.Morgen soll es ja schon wieder schneien. Vielleicht auch erst übermorgen. Sicher aber ist, dass der Schnee sich noch nicht geschlagen gibt. Kein k.o., der steht noch mal auf, der kommt noch mal. Die Sonne dagegen schwächelt, kann sich nicht durchsetzen. Wo ist dieKraft, die sie im Death Valley gezeigt hat? Ich erinnere mich gern an das Gefühl, mich in einem riesigen Fön zu bewegen, nur in Begleitung des Liebsten, eines Belgiers, eines Argentiniers, eines Kanadiers, eines netten Verrückten und eines Skorpions.Nein, keine Sorge, einen Hitzewahn habe ich lange nicht mehr, denn kaum zurück aus dem Death Valley begannen hierzulande ja die neulich erwähnten hundert kalten Tage.Tatsächlich ist mir rückblickend die Erinnerung an das Tal des Todes die klarste und liebste des Urlaubs. Was einfach daran liegt, dass es so ziemlich die einzige Zeit während unseres Aufenthaltes war, in der wir weitestgehend auf uns gestellt waren. Keine Führung durch Schilder oder Ranger oder Reiseführer, kein sicheres Terrain, kaum Stützpunkte. Viele, viele Meilen war da nichts. Nichts ausser Hitze, Weite, Gestrüpp und der Abwesenheit von Asphalt. Es war sozusagen ein bisschen abenteuerlich. Die Tatsache, dass es deshalb das einprägsamste Erlebnis war, zeigt wonach man sich wohl eigentlich sehnt. Nach etwas Unabhängigkeit - nach all den Wegen von denen man nicht abweichen darf und all den vorgegebenen Vistapoints und scenic views.Allerdings auch nur so lange, wie man allein klar kommt... Was im Death Valley schon mal ganz schnell vorbei sein kann.
R. und ich waren von Big Pine aufgebrochen und schon ein Stück die 168 gefahren, auf der es schon sehr einsam und heiß zuging, als uns ein Radfahrer entgegen kam. Ich konnte es nicht glauben - bei dieser Hitze in dieser menschenleeren Gegend mit dem Rad zu fahren! Und noch dazu ganz in Schwarz. Ich tippte mir mit dem Zeigefinger an die Stirn. Bis wir der Sache, bzw. der Person näher kamen und sie als Lance Armstrong identifizieren konnten, dem in einigem Abstand dann auch ein Trainingswagen folgte. Kein Witz. Allerdings hatten wir gerade beide die Kamera nicht zur Hand und haben davon abgesehen zu wenden und ihn zu verfolgen.Lance war die letzte Person, die wir für die nächsten 1,5 Stunden zu Gesicht bekamen. Wir fuhren ins Death Valley und fuhren und fuhren und dann, als bald das Schild "Pavement ends" kam, da holperten wir und holperten und holperten. Als ich mich erleichtern mußte, hielten wir an und als ich neben der Straße hockte, tauchte hinter der nächsten Kuppe ein Auto auf. Natürlich.Aber man kann weit sehen im Death Valley und deshalb dauert es auch noch eine Weile bis das Auto bei uns war. Darin saßen ein Belgier, ein Argentinier und ein Kanadier und sie fragten uns nach dem Weg. Wir wunderten uns zunächst ein bisschen, dass man sich so schnell verfahren kann, wenn man noch gar nicht tief drin ist im Valley. Bis wir gemeinsam die spärlichen Karten, die es von der Gegend gibt, studierten und feststellten, dass es tatsächlich nicht so einfach ist, sich selbst zu orten. Es gab Pfade, die auf der Karte nicht zu finden waren und auf der Karte gab es Wege, die man nicht fand. Oder so ähnlich.Die Verzweiflung der drei Jungs rührte daher, dass sie aufgrund der Waschbrettstraße bereits einen Platten gehabt hatten und nach dem Reifenwechsel in der sengenden Hitze aus Unsicherheit wieder umgekehrt waren. Es galt abzuwägen, ob es nun riskanter