Freitag, 15. Juli 2022

Darf man das? - Das 23. FOFL

Am Wochenende wurde endlich mal wieder gefoflt und zwar das erste Mal mit einem Motto!

Acht Songs und eine Frage: Darf man das?

Das Motto war Auslegungssache, die Antworten auf diese Frage Meinungssache. Deswegen werde ich mich weitestgehend zurückhalten, sie wiederzugeben. Fragt Euch doch selbst, was man darf und was nicht! 

[Links wie immer in den Titelzeilen]

Alten FOFL-Hasen, die immer fleißig das Protokoll lesen, wird auffallen, dass gleich was fehlt. Nämliche die obligatorische Textpassage, die stets als Untermauerung für unsere ansonsten ja total weit hergeholten Interpretationen ins Feld geführt wird und zudem als Amuse-Gueule (besonders obligatorisch bei französischer Band) den Lyrics-Connaisseuren und Connaisseusen dargeboten werden soll. Allein, es gibt in diesem Fall keinen Text, zumindest keinen verständlichen, nichts was man gescheit transkribieren könnte. Benutzt wird eine Fantasiesprache, das die Stimme als Instrument manifestiert und dennoch individuelle Empfindungen und Assoziationen in einem hervorzurufen vermag. FONL ist angesagt. Focus on Non-Lyrics.
  
Das Gepose von Künstlern auf der Bühne ist manchmal wirklich unerträglich, da kann man ihnen ruhig mal ein Lied widmen! Es ist keine seltene Eigenart von Frontmänner einer Band, dass sie auf der Bühne wie Christus die Arme ausbreiten, als wären sie ein musikalischer Messias. Wir dachten an Dave Gahan, Bono, Michael Hutchence und ja, auch an Chris Martin, wobei ich das bei meiner anschließenden Bildrecherche nicht bestätigen konnte. Der mag posen, aber nicht wie Jesus. Das Lied jedenfalls scheint eine kleine Abrechnung zu sein und bemüht dabei das Bild der Kreuzigung. Darf man das?
 
You're staring at me
like I'm driving the nails
In your Jesus Christ pose
Arms held out
In your Jesus Christ pose
Thorns and shroud
Like it’s the coming of the lord
Would it pay you more to walk on water
Than to wear a crown of thorns?
It wouldn’t pain me more to bury you rich
Than to bury you poor


Kennt jeder. Wirklich? Das Lied ja, aber worum es in dem Text wirklich geht, wissen wohl die wenigsten. Ein alter 80er Sommerklassiker, Gute-Laune-Song, Strand, Sonne, blablabla - und wir hatten 40 Jahre lang keine Ahnung, was für eine kritische Botschaft sich hier verbirgt. Die Frage könnte lauten: Darf man das, jemanden so lange hinters Licht führen? Ein paar mehr Spanisch-Kenntnisse hätten aber ja gereicht. Aber darf man, wie häufig in den 80er, eine noch fiesere deutsche Version machen?
Einem Lied, das Umweltverschmutzung und die Folgen von nuklearen Unfällen thematisiert, verpasste Frank Zander eine sozioökonomische Note. Und eine merkwürdige Band, von der man zuvor noch nie gehört hat, textete zu der Ohrwurm-Melodie "Geh'n mer halt zu Slyer". Darf man, ist aber schlimm.

Vamos a la playa                    Lass uns zum Strand gehen
Todos con sombrero               Alles trägt Hut
El viento radioactivo                
Der radioaktive Wind
Despeina los cabellos                
Zerzaust das Haar
Vamos a la playa                    
Lass uns zum Strand gehen
Al fin el mar es limpio           
Endlich ist das Meer sauber
No mas peces hediondos        
Kein stinkender Fisch mehr
Sino agua fluorescente            
Aber fluoreszierendes Wasser
Vamos a la playa, oh, oh, oh, oh
 
