Sonntag, 23. Dezember 2007

Sarg mal, geht's noch?

Da schau ich neulich morgens im Bad zufällig auf die Verpackung meiner Wattepads, auf der in allen Sprachen drauf steht wiiiieeee weich die sind und lese, dass das im italienischen mit "morbidissimo" beschrieben wird. Die Italiener! Also, ich fand das bemerkenswert, denn morbiden Charme erwarte ich in der Literatur, der Fotografie, aber ja nicht bei meinen Wattepads.

Bis jetzt bin ich aber wohl die einzige, die das bemerkenswert fand, jedenfalls haben die, denen gegenüber ich das erwähnt habe, dem Wort nichts ungewöhnliches abgewinnen können. Ich verstehe unter morbide so viel wie: kränklich, morsch, den Verfall stilisierend. Und der Zusammenhang ist klar, ein Wattepad ist in fragilen Schichten kreiert und somit irgendwie morsch. Blätterteig ist also auch morbide, genaugenommen.

Ich hab trotzdem gestutzt und bin dem morbiden Charme der Italiener auf den Grund gegangen und auf DAS hier gestoßen (den Kalender anklicken bitte). Ist doch mal was anderes, wenn sich Frauen auf Särgen, statt auf Autos räkeln. Sex sells - bis über den Tod hinaus. Die spinnen, die Italiener.

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Dance with me!

Macht mir jedes Jahr wieder Spaß, ha ha!

Shake shake shake

Leider kommt es bei den Elfen häufig zu Serverüberlastung - einfach geduldig die Seite aktualisieren...

Mittwoch, 19. Dezember 2007

Ein-Satz-Post

Bin heute später zur Arbeit gekommen und hatte mich gerade entblättert, die vielen Sachen, die man im Winter eben so übergestülpt hat, abgelegt und an meinem überfüllten, im Papierchaos versinkenden Schreibtisch Platz genommen, das Notebook hochgefahren und wirkte sehr arbeitsam, als, wie jedes Jahr kurz vor Weihnachten, der Geschäftsführer die Runde durch die Büros machte zum Shake-Hands und Frohe-Weihnachten-Wünschen (ist ein sehr netter Geschäftsführer der alten Schule) und so also auch an meine Bürotür klopfte und mir die Hand reichte mit dem Kommentar, dass ich aber sehr kalte Hände hätte und fast, aber nur fast, hätte ich doch glatt geantwortet, dass ich ja auch eben erst gekommen bin und hätte damit den ganzen arbeitsamen Eindruck zunichte gemacht – hab mir aber auf die Zunge gebissen und gedacht, dass ich jetzt auch sagen könnte, dass die Heizung im Büro nicht so dolle ist..., hab letztendlich aber nur debil genickt und gegrinst, was sicher keinen viel besseren Eindruck hinterlassen hat.

Dienstag, 18. Dezember 2007

Lecker Weihnachten

Weihnachten macht irre - ich bin ganz sicher. Die einen mehr, die anderen weniger.
Während einerseits auf Weihnachtsmärkten mit Ellenbogen gekämpft wird, bricht im Büro in der Weihnachtsvorstimmung, äh Vor-Weihnachtsstimmung eine Art Freitagsgefühl (Endlich Wochenende!) aus, das diese Woche schon montags beginnt und die ganze Woche anhält.
Einige sind vielleicht auch angeheitert von der ein oder anderen Weihnachtsfeier, kommen mit Restalkohol vom Vorabend ins Büro, andere sind vielleicht einfach nur euphorisch, weil sie die Kollegen, die bereits im Weihnachtsurlaub sind, los sind.* Und man freut sich, dass die Schlange in der Kantine täglich kürzer wird, weil immer mehr Nasen durch Abwesenheit glänzen und wird schließlich albern.


Opfer in der Mittagspause heute war unser sich vegetarisch ernährender Kollege, dem wir leider das letzte bisschen Essen, das er in unserer fleischhaltigen Kantine genießen kann, nämlich die Weihnachtsleckereien, die auf Tellern auf den Tischen verteilt sind, auch noch vermiest haben.
Aber tut mir leid, der Zimtstern, den er sich nahm, sah nun mal aus wie aus Haschee und kaum hatte ich das ausgesprochen, setzte M. ein Innereien-Kipferl drauf. Ich berichtigte ihn, dass es Kutteln-Kipferl hieße (wegen des besseren Klangs). Unsere Kollege mampfte inzwischen missmutig sein Plätzchen, während wir in die Tischkante bissen. Am besten jetzt aufhören. „Es heißt ja auch SPECKulatius“ sagte M. und wir prusteten. Der Kollege schaute von einem zum anderen, unverständig. „Und Leb(er)kuchen“ sagte ich und es gab kein Halten mehr. Fest der Liebe!

* Ich nicht, wohlgemerkt! (Mein Chef liest mein Blog ;))

Sonntag, 16. Dezember 2007

Queens & Steaks

Und noch eine kleine musikalische Ähnlichkeit...
Nachdem ich neulich gerade Little sister der Queens of the Stone Age gehört hatte, lief kurz darauf das Video von Jane became insane der Beatsteaks im TV. Und es ist zwar nur eine klitzekleine Ähnlichkeit, aber wenn man die Songs so kurz nacheinander hört, klingen die Riffs am Anfang schon irgendwie verwandt.
Bloß dass QuotSA natürlich viel kraftvoller sind, zuerst da waren, Little Sister schließlich einfach viel mehr vorwärts geht und außerdem eines der besten Solos ever vorweisen kann (dieser fulminante Abschluß! - man muß das vor allem beim Joggen hören, obwohl man dann automatisch anfängt zu rennen...) Und zudem stinkt Armin Teutoburg-Weiß, die Janis Joplin aus Berlin und Sänger bei den Beatsteaks nun mal gegen die sexiest voice alive Josh Homme ab, sorry.
Besonders schön zu genießen ist diese Stimme übrigens bei der acoustic version von Make it wit chu.

Freitag, 14. Dezember 2007

Eher "Ne" als "Yo"

Rihanna, die Sängerin die aussieht wie die Black Barbie, die mal aufm Markt war (so'n bisschen wachsfigurenmäßig eben oder auch ebenmäßig wächsern), hat ja gerade ein Duett mit so nem Typen gemacht, in dem die beiden „Hate that I love you“ trällern. Man kriegt solche Lieder mit, ob man will oder nicht. Man kriegt auch mit, dass dieses Lied genau klingt wie ein anderes Lied, das man mal mitkriegen musste. Gleiche Melodie, gleiches Geseiere. Nur dass ich mich weder mit Interpreten noch mit Titeln solcher Lieder auskenne. Aber wozu hat man Freunde, die sich mit da bescheid wissen (Gegensätze ziehen sich ja an) und wozu gibt es Internet.
Das Lied, das ich meine, das genauso klingt wie das Duettlied von Rihanna geht so:
“And im so sick of love songs

So tired of tears
So done with wishing you were still here”
und ist von einem Typen namens Ne-Yo (zu deutsch “Nee-is klar”).

Und die Zeile “So sick of lovesongs” geht eben genauso wie die Zeile “Hate that I love you”.

(Wer sich beide Lieder zum Vergleich anhören will muß selbst recherchieren, so was verlinke ich nicht.)

Der Witz an dem Ganzen jedoch ist, dass ich bei meiner Recherche dann auch zufällig gesehen hab, mit wem Rihanna ihr Duett singt. Na, ratet mal. Korrekt: mit Ne-Yo.
Ist das billig.

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Angriff auf Arsch und Ohren

Ich bin vorhin, als ich im Dunkeln durch den Park lief (liebe Kinder, don't try this at home), angegriffen worden. Fuhr doch einfach so ein halbstarker Pimpf mit dem Fahrrad an mir vorbei und kniff mir kräftig in den Hintern. Und dass es ein halbstarker Pimpf war, weiß ich, weil er mir vorher mit dem Rad entgegen kam und ebenso wie ich eine Kapuze mit Fellbesatz überm Kopf hatte, weshalb er mir überhaupt auffiel, weil wir beide darunter hervor äugten. Und weshalb er genau wusste, wie eingeschränkt das Sichtfeld mit so einer Kapuze ist und dass ich ihn deshalb nicht richtig oder rechtzeitig würde sehen können, wenn er sich mir zwecks Attacke nähert. Geschweige denn hören, denn Musik hatte ich natürlich auch auf den Ohren, unter der Kapuze.

Jedenfalls rief ich ihm „Arsch! Was solln das?“ hinterher und fand es im selben Moment total albern „Arsch!“ zu brüllen, wenn man gerade an eben diesen gefasst bekommen hat. Als würde man „Hand!“ brüllen, wenn einem jemandem die Hand gibt. Gut, der Vergleich hinkt etwas und ich leide ja auch nicht am Tourette-Syndrom.

Ein wenig hat mir das die Laune aufs Laufen gehen im Park, das ich heute Abend vor hatte, gemindert. Nicht mal, weil so ein halbstarker Pimpf übermäßig beängstigend wäre, obwohl solch ein halbstarker Pimpf durchaus leider stärker sein kann als man selbst..., sondern weil ich eben auch mit Musik auf den Ohren laufen gehe und es dem Puls nicht gut tut, wenn man dabei erschreckt wird. Bin dann in einen Hopskurs gegangen, neudeutsch „Body Jam“, mit entsprechender Musik. War sicherer, aber aben auch ein Angriff - auf die Ohren. Wer jemals so einen Kurs mitgemacht hat, weiß das. Man hüpft zu Liedern, die in der Originalversion schon hart an der Grenze sind (Gipsy Kings, Village People u.ä. die schlimmeren kann ich gar nicht nennen, weil ich die Interpreten nicht kenne oder erfolgreich verdrängt habe), die aber in so einem Hopskurs zwecks Rhythmuskonstanz grundsätzlich in verstampften Disocbeatversionen laufen. Das einzige was da hilft, ist sich so auf eine korrekte Ausführung der Übungen konzentrieren und sich so zu erschöpfen, dass man die Musik nicht mehr richtig wahrnimmt oder sie einem total egal wird. Und so hat das ganze immerhin einen gewissen Sinn. Schlimm nur, wenn das Unterbewußtsein einem einen Streich spielt und einem dann doch für den Rest des Abends einen Ohrwurm aufzwängt.