war, weiter zu fahren oder den bereits bewältigten Weg wieder zurück zu fahren. Wir beschlossen, dass wir gemeinsam, uns gegenseitig ein Gefühl von Sicherheit spendend, weiterfahren würden. Wir wollten ja unbedingt durchs Valley. Also holperten wir jetzt im Konvoy und schlängerten uns um Schlaglöcher und durch Sandsenken. Wir tranken viel und wir mussten oft anhalten (wegen mir).Hinter uns und vor uns lag eine lange gewundene Schnur Straße, die man nicht so nennen konnte. Im Death Valley begegnet man manchmal tagelang niemandem, heißt es. Wir aber begegneten schon bald einem weiteren Menschen. Ein Pick-Up kam uns entgegen, aus dessen Fenster sich ein Mann lehnte und rief "Ahh, other Earthlings!" Er selbst war seit Stunden gefahren, ohne jemandem zu begegnen und auf unsere Frage, ob es weit sei bis zu unserem Ziel und ob die Straße noch mal eine Straße würde, antwortete er, dass es nicht mehr weit sei, nur noch 16 Meilen und dass das Ganze auf einer "Straße" ja wohl kein Spaß wär. Dann lachte er laut und fuhr weiter.Wir auch. So lange, dass ich mich frage, ob er nicht 60 Meilen statt 16 Meilen gesagt hat. (Ich bin mir bis heute nicht sicher.) Wir brauchten noch fast drei Stunden bis zum Ziel. Drei Stunden ohne Asphalt, in der ständigen Erwartung, dass einem gleich die Reifen um die Ohren fliegen. Mit feinem Staub überall auf dem Gepäck. Mit durchgeschüttelten Gliedern und einer seltsamen Apathie. Mit einem Blick auf den Wasservorrat und der Frage wie lange er wohl reichen würde, wenn...Trotzdem war es herrlich. Ohne das schützende Autodach über dem Kopf hielt man es draußen, bei den Pinkelpausen, nicht lange aus, weil einem das Hirn weggebruzzelt wurde. Aber die wundervolle heiße, trockene Luft wärmt mich noch in der Erinnerung.Ihren ganzen Reiz enthüllte sie als wir am Abend in Stovepipe Wells ankamen, einer kleinen Wegstation im Valley und dort tatsächlich ein kalter Pool auf uns wartete - mitten in der Wüste. Absurd natürlich. Unbeschreiblich aber das Gefühl, nach diesem Tag, dieser Fahrt, diesem Staub und dieser Hitze ins Nass zu springen.Vom Pool zur Baracke, unserem Schlafplatz, liefen wir in Badelatschen und der Gedanke an kleine fiese Tiere im Sand trippelte mir durch den Kopf und kaum dass ich ihn dachte, wurde er von einem Skorpion gefolgt, der gerade Kurs auf unsere Tür hielt. Wir schlugen sie ihm vor dem Stachel zu. Sie war glücklicherweise extra dicht, so das nirgends etwas durchfleuchen konnte. Im Bad überprüfte ich dennoch die Falten in den Handtüchern auf Bewohner und schlief dann auch etwas unruhig. Was allerdings hauptsächlich an der Hitze und dem Lärm der Klimaanlage lag.So, also bei mir hat's funktioniert. Mir ist jetzt warm. Von mir aus kann es schneien, ich hab meine Erinnerung. Für Euch hier noch ein paar Fotos.
Finde die Straße.Drei-Nationalitäten-Auto
Der schönste Pool der Welt..
.Liebe Bloggemeinde,bereits letztes Jahr erfolgte ein Hinweis auf ein sehr nettes Unterfangen im Netz.Diese unbeschreibliche Seite des Antipreneur-Shops bietet das Vergnügen guter Ideen, das man einfach nur genießen oder mit einem Beitrag zu einem Hilfsprojekt der Wahl zahlen kann.Dort wurde und wird nach neuen Produktideen gefragt und ausnahmsweise hatte ich eine.Die habe ich eingereicht und bekam Monate später die Nachricht, dass meine Idee sich gegen ganz ganz ganz viele anderen Ideen durchgesetzt hat und umgesetzt wird. Was hab ich mich da gefreut!