Ich weiß gar nicht mehr so genau, was die Frage war. Ich glaube: Ist so ein experimentell zusammengewürfelter Text ok? Er nimmt uns mit in einen Club (untermalt von der Bloc Party eigenen Getriebenheit im Beat, in diesem Fall noch gesteigert zu einer Art Technoimitation an der Gitarre) und besteht aus druffgeschickten Dialogfetzen, Pöbeleien und Partyfeeling. Er strotzt vor Slang und man weiß nicht recht, soll es ernsthaft lässig sein oder eine Überspitzung?
Ratchet meint hier natürlich nicht die Ratsche, sondern ist eine Version von "wretched" oder gar "ratshit". Soll heißen, alle Beteiligten sind ein bisschen daneben oder wollen es im Laufe des Abends werden. Sich mit Ansage ruinieren sozusagen. Wir waren alle mal da, mehr oder weniger.

And tell your bitch, to get off my shit
Smoking on that home rolled
You know that I keep it on point
Yeah, I could've came out tonight
With a flex and a flow and you know it might
When I get fucked up, when I get half cut
Gonna make them prang, get rowdy
Hey, yeah I'll make a scene, make it real, make 'em feel
Hey, yeah, yeah, yeah I'll make it loud, make it proud, make it count
We go, go ratchet
We go, you better watch yourself
 
Eine ähnliche Frage wie beim Lied davor stellt sich in Bezug auf diesen Text: Darf man den Hörer auf den Arm nehmen, indem man ihm kryptische Sätze, sinnlose Bildhaftigkeit und Oxymorone um die Ohren wirft (bis er sich selbst fühlt wie ein moron, haha), um dann selbstverständlich anzufügen "Jetzt weißt Du wer ich bin", wohlwissend, dass er keine Ahnung hat? Andererseits kann so jeder Zuhörer interpretieren, was er will (was man ohnehin immer darf) und ihm wird noch dazu gratuliert. Der Text zeigt in der Formulierung die Eigenart von Horoskopen: Vagheit, Mehrdeutigkeit und Allgemeinplätze. Thematisch rausgehört haben wir dennoch vage (!) das Thema Verführung durch Erfolg, Ruhm und Reichtum.
 
Er macht die Tür auf
Und geht rauf, und hat keine Angst
Da spielen Männer mit Papier
Und Frauen schrein am Strang
Er hat den Platindiamant
Die Sonne lacht dazu
Und die ganze Welt in seiner Hand
Weißt du, wer ich bin?
Herzlichen Glückwunsch, toi, toi, toi!
Alles Gute, toi, toi, toi!
Schau rauf zum Himmel
Diese Erde, sie ist gelb wie Stroh
Komm laß sie uns verbrennen
Ich will es so!
Jetzt weißt, du wer ich bin!
 
Das Motto dieser FOFL-Runde trifft wohl bei keinem Lied so sehr den Nerv wie in diesem Fall. Darf man den Holocaust nutzen, um zu provozieren, zu schocken? (Nein.)  Ist der Text nicht bewertend sondern rein beschreibend und damit fast verherrlichend? Oder ist er in seiner Beschreibung schon bewertend, heischt aber dennoch bloß billig nach Aufmerksamkeit? (Hier waren wir uns ein wenig uneins, aber weder das eine noch das andere ist cool.) Selbst wenn Begriffe mit negativer Bedeutung überwiegen, ist das dem Stil entsprechend eindeutig positiv konnotiert zu verstehen. Weitere Fragen lauten: Darf man einen Kriegsverbrecher, in diesem Fall Josef Mengele, zu einem Angel of Death, einem Monarch to the kingdom of the dead stilisieren? (Eher nicht.) Darf man als Band bei kritischer Nachfrage zum Text ohne Abgrenzung bleiben? (Darf man generell schon, ist aber in bestimmten und besonders solchen Fällen irgendwie scheiße.) 

