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Hach, manchmal wünschte ich, es gäbe einen Audit Trail zum eigenen Leben, eine Datenaufzeichnung, die im Hintergrund mitläuft und bei Abfrage Antworten auf Fragen gibt, die man selbst, mit bloßem Verstand, nicht geben kann. Nicht etwa "Wieviele grüne Pullis besaß ich in meinem Leben?". Das kann man vielleicht mit viel Überlegung und Recherche noch rausbekommen. Ich weiß, ich hatte und habe einige. Ich meine aber vielmehr solche Fragen wie "An wievielen Tagen habe ich einen grünen Pulli getragen?"
Nun mag die Antwort auf diese Frage nicht so spannend sein. In gesundheitlicher Hinsicht könnte so ein Audit Trail allerdings schon von Interesse sein. Man könnte etwa nachvollziehen, wie oft man einen Schlag auf den Kopf bekommen hat, denn vielleicht kann man sich nicht mehr dran erinnern (weil man einen Schlag auf den Kopf bekommen hat), aber vielleicht würde dieses Wissen einiges erklären.
Eine der Fragen, die mich am meisten interessieren würde, wäre jedoch die:
"Welches Lied habe ich in meinem bisherigen Leben am häufigsten gehört?"
Spaß würde sicher machen, vor Abfrage einen Tipp abzugeben und zu schauen, wie nah dran man ist.
Mein Tipp wäre "Tainted Love".
Schuld ist das Radio, wo das Lied mindestens einmal am Tag läuft, egal welcher Sender, aber natürlich ganz sicher auf HR1. Es läuft ständig - und zwar nicht etwa im Original oder als Marilyn Manson-Cover von der Version, die alle für das Original halten, sondern in eben dieser Version von Soft Cell.
Das Original (by Ed Cobb) ist übrigens von Gloria Jones. 1981 kamen dann Soft Cell damit an und stürmten an die Spitze der UK-Charts und das war auch gut so, ist ja ein tolles Lied. Aber leider, weil ich sicher bin, es ist das Lied, das ich in meinem Leben am häufigsten gehört habe, kann ich es so langsam nicht mehr hören. Und von Marilyn Manson will ich es nicht hören (den kann ich nicht leiden).
Radio killed the Klassiker.
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Donnerstag, 29. Oktober 2009
Montag, 26. Oktober 2009
"Bauer sucht Frau" - Penjelly sucht Abgründe
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Ich glaub es ja selbst nicht, aber ich schaue nun schon seit 40 Minuten "Bauer sucht Frau". Nein, nicht aus eigenem Interesse, sondern aus purem Voyeurismus. Ich dachte, dazu wäre ich gar nicht fähig!
Ich könnte Freundin T. die Schuld geben, von der ich eines Abends eine SMS erhielt mit der Aufforderung, dass ich mal die Freakshow auf RTL einschalten solle. Widerstrebend tat ich das, umso gleich wie gebannt mit hängenden Armen und offenem Mund (ähnlich wie in Las Vegas vorm Bellagio) vorm Fernseher stehenzubleiben. Nicht mal setzen konnte ich mich - freeze.
Glücklicherweise wurde ich damals durch einen Anruf aus der Starre gelöst. Heute nicht, dabei ist T. heute völlig unbeteiligt. Es war einfach ein sehr langer Tag im Büro und anschließend in der Buchhandlung, wo ich drei neue Bücher gekauft habe, auf die ich sehr gespannt bin. Aber anstatt zu lesen, hänge ich vor dieser Sendung seit ich erschöpft vom Tag nur einen Moment auf die Couch sinken und nur kurz den Fernseher anmachen wollte, höre mir unfassbare Dialoge an* und muss das Ganze sofort irgendwie psychisch verarbeiten, weshalb ich jetzt auch noch vorm Rechner sitze... Hilfe.
*
- "Es ist auch das, was innerlich zählt."
- "Du bist zu 90% wie meine Ex-Frau."
- "Ich steh auf schlanke Frauen. Kannst Du gut küssen?"