Jetzt ist es soweit - tatatatataaaaaaaaa - das Produkt ist im Angebot.Habe ich es endlich doch irgendwie geschafft, eine Erfindung auf den Markt zu werfen...Ich werde zwar nichts daran verdienen (nicht mal Ruhm, weil es bei Antipreneur keine credits gibt), aber ich bin ein bisschen stolz.Idee von mir, grandiose Umsetzung vom Antipreneur-Team, hier ist der MilchmädchenrechnerIhr könnt ihn bewerten, Ihr könnt ihn "kaufen".Schaut mal rein. Es lohnt sich schon für die wunderbaren Tasten "Äpfel=Birnen" oder "Pi mal Daumen"..
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Letztes Jahr habe ich 15 Bücher gelesen. Das sind nicht viele, aber es ist ok. Immerhin mehr als eins pro Monat. Und eins mehr als letztes Jahr. Aber auch eins weniger als im Jahr davor. 2006 allerdings habe ich 23 geschafft. Und da waren ganz schön dicke dabei. In den Jahren davor waren es ebenfalls um die 20.
Ja es stimmt, ich führe Buch über die Bücher, die ich gelesen habe. Und nachdem ich gerade einen kleinen Rückblick gemacht habe, kommen mir die 15 Bücher im letzten Jahr doch wenig vor. Es stellt sich die Frage, warum mein Lesepensum in den letzten drei Jahren wohl abgenommen haben könnte.
Anzunehmen ist eine kleine Kollision mit einem anderen, vor drei Jahren begonnenen Hobby, dem Poker. Und da hätten wir dann tatsächlich doch noch einen guten Vorsatz fürs neue Jahr gefunden: Wieder mehr lesen.
Ich liebe Poker, aber Bücher liebe ich auch und sie sind nun mal nachhaltiger. Auch wenn ich mich nicht mehr an alle erinnern kann... 2002 steht etwa "Das Rätsel des Philsophen" von José Carlos Somoza in meiner Liste und, ehrlich, ich hab keinen Schimmer mehr, worum es da ging.
Dafür fällt mir gerade ein, dass ich in der Liste von 2009 ein Buch vergessen habe, eigentlich also auf 16 Bücher komme. Ein Pokertheorie-Buch habe ich nämlich auch noch gelesen und da sogar mal beide Hobbies unter einen Hut gebracht.
Nun würde ich gern ein persönliches "Buch des Jahres 2009" küren, aber das fällt doch schwer. Wenn ich die Liste so durchgehe und zähle, welche der Bücher wirklich etwas Besonderes hatten, komme ich auf 8. Und das ist auch gut so, eine gute Quote. Ich habe auch versucht, das Beste der gelesenen Klassiker und das Beste der gelesenen Gegenwartsliteratur zu bestimmen. Aber ich kann mich dennoch nicht schlussendlich entscheiden.
Die vollständige Liste könnt Ihr derzeit, falls Ihr das möchtet, unter "penjelly picks" hier links einsehen. Ihr dürft gerne Euren Favoriten daraus küren, würde mich interessieren. Kommentare und Empfehlungen sind übrigens auch immer gern genommen.
Mal sehn wie lang die Liste nächstes Jahr wird.