Auschwitz, the meaning of pain
The way that I want you to die
Slow death, immense decay
Showers that cleanse you of your life
Forced in like cattle, you run
Stripped of your life's worth
Human mice, for the Angel of Death
Four hundred thousand more to die
Angel of Death
Monarch to the kingdom of the dead
 
Menschen mit Macht, meistens Männer, die am längeren Hebel sitzen, machen Versprechen und lassen sich dafür bezahlen, erpressen Dienstleistungen, drängen andere in die Unterwürfigkeit. Ein Song über sexuelle Übergriffe und ausbeutendes Verhalten in der Kulturindustrie und im politischen Kontext. Man denkt sofort an Typen wie Harvey Weinstein und Berlusconi (nicht zuletzt wegen des im Text zitierten "bunga bunga"). Darf man das? Darüber singen auf jeden Fall! Am besten so lange, bis auch dem letzten Arschloch klar ist, was man nicht darf.
The Smile sind übrigens die neue Band der Radiohead-Mitglieder Thom Yorke und Jonny Greenwood und bei diesem Lied zeigt Thom Yorke, dass er gar nicht immer klingen muss wie Thom Yorke.

Some kid, in golden chains, two slippery ropes
A lonely stitch, left to be unpicked
'Cluding my left foot
Let the lights down low, bunga bunga or
you'll never work in television again, Yeah right
He chews 'em up, he spits 'em out
It's whatshisname, the genie man
Mechanical, mechanical
All those beautiful young hopes and dreams
Devoured by those evil eyes and those piggy limbs
You sad fuck, you throw small change
Take your dirty hands off my love
 
Dire Straits - Money for nothing (1985)
Wir wissen wohl alle worum es in dem Lied geht, nicht zuletzt aufgrund des einst richtungsweisenden Videos (das erste, das auf MTV Europe ausgestrahlt wurde). Der einfache Arbeiter mokiert sich über den reichen Rockstar, der sich höchstens eine Blase am Finger zuzieht, während er selbst schaffen, schaffen, schaffen muss, dem die Frauen hinterherrennen, obwohl er aussieht wie: eine Schwuchtel. Ja, ganz politisch inkorrekt kommt das Wort "faggot" vor. Mark Knopfler hat einen einst in einem Elektroladen aufgeschnappten Dialog zweier Kerle in einen rollenperspektivischen Text verpackt, ihre Worte benutzt. Leider hat nicht jede Zuhörerschaft unterschieden und der Band später, als man zunehmend sprachkritisch wurde, Diskriminierung vorgeworfen, weshalb es irgendwann eine neue Version des Liedes gab, in der stattdessen "maggot" gesungen wurde.
Darf man das? Lieder, Kunstwerke, Bücher (man denke an Pipi Langstrumpf) säubern und vermeintliche Verfehlungen ausradieren? In welchen Fällen ist es angebracht? Oder sollte man sie als Zeugnis und Anstoß für Kritik genauso belassen? Liegt das Problem nicht eher im Unvermögen zum kritischen Umgang? Es gibt viele Antworten.

Now look at them yo-yos, that's the way you do it
You play the guitar on the MTV
That ain't workin', that's the way you do it
Money for nothin' and your chicks for free
Now that ain't workin', that's the way you do it
Lemme tell ya, them guys ain't dumb
Maybe get a blister on your little finger
Maybe get a blister on your thumb
We got to install microwave ovens, custom kitchen deliveries
We got to move these refrigerators, we got to move these color TVs
See the little faggot with the earring and the make up
Yeah, buddy, that's his own hair 
 
 
Ich frage mich: Darf man so 80er lastig sein beim FOFL (50%!)? Muss mir aber an die eigene (große) Nase fassen.
 
Bis bald, Eure Penjelly

Samstag, 2. Juli 2022

Coole News

Falls Euch in der Hitze nach etwas Kaltem verlangt, könnt Ihr vielleicht mit dieser Lektüre abkühlen:

Ein paar Kurzgeschichten zum Thema "kalt erwischt", eine davon ist von mir.

