Freitag, 26. Dezember 2008

zum Jahreswechsel


Ich habe einen guten Vorsatz fürs neue Jahr: Ich werde versuchen, weniger Zeit am Rechner zu verbringen. Also, weniger Freizeit. Auf die Arbeitszeit ist die Einflußnahme ja recht beschränkt...

Rechner sind fiese Zeitfresser. Nicht, dass ich nicht gerne flickre, blogge, spiele, kommuniziere und mir die Augen verderbe... äh.. egal. Aber am End mach ich den Rechner aus, es ist spät, die Freizeit ist aufgebraucht und all die ungelesenen Romane, ungelegten Puzzles, verheißungsvollen Reiseführer, ungenutzten Sportgeräte, nicht getesteten Backrezepte und leeren Leinwände um mich herum blicken traurig. Ich ertrage das nicht mehr. Es muss wieder Demokratie einziehen und die Diktatur des Rechners beendet werden. Er bekommt aber weiterhin einen Platz in der Regierung, keine Sorge.


Noch vor Silvester fange ich an, den guten Vorsatz in die Tat umzusetzen und verurteile den Rechner zu ein paar Tagen Isolation indem ich selbst das Weite suche. Das nicht allzu Weite: Holland.

Aber wir können uns jetzt schon freuen, dass das neue Jahr angenehm beginnen wird, nämlich mit ein paar schönen Konzerten gleich im Januar und Februar. Aufspielen werden Franz Ferdinand, Travis, die Kaiser Chiefs sowie - endlich auch mal in Deutschland - die Kings of Leon.

Gelukkig nieuwjaar!

Don't sit down


Verbotenes zu tun macht doch immer noch am meisten Spaß, auch wenn es nur "auf einer Treppe sitzen" ist, wie hier im Grand Central Terminal in New York. Vielleicht aber haben diese Menschen das Schild einfach nicht von vorne gesehen, weil sie von oben kamen.

Erinnert mich an ein altes Lied von David Bowie in dem er singt "Don't sit down" und dazu albern lacht.

Sonntag, 21. Dezember 2008

Jugendsünden


Nachdem ich kürzlich von anno dazu mal verzapften Gedichten träumte, habe ich aus Neugier auf mein damaliges "ich selbst" meine gesammelten Werke von ganz früher rausgekramt und durchstöbert. Dabei hab ich auch ein Weihnachtsgedicht gefunden. Da das in die Zeit paßt, werde ich es hier nun wiedergeben, mit der Bitte um Nachsicht, denn es stammt aus der Feder einer 17-Jährigen.


Das Schneeflöckchen
im weißen Röckchen
fällt nicht nieder
dies Jahr wieder.

Süß klingen auch nicht Glocken,
wenn Kaufhausfenster locken
mit bunt glitzerndem Überfluß,
weil unbedingt geschenkt werden muss.

Der Chor hat kaum gesungen,
es ist kein Ros entsprungen,
es tönen durch die Lüfte schneller Schritte Schall
- fröhliche Weihnacht überall.

Montag, 15. Dezember 2008

traumhaft


Es war ja gerade Vollmond. ich, als unfreiwilliger, aber bekennender Lunatic habe da immer ziemlich wirre Träume. Wirr, aber auch interessant. Finde ich selbst zumindest. Ich selbst.

Das ist so eine Sache. Denn im Traum steckt recht viel vom eigenen Selbst. Sprich: Der Traum kommt direkt aus dem Unterbewußtsein.

Demnach werde ich nun gleich in diesem Blog etwas tun, was ich bisher noch nie getan habe - auch wenn da einige Menschen anderer Ansicht sind. Ich werde mein Selbst ein wenig entblättern. Bis jetzt habe ich meiner Ansicht nach an dieser Stelle nicht viel Intimes preis gegeben, weiß aber, dass einige Freunde das Blog für puren Exhibitionismus halten und nicht viel Verständnis für mein Geplaudere im Netz aufbringen. Aber dann trotzdem lesen!
Exhibitionismus vs. Voyeurismus.
Was soll's. Jetzt! - Jetzt gibt es wirklich mal einen Einblick in meine Seele, zumindest für die Traumdeuter da draußen. Der Rest wird nicht viel damit anfangen können und rätseln, so wie ich selbst. Ich selbst...

Ich selbst habe neulich nacht eine Erfindung gemacht.
Es fing damit an, dass ich in einer Art Kurs oder Klasse war und in mehreren Disziplinen eine Prüfung bevorstand. Ich kann mich nicht an alle erinnern, aber es gab "Autos crashen", "Laborarbeit", "Kettenkarussell fahren" und "dichten". Beim Kettenkarussell fahren wurde ich fast ermordet. Aber darum geht's hier jetzt nicht.