Hugo Claus - Das Stillschweigen
Stefan Rehberger - Weihnachten nach Hause fahren
Anna Enquist - Letzte Reise
John Kennedy Toole - Ignaz oder Die Verschwörung der Idioten
Yann Martel - Schiffbruch mit Tiger
Jack kerouac - Unterwegs
Heinrich Wefing - Gebrauchsanweisung für Kalifornien
John Steinbeck - Früchte des Zorns
Irvine Welsh - Dann lieber gleich arbeiten
T.C: Boyle - Die Frauen
Julia Franck - Die Mittagsfrau
Franz Hohler - Die Torte
John Boyne - Der Junge im gestreiften Pyjama
Ronald Reng - Gebrauchsanweisung für London
Tomas Ross - Der Tod des Kandidaten
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.Das Murmeltier, es wandert. Es ist nicht gerade leichtgewichtig und das Laminat knarzt bei jedem Schritt. Ich kann es durch die Wand hören. Durch diese Wand kann man so ziemlich alles hören, vor allem laute Musik und laute Fernseher, was ein gewisses Maß an nachbarlicher Rücksicht erfordert. Ich bin oft rübergegangen und habe mit meinem Nachbarn, dem Murmeltier, darüber gesprochen. Oft. Es weiß bescheid. Bloß, dass das dicke Murmeltier drauf scheißt. (Nur einmal hat es mir - im Auftrag seines italienischen Freundes - Schokolade schenken wollen, weil ich diesem eine ganze Nacht lang beim Poppen zuhören durfte, aber ich habe abgelehnt. Wie billig ist das denn?)Wenn ich nachts in meinem Bett liege, beschallt mich der Fernseher von nebenan bis irgendwann, tapp tapp tapp, Schritte zu dem Apparat, der am Kopfende meines Bettes stehen muss, zu vernehmen sind und Ruhe einkehrt, meistens so gegen halb vier, wenn ich Glück habe, um halb zwei. Mit "Ruhe" meine ich, man hört anschließend nur noch Gestöhne, Geschnarche oder, wie meistens, Gehuste.Rachegedanken, wie ich mich mit dem Radiowecker revanchieren werde, wenn ich früh am Morgen raus muss, laufen ins Leere, wenn noch vor dem Radiowecker das morgendliche Abgehuste des Murmeltiers mich weckt. Es raucht stark, das Murmeltier, so stark, dass der Qualm ins Treppenhaus und von dort in meine Wohnung zieht. Das Murmeltier ist mehr als lästig und es tut mir leid, dass ich den Begriff Murmeltier gewählt habe, denn es beleidigt die gesamte Spezies.Vor allem in der letzten Zeit ist mal wieder deutlich geworden, dass das Murmeltier, das neben mir wohnt, ein Arschloch ist. Aber: Es wandert nicht nur - es wandert aus!Und diese Aussicht ist, was mich davon abhält, etwas Dummes, Niveauloses zu tun, um mich abzureagieren. Etwa ihm Pattex ins Schlüsselloch zu schmieren, wenn er ausnahmsweise die Wohnung verläßt, um Bier zu kaufen, oder ihm Ketchup oder Honig in die gepackten Kisten oder Möbel zu drücken, die sich im Treppenhaus stapeln, oder auch, ihn namentlich im Internet anzuprangern und zu einer Hetzkampagne aufzurufen.Auf solche Phantasien hat mich die Machtlosigkeit gegenüber diesem Un(Verhalten) gebracht.Denn das Murmeltier packt seine sieben(tausend) Sachen nämlich nicht tagsüber, sondern nachts. Wahlweise auch früh morgens...Glück im Unglück: Ich bin krankgeschrieben und muss mich nicht, wenn ich nachts aus dem Schlaf gerissen werde, mit dem quälenden Gedanken rumwälzen, schnell wieder einschlafen zu müssen, weil ich zwei Stunden später aufstehen und zur Arbeit gehen muss.Dennoch ist es belästigend, wenn man schlaftrunken die Kartons mitzählen kann, die gepackt werden. Rumpel-rumpel, kruschel-kruschel, schieb-schieb, Kiste in die Ecke. Nächste.Mit Krücken und Post-OP-Thrombosestrümpfen