- "Düse mit mir ins Glück."
- "Ich will Mähdrescher fahren."
- "Mein Spitzname ist Miau."
- "Die x ist mir sympathisch, aber die y kann Schlepper fahren."
- "Die Schmetterlinge kommen schon."
Mein Aussage-Favorit: "Sie versucht, das Rezept in die Hand zu nehmen."
(gemeint war natürlich das Zepter)
So, Danke fürs Zuhören, jetzt greife ich dann doch zum Buch.
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Ich glaub es ja selbst nicht, aber ich schaue nun schon seit 40 Minuten "Bauer sucht Frau". Nein, nicht aus eigenem Interesse, sondern aus purem Voyeurismus. Ich dachte, dazu wäre ich gar nicht fähig!
Ich könnte Freundin T. die Schuld geben, von der ich eines Abends eine SMS erhielt mit der Aufforderung, dass ich mal die Freakshow auf RTL einschalten solle. Widerstrebend tat ich das, umso gleich wie gebannt mit hängenden Armen und offenem Mund (ähnlich wie in Las Vegas vorm Bellagio) vorm Fernseher stehenzubleiben. Nicht mal setzen konnte ich mich - freeze.
Glücklicherweise wurde ich damals durch einen Anruf aus der Starre gelöst. Heute nicht, dabei ist T. heute völlig unbeteiligt. Es war einfach ein sehr langer Tag im Büro und anschließend in der Buchhandlung, wo ich drei neue Bücher gekauft habe, auf die ich sehr gespannt bin. Aber anstatt zu lesen, hänge ich vor dieser Sendung seit ich erschöpft vom Tag nur einen Moment auf die Couch sinken und nur kurz den Fernseher anmachen wollte, höre mir unfassbare Dialoge an* und muss das Ganze sofort irgendwie psychisch verarbeiten, weshalb ich jetzt auch noch vorm Rechner sitze... Hilfe.
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- "Es ist auch das, was innerlich zählt."
- "Du bist zu 90% wie meine Ex-Frau."
- "Ich steh auf schlanke Frauen. Kannst Du gut küssen?"
- "Düse mit mir ins Glück."
- "Ich will Mähdrescher fahren."
- "Mein Spitzname ist Miau."
- "Die x ist mir sympathisch, aber die y kann Schlepper fahren."
- "Die Schmetterlinge kommen schon."
Mein Aussage-Favorit: "Sie versucht, das Rezept in die Hand zu nehmen."
(gemeint war natürlich das Zepter)
So, Danke fürs Zuhören, jetzt greife ich dann doch zum Buch.
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Montag, 7. September 2009
Sonntag, 2. August 2009
Überraschungen im Urlaub
Freitag, 17. Juli 2009
sich nur das Wichtige merken
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Im Tengelmann hinter mir an der Kasse steht ein alter Mann mit - wie aus ihrem Dialog hervorgeht - seiner Betreuerin. Denn der Mann scheint dement zu sein.
Als seine Begleiterin die Einkäufe aus dem Korb nimmt und aufs Band legt, nimmt der Mann sich die Alditüte in seiner Hand vor und räumt die darin befindlichen Einkäufe ebenfalls aufs Band. Seine Begleiterin erklärt ihm, dass das nicht nötig sei, da sie diese Sachen ja eben im Aldi gekauft und bereits bezahlt hätten. Der alte Mann hält inne und brummelt etwas unverständliches. Kurz darauf will er fortwahren, die Aldi-Einkäufe aufs Band zu legen.
Es ist erschütternd. Der Aldi ist direkt gegenüber vom Tengelmann und der Einkauf bestimmt erst 5-10 Minuten her.
Die Betreuerin hält den Mann liebevoll zurück, erklärt ihm erneut den Sachverhalt und zeigt ihm den Kassenbon vom Aldi. Der Mann wirkt beschämt. Die Betreuerin merkt das und um die Situation aufzulockern, sagt sie neckend "Na, Herr X., Sie sind heut nicht so gut drauf was?"
