beleidigt die gesamte Spezies.
Vor allem in der letzten Zeit ist mal wieder deutlich geworden, dass das Murmeltier, das neben mir wohnt, ein Arschloch ist. Aber: Es wandert nicht nur - es wandert aus!
Und diese Aussicht ist, was mich davon abhält, etwas Dummes, Niveauloses zu tun, um mich abzureagieren. Etwa ihm Pattex ins Schlüsselloch zu schmieren, wenn er ausnahmsweise die Wohnung verläßt, um Bier zu kaufen, oder ihm Ketchup oder Honig in die gepackten Kisten oder Möbel zu drücken, die sich im Treppenhaus stapeln, oder auch, ihn namentlich im Internet anzuprangern und zu einer Hetzkampagne aufzurufen.
Auf solche Phantasien hat mich die Machtlosigkeit gegenüber diesem Un(Verhalten) gebracht.
Denn das Murmeltier packt seine sieben(tausend) Sachen nämlich nicht tagsüber, sondern nachts. Wahlweise auch früh morgens...

Glück im Unglück: Ich bin krankgeschrieben und muss mich nicht, wenn ich nachts aus dem Schlaf gerissen werde, mit dem quälenden Gedanken rumwälzen, schnell wieder einschlafen zu müssen, weil ich zwei Stunden später aufstehen und zur Arbeit gehen muss.
Dennoch ist es belästigend, wenn man schlaftrunken die Kartons mitzählen kann, die gepackt werden. Rumpel-rumpel, kruschel-kruschel, schieb-schieb, Kiste in die Ecke. Nächste.
Mit Krücken und Post-OP-Thrombosestrümpfen überlegt man natürlich länger, ob man sich beschweren geht, also brüllt man höchstens mal. Dass das Murmeltier jedoch schwerhörig ist läßt sich bereits am bisherigen Verhalten erahnen.

Gestern Nacht aber sprang ich (nur sprichwörtlich) aus dem Bett, als mich um 5:23 Uhr lautes Gepolter senkrecht in diesem sitzen ließ und ich sogleich lautstark "Heavy Cross" von drüben vernahm. Gutes Lied, aber nur, wenn man es auf seiner Seite der Wand hört und vorzugsweise zu einer anderen Uhrzeit.
Um 5:27 Uhr stand ich dann vor des Murmeltiers Höhle bzw. Hölle und klingelte. Die Tür wurde einen Spaltbreit geöffnet und ich sagte "Könnten Sie Ihre Umzugsaktivitäten (bitte tagsüber erledigen?)", bzw. das wollte ich sagen. Aber nach den ersten vier Worten fiel die Tür mit einem gebrummten "Tschuldigung" wieder zu. Perplex humpelten ich und meine Krücken zurück zum Bett, wo ich mich wieder auf Schlaf einrichtete und befriedigt Ruhe drüben feststellte. Sie hielt ganze zehn Minuten.

Perfider Weise gab es kein Gepolter oder Gedröhne mehr, sondern ein offenbar eigens für mich aufgeführtes Konzert aus Gähnen, Seufzen und Husten. Nein, ich bin nicht etwa paranoid. Es läßt sich ja unterscheiden, ob jemand gekünstelt gähnt oder seufzt oder hustet, vor allem dann, wenn ein wahres Klangarrangement inszeniert wird. Allein die fehlenden Abstände zwischen den jeweiligen onomatopoetischen Lauten widersprachen jeglicher Natürlichkeit.
Uah (gähn)
hach (seufz)
uah (gähn)
hust
hust
hust
haaach (seufz)
Bei nächtlicher Ruhestörung durch nachweisliches Gepolter und Gedröhne hätte ich das Gesetz auf meiner Seite (auch wenn ich es ungern bemühen würde), aber bei "natürlichen" Geräuschen...? Wohl kaum. Das weiß sogar das Murmeltier. Es ist ja nicht doof, sondern nur asozial.
Aber es ist auch bald weg. Weit weg. Auf einem anderen Kontinent. Juhu.

Das ist mein persönlicher Adventskalender: Jeden Tag dem Abgang des Murmeltiers näher zu rücken. Und wenn das zur Beruhigung nicht mehr reicht, so findet sich bestimmt hinter dem ein oder anderen Türchen eine Tube Pattex oder eine Ketchupflasche.
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