It's fun to stay at the Y.M.C.A....it's fun to stay at the Y.M.C.A.....
You can get yourself clean, you can have a good meal,
You can do what about you feel...

Montag, 10. Dezember 2007

Weihnachten - Das japanische "Make Love"-Fest

Dass man in Japan Weihnachten feiert, auch wenn man dort nicht unbedingt weiß, warum, weiß ich. Schließlich habe ich seit 23 Jahren eine japanische Brieffreundin, von der ich jedes Jahr eine Weihnachtskarte bekomme. Japan hat Weihnachten auf die Art adaptiert, wie Deutschland Halloween oder den Valentinstag.
Was ich bisher nicht wusste: Ähnlich wie der Valentinstag wird allerdings das Weihnachtsfest in Japan begangen. Naja, gut, ich weiß nicht, ob es bei uns weit verbreitet üblich ist, am 14.Februar ein "Love-Hotel" aufzusuchen, aber das wäre nun am Valentinstag nicht so weit hergeholt wie an Weihnachten, oder?
Die Japaner aber kommen da mit dem Argument „Ist doch das Fest der Liebe!“ und suchen Hotels auf, die nicht nur im Rotlicht erstrahlen, sondern wo am Empfang (ganzjährig!) ein geschmückter Weihnachtsbaum steht, an die roten Wände Weihnachtsmotive projiziert werden, neben dem Bett rote Kondome liegen und im Schrank bunny-artige Nikolauskostüme für Frauen hängen, rot, mini, hier und da mit weißem Fell besetzt.

32 Euro umgerechnet kosten 2 Std. in einem der Hotelzimmer, in denen man auch standardmäßig eine Karaokemaschine vorfindet, um japanische Weihnachtslieder singen zu können. Japanische Weihnachtslieder? In der Tat. Kleine Kostprobe:
(Achtung vor dem Link hier noch schnell der Text zum mitsingen, Karaoke eben - und bitte beachten: Nach dem „no wa ga mau“ erfolgt, wie an dieser Stelle bei diesem Lied in anderen Sprachen auch, ein herzhaftes oder herzliches „Hey“ mit Schmackes.

Jinguru beru jinguru beru (Jingle Bells Jingle Bells)
Suzu ga naru
Suzu no rizumu ni hikari no wa ga mau
Jinguru beru jinguru beru
Suzu ga naru
Mori ni hayashi ni hibikinagara

Hashire sori yo kaze no you ni
Yuki no naka o karuku hayaku
Waraigoe o yuki ni makeba
Akarui hikari no hana ni naru yo

Jinguru beru jinguru beru (Jingle Bells Jingle Bells)
Suzu ga naru
Suzu no rizumu ni hikari no wa ga mau
Jinguru beru jinguru beru
Suzu ga naru
Mori ni hayashi ni hibikinagara

Hashire sori yo oka no ue wa
Yuki mo shiroku kaze mo shiroku
Utau koe wa tonde yuku yo
Kagayaki hajimeta hoshi no sora e

Und jetzt alle!

Es gibt übrigens auch eine japanische Version von "Oh Tannenbaum"... Ich muss dazu nochmal meine Brieffreundin befragen und mir vielleicht mal ne CD schicken lassen. Trash rulez.

Der 24. Dezember wurde in Japan allerdings noch nicht offiziell zum Feiertag erklärt, die Japaner haben also nicht frei. Dafür aber am 23. Dezember, denn das ist der Geburtstag von Kaiser Akihito.

Woher ich das alles weiß? Die von Euch, die gestern den Weltspiegel gesehen haben, wissen es (auch). Ich saß nicht nur mit offenen Augen, sondern auch mit offenem Mund vorm Fernseher.
Man sprach auch über das tolerante Verhältnis der Japaner zu Religionen. Tolerant! Firlefanz – die lieben einfach Kitsch, so ist das. Weihnachten bietet ihnen alles, was sie in ihrer Manier auf die Spitze treiben können, insbesondere massig bunte Lichter und Singen.

In einem Interview mit einem japanischen Weihnachtsfan, der stolz meinte, er hätte die Bibel gelesen, fragte man diesen nach den Eltern Jesu. Antwort: „Die Mutter hieß Maria. Wer jetzt noch mal der Vater war hab ich vergessen.“ Is klar, is ja auch unwesentlich fürs Christentum, ne.

Donnerstag, 6. Dezember 2007

Für jeden etwas

Noch keine Weihnachtsgeschenkideen??
Da werden Sie geholfen!
Ob das auch den Beschenkten hilft ist das Risiko, das man in Kauf zu nehmen hat, im wahrsten Sinne des Wortes. Kommt auf die Beschenkten an...

Für nachtragende Leute mit großen Zahnzwischenräumen:
Der
Voodoopuppen-Zahnstocher-Halter

Für die Unentschlossenen: Früher trug man ein Medaillon mit dem Liebsten um den Hals, heute, im digitalen Zeitalter der ganz anderen Geschwindigkeit und Vielfältigkeit und Möglichkeiten, wird das Medaillon ersetzt durch ein Art
mobilen Bildschirmschoner.
(Gibt’s übrigens auch bei Tchibo fürs Regal. Und bei Tchibo gibt’s jetzt auch sprechende Flaschenöffner....)

Für die Verträumten oder Stubenhocker, die so was nicht mehr in echt sehen: Der
Home-Rainbow

Und für Euch, die ihr die Weihnachtsgeschenke vom Rechner aus sucht und Euch nicht die Füße beim Einkaufsstress in der Stadt heiß laufen wollt:
USB-Heizpuschen!

Sonntag, 2. Dezember 2007

Braunes Weihnachtsgeschenk

Ich finde, das Design fällt irgendwie aus dem Rahmen...



Freitag, 30. November 2007

Advent, Advent, der Spaß entbrennt - Anregungen für einen Adventskalender

Ich habe schon wieder was erfunden! Naja, von einer Erfindung kann man da nicht sprechen, aber von einer total tollen Idee.....

Es ist Adventszeit und die eine oder der andere bastelt für sein Herzblatt einen Adventskalender. Dazu muss man sich 24 lustige und leckere kleine Präsente einfallen lassen.

Nun, hier kommt der Nutskalender! (Nicht so genannt, weil er Spuren von Nüssen enthalten kann, was an Weihnachten ja nicht so weit hergeholt ist, sondern nach dem engl. Begriff "nuts".)


In ihn kommen lauter Dinge, die der andere nie erwarten würde, die ihn an dem Verstand des Schenkenden und an seiner Zuneigung zu diesem zweifeln lassen (ist ein Kalender für Fortgeschrittene). Dinge, die dem Beschenkten schiefe Lächeln entlocken, zu nervösem Mundwinkelzucken oder großen Augen führen. Das ganze wird dann fotografisch festgehalten, indem ein Auslöser beim Öffnen des Türchens betätigt wird. So hat auch der Schenkende noch was vom Adventskalender, wenn er die Bilder zur Entwicklung bringt und 24 debile Bilder von seinem Herzblatt hat. Da man mit jedem verstreichenden Tag und jedem geöffneten Türchen mit einer Steigerung der Verstörung beim anderen rechnen kann, gepaart mit vielleicht immer neu aufkeimender Hoffnung oder Resignation, könnte das eine interessante Fotoserie werden.

Hier ein paar Vorschläge zu Inhalten, die sich hinter den Türchen verbergen könnten:

- ein Beutel Sheba Essence Zarte Stückchen mit Rind
- ein Geschenkset Disney-Plastik-Schmuck für Kinder
- ein Brötchen
- ein Diddlmaus-Schlüsselanhänger
- ein Zettel „Leider verloren“

- ein Döschen Anator P70 (Muskelaufbaupräparat)
- eine Ausgabe „Meine Familie und ich“ von der Kasse
- ein einzelner Strohhalm (hat immerhin symbolische Bedeutung)


Hach, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt....


Donnerstag, 29. November 2007

This house is a circus...*

Da geht man in die Teeküche und macht sich Wasser in den Wasserkocher und stellt ihn an und stellt seine Tasse schon hin mit einem Teebeutel drin – also ganz offensichtlich ist diese Tasse und somit auch ihr Besitzer in Vorbereitung auf Tee – und wenn man dann nach 5 min zurück kommt, weil das Wasser jetzt kochen müsste, steht da eine verwaiste Tasse und ein leerer Wasserkocher. Teewasserdiebstahl im Büro! Peanuts, natürlich. Aber dennoch auch unglaublich unverschämt, dass man nicht wenigstens, wenn man eilig Teewasser benötigt und das von anderen vorbereitete nimmt, dass man dann nicht wenigstens den Wasserkocher auffüllt und ihn wieder anstellt! Wahrscheinlich wird einem stattdessen noch in die Tasse gespuckt – ok, hier fängt die Paranoia an....
(„Finger weg von meiner Paranoia, die war mir immer lieb und teuer, nie ließ sie mich so kalt im Stich wie Du...“)°
Wobei, so paranoid ist das gar nicht. Jaaahaaa, wenn ich mich erinnere, wie eine durch das Sammeln von doofen Tengelman-Herzchen kostspielig ergatterte, außergewöhnliche Müslischale aus der Teeküche entwendet wurde!
Ich sollte die Geschäftsleitung darüber informieren, denn immerhin geht hier gehörig was schief. Gelten Teeküchen doch eigentlich als das Grundprinzip informeller Kommunikationsstrukturen und werden auch als solche bewusst eingesetzt.
Und nun das! Aus den informellen Kommunikationsstrukturen werden Zettel, die an Küchenschränken kleben und um die Rückgabe von geklautem Geschirr bitten. Da sollte man gegensteuern, bevor es zu handfestem Teeküchenterror kommt und dem Wasser in Wasserkochern Essig oder Tinte beigemischt wird.