Erhältlich auf amazon oder direkt beim Verlag literareon!

Sonntag, 17. April 2022

FO(ster)FL

Das 22. FOFL fand nur zufällig zu Ostern statt, es ging weder um Auferstehung noch Hasen und Eier.
Die folgenden Lieder wurden ins Osternest gelegt.

[Links zu den Liedern wie immer in den Titelzeilen]
 

Szenenbeschreibung in Echtzeit und Reimen. Man erlebt eine Trennung live mit, jede Bewegung, sowohl körperlich als auch emotional, wird in Momentaufnahme beschrieben. So nah dran fühlt man mit, leidet mit, hört den Rat der Freunde, von dem man weiß, dass er im Augenblick noch so gar nicht hilft: There's plenty more fish in the sea.
Alle Lieder auf dem großartigen Konzeptalbum von Mike Skinner aka The Streets werden in dieser Erzähltechnik, mit dieser Unmittelbarkeit präsentiert. Aber bei diesem Lied ergießt sich ein Schwall von Empathie über einen, denn wer hat diesen Schmerz so oder ähnlich nicht selbst schon mal gefühlt: It's over.

In one single moment, your whole life can turn round
I stand there for a minute, staring straight into the ground
Lookin' to the left slightly, then lookin' back down
The world feels like it's caved in, proper sorry frown
Please let me show you where we could only just be for us
I can change, and I can grow, or we could adjust
The wicked thing about us is we always have trust
We can even have an open relationship if you must
I look at her, she stares almost straight back at me
But her eyes glaze over, like she's looking straight through me

Auch dieser Text erzählt eine Geschichte in Realtime. Eine Schießerei, ein Opfer. Eine Menschenmenge, eine Meinung. Aber es gibt immer mehrere Seiten einer Story. Wut und Verlust lassen einen oft vergessen, dass die Welt nicht schwarz-weiß ist, dass Menschen nicht nur gut oder nur Böse sind, lassen uns den Blick für das Ganze verlieren. Manchmal ist es nicht relevant, das Ende der Geschichte zu kennen, zieht man es sogar vor, es nicht zu erfahren. Denn die Tragik liegt oft nicht im Ausgang, sondern im Lauf der Dinge. Der Text beruht auf einer wahren Begebenheit: Eine Schießerei, mehrere Opfer.
 
All these marks of youth soon transformed coldly into stone
For fights and stupid feuds, for ruins wrapped in gold
And cruelly I recall why I have come to find a reason
But there cannot be a reason, not for death, not like this, not like this
Three days later they made funeral plans, the family
Three days later a mother had to bury her son
Not far away the shooter holed up in a hotel
Near to the highway with a friend and the gun, that same gun
He'd fled immediately but was identified by witnesses
His picture on TV, only 20 years old

Während der Diskussion (als uns das Jahr der Veröffentlichung vom Beitragenden noch nicht mitgeteilt worden war) wurden Gerüchte gestreut, dass sich Billie Eilish nach einer Figur in diesem Lied benannt hätte. War bloß ein Osterei. Nein, hat sie natürlich nicht. Die Figur im Text wird vielmehr mit Billie verglichen, hat offenbar ebenfalls einen gewissen Fame oder ist zumindest auf bestem Wege, groß rauszukommen. Jedenfalls ist sie nach einem Weekend-Stand für den Zurückgelassenen nicht mehr greifbar und er macht sich auch keinerlei Illusion über eine Fortsetzung der Liaison. Er überspitzt vielmehr seine Träume von einer gemeinsamen Zukunft, macht dabei aber deutlich, dass er klar kommen wird. Er ist schon zufrieden, wenn er ihr irgendwie in Erinnerung bleibt. Und genau das soll mit dieses Lied wohl erreicht werden.
Wir hatten keine Ahnung, warum das Lied heißt wie der Film und wir haben auch nicht versucht, es rauszufinden. (Ideen dazu können gerne in den Kommentaren abgeben werden.)