Da reckt der alte Herr sein Kinn und meint stolz: "Nein, ich kenne mich damit nur nicht aus, mit Einkaufen. Das ist Frauensache."
Ich muss schmunzeln. Die Betreuerin stimmt ihm zu: "Ja, das hat früher immer ihre Frau gemacht, nicht wahr?" Der Mann nickt nur langsam und sein Blick verliert sich ins Leere. Und da muss ich auch schon wieder aufhören zu schmunzeln.
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Im Tengelmann hinter mir an der Kasse steht ein alter Mann mit - wie aus ihrem Dialog hervorgeht - seiner Betreuerin. Denn der Mann scheint dement zu sein.
Als seine Begleiterin die Einkäufe aus dem Korb nimmt und aufs Band legt, nimmt der Mann sich die Alditüte in seiner Hand vor und räumt die darin befindlichen Einkäufe ebenfalls aufs Band. Seine Begleiterin erklärt ihm, dass das nicht nötig sei, da sie diese Sachen ja eben im Aldi gekauft und bereits bezahlt hätten. Der alte Mann hält inne und brummelt etwas unverständliches. Kurz darauf will er fortwahren, die Aldi-Einkäufe aufs Band zu legen.
Es ist erschütternd. Der Aldi ist direkt gegenüber vom Tengelmann und der Einkauf bestimmt erst 5-10 Minuten her.
Die Betreuerin hält den Mann liebevoll zurück, erklärt ihm erneut den Sachverhalt und zeigt ihm den Kassenbon vom Aldi. Der Mann wirkt beschämt. Die Betreuerin merkt das und um die Situation aufzulockern, sagt sie neckend "Na, Herr X., Sie sind heut nicht so gut drauf was?"
Da reckt der alte Herr sein Kinn und meint stolz: "Nein, ich kenne mich damit nur nicht aus, mit Einkaufen. Das ist Frauensache."
Ich muss schmunzeln. Die Betreuerin stimmt ihm zu: "Ja, das hat früher immer ihre Frau gemacht, nicht wahr?" Der Mann nickt nur langsam und sein Blick verliert sich ins Leere. Und da muss ich auch schon wieder aufhören zu schmunzeln.
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Montag, 29. Juni 2009
Gruppenarbeit im Gefängnis
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Im Zuge des "Talk of the Town" bzw. "Talk of the World" der letzten Tage, nämlich des Todes von Michael Jackson, bin ich über folgende Kuriosität gestolpert, die bereits 2007 entstand.
Man hat jetzt zum aktuellen Anlass erneut ein Tribute inszeniert. Aber die Insassen des Cebu-Gefängnisses auf den Philippinen scheinen öfter zu tanzen, auch mal zu Radio-Gaga von Queen.
Ich find's fantastisch. Meine Lieblingsszene ist, wenn der Jacko-spielende Insasse sich völlig unbeteiligt und unschauspielerisch an der Nase juckt (0:57 min), während sein "Mädchen" völlig in seiner Darstellung aufgeht.
Thriller!
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Im Zuge des "Talk of the Town" bzw. "Talk of the World" der letzten Tage, nämlich des Todes von Michael Jackson, bin ich über folgende Kuriosität gestolpert, die bereits 2007 entstand.
Man hat jetzt zum aktuellen Anlass erneut ein Tribute inszeniert. Aber die Insassen des Cebu-Gefängnisses auf den Philippinen scheinen öfter zu tanzen, auch mal zu Radio-Gaga von Queen.
Ich find's fantastisch. Meine Lieblingsszene ist, wenn der Jacko-spielende Insasse sich völlig unbeteiligt und unschauspielerisch an der Nase juckt (0:57 min), während sein "Mädchen" völlig in seiner Darstellung aufgeht.
Thriller!
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Sonntag, 28. Juni 2009
Sommermusik
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Ich habe für mich eine neue Band entdeckt, die ich gerne empfehlen möchte.
Aber dazu muss ich kurz etwas ausholen...