* Titel ist der Titel eines Liedes der Arctic Monkeys
° Liedzeile eines Liedes von Element of Crime, Text Sven Regner

Mittwoch, 28. November 2007

Wie werde ich ihn los in 10 min (den Kunden)?

Es war bei der letzten Mittagspause im Odenwald. Wir bestellten Pizza, wie immer. Sie war allerdings plötzlich teurer. Der Preis wurde um unverschämte 35% angehoben. Die Begründung: Dafür sei jetzt auch mehr drauf auf der Pizza. Wollten wir gar nicht, wir waren zufrieden vorher. Außerdem fiel gar nicht wirklich auf, dass irgendwie mehr drauf sei.
Aber wenige Minuten später, als ich ein dickes, schwarzes, italienisches Haar in meinem Pizzakäse festgefettet entdeckte, wußte ich was gemeint war. Es war vielmehr ein dickes, schwarzes, türkisches Haar, denn die Pizza kam aus dem Kebabhaus Alanya. Mich schüttelte es beim Anblick des Haares – gut, dass ich nicht herpesgefährdet bin. Die sind mich jedenfalls los. Sollte einen ja immer irgendwie stutzig machen, wenn gastronomische Betriebe ein breites kulinarisches Spektrum bieten – vom Grillhähnchen über den Döner zur Pizza. So fand ich heute einen Flyer des „Himalaya-Laternchens“ in meinem Briefkasten. Das Frankfurter Restaurant "Laternchen" auf der Berger Straße bietet nun neben seiner gutbürgerlichen Küche auch indische Gerichte an. Eins meiner Augen fällt auf die Speisekarte: Hawai Toast. Ei geh fortt!

Wobei – wo diese Zweigleisigkeit im Speisenangebot gut funktioniert ist beim legendären „Schnitzel-Inder“ im Vereinsheim der Frankfurter Eintracht im Oederweg. Ausnahmen bestätigen ja die Regel.

Dienstag, 27. November 2007

Explore Al Gore

Für die Havarie der Explorer ist der Klimawandel verantwortlich. Wahrscheinlich wurde davon ausgegangen, dass das ganze Eis aufgrund der Klimaerwärmung weggeschmolzen sei und so wurde man unangenehm überrascht. Eine unbequeme Wahrheit in diesem Fall, dass das Eis noch da war. Wäre der Kapitän Amerikaner, würde er jetzt wahrscheinlich Al Gore verklagen.

Montag, 26. November 2007

Prioritäten

"Fußballkohlen im Hintern"
Kurzform für: "wo man auch gerade ist, Fußball im Hinterkopf zu haben, deshalb auf heißen Kohlen zu sitzen, weil die Sportschau bald kommt und Hummeln im Arsch zu haben, weil man was verpassen könnte."


Freitag, 23. November 2007

Büro, Büro

Seit Jahren träume ich davon, eine Erfindung zu machen, die mir mein Leben finanziert. Am liebsten würde ich natürlich so was alltäglich benötigtes erfinden wie einen Kleiderbügel, etwas, auf das die Leute reagieren mit den Worten „Wie konnte ich vorher nur ohne das leben?“
Oder etwas, das mir erlaubt, mich zurückzulehnen und mich auf Nicht-Arbeit zu konzentrieren, etwas wie das doofe Weihnachtslied in „About a boy“, dass ewig und immerdar zu Weihnachten wiederholt wird und einem Tantiemen unter den Weihnachtsbaum legt. Allein: Mir fiel nichts ein.
Es fällt einem wohl erst dann eine Erfindung ein, wenn man etwas entbehrt und das ist ja immerhin ein gutes Zeichen: Ich muss keine großen Entbehrungen ertragen. So wie die Gebrüder Wright entbehrten zu fliegen. Oder wie Morse, Reis, Bell
(da kam ja eins zum anderen) offenbar entbehrten mit Menschen sprechen zu können, ohne sich bewegen zu müssen.

Das einzige was ich in der Hinsicht gelegentlich entbehre ist das Beamen. Wenn man mal wieder irgendwo so lange war, dass der Punkt, an dem man sich noch auf den Heimweg begeben kann und will, lange überschritten ist. Aber das Beamen ist ja im Grunde genommen schon erfunden, zumindest theoretisch. Die praktische Umsetzung wurde nicht mehr wiederholt, seitdem der Proband sich anschließend als Fliegenmutant zum Patentamt begeben musste. Diese Erinnerung sorgt immerhin regelmäßig dafür, dass ich mich doch aufraffen und den Heimweg antreten kann.

Nun hab ich etwas entbehrt, dass man erfinden könnte. Natürlich auch etwas, ohne dass man sich dann nicht mehr vorstellen kann zu leben! Allein: Ich selbst kann es nicht erfinden, dazu fehlt mir das nötige Knoffhoff. Und weiter: Ich glaube ich bin aus umweltschutztechnischen Gründen selbst gegen diese Erfindung.

Den Tintenkiller gibt es schon (auch so eine Umweltsauerei). Auf den kann man aber verzichten und einfach durchstreichen, was man versaut hat – auch wenn man sich dadurch dann die Kopfnoten Schrift oder Ordnung versaut.
Aber – Achtung, Achtung, jetzt kommt’s – was man nicht rückwirkend machen kann oder anders lösen, ist, wenn man mit dem Textmarker was falsch anmarkert.

Da saß ich plötzlich vor meiner Liste und markierte für den Kollegen, was wichtig ist und markierte aus Versehen auch Unwichtiges an. Und nu? Da saß ich und entbehrte. Entbehrte einen Markerflüssigkeitskiller. Gibt’s sowas?? Quasi einen Lowlighter zum Highlighter?
Man kann mit Tipp-Ex über den markierten Text gehen und anschließend den Text handschriftlich wieder drüber schreiben. Man kann natürlich auch „Das ist nicht wichtig obwohl es markiert ist“ daneben schreiben. Sieht aber beides blöd aus. Oder man kann die Liste neu ausdrucken und neu markieren. Möglicherweise aber eine Sisyphos-Arbeit, wenn man dabbisch ist.


Für Anregungen bin ich dankbar, Eure Penjelly

Donnerstag, 22. November 2007

Mordsspiele

So, jetzt isses passiert: Ohne England fahren wir zur EM...
Mir wäre ja Steve lieber gewesen als Roberto, aber mich fragt ja keiner. Ich konnte ja gestern nicht einmal die Entscheidungsfindung verfolgen, denn ich war mit den Kollegen bei der Weihnachtsfeier. Beim „Mordsmenü“, das aber gar nicht so ein Mordsmenü war. Lecker, aber überteuert. Denn wir haben nicht gerade wenig dafür bezahlt, dass man unser Essen zwischen den Akten eines Kriminalstücks servierte – und vor allem dafür, dass wir auch noch zur Interaktion gezwungen wurden. Alle machen mit! Juhu - ich muss weg.


Ist mir ja ein Rätsel, wie Leute es lustig finden können, wenn sie „mitmachen“ dürfen, aufstehen und einen Text vom Zettel ablesen dürfen (natürlich gerade die, die schon einen im Tee haben und es nicht mehr so ganz hinbekommen), als Hilfspolizist durch den nicht sehr gut beheizten Raum rennen dürfen (denen war dann wenigstens warm), mit Servietten zur Musik winken dürfen (dass die Krümel nur so fliegen) und gemeinsam laut Halali rufen dürfen. (Da mir persönlich aber ohnehin zum schreien zumute war, traf sich das ganz gut.)

Befremden bei den einen, Grölen bei den anderen. Da scheiden sich nun mal die Geister. Mein Geist hat sich dann aufs Essen konzentriert und den Schauspielern um mich herum telepathisch vermittelt (hab die Mimik zu Hilfe genommen), dass sie mich bloß in Ruhe lassen sollen.

Dienstag, 20. November 2007

Dumm und dümmer

"Eine französische Untersuchung hat ergeben, dass Männer bei Intelligenztests schlechter abschneiden, wenn sie vorher Bilder von Blondinen gesehen haben. Die Forscher führen das Phänomen auf ein altes Vorurteil zurück.
Bei Bildern von Brünetten oder Schwarzhaarigen gab es diesen Effekt nicht. Der Sozialpsychologe Thierry Meyer von der Universität Nanterre führt das nach Angaben der Londoner 'Times' darauf zurück, dass Männer glauben, dass Blondinen dümmer seien. Beim Anblick einer Blondine reduzierten sie deshalb unbewusst ihre Hirnaktivität, um kompatibler zu werden und bessere Chancen zu haben." (Quelle: Tagesspiegel)


Die Headline zu diesem Artikelchen lautet "Blondinen machen Männer dümmer". Eine gewagte These, wenn der anschließende Artikel aussagt, dass die Blondinen nichts aktiv dazu beitragen, außer auf einem Bild zu sein. Blondinen-Vorurteile und sich dümmer machen, um vielleicht einen wegzustecken, ist ja das eigentlich dumme, aber egal. Ich bin ja gefärbt, mir kann keiner was vorwerfen.
Aber wer kommt eigentlich auf die Idee solche dummen Studien durchzuführen?? Ach so, ja, die Franzosen, steht ja oben....

