Sonntag, 24. Januar 2010

was auf die Nase

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Mittagspause, Innenstadt
Die U-Bahn fährt ein und ich steuere auf eine der Türen zu, als ich an einer olfaktorischen Wand aus einem fiesen Zwiebel-Knoblauchgeruch abpralle und witternd neben mich blicke, wo eine Schülerin (anzunehmen in Anbetracht ihres Alters und der Tatsache, dass die nächste Station eine Schule ist) gerade einen Döner verdrückt, während sie wie ich wartet, dass sie einsteigen kann und der Strom an Aussteigenden versiegt. Kann man verstehen, dass die unter Androhung dieses Geruchsanschlags alle freiwillig aussteigen.
Ich eile, sofern das mit kaputtem Knie und kaputtem Fuß möglich ist
*, zur nächsten U-Bahn-Tür. Dort sind bereits alle ausgestiegen und nachdem ich direkt eingestiegen bin, muß ich auch direkt bemerken, dass eine weitere Schülerin direkt neben mir ein Bulettenbrötchen verdrückt. Ja, sie selbst hat sogar ein bisschen die Form eines Bulettenbrötchens. Während ich also bis zur nächsten Station leidlich nur durch den Mund atme, sehe ich mich um und sehe das ganze Mittagspause-in-der U-Bahn-Ausmaß.

Zwischen dem Türbereich wo Schülerin 1 mit dem Döner steht und dem Türbereich wo ich neben Schülerin 2 und ihrer Bulette stehe, befinden sich auf den Sitzen: ein weiteres Bulettenbrötchen, das von einer Dame mittleren Alters verzehrt wird; eine Papiertüte mit Pommes, aus welcher diese einzeln rausgezogen und von einem Studenten mit Cola runtergepült werden und von welcher der typische McDonalds-Duft rüberweht; ein Croissant, das Stück für Stück aus einer raschelnden Tüte gezupft und in den Mund gestopft wird sowie eine Tafel Milka-Schokolade, die von einer jungen Frau vernichtet wird.

Und ich dachte immer, ich würde nach Kantine müffeln, wenn ich vom Mittagessen in der Firma komme und dann geht man einmal in der Mittagspause vor die Tür und das ist auch nicht viel besser.... Ob man vielleicht über Speisewagen in U-Bahnen nachdenken sollte?

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Es tut mir auch leid, das immer wieder erwähnen zu müssen, aber es ist so wahnsinnig omnipräsent frustrierend, wenn man nicht mal fünf Meter hinter einem Bus her rennen kann, seit einem Jahr nicht an Sport zu denken ist und wohl auch vorerst nicht zu denken sein wird (wenn überhaupt mal irgendwann wieder dran zu denken sein wird), und man permanent Schmerzen hat, OPs zum einen Teil helfen, zu einem anderen dafür neue Problemquellen hervorrufen, über die man schlußendlich gesagt bekommt, dass das nun mal jetzt so ist, Arthrose eben, und man da nicht viel machen kann und man nur noch "Ich bin doch noch so jung!"-schreiend weg rennen möchte, wenn man denn könnte, und wenn einem nicht schon auch irgendwie dämmern würde, dass man sooo jung nun auch nicht mehr ist.
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Mittwoch, 20. Januar 2010

tiefgetroffen

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So, nun ist es raus. The winner is "betriebsratsverseucht".
Wovon ich spreche? Davon.

Habe übrigens gerade im "Tequila Cantina y Bar" einen Tiefgespritzen bestellt und wurde doch tatsächlich von der Bedienung zurück gefragt, was das bedeutet. In Frankfurt! Ich war tief getroffen. Kein Unwort, aber ein Unding. Nicht etwa, weil die von dieser Cantina keinen Apfelwein im Angebot hätten, sondern weil sie, obwohl sie welchen anbieten, nicht wissen, was tiefgespritzt bedeutet.