It's just been a weekend
But in my mind
We summer in France
With our genius daughters now
And you teach me to play the piano
You call I'll be there
Once more
I'm scared of the phone
Don't ring it
Please know
That I'm just trying to find
Some way to keep me in your mind
And later on
Everyone will say it was cool
  
Ein langer Text, der zufällig - es war kein FOFL Motto oder so -  ebenfalls eine Begebenheit in Echtzeit beschreibt, dieses Mal einen Bandenkrieg in oder um London. Die Musik, die eher an ein Zirkus-Musical denken lässt, will zunächst so gar nicht zu der Schilderung einer Schlacht passen, soll aber wohl unterstreichen, wie lächerlich das Gehabe und wie absurd das unnütze Blutvergießen sind. Wie es im Krieg eben oft so ist: Auf beiden Seiten werden die Soldaten verfeuert, die in der Gang-Hierarchie ganz unten stehen (Billy's boys und Little John's thugs), während die Bosse (Billy und John) in ihrer Limo ein Picknick abhalten und den Ausgang der Schlacht abwarten. Nachdem von ihren Schergen keiner mehr am Leben und trotzdem keine Entscheidung herbeigeführt ist, werfen die Kriegstreiber am Ende einfach eine Münze, um die Sache zu regeln. Absurd wie Krieg eben ist...
 
In with a left hook is the Bethnal Green Butcher,
But he's countered on the right by Mick's chain-gang fight,
And Liquid Len, with his smashed bottle men,
Is lobbing Bob the Nob across the gob.
With his kissar in a mess, Bob seems under stress,
But Jones the Jug hits Len right in the mug;
And Harold Demure, who's still not quite sure,
Fires acorns from out of his sling.
(Here come the cavalry!)
Up, up above the crowd,
Inside their Silver Cloud, done proud,
The bold and brazen brass, seen darkly through the glass.

 
Noch ein Lied über Trennungsschmerz, wenn auch einen nicht mehr ganz so akuten. Der Text handelt davon, wie durch das Hören bestimmter Lieder oder Interpreten sofort die Erinnerung an die gemeinsame Zeit zurückgebracht wird. Das Bedauern darüber, dass es nicht funktioniert hat, dass das Lebensmodell nicht das gleiche oder man zu naiv war, wird gleich mitgeliefert. Ein Song reicht. Zack, alles wieder da. Wer kennt das nicht?
In dem kraftvollen Lied mit Stadionrockpotential wird jedoch weniger gelitten als die Meinung vertreten, dass man ohne diese auditorisch indizierten Rückschläge womöglich drüber wegkommen würde - weshalb der verdammte Mike Skinner (siehe oben) und andere Künstler nun leider aufhören müssen.

Verdammter Mike Skinner
Kate Nash, Lykke Li
Tame Impala, The Killers
Florence + The Machine
Ich hab' mich wirklich angestrengt
Alte Bilder abgehangen
Deinen Account deabonniert
Die Erinnerung verdrängt
Und ich hab' mir eingeredet
Dass es funktioniert
Aber ein, zwei Bands
Die mich andauernd an
Die Zeit mit Dir erinnern
Tut mir leid für die Fans
Aber die müssen leider
Jetzt aufhör'n für immer

 

Verdammter Mike Skinner
Kate Nash, Lykke Li
Tame Impala, The Killers
Florence + The Machine

[Verse 1: Kraftklub]
Ich Hab' Mich Wirklich Angestrengt
Alte Bilder Abgehangen
Deingn Account Deabonniert
Die Erinnerung Verdrängt
Und Ich Hab' Mir Eingeredet
Dass Es Funktioniert
Aber Ein, Zwei Bands
Die Mich Andauernd An
Die Zeit Mit Dir Erinnern
Tut Mir Leid Für Die Fans
Aber Die Müssen Leider
Jetzt Aufhör'n Für Immer