Montag, 19. November 2007

BlödsinnigeBlogBilderrätsel - 1


Na ???

Kann einen morgens glücklich machen...

Freitag, 16. November 2007

Malventee rulez!

Wenn man grad gastrointestinal nicht so rockt, keinen Alkohol, nix Saures, nix Fettes und überhaupt vieles, was man nun mal gerne mag, nicht zu sich nehmen darf - dann ist das gar nicht so schlimm! Ha! Ihr habt jetzt vielleicht Gejammer erwartet. Zu Recht. Aber die Phase hab ich allein durchgemacht, und bereits überwunden bevor sie sich im Blog niederschlagen konnte.

Inzwischen bin ich in der Retrofutterphase. D.h. ich entdecke Leckereien, die ich lange ignoriert habe, wieder. Delicious! Malventee zum Beispiel - großartig. Und Kartoffelsalat. Ein einfacher Apfel zum Nachtisch. Ein Löffelchen unzerkauter Leinsamen. Hups, nein, die sind jetzt so im Speiseplanflow dazwischen geraten, gehören aber nicht in die Kategorie "delicious", sondern eher in die Kategorie "scheißegal geschmacksneutral". Aber ein Löffelchen Honig - njam. Süppchen jeglicher Art. Porridge! u.v.m.

Genug. Alles was ich wollte, war Euch den Malventee ans Herz legen, er hat es verdient. Allein wie er von blau über violett zu rot changiert, wenn man ihn übergießt - das ist auch noch was fürs Auge...

Mittwoch, 14. November 2007

Sicherheitshalber aufgehalten

Wieso schreiben die vom Reisebüro einem auf den Reiseplan, dass man bis 9:05 Uhr einchecken soll, da der Flug um 9:45 geht, ohne einen darauf hinzuweisen, dass da die Sicherheitskontrollen zeitplantechnisch nicht berücksichtigt sind?

8:15 Uhr komme ich am Flughafen an, die Frisur sitzt, der Schal fusselt, ich habe leichtes Handgepäck auf dem Rücken (also quasi Rückengepäck) und suche den Automaten auf, der mir anhand meiner Buchungsnummer das Ticket ausspuckt. Einsteigzeit=9:10 steht drauf – das ist aber knapp bemessen, wenn man bis 9:05 einchecken können soll, denke ich noch...

8:20 Ich begebe mich zu Terminal 1B, das nicht grad um die Eck is.

8:27 erreiche ich die Sicherheitskontrollen. Sind extrem gut besucht. Vor mir ca. 300 Reisende aufgeteilt auf 6 Schlangen. Mir wird warm. Mein Schal darf im Rucksack alleine weiterfusseln und ich nutze die Wartezeit um Fusseln von meinem Mantel zu picken.

8:34 Vor mir schiebt sich ein Ehepaar mittleren Alters in der Schlange vorwärts, vielmehr geht es wegen ihnen nicht so recht vorwärts. Der Frau fallen die Tickets aus der Hand, welche über den glatten Boden irgendwohin schliddern, von wo sie nicht so ohne weiteres wieder herzuholen sind. Währenddessen und auch noch danach, insgesamt drei Mal, lässt der Mann den Griff seines in Schrägstellung befindlichen Rollköfferchens los, welches schwerkraftsgemäß umkippt. Drei Mal bückt der Mann sich in Zeitlupe danach.

8:49 Die Frau öffnet ihr Handgepäck und lässt eine Sicherheitskontrolleurin, die gerade die Schlange in ihre Schranken weist, einen Blick reinwerfen und erhält scheinbar zum ersten Mal in ihrem Leben Informationen dazu, wie sich das so mit der Mitnahme von Flüssigkeiten verhält. Die Frau fällt aus allen Wolken (noch bevor sie fliegt). Wie kann das bitte an einem vorbeigehen??

8:54 Das Ehepaar löffelt schnell noch die Joghurts, die es nicht mit an Bord nehmen darf.

8:58 Endlich bin ich dran und ziehe mich halb aus (wurde dazu aufgefordert). Anschließend begebe ich mich schleunigst zur Passkontrolle (angezogen).

9:02 Offenbar gerate ich an den Schalter mit dem Polizei-Azubi, es geht jedenfalls nicht voran. Zwischen zwei Pässen, über denen er jeweils einnickt, puhlt er sich zwischen den Zähnen und starrt Löcher in die Schlange vor sich.

9:08 Die Schlange schimpft, ich auch, der Polizei-Azubi zuckt mit keiner Wimper. Mit einer Schnelligkeit die mich an die Supermarkt-Kassiererinnen in Italien erinnert (die scheinbar vom Marktleiter gezwungen werden, die Barcodes auf den zu scannenden Artikeln erst auswendig zu lernen) dreht und wendet er jeden Pass (auf der Suche nach dem Barcode).

9:17 Die Frisur hat schon gelitten, mir stehen die Haare quasi zu Berge. Ich erreiche das Gate, bzw. die zweite Sicherheitskontrolle. Erneut muss ich mich halb aus und an anziehen.

9:22 Ich entdecke meinen Kollegen, der inzwischen fast allein am Gate ist, denn das Boarding läuft schon. „Sie machen es aber spannend.“ Sagt er und wir quetschen uns in den Shuttlebus.

9:26 Der Bus parkt vorm Flieger, aber die Türen bleiben (kleines Klaustrophobie-Experiment) noch 5 Minuten geschlossen. Ich reise plötzlich nicht mehr mit leichtem sondern sehr schwerem Hand- äh Rückengepäck. Das Warten produziert gefühltes Mehrgewicht.

9:31 Nach Alkohol riechende Russen (?), Letten (?) stürmen den Flieger, ich mit. Scheiß auf die Frisur. Ich verstehe kein Wort mehr um mich rum.

9:39 Der Lette auf dem Sitz neben mir beschäftigt sich mit einer Art Ornamentzauberwürfel (erfolglos) und pufft mir dabei ständig seinen Ellbogen in die Seite (erfolgreich).

9:47 Wir fliegen, ich bekomme ein Käsebrötchen und Tee und lese Tolstoj und alles ist gut. Ich bin ja so leicht glücklich zu machen...

Dienstag, 13. November 2007

Tierisch toben

Dass die Niederländer eine sehr anschauliche Sprache haben ist je bekannt. Wunderschöne Beispiele dafür sind Lucifers (Streichhölzer), Belasting (Steuer) oder auch hübsche Komposita wie die Zusammensetzung von kok (Koch) und halzen (Plural Hals) zu kokhalzen („würgen“!).

Heute hab ich gelernt, dass „toben“ im Niederländischen „tieren“ heißt. Und da haben die Käsköpp (kaaskoppen) doch mal wieder recht. Nicht von ungefähr gibt es zig Tiermetaphern, die einen Zustand der Unruhe, Aufregung, Wut beschreiben: „Zum Mäuse melken“, „zur Schnecke machen“ oder „da tanzt der Bär“.

Bloß welches Tier melkt in seiner Aufregung Mäuse, oder macht wütend Schnecken? Egal. Tieren toben – das passt zusammen. Kann man sich gut merken. Learning NL leicht gemacht durch Eselsbrücken , ha ha.

Dazu fällt mir ein Liedtext von Roger Cicero ein (s.u.). Was jetzt nicht heißt, dass mein selektives (Elefanten-Text-)Gedächtnis ihn in irgendeiner Form präferieren würde...

Noch ein Schmankerl: Die Angst vor Tieren, zu deutsch naheliegend „Tierphobie“, heißt bei den Holländern (hier weniger naheliegend) zoofobie. Haben die in den Niederlanden ihre Tiere im Zoo nicht hinter Gittern? Wenn ich im Frankfurter Zoo durch das Raubkatzenhaus gehen müsste, ohne dass es Gehege gäbe, hätte ich auch Angst, inderdaad....

Das ganze Leben ist ein Zoo

Du sagst Du arbeitest wie'n Ochse
Dein Chef ist so ein scharfer Hund
umringt vom affigem Geochse
reißt er das Maul auf ohne Grund
Und seine Frau die alte Schnepfe
vögelt sich quer durch das Büro
Du sagst: Du glaubst, Dein Hamster bohnert
Das ganze Leben ist ein Zoo

In dem System da ist der Wurm drin
Wenn über Dir das hohe Tier
mal wieder irgendwas verbockt hat
macht er zur Schnecke Dich dafür
Der Fisch stinkt eh vom Kopfe her
Unter aller Sau ist das Niveau
Du sagst Du glaubst Dein Schwein pfeift
Das ganze Leben ist ein Zoo

Dein Nachbar zetert wie ein Rohrspatz
erzählt Dir ständig einen vom Pferd
weil Du doch hier das schwarze Schaf bist
das hinter Gitter wohl gehört
Der Mann muß echt 'ne Meise haben
und'n Hirn so groß wie'n Floh
Du glaubst, Dich tritt 'n Pferd mit Brille
Das ganze Leben ist ein Zoo

Der Staat mit seinem Bärenhunger
sieht nur den Goldesel in Dir
Hat selbst 'n Igel in der Tasche
und nimmt den Löwenanteil Dir
Die melken nur die kleinen Fische
Die Hechte schonen sie sowieso
Du sagst: Da wird der Wal zur Blaumeise
Das ganze Leben ist ein Zoo

Es tigern die Gerichtsvollzieher
Dir wie die Geier hinterher
Sie wollen ran an Deine Kröten
das geht auf keine Kuhhaut mehr
Und Deine Ex die blöde Kuh
zickt wegen Unterhalt und so
Du sagst: Das ist zum Mäuse melken

Das ganze Leben ist ein Zoo (da wird ja das Huhn in der Pfanne verrückt)

Samstag, 10. November 2007

Brokat-à-porter

Vom MOdenwald nach Adrettlettland...