Naja, war der einzige Laden wo in Laufnähe noch ein Plätzchen zu ergattern war
. Was ist bloß los an einem stinknormalen Mittwoch Abend in der Innenstadt? Ist doch gar keine Messe, ich hab's recherchiert. Und dabei erschrocken festgestellt, dass am 29.01. die Christmasworld 2010 beginnt.
Ja, ist denn schon wieder Weihnachten? Oder ist Weihnachten jetzt das ganze Jahr? Hat nicht neulich eine Umfrage ergeben, dass jeder dritte Deutsche Weihnachten als Stress empfindet? Na, das kann ja froh und munter werden. Da muss ich mal mit dem Betriebsrat drüber sprechen.

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Freitag, 15. Januar 2010

wie schmierig

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"Der Winter hat uns fest im Griff" heißt es zur Zeit ständig. An "fest im Griff" denkt man nicht gerade, während man schneeverschmierte Wege lang eiert. Da wünscht man sich schon mal etwas mehr Grip. Vor allem aber bei den Menschen, die vor einem laufen und die eindeutig weniger geschwind sind, als man selbst gerne laufen würde.
Leider aber sind nur etwa 40cm des Gehwegs frei geschaufelt, und wenn man nicht zum Überholen in die Schneehaufen links und rechts dieser 40cm ausweichen will, etwa weil das Schuhwerk es nicht zuläßt, oder weil man, wie in meinem Fall, noch relativ frisch am Knie geflickt und im unebenen Gelände noch unsicher ist, dann fühlt man sich schon mal schnell an diese Episode von Mr. Bean im Treppenhaus erinnert.

Das Einzige, was mich fest im Griff zu haben scheint ist meine Tarnkappe, oder dicke Tarnmütze, die ich offensichtlich auf habe. Denn wenn mir auf den 40cm begehbaren Weges jemand entgegenkommt, scheine nur ich den Gegenverkehr wahrzunehmen und den logischen Gedanken "ausweichen" zu formulieren.
Natürlich sind solche Phänomene jahreszeitenunabhängig. Auch im Sommer kommt es vor, dass einem in der U-Bahn ein 1,90m-Mann mit übereinandergeschlagenen Beinen gegenüber sitzt, ohne das mindeste Empfinden für gleichberechtigt verteilte Beinfreiheit zu haben. Aber im Winter kommt das i-Tüpfelchen hinzu, dass die Schuhe des Gegenübers, die man unwillkürlich mit dem eigenen Beinkleid touchiert, natürlich voller Schneeschmier sind.

Der Winter hat die Höflichkeit fest im Griff und rückt sie wohl auch erstmal nicht mehr raus.
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Mittwoch, 13. Januar 2010

Meine Milchmädchenrechnung

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Liebe Bloggemeinde,

bereits letztes Jahr erfolgte ein Hinweis auf ein sehr nettes Unterfangen im Netz.
Diese unbeschreibliche Seite des Antipreneur-Shops bietet das Vergnügen guter Ideen, das man einfach nur genießen oder mit einem Beitrag zu einem Hilfsprojekt der Wahl zahlen kann.

Dort wurde und wird nach neuen Produktideen gefragt und ausnahmsweise hatte ich eine.
Die habe ich eingereicht und bekam Monate später die Nachricht, dass meine Idee sich gegen ganz ganz ganz viele anderen Ideen durchgesetzt hat und umgesetzt wird. Was hab ich mich da gefreut!
Jetzt ist es soweit - tatatatataaaaaaaaa - das Produkt ist im Angebot.

Habe ich es endlich doch irgendwie geschafft, eine Erfindung auf den Markt zu werfen...
Ich werde zwar nichts daran verdienen (nicht mal Ruhm, weil es bei Antipreneur keine credits gibt), aber ich bin ein bisschen stolz.