Die Dichter-Prüfung sollte so ablaufen, dass man ein selbst verfasstes Werk an die Tafel (ja - Schiefer und Kreide!) schrieb, dann erläuterte und schließlich auch vortrug. Ich war nicht gut vorbereitet und während die anderen Kursteilnehmer ihren Vortag machten, kramte ich in meinen gesammelten Werken und suchte nach einem bestimmten Gedicht, nach dem einzigen, das ich vortragenswert fand.
Ich suchte in meinem Traum nach einem Gedicht, dass ich tatsächlich mal geschrieben habe.
In echt. Ich selbst.
Ich fand es nicht in meinen Unterlagen und auswendig bekam ich es nicht mehr zusammen, da ich es in jungen Jahren geschrieben hatte. Es ärgerte mich, obwohl ich wußte, dass ich es, gerade weil es in jungen Jahren aus meiner Feder gekommen war, heute vielleicht gar nicht mehr vortragenswert finden könnte.

Wie dem auch sei - ich mußte auf ein anderes Gedicht zurückgreifen, eines, das um die Seele eines Spielers ging. Ein Gedicht, das ich im Übrigen "in echt" nie geschrieben habe. Im Traum war es mir jedoch als eigenes Produkt vertraut und ich beschloß, es für die Prüfung ein wenig aufzupeppen. Ich fokussierte den Inhalt mehr auf Poker und beschrieb eine dramatische Heads-Up-Situation. Um es etwas spannender zu gestalten, fügte ich zu manchen Versen ein wenig Geräuschkulisse hinzu, etwa das Gleiten der Karten über den Filz oder das Klackern von Spielchips zwischen den Fingern, zwischen denen das Geld zerrinnt.
Und so erfand ich im Traum das Hörspiel-Gedicht.

Zu der Prüfung kam es nicht mehr, ich erwachte vorher. An das Gedicht selbst kann ich mich nur dunkel erinnern, es war Schund.
Dennoch hätte ich es schön gefunden, es mit "rüber" zu nehmen, rüber nach "in echt". Aber das ginge nur wenn es diese andere Sache gäbe, die, die ich beim letzten Vollmond kreiiert habe: das Traumsequenzen-Freeze.

Das Traumsequenzen-Freeze ermöglicht einem, Szenen, Bilder, Töne o.ä. aus dem Traum mitzunehmen, indem man die Freeze-Funktion nutzt, also eine Momentaufnahme welcher Art auch immer tätigt und sie von einer Bewußtseinswelt in die andere mitnimmt.
Was war ich glücklich mit dieser Funktion bis ich aufwachte! Dann war alles futsch, Traumfestplatte formatiert. Ein Jammer. Und eine klare Schädigung des digitalen Zeitalters.

Aber allein sich diese Kombi vorzustellen....
Man träumt etwas, dichtet im Traum, komponiert im Traum, malt im Traum, wie auch immer und dann - FREEZE - und beim Aufwachen hat man den Mitschnitt oder das Repro.
Kreativität könnte so einfach sein und der Satz "Das mache ich im Schlaf" gewönne eine ganz neue Bedeutung.

Donnerstag, 11. Dezember 2008

PC-Priester


Probleme mit dem Rechner? Sie werden Ihre Viren nicht los? Sie haben keine Ahnung von IT und wissen nicht was Sie tun sollen?
Schon mal eine Pilgerreise nach Japan in Erwägung gezogen?

Statt wegen eigener Fehlfunktionen zur Jungfrau von Lourdes zu stapfen und bei Ankunft um Linderung der Blasen an den Füßen zu bitten, lieber nach Kanda- Myojin
wandern, den Rechner unterm Arm, um für einen virenfreies Rechnerleben zu beten.
Ist auch viel schlauer, da die meisten Gesellschaftswehwehchen
heutzutage ohnehin auf unerklärliche Weise verknüpft sind mit der Arbeit am Rechner (Mausarm, Sehstörungen, Haltungsschäden, Nervenzusammenbrüche o.ä.)

Und vielleicht können Sie nach der Reise ein Buch schreiben mit dem Titel "Mit dem Rechner durch Japan", so als Fortsetzung von "Mit dem Kühlschrank durch Irland". Oder Sie können natürlich auch in Anlehnung an Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg" eine Selbstbetrachtung mit dem Titel "Ich bin dann mal Depp" vorlegen.