überlegt man natürlich länger, ob man sich beschweren geht, also brüllt man höchstens mal. Dass das Murmeltier jedoch schwerhörig ist läßt sich bereits am bisherigen Verhalten erahnen.Gestern Nacht aber sprang ich (nur sprichwörtlich) aus dem Bett, als mich um 5:23 Uhr lautes Gepolter senkrecht in diesem sitzen ließ und ich sogleich lautstark "Heavy Cross" von drüben vernahm. Gutes Lied, aber nur, wenn man es auf seiner Seite der Wand hört und vorzugsweise zu einer anderen Uhrzeit.Um 5:27 Uhr stand ich dann vor des Murmeltiers Höhle bzw. Hölle und klingelte. Die Tür wurde einen Spaltbreit geöffnet und ich sagte "Könnten Sie Ihre Umzugsaktivitäten (bitte tagsüber erledigen?)", bzw. das wollte ich sagen. Aber nach den ersten vier Worten fiel die Tür mit einem gebrummten "Tschuldigung" wieder zu. Perplex humpelten ich und meine Krücken zurück zum Bett, wo ich mich wieder auf Schlaf einrichtete und befriedigt Ruhe drüben feststellte. Sie hielt ganze zehn Minuten.Perfider Weise gab es kein Gepolter oder Gedröhne mehr, sondern ein offenbar eigens für mich aufgeführtes Konzert aus Gähnen, Seufzen und Husten. Nein, ich bin nicht etwa paranoid. Es läßt sich ja unterscheiden, ob jemand gekünstelt gähnt oder seufzt oder hustet, vor allem dann, wenn ein wahres Klangarrangement inszeniert wird. Allein die fehlenden Abstände zwischen den jeweiligen onomatopoetischen Lauten widersprachen jeglicher Natürlichkeit.Uah (gähn)hach (seufz)uah (gähn)husthusthusthaaach (seufz)Bei nächtlicher Ruhestörung durch nachweisliches Gepolter und Gedröhne hätte ich das Gesetz auf meiner Seite (auch wenn ich es ungern bemühen würde), aber bei "natürlichen" Geräuschen...? Wohl kaum. Das weiß sogar das Murmeltier. Es ist ja nicht doof, sondern nur asozial.Aber es ist auch bald weg. Weit weg. Auf einem anderen Kontinent. Juhu.Das ist mein persönlicher Adventskalender: Jeden Tag dem Abgang des Murmeltiers näher zu rücken. Und wenn das zur Beruhigung nicht mehr reicht, so findet sich bestimmt hinter dem ein oder anderen Türchen eine Tube Pattex oder eine Ketchupflasche..
.Das Mauerfalljubiläum wurde gestern ja nicht nur in Berlin gefeiert, sondern u.a. auch in Los Angeles. L.A. ist die Partnerstadt von Berlin, da gehört sich das so. Außerdem gibt es in L.A. tatsächlich ein Wendemuseum, das zu besuchen ich leider beim kürzlichen Kalifornien-Urlaub nicht die Zeit hatte.Dafür aber war ich in Pahrump, der häßlichsten Stadt der Welt (gemessen natürlich an dem, was ich bisher von der Welt gesehen habe und gemessen an meiner Vorstellung von Häßlichkeit in Bezug auf Städte).Pahrump ist schon kein sehr klangvoller Name, auch nicht in seiner ursprünglichen Form, so wie die Shoshonen die Siedlung nannten: Pah-Rimpi. Aber man will ja keine Vorurteile haben. Und wenn man auf dem Weg von Furnace Creek in Death Valley nach Las Vegas ist, muss man nun mal durch Pahrump...Gleichgültig haben wir uns dieser Stadt genähert, nur eine weitere Stadt auf der Route. Das Einzige was ich mir von dieser Stadt erwartete, war (mal wieder) die Möglichkeit, mich irgendwo zu erleichtern. Aber schon am Ortseingang erhielt die Stadt ein Gesicht, das Gesicht eines Mannes, der wegen Mordes an der Kassiererin eines Ladens in der Stadt gesucht wurde. Wir fuhren an zahlreichen großen Reklametafeln am Wegesrand vorbei, auf denen immer das Gleiche zu sehen war, nämlich dieses Gesicht.