Die Haare fallen bis über den in bestraßten Jeans steckenden Hintern, kaputte Spitzen weisen nach weiter unten, wo 10-cm-High-Heels über das Kopfsteinpflaster der Altstadt eiern. Absätze, die zu Stiefeln gehören, die mit Glitter und Flitter, Kettchen und Frettchen(fell) geziert sind. Dazu trägt man Jacken, die aus Polstermöbelbezügen genäht wurden, goldgewirkter bunter Brokat, passend zum Goldschmuck, der Hals, Arme und Ohren und wer-weiß-was-noch ziert und mit pinkfarbenem Lippenstift disharmoniert, der sich aber gut zu den rosé gefärbten Wangen macht, was wiederum nicht nötig gewesen wäre, da die Kälte ohnehin die Wangen rötet, was zu einem lustigen Farbenspiel im Gesicht führt.
Das Bemerkenswerte daran: Man fällt auf wie ein bunter Hund, wenn man nicht so aussieht. So bunt. Will man getarnt durch Riga laufen, sollte man sich eben/oben beschriebenes Equipment zulegen. Zumindest als Frau.

Männer dagegen sollten sich einfach ein derbes markantes Gesicht anschaffen, nach Alkohol riechen, spitze Schuhe mit Absatz tragen und möglichst irgendein Pelzuntensil mit sich führen, am besten aufm Kopf.

Donnerstag, 1. November 2007

Toskanisches Stilleben

Das Inventar dieses Stillebens aus dem Urlaub vierer Frauen beinhaltet:
5 Päckchen Zigaretten bei 3,5 Raucherinnen
1 Apfel bei vier Frauen ohne Apfelallergie
2 Feuerzeuge (farblich angepaßt zu den Zigarettenpackungen)
1 CD von Gabi Mohnbrot (mit drei der Frauen befreundete Band)
1 CD von Take That (mit vier der Frauen weniger befreundete Band)
diverse weitere CDs (ganz anderer Bands)
1 Fön
1 Schlüssel
1 Gummi für Gummitwist
1 Reiseführer
1 Ghettoblaster (deutscher Import)
Papier zum Mitschreiben

Mittwoch, 31. Oktober 2007

Platz 2!

... beim Ranking "Anti-Service" belegt die Postbank. Spitzenreiter auf Platz 1 ist nach wie vor die Telekom und sie wird es wohl auch immer bleiben, denn sie leistet ja quasi Präventiv-Anti-Service. Soll heißen, ihr Konto an Kundenunfreundlichkeit wäre für die nächsten Jahre gedeckt, selbst wenn sie jetzt etwas ändern würde. Apropos Konto, zurück zur Postbank.

Ich möchte mich erkundigen wie ich eine Bankbürgschaft abschließen kann um die Kaution für meine neue Wohnung zu stellen. Im Internet ist eine Servicenummer angegeben, die ich anrufe. Zunächst muß ich einer Maschine meine Kontonummer nennen, dann die Telefonbankingnummer, ohne die komme ich in dem Menü gar nicht erst weiter. Ich lege wieder auf.
Die Telefonbankingnummer muß ich erstmal suchen und ärgere mich dabei schon, denn ich will ja einem Menschen nur eine Frage stellen und KEIN Banking machen. Ich rufe wieder an, gebe beide Nummern an und die Maschine sagt mir, dass ich mich zur Zeit nicht legitimieren kann. Aha. Allerdings werde ich jetzt trotzdem mit einem Berater verbunden, bzw. einer Beraterin.
Ich frage sie, warum ich eine Telefonbankingnummer angeben muss, obwohl ich kein Banking machen will. Antwort: Um mich zu legitimieren. Meine nächste Frage: "Und warum konnte ich mich eben nicht legitimieren?" (komme mir vor wie beim CIA).
Die "Beraterin" daraufhin: "Wenn das Telefonbanking über einen gewissen Zeitraum nicht genutzt wird, gehen wir davon aus, dass der Kunde es gar nicht nutzen will und sperren es." Ich lache sie aus, geht nicht anders. "Das ist auch richtig, ich will ja auch gar nicht das Telefonbanking nutzten, sondern nur eine Frage stellen!"
Was ich dann auch tue. Bankbürgschaften aber bietet die Postbank grundsätzlich nicht an.
Danke für die Unterstützung.

Dienstag, 30. Oktober 2007

Where do I begin?*

Am Wochenende wird umgezogen. Kurzfristig. Die ganze Geschichte hier zu erzählen wäre zu langfristig. Denn angefangen hat das ganze Dilemma ja schon Anfang dieses Jahres, man erinnere sich nur an die Walldä-Episoden...

Kurzfristig jetzt dann trotzdem weil man nicht von der Ersatzwohnung, in der man die letzten 9 Monate statt geplanter 3 im Dunkeln zwischen Kisten, ohne Duschkabine und mit sich verselbständigenden Türklinken saß, wie geplant wieder zurück in die ursprüngliche Wohnung zieht, deren Fertigstellung sich nun nach Verschleppung durch desorganisierte Vermieter, lange kalkulierende Statiker und schlitzäugige Handwerker langsam dem Ende neigt, sondern (und dieser Satz findet wie die ganze Angelegenheit hoffentlich bald auch ein Ende) weil man plötzlich und unerwartet eine neue Wohnung gefunden hat, obwohl man schon fast nicht mehr dran geglaubt hat, eine die keine Risse hat, dafür einen Makler und die sofort bezugsfertig ist. Punkt. Kurzfristig also.

Das wirft so einige Fragen auf.

Fragen, die man sich selbst nicht beantworten kann und die einen deshalb beunruhigen.

Fragen zu Kündigungsfristen, die schnell gelöst werden müssen, da Monatsende ist, die aber vom Mieterschutz mit der Begründung, dass gerade kein Termin frei sei, vertagt werden.

Fragen zum Transport des Hab und Gut, die man an seine Freunde weiterleitet, die aber auch keinen Termin frei haben oder gerade gemeinsam ein Lazarett eröffnet haben, in dem sie diverse OPs, Knieschäden, Bandscheibenvorfälle u.ä. auskurieren.

Fragen, die man eigentlich seinem Bankberater stellen müsste, aber doch besser für sich behält und die einem eigentlich auch die Kontoauszüge beantworten: „Wer soll das bezahlen?“ Ich. „Wer hat soviel Geld?“ Ich nicht.

Fragen, auf die man irgendwie vorbereitet ist, etwa, woher man nun noch schnell ein paar Umzugskisten kriegt und

Fragen, die einen irgendwie kalt erwischen nach jahrelanger Verdrängung (Shit, ich hab ja noch einen Keller voller Mist, den muß ich ja auch noch mitnehmen, wie wann wo warum?).

Fragen, die immer wieder kehren wie ein Mantra, vor allem beim Einschlafen, was dann auch nicht gelingen wird.

Trotzdem gute Nacht.

*Titel ist Titel eines Liedes gesungen von Shirley Bassey (OS Love Story)

Montag, 29. Oktober 2007

Meine Schwester heißt Polyester*

Ich finde das Zusammenspiel von Rubrik und Meldung auf gmx etwas unglücklich, aber die liebe Frau Hamann hätte wahrscheinlich sogar drüber lachen können:

*Granatensong aus Ödipussi, leider nicht gejodelt trotz Jodeldiplom

Sonntag, 28. Oktober 2007

Hereinspaziert liebe Kinderlein!

Gut, nun war Gepetto, der Papa vom Pinocchio zwar Holzschnitzer, insofern ist hier durchaus ein Zusammenhang zu Messern gegeben, aber ich finde die Zusammenstellung im Angebot dieses Touristenshops in San Gimignano doch etwas irritierend...
Vielleicht finden die Italiener das nicht. Vielleicht ist es für sie nichts ungewöhnliches, dass Gepetto in der Mafia war und seine Schnitzerei nur Tarnung für sein Waffenarsenal. Vielleicht hat er auch Holzblöcke zurechtgeschossen.
Und vielleicht wächst Pinocchios Nase nicht, wenn er lügt, sondern wenn sein Herrchen den Schalldämpfer ausfährt.

Diese Geschichte muß neu geschrieben werden! Mach ich vielleicht mal, wenn ich Zeit dazu habe.

Montag, 22. Oktober 2007

Kein Politblog

............ aber wenn einem Gutes widerfährt, dann ist das schon mal einen Eintrag wert................

Kaczynski, der alte Spalter, der ein Land entzweit hat, der wahrscheinlich verkappte Schwule, der bei seiner Mutter wohnt und bloß nie sein Coming-Out hatte und stattdessen lieber Schwule und Lesben als unnatürlich verunglimpft hat, das Extrawürstchen, das Europa nervt, aber sich nicht herablässt, eine Fremdsprache zu lernen, dieses Hasenhirn ist weg vom Fenster. Glückwunsch, Tusk. Ich freu mich.