Read more at: https://www.lyricsroll.com/ein-song-reicht-lyrics-kraftklub.htmlVerdammter Mike Skinner
Kate Nash, Lykke Li
Tame Impala, The Killers
Florence + The Machine

Ich Hab' Mich Wirklich Angestrengt
Alte Bilder Abgehangen
Deingn Account Deabonniert
Die Erinnerung Verdrängt
Und Ich Hab' Mir Eingeredet
Dass Es Funktioniert
Aber Ein, Zwei Bands
Die Mich Andauernd An
Die Zeit Mit Dir Erinnern
Tut Mir Leid Für Die Fans
Aber Die Müssen Leider
Jetzt Aufhör'n Für Immerh
Ich Hab' Mich Wirklich Angestrengt
Alte Bilder Abgehangen
Deingn Account Deabonniert
Die Erinnerung Verdrängt
Und Ich Hab' Mir Eingeredet
Dass Es Funktioniert
Aber Ein, Zwei Bands
Die Mich Andauernd An
Die Zeit Mit Dir Erinnern
Tut Mir Leid Für Die Fans
Aber Die Müssen Leider
Jetzt Aufhör'n Für Immer
Immer Wieder Mike Skinner


Read more at: https://www.lyricsroll.com/ein-song-reicht-lyrics-kraftklub.html
Ich Hab' Mich Wirklich Angestrengt
Alte Bilder Abgehangen
Deingn Account Deabonniert
Die Erinnerung Verdrängt
Und Ich Hab' Mir Eingeredet
Dass Es Funktioniert
Aber Ein, Zwei Bands
Die Mich Andauernd An
Die Zeit Mit Dir Erinnern
Tut Mir Leid Für Die Fans
Aber Die Müssen Leider
Jetzt Aufhör'n Für Immer
Immer Wieder Mike Skinner


Read more at: https://www.lyricsroll.com/ein-song-reicht-lyrics-kraftklub.htm
 
In diesem Lied sind wir Zeuge eines Gesprächs zwischen Mensch und Tod. Letzterer holt ersteren. (Es ist auch selten umgekehrt.) Soviel kann man dem nicht leicht zu erschließenden, aber sehr bildhaften Text entnehmen. Der Tod erscheint mal weiß wie erstickende Vulkanasche, mal schwarz wie die Beulenpest.
Bedeutungsträger, wie der danse macabre (mittelalterliche Darstellung der Macht des Todes) oder der Acheron (in der griechischen Mythologie sowie in Dantes Göttlicher Komödie der Totenfluss in der Unterwelt) unterstreichen die faustische Stimmung. Der Mensch ist dem Sentinel, dem Wächter des Todes, machtlos ausgeliefert. (Es ist selten anders.)
Der Verfasser des Texts, Alex CF, ist Autor des Buches 'Seek the throat from which we sing' und ich bin nun stolze Besitzerin eines signierten Exemplars. (Danke für dieses foflige Geburtstagsgeschenk, P.!🖤)

danse macabre
palaeography
a mockery of script
the rigour garb of
acheron, leaden
sleep anoints him
(Sentinel) shall we begin?
(Recipient) the malignancy
bows and gestures on
his sanctum shrouds
I have no choice
no argument
for the dark entices
alluring truths
 
Dieses Lied könnte der Grund dafür sein, dass man den hundert Jahre zuvor erschienenen Werken 'Alice in Wonderland' und 'Through the looking glass' von Lewis Carroll nachsagt, dass es ein oder mehrere Drogenräusche beschreibt. Der Trunk im literarischen Werk ist hier eine Pille oder da ein Pilz, aber kaum ist etwas davon eingeworfen, kann man ähnlich fantastische Abenteuer erleben wie die kleine Alice, kann schrumpfen oder wachsen, mit Siebenschläfern abhängen oder muss sich vor einer roten Königin in Acht nehmen. So wie Alice ihrer Neugierde in ein surrealistisches Wunderland folgt, so folgen Jefferson Airplane ihrem Verlangen nach Bewusstseinserweiterung. Feed your head!