Folgte man der Straße, sah man Ansammlungen von Trailern, trostlose Flachbauten, kaputte, rostige Laster und kam schließlich zu einem McDonalds. Dort hielten wir und nur die Dringlichkeit brachte mich dazu, auf dem Weg zur Eingangstür die Gruppe zwielichtiger Gestalten zu kreuzen, die vor einer ebenso zwielichtigen Videothek lungerte. Zu diesem Zeitpunkt war mir schon mulmig. Als wir bei der Weiterfahrt an einigen B-Casinos und dann an der "Chicken Ranch" vorbeikamen sowie an einem Schild, das zum Bordellmuseum führte, bekam die Stadt noch mehr einen ganz eigenen Charakter.Ich rechnete jeden Moment damit, in eine "Ich fahr dir in dein Auto rein, schleppe falsche Zeugen an und verklag Dich"-Falle zu geraten, als der Inhalt der großen Reklametafeln am Straßenrand wechselte und nun statt dem Mörder eine Flut von schmierigen Anwälten damit warben, bei einem Autounfall gegen Bares ganz unbürokratisch zu helfen.Fast schien es, als wäre das die Haupteinnahmequelle der Stadt, als sei Pahrump das Auffangbecken für zweitklassige Anwälte und die Hauptbühne für inszenierte Unfälle. Aber Bordelle wie die "Chicken Ranch" und die Casinos werden wohl doch lukrativer sein. Denn Pahrump liegt direkt hinter der Grenze zu Nevada, dem gesetzlosen Staat, und ist, von Kalifornien kommend, die erste Anlaufstelle für alles was nicht ganz koscher ist und was man woanders in den USA nicht darf.Aber natürlich ist Pahrump auch gut für das was man überall sonst in den USA auch darf: Waffen kaufen. So mehrten sich am Ortsausgang die Gun Shops ebenso wie die Gefühle der Erleichterung aus dieser Stadt wieder rauszufahren.Das einzig Schöne an Pahrump war die Landschaft drumherum.In welcher übrigens im Film "Mars Attacks!" die Marsianer landen, wie ich zufällig wenige Tage später feststellte, als der Film nachts über den Hotelfernsehbildschirm flackerte.Darf man sich gar nicht vorstellen, dass endlich Wesen von einem anderen Planeten zu Besuch kommen und dann ausgerechnet in einem Moloch von Mörderbuben, schmierigen Truckfahrern und korrupten Anwälten landen.... Mir erschien der Film, bzw. das Verhalten der Außerirdischen, nun da ich in Pahrump war, gar nicht mehr so abgedreht.Nun, Berlin hat L.A. - und Pahrump? Ob dieser Ort eine Partnerstadt hat? Man achtet bei so einer Verpartnerung auf Gemeinsamkeiten, oder nicht? Ok, ich mag Berlin sehr gerne und fand L.A. ganz schön mies, aber die Gemeinsamkeit besteht hier eben vor allem in der Kooperation im Bereich Film & Fernsehen. Das ist ein Grund.Die Gründe, Pahrump zur Partnerstadt zu haben, wären recht speziell. Aber jedes Töpfchen hat sein Deckelchen. Also:Nach obiger Beschreibung - welche deutsche Stadt käme als Partnerstadt in Frage?Vorschläge werden jetzt entgegengenommen..
.Mein ehemaliger Professor, Prof. Dr. Schlosser von der Uni Frankfurt, sammelt nun schon seit 1991 deutschlandweit jährlich Vorschläge für das jeweilige Unwort des Jahres, das dann von einer Jury aus all den Vorschlägen gewählt wird.Platz 1 belegten schon so schöne Ausdrücke wie "Humankapital", "Überfremdung", "Rentnerschwemme" und zuletzt "notleidende Banken".
Bis Januar 2010 können noch Vorschläge für das Unwort des Jahres 2009 abgegeben werden. Auch wenn ich jetzt schon darauf tippe, dass "erweiterter Suizid" (für Amoklauf) das Rennen machen wird. Fände ich auch keine schlechte Wahl. Mein Vorschlag "Außenminister Westerwelle" würde bestimmt ohnehin nicht akzeptiert.Solltet Ihr noch das ein oder andere Bonmot, äh, Malmot des vergangenen Jahres im Gedächtnis haben, dann nur zu: Hier könnt Ihr es vorschlagen..