Samstag, 20. Oktober 2007

Nach Airbag und SIPS - die neueste Autoinnenausstattung

Die Lösung für alle, die Nörgeleien wie "Wann simmern endlich da - ich muß mal!" satt haben:



Donnerstag, 18. Oktober 2007

Lecker oder nicht lecker, das ist hier die Frage

Wißt ihr was der Flönz-Pokal ist?
Der wird jedenfalls im Rahmen der
Anuga vergeben und im Vergleich zu dem was es auf der Anuga so an innovativen Speisen zu sehen und zu essen gibt, ist die Flönz bestimmt die reinste Delikatesse...

Bevor ich wegschaltete, weil ich mir beim Abendessen nicht den Appetit verderben lassen wollte, wurde ich in einem Fernsehbeitrag über einige Marktneuheiten der Anuga-Aussteller informiert, darunter Toastschnitzel, Tütenpizza und Krebsfleisch-Schokolade. Letzteres weil Schokolade auf der Basis von Krebsfleisch fettarm rüberkommt. Die ersten beiden, weil sie so unglaublich schnell gehen und handlich sind, natürlich. Fertiggericht sucks, äh rulez.

Das panierte Schnitzel springt nach drei Minuten aus dem Toaster und wird mit einem Papiertütchen gegriffen, aus dem man es dann gleich aus der Hand futtern kann. Njam.
Die Tütenpizza ist eine schlechtere Calzone, nur eben einmal ganz rundgewickelt. Ein “Cornetto Pizza“ quasi, aus dem man die Füllung zutzeln kann.
Ich lass das hier jetzt mal kommentarlos stehen, für die Kommentare seid ihr zuständig.


Der
Flönz-Pokal ist übrigens der Preis des bundesweiten Blutwurst-Wettbewerbs, den die Fleischer-Innung veranstaltet. Der Pokal sieht formtechnisch ganz normal aus, schade, ich finde man hätte passend zum Thema der Kreativität freien Lauf lassen können. Aber die Fleischer-Innung war da leider nicht sehr geistreich. Wobei man ihr nicht den Humor absprechen kann, wenn ich mich da an meinen Besuch im Botanischen Garten in Berlin erinnere, wo ich DAS hier fand.

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Leber an Gesicht, Leber an Gesicht

Vergeßt, was ich über den Zusammenhang von Rauchen und Aussehen geschrieben habe. Es gibt eine neue Theorie. Das heißt, neu ist die natürlich nicht, aber ich muß ihr neuerdings recht geben:
Es ist der Alkohol der einen aussehen läßt wie eine tränensackige Fuffzigerin. Ich hab dem Elend heut früh im Spiegel ins Auge geschaut und zur Schadensbegrenzung gleich mal ne Gesichtsmaske aufgelegt.... Hat nicht viel geholfen. Mir stehen immer noch drei Wein und drei Grappa ins Gesicht geschrieben. Wieso muß sich die Leber da so in den Vordergrund drängen? Naja, ist ja ihre einzige Möglichkeit, jede andere Form der Offenlegung wäre auch nicht wünschenswert, insofern...

An allem Schuld hat sowieso der Kellner, der mir gestern abend, als ich nach meinem ersten Hauswein einen zweiten bestellt hab, stattdessen einen Dornfelder brachte, den ich nicht gerne mag (und deshalb sofort weinkennerisch rausschmeckte, ich alte Sommelière) und weshalb ich ihn darauf ansprach, den Kellner. Seine Antwort war, ich hätte zuviel getrunken. Nun denn, trank ich eben den Dornfelder schnell aus und bestellte noch einen Hauswein. Habe dann auch wieder den richtigen bekommen. Nach dem (sehr leckeren) Essen* entstand das Bedürfnis nach ein, nein zwei Grappe. Der dritte ging dann aufs Haus, den schenkte der Kellner mit breitem Lächeln ein. In einer Denkblase über ihm stand gesungen „Ich will Dich torkeln sehn, ich will Dich torkeln sehn.“ War sicher nur gut gemeint. Konnte heut morgen aber keine Dankbarkeit empfinden.


*Terra Nova, Eckenheimer Landstr. 67, Frankfurt

Montag, 15. Oktober 2007

Lunge an Gesicht, Lunge an Gesicht

Die einzige Zigarettenpackungswarnaufschrift, die bei mir immer gezogen hat – und weshalb ich einfach nie Päckchen mit dieser Warnung gekauft habe – war „Rauchen lässt Ihre Haut altern“.
Und wie oft hab ich gehört, dass man das ja sofort sehen würde, wenn man nicht mehr raucht, wie viel besser man dann aussähe etc. Hab ich nie geglaubt, jedenfalls in meinem Alter kann das doch noch nicht so einen Unterschied machen! Gut ja, dass man wohl irgendwann, wenn man immer so weiter macht und Päckchen mit weniger abschreckender Warnung trotzdem aufraucht, vielleicht aussieht wie eine abgewrackte Schrabnelle war mir schon klar und an mancher gelbfingrigen, zerknitterten, tränensackigen Frau um die 50 bin ich mit dem Gedanken vorbei gegangen, dass ich es so weit niemals werde kommen lassen. Trotzdem: ist doch auch alles eine Frage der Veranlagung und wenn man schlechte Schrabnellen-Gene hat, tja Scheiße, gibt aber auch genug Ladies, denen nicht ein Milligramm Nikotin jemals sichtbar ins Gesicht geschrieben stehen wird.
Scheinbar gehöre ich zu den Frauen mit den schlechten Genen, denn auch wenn ich noch keine fuffzig bin, sondern gerade mal im zarten Alter von 34 seit etwa 8 Tagen nicht mehr rauche (gut, beim Pokern am Wochenende zwei Kippchen, zugegeben, ist eben Pokern), scheint sich das schon sichtlich bemerkbar zu machen, im wahrsten Sinne des Wortes. Auch wenn ich selbst im Spiegel nix Neues entdecken kann, wurde mir sowohl von mir bekannten Menschen, die zu einem Vorher-Nachher-Vergleich befähigt sind (Mensch, Du lässt Deine Haut offenbar gar nicht mehr altern!), als auch heute auf offener Straße von einem Unbekannten gehuldigt. Des is a Woahnsinn, gä? Vielen Frauen passiert das natürlich ständig, mir nicht ganz so häufig und nur dann, wenn es guten Grund gibt (etwa wenn ich kurz zuvor ein Produkt meines Arbeitgebers benutzt habe, ha ha, so damit wäre auch dem Sponsor genüge getan, wenn ich jetzt einen Link hinterlegen würde, das wär geschickt platzierte Werbung, was? Lassen wir das.).
Ich bete, dass es tatsächlich nur das Nichtrauchen ist, dass mir angeblich neuerdings so ein Strahlen verleiht, denn bekanntlich sagt man sowas ja auch Schwangeren nach.
Nun, vielleicht hat meine Lunge auch einfach einen Deal mit meinem Gesicht gemacht, à la „Komm Gesicht, mach mal ein bisschen Effekt, damit die mich besser behandelt, auf Dich hört sie vielleicht“. Yep. Mir soll’s recht sein. Ich sag’s ja – jedenfalls hab ich vor kurzem noch mit einer Pädagogin darüber diskutiert – Belohnung für Unterlassung ist der Schlüssel, nicht Strafe fürs Tun. Jaahaa.
Mein Gott, bald werden all die rauchfreien Kneipen voll sein von gutaussehenden, nikotinfreien Menschen! Der Individualismus wird untergehen mit jeder ausgebügelten Gesichtsfalte. Aber gerade deshalb wird (extrem frei nach Hegel) ganz antithetisch in noch ferner Zeit das Retrorauchen der Massen kommen und das individuelle Zerknittertaussehen ein Revival erleben, das dann aber letztendlich wahrscheinlich eher zum Gegenteil eines Revivals bei den ausführenden Personen führen wird.

Sonntag, 14. Oktober 2007

Vertonter Lokalpatriotismus

Haben heute einen Gruppenstadtausflug gemacht. Nicht etwa mit einer Selbsthilfegruppe - obwohl wir schon drei Leute waren, die gerade aufhören zu rauchen, da muß man sich beschäftigen - nein, einfach so: Ich mach das ja ständig aus purem Lokalpatriotismus, denn ich liebe liebe liebe Frankfurt! (Das einzige was ich an Frankfurt hasse sind die verkackten Dreckstauben.) Aber es macht gleich nochmal soviel Spaß, wenn man die Stadt mit noch zwei frisch zugezogenen und noch zwei aus der Schweiz zu Besuch seienden Menschen erkundet. Man macht mal Touriprogramm in seiner eigenen Stadt, man sieht sie sich von unten und von oben an und sieht vieles mal wieder anders, wenn auch nicht unbedingt besser. Und aufgrund des tollen Wetters waren alle gut gelaunt und sogar im Moloko wurde man schnell und überaus strahlend bedient. Die Straßenmusikanten zog es nochmal zuhauf auf die Straßen und Brücken und die Japaner auf den Römer. Allerdings waren die U-Bahnen vollgestopft (Buchmesse, gell).