And you've just had some kind of mushroom
And your mind is moving low.
Go ask Alice
I think she'll know.
When logic and proportion
Have fallen sloppy dead,
And the White Knight is talking backwards
And the Red Queen's "off with her head!"
Remember what the dormouse said:
Feed your head. Feed your head. Feed your head
 
 
FOFL on!
 

Montag, 11. April 2022

Henninger-Stübchen vor 86 Jahren

Frankfurt liest ein Buch und ich lese mit. Beziehungsweise ich bin schon durch und fand es toll. Deshalb hier eine kurze Empfehlung. Wer liest noch mit?
(Wenn nicht mein Blog, dann doch wenigstens das Buch.)

Solange es ihr möglich war, beobachtete und erlebte Irmgard Keun den Alltag im nationalsozialistischen Deutschland aus nächster Nähe. Sie begann diesen Roman bereits bevor sie erst 1936 das Land verließ im Kopf zu formulieren, hatte aber nicht riskieren können, ihn aufzuschreiben. „Nach Mitternacht“ erschien 1937 im Exil.

Geschildert werden 48 Stunden durch die Augen einer jungen Frau im Frankfurt des Jahres 1936. Mit genauer Beobachtungsgabe und Witz beschreibt die Erzählerin auf unauffällige, aber wirkungsvolle Art das Spektrum bürgerlichen Lebens im NS-Staat - nicht dokumentarisch, sondern kunstvoll authentisch. Die Erzählweise hat oft etwas Bühnenartiges und der Leser fühlt sich mitten reinversetzt in die Erlebnisse, Gespräche und Widersprüchlichkeiten der unterschiedlichsten Menschen in dieser Zeit. Man wird zum Zeugen und hat nicht selten einen Kloß im Hals.

Etwa wenn es um die Liebe in Zeiten des Nationalsozialismus geht:

„…nun muß man auch noch alle Bestimmungen über die Liebe kennen, das ist bestimmt nicht leicht. Man kann entmannt werden oder ins Gefängnis kommen, ehe man sich’s versieht, das ist nicht angenehm. Es soll ja Liebe geben, und man soll als deutsche Frau auch Kinder kriegen, aber dazu ist doch immer ein Vorgang mit Gefühl nötig. Und bei diesem Vorgang dürfen gesetzlich keine Fehler gemacht werden. Das Sicherste ist vielleicht doch: man liebt überhaupt nicht. Solange das gestattet ist.“


Lesenswert macht den Roman zudem die wunderbar bildhafte Sprache, mit der Keun beeindruckt:

„Noch nicht einmal mein Haar leuchtet. Es hat eine blonde Farbe, die schläft.“

„Ich saß halb auf dem Schoß von einem dicken Mann, sein Gesicht konnte ich nicht richtig erkennen, sein Atem war wie ein fetter stinkender Ball, der mir immerzu ins Gesicht flog.“


Ein Schauer durchfährt einen - besonders derzeit - bei dieser Passage:

„Ein Zufall ist es, daß giftige Gase nicht meinen Leib zerfressen. Der Führer riskiert alles. Durch ein Wort kann er Krieg machen morgen und uns alle tot. Wir alle ruhen in des Führers Hand.“

Freue mich nun auf die Stadtführung zu den Schauplätzen des Romans, die im Zuge des Lesefestes im Mai stattfinden wird. Vielleicht sehen wir uns ja!

Mehr dazu findet Ihr unter Frankfurt liest ein Buch.


Freitag, 4. Februar 2022

FOFL Ruck Zuck

Das erste FOFL im neuen Jahr und gleich ist etwas anders: Das Protokoll wird minimalistisch ausfallen. Es fehlt mir derzeit einfach die Zeit. Eigentlich aber sind mir die Protokolle wichtig, nicht zuletzt aus dem Grund, dass ich mich ohne sie längst nicht mehr an all die Liedtexte erinnern könnte, die wir seit FOFL-Gedenken besprochen haben.