Neulich war ich mit einer Freundin im Kino um den Film "Duplicity" zu sehen. Wir kauften also die Karten und setzten uns in den uns genannten Kinosaal und da wir uns nicht allzu oft sehen, verbrachten wir die Zeit bis zum Filmanfang in angeregter Unterhaltung. Und wir hatten eine Weile, denn der Film ließ auf sich warten. Als er dann losging, erschien Dustin Hoffman am Klavier (auf der Leinwand) und uns wurde klar, dass wir im falschen Film waren. Wir standen auf und gingen raus, quetschen mussten wir uns nicht, es war nicht voll. Es handelte sich um den Film "Liebe auf den zweiten Blick" (Last Chance Harvey).
Draußen erklärten wir uns der Kartenabreißerin, die aber nur feststellen konnte, dass wir nicht im falschen Film waren, da wir Karten für eben diesen Film hatten und der Fehler also bei der Kassiererin lag. Nun hatte "Duplicity" aber schon begonnen, lief bereits seit einer Viertelstunde, und deshalb beschlossen wir, uns den unspannenderen Film anzusehen, aber den wenigstens von Anfang an. Also gingen wir zurück zu Dustin Hoffman.
Der Film ist nett, aber wie wir alle inzwischen wissen ist nett die kleine Schwester von scheiße.
Aber es gibt eine Szene in der der Amerikaner Dustin mit der Engländerin Emma Thompson in London spazierengeht und sie einer Band lauschen, die auf der Straße spielt. Und diese Band macht ganz schön gute Laune.
Neulich habe ich in der Stadtbücherei eine CD gefunden, auf der ich prompt diese Band wieder erkannt habe. Und seitdem hüpfe ich beim Spülen, swinge ich beim Wäscheaufhängen und klatsche ich unter der Dusche zu ihrer Musik.
Die Rede ist von "Kitty, Daisy & Lewis". Welche Art Musik das ist lest lieber irgendwo nach, in solchen Kategorisierungen bin ich ganz schlecht. Wikipedia beschreibt das so: Their music is influenced heavily by R&B, swing, jump blues, country and Western, blues, Hawaiian and rock 'n' roll. They are all multi-instrumentalists, playing guitar, piano, banjo, lapsteel guitar, harmonica, double bass, ukulele, drums, trombone, xylophone and accordion between them.
Ich find's herrlich! Ein guter Treffer, den ich einem schlechten Film zu verdanken habe.
Übrigens habe ich eine Woche später einenzweiten Anlauf gemacht, um "Duplicity" zu sehen und bevor mein Herzallerliebster und ich beim Kartenabreißer ankamen, schaute ich vorsichtshalber noch mal auf die Karten. Sie waren für den Film "Public Enemy No.1". Muss ich erst "Kinokassiererisch" lernen um die richtigen Karten zu bekommen?
Immerhin aber ist die Tatsache, für "Duplicity" zweimal falsch bedient worden zu sein, wortwörtlich genommen schon wieder beachtlich...
Ich habe für mich eine neue Band entdeckt, die ich gerne empfehlen möchte.
Aber dazu muss ich kurz etwas ausholen...
Neulich war ich mit einer Freundin im Kino um den Film "Duplicity" zu sehen. Wir kauften also die Karten und setzten uns in den uns genannten Kinosaal und da wir uns nicht allzu oft sehen, verbrachten wir die Zeit bis zum Filmanfang in angeregter Unterhaltung. Und wir hatten eine Weile, denn der Film ließ auf sich warten. Als er dann losging, erschien Dustin Hoffman am Klavier (auf der Leinwand) und uns wurde klar, dass wir im falschen Film waren. Wir standen auf und gingen raus, quetschen mussten wir uns nicht, es war nicht voll. Es handelte sich um den Film "Liebe auf den zweiten Blick" (Last Chance Harvey).