Naja, läuft man wenigstens nicht Gefahr, in leeren Stationen anzufangen zu tanzen. Ich bin nunmal ein ungeduldiger Mensch und wenn die U-Bahn-Anzeige eine zweistellige Minutenzahl anzeigt ist das für mich schon eine Katastrophe. Alles im Rahmen einer durchschnittlichen Liedlänge ist jedoch in Ordnung. Nur stillhalten ist eben schwierig, wenn man da so steht und wartet und es auf den Ohren vorwärts geht. In einer völlig menschenleeren Station Bornheim Mitte hab ich mich schon mal verleiten lassen ("No one knows" - QotSA). Aber von wegen "Heaven smiles above me", eine Videokamera, die man stattdessen beim Tanzen plötzlich über sich bemerkt, saugt einem schon mal schlagartig den Rhythmus ausm Blut.
Ich werde dennoch mal eine Compilation von
"U-Bahn-in-Erwartung"-Hits machen mit Liedern, bei denen es besonders schwer fällt, die Füße still zu halten.
Heute dabei gewesen:
"Galvanize" - Chemical Brothers
"Nutbush City Limits" - Tina Turner
"Brianstorm" - Arctic Monkeys
"Voodoo Lady" -Ween

Samstag, 13. Oktober 2007

Moin

Der Hamburger Koch Tim Mälzer war gestern in Frankfurt (Buchmesse, gell) und hat im Hugendubel ein Interview mit Signierstunde gegeben. Ein Gast fragte ihn, ob es sein Buch auch digital gäbe, als PDF. "Als WAS bitte? Ich bin Koch..." Der Gast versucht PDF zu erklären, nicht besonders gut und im erfolglosen Versuch sich mit einer abgeschmackten Geschäftsidee zu profilieren. Nerv. Ich stehe mir trotzdem die Beine in den (leeren) Bauch, höre, was Tim über Pizzateig zu sagen hat und lasse ein Buch signieren (ist ein Geschenk und wenn das jetzt jemand bestimmtes liest, weiß er/sie auch für wen, Mist). Ist ein netter Kerl der Tim. Hungrig geworden vom Zuhören und Anstehen bin ich anschließend erstmal gleich zu McDonald's.

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Laß uns die Bücher kreuzen

Da ich bald wieder in meine viel kleinere Originalwohnung zurück muß, bin ich gerade wild am Ausmisten. Ist sehr befreiend. Teile, die man fünf Jahre nicht mehr anhatte, wird man wahrscheinlich auch nicht mehr anziehen, außer vielleicht auf Mottoparties und wer gibt die noch? Falls einer von Euch eine plant, gebt mir bitte bescheid, dann halt ich den ein oder anderen Kleidersack zurück.
Nun, auch Bücher werden aussortiert. Jaaaaaaaaa. Ich hätte auch nie gedacht, dass es mal soweit kommt und ich dazu fähig sein würde. Da ich aber niemals ein Buch wegwerfen könnte, nutze ich mehrere Möglichkeiten, mich der Bücher zu entledigen. Ebay, Oxfam und Bookcrossing.
Wer letzteres noch nicht kennt: Go hunting! Macht Spaß. Die von mir ausgesetzten Bücher findet ihr hier: My Bookshelf.
Besser gesagt, ihr findet hier, wo ihr sie findet.

Man kann das Pferd (für T., A. und B.: Ferd) auch andersrum aufzäumen und Bücher jagen, die kürzlich in Frankfurt ausgesetzt wurden: Travelling in Frankfurt.

Dienstag, 9. Oktober 2007

Vampir bei mir

Heute Nacht hatte ich Besuch.
Schon beim Zubettgehen habe ich Geräusche gehört. Ein leises Rascheln hinter meinem Schrank, das ich interpretierte als rieselnden Putz oder bröckelnde Außenwand, was keine große Überraschung wäre bei meinem Haus. Nicht umsonst behause ich zur Zeit eine Ausweichwohnung, da meine eigentliche Wohnung in Therapie ist und von statischen Problemen befreit wird. Dass ich höre, wie sich Risse durch Wände ziehen ist also nix Neues für mich. Das gestern Nacht klang allerdings irgendwie lebendig. Irritiert schlief ich trotzdem ein. Geweckt wurde ich durch die Attacke eines Tiers auf meinen Hals, das sich dann auch noch in meinem Haar verfing. Mein Projektionswecker zeigte in großen roten Lettern 5:05 an meiner Zimmerdecke an (!!)

Das sind die Nebensächlichkeiten, die man in solchen Situationen als erste und ganz genau wahrnimmt und sich hinterher fragt: Warum gucke ich auf die Uhr, während eine Fledermaus an mein Blut will?? Mit einem Schrei saß ich aufrecht im Bett und machte Licht. Das Tier ließ von mir ab und flog in eben dieses, handelte es sich doch um einen Nachtfalter. Um einen Nachtfalter von der Größe eines Spatzes. Der brachte es fertig, meine IKEA-Papierhängeleuchte zu durchbrechen! Ich ließ ihn und ging aufs Klo. Als ich zurückkam war meine Hängeleuchte etwas derangiert, der Falter war weg und ward auch nicht mehr gesehen. Vorerst...

Montag, 8. Oktober 2007

"Der steinige Weg der Übersetzung" oder "Lost in Translation"

In der Toskana war eben Steinpilzzeit. Lecker Porcini überall. Hab ich auch fotografiert. Beim Benamsen des Fotos wollte ich das englische Wort benutzen. Also einen Online-Translator aufgerufen und "Porcini" eingegeben und vom Italienischen ins Englische übersetzen lassen. Ergebnis: "porcine". Das kam mir spanisch vor. Ich machte die Probe und ließ engl. "porcine" ins Deutsche übersetzen. Ergebnis: "schweineartig".
Dieser Online-Translator erinnerte mich an eine Weizenbierwerbung. Hab dann (denn man kann es auch einfach machen, auch wenn es kompliziert geht)
noch "Steinpilz" eingegeben und vom Deutschen ins Englische übersetzen lassen. Ergebnis: "Stone mushroom". Jaaa, is klar.
Schließlich das gute alte Dictionary (Papierversion!) rausgekramt. Na also, geht doch: Boletus.
Wär ich nie drauf gekommen.

Freitag, 5. Oktober 2007

Offensiv kreiseln

Zurück auf deutschen Straßen... Hoffentlich kann ich mir das Fahrverhalten, das man sich in Italien anzueignen gezwungen ist, wieder abgewöhnen, sonst gibt's bald wieder ein paar Pünktchen. Hab ich doch neulich erst wegen zu schnellen Fahrens kassiert, bzw. gezahlt (auch noch mit dem Firmenwagen, wie unangenehm). Wär mir in Italien jedenfalls nicht passiert, hätte sicher niemanden gekratzt oder gejuckt, die fahren ja die ganze Zeit Rennen. Für die ist jeder Kreisel der Nürburgring. Oder vielmehr ein Autodromo.
Der gemeine Italiener (und er ist wirklich gemein dabei) hupt ja gerne vor sich hin, wenn es ihm nicht schnell genug geht, was eigentlich immer der Fall ist. Also: Der gemeine Italiener hupt gerne. Vorwiegend dann, wenn man nicht einfach rücksichtslos und lebensmüde in den Kreisverkehr prescht, sondern vorfahrthabenden Fahrern vor einem die Vorfahrt läßt, führt das nicht nur zu wilder Huperei oder halsbrecherischen Überholmanövern des Fahrers hinter einem, der dann plötzlich auch VOR einem ist, sondern auch zu Erstaunen bei den Vorfahrthabenden. Die sind das gar nicht gewohnt! Also kann man sich das eigene defensive Fahren abgewöhnen. Man muß - wenn man irgendwann irgendwo ankommen will.
In der Toskana kommt alle 200m ein Kreisel. Nein, ich übertreibe nicht! Werde mir das mal bei Google Earth ansehen, das sieht von oben bestimmt spaßig aus, sofern die Satellitenbilder aktuell sind. Denn die meisten Kreisel scheinen noch jung zu sein, obgleich es sie in allen Größen gibt. Von ausladenden, die im Zentrum häßliche, wuchtige Pseudokunstobjekte auf Rasen bieten, bis zu ganz kleinen, die zum Durchqueren lediglich ein Zucken am Lenkrad erfordern, als würde man eine gute alte Vinylplatte scratchen, ist alles dabei.
Tatsächlich hatte der kleinste Kreisel, den ich durchfahren habe ein Zentrum von der Größe einer Schellackplatte. D.h. genaugenommen hat man wohl in die vormalige Kreuzung einfach etwas Rundes gepflanzt und dann ein Schild aufgestellt, das die Kreuzung nun als Kreisel ausweist.
Immerhin - ein Schild. Die gibt es in anderer Hinsicht in Italien leider viel zu wenig. Doch davon erzähle ich Euch ein anderes Mal...

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Vorgemacht

Gerade aus dem Ausland zurückgekehrt mußte ich feststellen, dass ich aber auch im heimischen Supermarkt um die Ecke Verständnisprobleme zu lösen habe. So stutzte ich, als die Kassiererin plötzlich per Mikro von der Kasse aus ihre Kollegen um Unterstützung bat mit den Worten:
"Einmal 'pre-peed' bitte!"
Pre-peed? Vorab gepinkelt? Vor (Pipi)gemacht?
Oder sagte sie Brie-Pite? Eine Käsesorte? Was will die?
Ja, die moderne Technik mit diesen ganzen Anglizismen im technischen Wortschatz, das ist ja auch nicht fair, äh gerecht. Ich hoffe jedenfalls, der Kunde, für den die Durchsage erfolgte, hat eine kompatible Guthabenkarte für sein Handy erhalten. Vorab bezahlt hat er sie jedenfalls.

Mittwoch, 3. Oktober 2007

Blattern mit Sahne

Was soll ich da bloß nehmen, kann mich gar nicht entscheiden....


Speiseeisspeisekarte in Lucca, Toskana

Mittwoch, 19. September 2007

Off

Man soll ja nicht von Dingen sprechen, geschweige denn sie schriftlich fixieren, von denen man keine Ahnung hat. Hält sich nur kaum einer dran, wissen wir ja. Ob an Hauswänden oder in der Politik.