Deswegen werde ich die Beiträge zumindest aufführen, verlinken und auch wie gewohnt eine Textprobe darreichen, nur eben ohne Erläuterung. Obwohl, hm, vielleicht nenne ich noch ein inhaltliches Schlagwort, so als Gedächtnisstütze für mich. (Außerdem: I 💚Indexieren). 
Oder nein, besser - ich gebe gleich mehrere Schlagworte! Ein bisschen wie früher bei Ruck Zuck (Fernseh-Spielshow von anno dazumal, als ich noch jung war und mir Dinge ohne Protokoll merken konnte). 
 
Wenn die Begriffe interessant genug sind, recherchiert Ihr vielleicht auf eigene Faust.
Wenn sie neugierig machen, wollt Ihr vielleicht unbedingt mal mitfofln.
Nur zu. Das FOFL-Team freut sich auf Euch.
[Links wie immer in den Titelzeilen]
Alkoholismus
Blackgaze 
Winnie Puuh
 
That pour of a bitter red being
That escapes a thin frame
A bitter red being
The rebirth of mutual love
The slipping on gloves to lay tenderly (...)
"I'm dying."
"Is it blissful?"
"It's like a dream."
"I want to dream."
 
Livekonzert
New normal
Panikattacke
 
Music is back and the shows are back to back
Music is back like the clap on a backing track
Music is back so grab your mask and a vax
Now scratch the past this is the aftermath
Music is back like Johann Sebastian Bach
Like Burt Bacharach or Ratatat

Namedropping
Metaphernmarathon
Fatalismus

Vom Berg Sinai kommt über Fernschreiber
jetzt gerade das Elfte Gebot,
während Dürer die Apokalyptischen Reiter
nach Zahlen buntmalt
Wird es nie mehr hell im Parkett?
Sag, ist schon alles zu spät?
Hier in diesem Bahnhofskino?
 
Wizard of Oz
Showbiz
Ursprung

You know you can't hold me forever
I didn't sign up with you
I'm not a present for your friends to open
This boy is too young to be singing the blues
So goodbye yellow brick road
Where the dogs of society howl
You can't plant me in your penthouse
I'm going back to my plough
 
Sehnsucht
Mythos
Halbwachzustand
 
Ich tauche aus dem Wasser auf
Wie aus einem tiefen Schlund
Du hast deinen Mund
Fest an mich gepresst
Weil Du mein Bruder bist
Hast Du mich dort geküsst
Man spricht schlecht von mir
Nicht so bei Dir
Ich habe Dich noch nie gesehen
Oben bei den Lebewesen
Hier bist Du nie gewesen
Nur gelesen hab ich von Dir 
 
Prostitutíon
Einsamkeit
Klowände

Bet I know what you're up to
Can I come along?
Your home number on the wall
I just had to call, had to
I'm not the only one
Who will run with a knife
Open up your eyes
Open up your room
Open up your arms
 
Offene Beziehung
Sprachmode
Anti 

Bitte schmeiß nicht gleich unsere Liebe weg,
wenn ich mal mit ner anderen poof
Ich hab dir auch nie ne Freiheit geklaut
und einfach irgendwas bestimmt
Wer weiß, ob wir sonst immer noch das Power-Team wär'n
das sich jede Freiheit rausnimmt
Und die Leute motzen:
Da kommen die zwei Geflippten,
die durch nichts zu bremsen sind
 
Wizard of Oz
Selbstfindung
U2

I was confronted by a powerful demon force
They said it was the devil and when he spoke
His words flowed like glowing lava from the mouth of a volcano
And I said "Help me Lord, I found myself in some kind of hell"
But I did not believe in a heaven and hell
World in opposite's kind of reality
And I gained control of myself and I decided to press on
And as I walked along the supposed golden path
I was trembling with fear, all the lions and wizards yet to come
 
 
ruck zuck gepostet
Aloha!