.Hach, manchmal wünschte ich, es gäbe einen Audit Trail zum eigenen Leben, eine Datenaufzeichnung, die im Hintergrund mitläuft und bei Abfrage Antworten auf Fragen gibt, die man selbst, mit bloßem Verstand, nicht geben kann. Nicht etwa "Wieviele grüne Pullis besaß ich in meinem Leben?". Das kann man vielleicht mit viel Überlegung und Recherche noch rausbekommen. Ich weiß, ich hatte und habe einige. Ich meine aber vielmehr solche Fragen wie "An wievielen Tagen habe ich einen grünen Pulli getragen?"Nun mag die Antwort auf diese Frage nicht so spannend sein. In gesundheitlicher Hinsicht könnte so ein Audit Trail allerdings schon von Interesse sein. Man könnte etwa nachvollziehen, wie oft man einen Schlag auf den Kopf bekommen hat, denn vielleicht kann man sich nicht mehr dran erinnern (weil man einen Schlag auf den Kopf bekommen hat), aber vielleicht würde dieses Wissen einiges erklären.Eine der Fragen, die mich am meisten interessieren würde, wäre jedoch die:"Welches Lied habe ich in meinem bisherigen Leben am häufigsten gehört?"Spaß würde sicher machen, vor Abfrage einen Tipp abzugeben und zu schauen, wie nah dran man ist.Mein Tipp wäre "Tainted Love".Schuld ist das Radio, wo das Lied mindestens einmal am Tag läuft, egal welcher Sender, aber natürlich ganz sicher auf HR1. Es läuft ständig - und zwar nicht etwa im Original oder als Marilyn Manson-Cover von der Version, die alle für das Original halten, sondern in eben dieser Version von Soft Cell.
Das Original (by Ed Cobb) ist übrigens von Gloria Jones. 1981 kamen dann Soft Cell damit an und stürmten an die Spitze der UK-Charts und das war auch gut so, ist ja ein tolles Lied. Aber leider, weil ich sicher bin, es ist das Lied, das ich in meinem Leben am häufigsten gehört habe, kann ich es so langsam nicht mehr hören. Und von Marilyn Manson will ich es nicht hören (den kann ich nicht leiden).Radio killed the Klassiker..
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Ich glaub es ja selbst nicht, aber ich schaue nun schon seit 40 Minuten "Bauer sucht Frau". Nein, nicht aus eigenem Interesse, sondern aus purem Voyeurismus. Ich dachte, dazu wäre ich gar nicht fähig!
Ich könnte Freundin T. die Schuld geben, von der ich eines Abends eine SMS erhielt mit der Aufforderung, dass ich mal die Freakshow auf RTL einschalten solle. Widerstrebend tat ich das, umso gleich wie gebannt mit hängenden Armen und offenem Mund (ähnlich wie in Las Vegas vorm Bellagio) vorm Fernseher stehenzubleiben. Nicht mal setzen konnte ich mich - freeze.
Glücklicherweise wurde ich damals durch einen Anruf aus der Starre gelöst. Heute nicht, dabei ist T. heute völlig unbeteiligt. Es war einfach ein sehr langer Tag im Büro und anschließend in der Buchhandlung, wo ich drei neue Bücher gekauft habe, auf die ich sehr gespannt bin. Aber anstatt zu lesen, hänge ich vor dieser Sendung seit ich erschöpft vom Tag nur einen Moment auf die Couch sinken und nur kurz den Fernseher anmachen wollte, höre mir unfassbare Dialoge an* und muss das Ganze sofort irgendwie psychisch verarbeiten, weshalb ich jetzt auch noch vorm Rechner sitze... Hilfe.
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- "Es ist auch das, was innerlich zählt."
- "Du bist zu 90% wie meine Ex-Frau."
- "Ich steh auf schlanke Frauen. Kannst Du gut küssen?"
- "Düse mit mir ins Glück."
- "Ich will Mähdrescher fahren."
- "Mein Spitzname ist Miau."
- "Die x ist mir sympathisch, aber die y kann Schlepper fahren."
- "Die Schmetterlinge kommen schon."
Mein Aussage-Favorit: "Sie versucht, das Rezept in die Hand zu nehmen."
(gemeint war natürlich das Zepter)
So, Danke fürs Zuhören, jetzt greife ich dann doch zum Buch.
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.Es gibt erst jetzt Lebkuchen, dabei ist schon September!.
.... kann man natürlich auch erleben, obwohl man sich gut vorbereitet hat:
Und was passiert dort, wenn sie geschlossen haben, so hinter verschlossenen Republiktüren?Weiß das jemand?.