Dienstag, 9. Dezember 2008

Die Vorlage nutzen


Heute morgen vernahm ich in den Nachrichten, dass ein junges Paar in Offenbach Biber sich auf dem Bahnsteig so heftig umarmt hat, dass es gemeinsam auf die Gleise fiel. Sie konnten sich wohl gerade noch eben so vor der einfahrenden Bahn retten und kamen mit Schock und Prellungen davon.
Was sagt uns das? Dass man in OF ("Ohne Führerschein") nicht nur nicht autofahren kann, sondern auch nicht Bahn. Und Offenbacher zu umarmen scheint auch nicht ganz ungefährlich zu sein - also Obacht!

Samstag, 6. Dezember 2008

Macht Kälte bekloppt?


Morgens auf dem Weg zur Arbeit...


Ein Mann setzt sich neben mich auf den U-Bahnsitz, scheint aber zu verdrängen, dass ich neben ihm sitze und macht sich daran mich tatsächlich zu verdrängen. Er wühlt in der Tasche auf seinem Schoß und rammt mir dabei seinen Ellenbogen in die Seite, dann zieht er eine Zeitung hervor, breitet sie umständlich aus und wedelt mir damit im Gesicht rum.
Ich bin froh, dass ich kurz darauf aussteigen kann, gehe die Treppe vom U-Bahnsteig nach oben und habe vor mir eine Frau, die beim Gehen so heftig ihren Arm vor und zurück schwenkt – ohne darauf Rücksicht zu nehmen, dass Menschen hinter ihr sind – dass dieser Arm meine Nasenspitze berührt. Immerhin hat sie keinen Schirm in der Hand. Oben angekommen bleibt die Frau erstmal stehen um das Plakat gegenüber der Treppe zu begutachten. Acht Leute hinter ihr müssen eine Vollbremsung machen und unfreiwillig kuscheln.
Das alles ist mir eindeutig zu viel Fremdnähe am morgen.
Ich steige in die nächste U-Bahn um, die zum Glück leerer ist. Als ich diese wieder verlassen will, bekommt die Frau vor mir an der Tür es nicht hin, diese zu öffnen, weil ihr Fingernägel zu lang sind, um den Türknopf zu drücken. Umständlich dreht sie ihre Finger nach links und rechts, oben und unten und weiß nicht weiter. Der Handwerker zwischen uns greift schließlich über sie hinweg und übernimmt den Part, woraufhin die Frau nur dämlich lächelt.

Gut es wird kälter... Wird dann Blut aus dem Hirn gezogen, um den Körper wärmer zu halten? Menschen, dann zieht Euch doch mal wärmer an! Es gibt kein Wetter das doof und unachtsam macht, es gibt nur falsche Kleidung. Oder eben wetterunabhängige Doofheit.

Montag, 1. Dezember 2008

Krachgarten


Es lohnt hin und wieder doch, die Rückseite von EIntrittskarten zu Konzerten zu lesen - zumindest dann, wenn es noch eine RICHTIGE Konzertkarte ist, so wie früher (als ja bekanntlich alles besser war).

"Achtung:

Diese Eintrittskarte für ein Farin Urlaub Racing Team-Konzert dient Ihrer Legitimation. Legitimation ist für viele Menschen ein Fremdwort. Sie haben Angst gefragt zu werden, was denn das Wort “Legitimation” eigentlich bedeutet und bleiben deshalb am Tag der Konzertveranstaltung zuhause. Das muss nicht sein! Legitimation kommt vom lateinischen Wort “legare” (dt. kühlen) und besagt, dass man diese Eintrittskarte auch als Fächer benutzen kann, wenn es zu heiss wird.
Bitte behalten Sie die Eintrittskarte deshalb bis zum Verlassen des Veranstaltungsgeländes.
Beim Verlassen des Veranstaltungsgeländes verliert die Karte ihre Gültigkeit.
(Man kann sie trotzdem weiterhin als Fächer verwenden - aber Vorsicht: nur bis zu einer Umgebungstemperatur von 49°Celsius.)
Das Mitbringen von Glasbehältern, Dosen, sperrigen Gegenständen (Picknickkörben, größere Taschen etc.), Tieren, Nazis, Tonbandgeräten, Waffen, Film- und Videokameras und/oder pyrotechnischen Gegenständen ist untersagt. (...)
Rockkonzerte sind sehr, sehr laute Veranstaltungen. Bitte schützen Sie sich und ggf. Ihre Kinder durch Tragen eines Ohrenschutzes vor Gehörschäden. Beachten Sie bitte die Hinweise der Ordnungskräfte. Sollten Sie die Hinweise der Ordnungskräfte aufgrund Ihres Ohrenschutzes akustisch nicht verstehen, bitten Sie schriftlich um eine pantomimische Darstellungen der Anordnungen. Zur Entlastung der Umwelt bitte die öffentlichen Verkehrsmittel oder ein StVZo-taugliches Fahrrad benutzen. (...)

Schwarzhändler sind ein eiternder Abszess am Hintern der Menschheit."