Idee von mir, grandiose Umsetzung vom Antipreneur-Team, hier ist der Milchmädchenrechner

Ihr könnt ihn bewerten, Ihr könnt ihn "kaufen".
Schaut mal rein. Es lohnt sich schon für die wunderbaren Tasten "Äpfel=Birnen" oder "Pi mal Daumen".
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Sonntag, 10. Januar 2010

Buchbilanz

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Letztes Jahr habe ich 15 Bücher gelesen. Das sind nicht viele, aber es ist ok. Immerhin mehr als eins pro Monat. Und eins mehr als letztes Jahr. Aber auch eins weniger als im Jahr davor. 2006 allerdings habe ich 23 geschafft. Und da waren ganz schön dicke dabei. In den Jahren davor waren es ebenfalls um die 20.

Ja es stimmt, ich führe Buch über die Bücher, die ich gelesen habe. Und nachdem ich gerade einen kleinen Rückblick gemacht habe, kommen mir die 15 Bücher im letzten Jahr doch wenig vor.
Es stellt sich die Frage, warum mein Lesepensum in den letzten drei Jahren wohl abgenommen haben könnte.
Anzunehmen ist eine kleine Kollision mit einem anderen, vor drei Jahren begonnenen Hobby, dem Poker.
Und da hätten wir dann tatsächlich doch noch einen guten Vorsatz fürs neue Jahr gefunden: Wieder mehr lesen.
Ich liebe Poker, aber Bücher liebe ich auch und sie sind nun mal nachhaltiger. Auch wenn ich mich nicht mehr an alle erinnern kann...
2002 steht etwa "Das Rätsel des Philsophen" von José Carlos Somoza in meiner Liste und, ehrlich, ich hab keinen Schimmer mehr, worum es da ging.
Dafür fällt mir gerade ein, dass ich in der Liste von 2009 ein Buch vergessen habe, eigentlich also auf 16 Bücher komme. Ein Pokertheorie-Buch habe ich nämlich auch noch gelesen und da sogar mal beide Hobbies unter einen Hut gebracht.

Nun würde ich gern ein persönliches "Buch des Jahres 2009" küren, aber das fällt doch schwer. Wenn ich die Liste so durchgehe und zähle, welche der Bücher wirklich etwas Besonderes hatten, komme ich auf 8. Und das ist auch gut so, eine gute Quote. Ich habe auch versucht, das Beste der gelesenen Klassiker und das Beste der gelesenen Gegenwartsliteratur zu bestimmen. Aber ich kann mich dennoch nicht schlussendlich entscheiden.

Die vollständige Liste könnt Ihr derzeit, falls Ihr das möchtet, unter "penjelly picks" hier links einsehen. Ihr dürft gerne Euren Favoriten daraus küren, würde mich interessieren. Kommentare und Empfehlungen sind übrigens auch immer gern genommen.

Mal sehn wie lang die Liste nächstes Jahr wird.
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Samstag, 9. Januar 2010

starke Glitzis

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Dachte gerade, die eben gekauften Topfreiniger würden mit "saustark!" angepriesen.
Hab mich aber verlesen. Sie sind bloß saugstark.

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Freitag, 8. Januar 2010

break the break

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Hallo, mich gibt's auch noch. Melde mich nach zwei Wochen zurück.
Habe mich in den Niederlanden und Belgien aufgehalten und festgestellt: Auch dort läuft recht häufig "Tainted love" von Softcell im Radio. Man kann dem Lied nicht entkommen.
Noch häufiger läuft dort derzeit allerdings Michael Bublé mit "Haven't met you yet". Ob man das jedoch in dreißig Jahren noch hören wird, ist fraglich.

Was man zum Jahreswechsel in Holland noch viel hört sind Kanonenschläge und Krach(er). Ich glaube, in den Niederlanden sind ganz andere, viel explosivere, feurigere Schwarzpulvergemische zugelassen als bei uns. Seltsam eigentlich, dass diese käseliebenden Pyromanen nicht den Schmelzkäse erfunden haben. Ha ha.

Lesen Sie mehr Kalauer im Laufe des Jahres.

Ein glückliches, gesundes Jahr 2010 wünscht Euch
Eure Penjelly
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