Draußen erklärten wir uns der Kartenabreißerin, die aber nur feststellen konnte, dass wir nicht im falschen Film waren, da wir Karten für eben diesen Film hatten und der Fehler also bei der Kassiererin lag. Nun hatte "Duplicity" aber schon begonnen, lief bereits seit einer Viertelstunde, und deshalb beschlossen wir, uns den unspannenderen Film anzusehen, aber den wenigstens von Anfang an. Also gingen wir zurück zu Dustin Hoffman.
Der Film ist nett, aber wie wir alle inzwischen wissen ist nett die kleine Schwester von scheiße.
Aber es gibt eine Szene in der der Amerikaner Dustin mit der Engländerin Emma Thompson in London spazierengeht und sie einer Band lauschen, die auf der Straße spielt. Und diese Band macht ganz schön gute Laune.
Neulich habe ich in der Stadtbücherei eine CD gefunden, auf der ich prompt diese Band wieder erkannt habe. Und seitdem hüpfe ich beim Spülen, swinge ich beim Wäscheaufhängen und klatsche ich unter der Dusche zu ihrer Musik.
Die Rede ist von "Kitty, Daisy & Lewis". Welche Art Musik das ist lest lieber irgendwo nach, in solchen Kategorisierungen bin ich ganz schlecht. Wikipedia beschreibt das so: Their music is influenced heavily by R&B, swing, jump blues, country and Western, blues, Hawaiian and rock 'n' roll. They are all multi-instrumentalists, playing guitar, piano, banjo, lapsteel guitar, harmonica, double bass, ukulele, drums, trombone, xylophone and accordion between them.
Ich find's herrlich! Ein guter Treffer, den ich einem schlechten Film zu verdanken habe.
Übrigens habe ich eine Woche später einenzweiten Anlauf gemacht, um "Duplicity" zu sehen und bevor mein Herzallerliebster und ich beim Kartenabreißer ankamen, schaute ich vorsichtshalber noch mal auf die Karten. Sie waren für den Film "Public Enemy No.1". Muss ich erst "Kinokassiererisch" lernen um die richtigen Karten zu bekommen?
Immerhin aber ist die Tatsache, für "Duplicity" zweimal falsch bedient worden zu sein, wortwörtlich genommen schon wieder beachtlich...
Donnerstag, 25. Juni 2009
Die Wahrheit tut weh
Heute habe ich eine bittere Erfahrung gemacht. Ich hatte eine Unstimmigkeit mit meinem Kollegen. Aber das ist nicht, was ich meine. Obwohl ich mich aufrichtig entschuldigt habe für mein Gezeter, hat er den ganzen Tag noch rumgegrummelt. Und da sagt man(n) Frauen seien nachtragend! Aber das ist auch nicht, was ich meine. Die bittere Erfahrung kommt erst noch und hat - natürlich - mit dem Älterwerden zu tun.
Als ich am Ende des Tages eine einzige jämmerliche Seite kopieren wollte, stand besagter Kollege gerade am Kopierer. Als hätte er nur darauf gewartet, nutzte er die Situation schamlos aus, indem er sich gehörig Zeit ließ. Jede seiner zu kopierenden Seiten wurde noch mal genau inspiziert, exakt ausgerichtet, der Kopiererdeckel in Zeitlupe geschlossen und dann wurde mit hämischem Grinsen lange nach dem Startbutton gesucht. Ich konnte es mir nicht nehmen lassen, als ich endlich dran war, nach meiner einen Seite, noch eine weitere Seite zu kopieren und ihm zu überreichen. Hierzu legte ich meine Hand mit der Handoberfläche aufs Glas, machte eine Faust, aus der nur der Mittelfinger hervorragte und zog eine schöne Kopie eines Stinkefingers. Nur: so schön war nicht, was dabei herauskam.
Das Ergebnis war geradezu niederschmetternd. Um den Mittelfingerknöchel am ersten Fingerglied hatte sich die Haut auf dem Glas zusammengeschoben und Falten geworfen,und am Übergang zum zweiten Fingerglied runzelte es wild. Das Kopierlicht hatte das Ganze schonungslos ausgeleuchtet, also im wahrsten Sinne des Wortes "ans Licht gebracht", was man an den Händen einer Frau nun mal immer als erstes sieht: Dass sie älter wird. Oder alt ist. Es war frustrierend. Noch dazu lachte mein Kollege mich aus.
Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott.
Aber wenn es einen gibt (und er zufällig im Kopierer wohnt), war er heute wohl nicht auf meiner Seite.
Montag, 11. Mai 2009
Idiomanie
Schon mal was von einem Zungenlieger gehört? Nein?
Der Begriff bezeichnet ein Wort, das einem nicht einfällt, sondern eben auf der Zunge liegt.
Bisher gibt bzw. gab es das Wort "Zungenlieger" nicht. Es entstand im Zuge des Wettbewerbs "Uns fehlen die Worte" von 3Sat.
Bei diesem Wettbewerb wurden 40 namenlose Phänomene beschrieben, für die es bisher kein Wort gab, und Bezeichnungen für diese gesucht. Und es sind tatsächlich schöne Worte dabei entstanden. Etwa "Brötchenwatte" für das leckere Innere eines Brötchens. Oder "Lidsenker" für jemanden, der einen mit seinem Gelaber langweilt.
Dieses Wort wird mir sicher in drögen Meetings noch häufiger in den Sinn kommen. Man stelle sich nur vor, dass so ein "Lidsenker" dann auch noch "eletant" ist und man gleichzeitig mit den Augen rollen muss. (Das Wort ist außerwettbewerbsmäßig von mir, ha ha.)
Und jeder kennt etwa den herrlichen Duft, der entsteht, wenn es nach warmen, trockenen Tagen mal wieder regnet. Ich liebe diesen Geruch und mir gefällt das Wort, das dafür gefunden wurde: "Regenwürze".
Wer alle 40 Begriffe wissen will, findet die Liste ab morgen hier irgendwo.
(Bei Redaktionsschluß noch nicht bekannt.)
Einen Überblick gibt es auch abends bei "Kulturzeit um 19:15 Uhr.
Mittwoch, 15. April 2009
von Modellen und Huren
"Sie ist ein Model und sie sieht gut aus." So der Anfang des Liedes "Das Model" von Kraftwerk aus dem Jahr 1980.
W. (der mikrophonbewanderte) und ich waren zu dieser Zeit etwa 7 Jahre alt. Neulich rief mich W. morgens an und weckte mich mit der Frage, ob ich wüßte, dass er früher immer dachte, dass es in dem Text von "Das Model" um "schmutzige Dinge" ging. Als ich der Sache schlaftrunken-interrogativ auf den Grund ging, gestand W., dass er in (ganz) jungen Jahren wohl meinte, ein Model sei so etwas wie eine Nutte.
"Schaust Du eigentlich "Germany's Next Top-Nutte?" fragte ich.
Es folgte ein Ausmalen darüber, wie so ein Sendekonzept aussehen könnte.
Ich liebe Telefonate mit W.
Zwei Jahre nach dem Kraftwerk-Song gab es ein Lied, in dem es wirklich um eine Prostituierte ging, nämlich um die Rosi. Ich konnte den kompletten Text von "Skandal im Sperrbezirk" von der Spider Murphy Gang auswendig und sang ihn auch immer schön lauthals mit - selbstverständlich ohne ihn tatsächlich zu verstehen: "Und draußen vor der großen Stadt stehen die Nutten sich die Füße platt." Natürlich baten meine Eltern zum Gespräch und klärten mich auf. Also, noch mehr als bisher.
Den Text von "Das Model" hatte ich nicht so präsent. Als ich ihn mir nun kürzlich anhörte, mußte ich unter dem Aspekt von W.'s kindlichem Irrtum doch sehr schmunzeln.
"Sie wirkt so kühl, an sie kommt niemand ran."
(Hmm, eine außergewöhnliche Prostituierte.)
"doch vor der Kamera da zeigt sie was sie kann"
(aha, die schmutzige Pornoindustrie also..)
Worum geht es eigentlich in dem Lied "Uh-Uh-Uh mir bleibt die Luft weg" von DÖF?
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