(übrigens Titel eines unsäglichen Liedes von "The Shamen", für das sie sich tatsächlich schämen sollten)

Ich bin jetzt so intelligent und fahre in den Urlaub, bin also raus für zwei Wöchelchen.
Habt Spaß!

Sonntag, 16. September 2007

Frankfurt in a day

Einen Rundgang durch das wunderschöne Frankfurt findet ihr auf Schmap - und auf Schmap findet ihr ein Photo von mir. Also kein Abbild von mir, sondern ein Bildchen das ich gemacht habe und zwar vom Dom.
Ist das nicht fein? Ich find's toll.

Samstag, 15. September 2007

(Über)Lesestoff

Nächste Woche geht’s ja ab in die Toskana, in den – ich muß mir das Wort auf der Zunge zergehen lassen - Uuuuuurlaaaaaub.

Zur Einstimmung lese ich ja vor dem Urlaub immer ganz gerne ein Buch, das in der Gegend spielt, in die ich fahre, was leichtes, anspruchsloses, mit schön viel Lokalkolorit. Da ich nicht gerade wenige Bücher zuhause habe, die ich noch nicht gelesen habe, guckte ich letzte Woche erst einmal in meine Regale, bevor ich in die von Hugendubel guckte.
Und ich entdeckte tatsächlich ein zumindest thematisch passendes Buch, noch ungelesen, mit dem Titel „
Die Florentinerin“. Muss wohl mal ein Geschenk gewesen sein, ich kann mich nicht erinnern, es ist schon älter, jedenfalls stand der Preis noch in DM drauf. (Was darauf hinweisen könnte, dass es vielleicht doch kein Geschenk war, ach was weiß ich, sollte ich jetzt jemandem auf die Füße getreten sein, ruhig Mecker-Kommentar abgeben.)

Nun, wie dem auch sei, ich bin schon durch mit dem Buch, denn ich hab es nur ertragen, indem ich es hurtig quer gelesen hab und versucht habe über SOWAS hinwegzulesen:

„Eine Woge aus der Tiefe der Zeiten und dem Grund meiner Eingeweide, die ich weder verdrängen noch beherrschen konnte, überflutete mich ganz und gar, zerschmetterte mich an dem Fels der Verzweiflung. Ich dämmerte in einem Schmerz von primitiver, barbarischer Gewalt, der mich verschlang, mich zerfleischte, dahin.“

Einerseits: Pathetisch sucks.
Mit der Zeit hab ich es aber geschafft, solche Passagen mit den Augen zu überspringen und hab wenigstens ein paar Eindrücke vom Florenz im 15. Jh mitgenommen und mir ein paar Namen wie Botticelli, Medici und Vespucci um die Augen hauen lassen. Und:

Andererseits muss ich zugeben, dass das Buch auch durchaus zu meinem Amüsement beigetragen hat. Wenn man beispielsweise mal folgende Szene beachtet, in der die „Heldin“ unlecker dahinsiecht und der „Held“ beim Krankenbesuch dennoch völlig hingerissen ist:

ER
„Wie geschmolzenes Gold floß ihr gelöstes Haar über ihre halb entblößten Schultern. Ihre weiße Brust hob und senkte sich in beschwerlichen Atemzügen. La bellissima schlummerte, sie war von elfenbeingleicher Blässe.“
SIE
„Nur meine Hustenanfälle rissen mich aus meiner traurigen Betäubung. Wenn ich saß, spuckte ich mir die Seele aus dem Leib. Ich war schon immer anfällig auf der Brust gewesen und es war nicht das erste Mal, dass meine Atemwege von abscheulichen Säften verschleimt, verstopft, verschmutzt waren.“


Schön, diese unterschiedliche Sichtweise!
"In echt" und heute hätte ER seine Besuchszeit nach der Sportschau gerichtet und SIE hätte sich ein Antibiotikum eingeworfen und wär zur Arbeit gegangen.
Es hilft nix, ich muss wohl doch noch mal zu Hugendubel....

Dienstag, 11. September 2007

Was ist was?

Einst bekam ich von einer Hotelfachfrau einen Weinflaschenwiederverschluss aus Glas geschenkt, der nicht nur hübsch, sondern auch extrem praktisch ist. Mein Schatz wollte auch einen. Wochenlang suchten wir in Haushaltsgeschäften danach. Aber es gab immer nur Metallstöpsel, die nicht richtig dicht schlossen, oder hässliche Kunststoffploppen. Auf Nachfragen hin wurde schon meist vor Beendigung der Frage ein “Nein, führen wir nicht“ rausgeschmettert.
Aber wozu gibt es Fachgeschäfte mit Fachleuten die einen mit ihrem Fachwissen beglücken und einem die richtigen Hinweise geben und wozu gibt es Internet, das schließlich das Geheimnis endgültig lüftet.
Gestern in einem Weinfachgeschäft bekam ich den entscheidenden Hinweis, dass das Weingut Schloss
Vollrads spezielle Korken verwendet und einer davon wohl bei mir gelandet ist.
Glaskorken heißt das Ding ganz einfach. Oder auch
Vino-Lok. „Gläserner Weinflaschenwiederverschluss“ ist natürlich Schwachsinn! Man braucht ja schließlich nur die richtige Bezeichnung und dann wird man auch fündig...


Samstag, 8. September 2007

It wasn't me*

C: (erzählt irgendwas)

R: (guckt so eindringlich, ungewöhnlich)

C: Was ist?

R: Nix, ich guck Dich an während Du redest.

C: Ich dachte, ich hätte irgendwas Großes im Gesicht.

R: Hast Du auch, so wie ich.

C: Du meinst ne große Nase?

R: Ja.

C: Jetzt hast Du mich ganz rausgebracht.

R: Das war ich nicht! Du hast selbst angefangen Dich rausbringen zu lassen!

Da hat er irgendwie recht. Aber irgendwie auch wieder nicht.
Denn geht, das? Aktiv anfangen
etwas unbeabsichtigt mit sich machen zu lassen?

Zuschriften mit Antworten gegebenenfalls bitte unter Kommentare.

*Titel ist der Titel irgendeines Liedes, das ihr sicher kennt...

Freitag, 7. September 2007

Wie jetzt?

Da dürfen die Fahrräder nur ohne die Fahrer lang:

Donnerstag, 6. September 2007

Let's face it *

Es hilft nix, wir müssen den Tatsachen ins Auge sehen: Der Sommer ist vorbei. Wobei, kann etwas vorbei sein, dass gar nicht richtig angefangen hat? Kann jemand mit einem Schluss machen, mit dem man nicht richtig was am laufen hatte? Wie dem auch sein, der Sommer hat uns verlassen.
Heute habe ich zum ersten Mal die Heizung angemacht, das gebe ich hier öffentlich zu und ich bereue nichts! 16 Grad waren es morgens früh in meiner Wohnung. Ohne Heizung wär mein Körper in Winterschlafstarre gefallen.
Legitimiert hat sich für mich meine Heizaktion als ich eben im Rewe vor den ersten Lebkuchen stand.
Heute ist der 6. September, das will nochmal erwähnt sein...

*Titel ist der Titel eines Liedes von Tim Christensen

Mittwoch, 5. September 2007

Scharfe Idee

Brrr, es ist eindeutig frisch geworden. Wenn morgens die Füßchen unter der warmen Bettdecke hervorkommen und sich Richtung Boden bewegen, ahnen sie schon, was ihnen dort blüht. Also gleich in die Hausschuh und ab unter die Dusche (natürlich ohne Hausschuhe).
Aber verdammt, zu spät, man hat bereits eine Gänsehaut. Und wißt ihr wie unangenehm es ist sich bei Gänsehaut die Beine zu rasieren?? (Ich nehme doch mal stark an nur der weibliche Teil der Leser kann das nachvollziehen.)
Da fiel mir heute morgen ein, dass ich mir doch neulich, völlig ungeplant, aber kurz und schmerzhaft und recht effektiv den Nackenflaum entfernt habe, als ich versucht habe, dort ein ABC-Pflaster zum Einsatz zu bringen. Das wär doch was: Die Beine enthaaren mit ABC-Pflastern! Das Capsaicin würde sicher gleich desinfizierend auf die malträtierten Haarwurzeln wirken.

Naja, was man eben so denkt im morgendlichen Dusch-Dusel.

Montag, 3. September 2007

Who is it?*

Ist das wirklich Courtney Love (ganz schön runnergerockt und mit zuviel Hyaluronsäure) oder doch eine gebleichte Schwester von Jacko?

*Titel ist der Titel eines Liedes von, na?, Michael Kackson! Ups, da hab ich mich vertippt, kann man aber so stehenlassen...

Freitag, 31. August 2007

Kollegenweisheiten (1)

Mittagessen in der Kantine. Es gibt Schweinesteak mit Kräuterbutter oder vegetarische Nudelpfanne.
Meine Kollegin nimmt das eine, mein Vegetarier-Kollege natürlich das andere. Wir setzen uns.
Meint sie zu ihm: „Von dem was sie essen, kann man ja gar nicht satt werden.“

Ich gucke auf seinen Teller, auf dem ein Nudelberg auf die Vernichtung wartet.
„Wieso?“ frag ich.

“Na, ohne Fleisch!“ sagt sie und kaut auf ihrem Schweinesteak.

Wäre sie in der Gastronomie tätig, wäre sie sicher auch eine von denen die Vegetariern fleischlose Zwiebelsuppe mit Speck vorsetzen würde.

Donnerstag, 30. August 2007

Que sera sera*

Heut in aller Früh auf der Straße.
Zwei sehr alte Männer im Gespräch.
Der eine sagt: „Ganz schön frisch heut morgen.“
Der andere sagt: „In Ostpreußen hatten wir damals minus 30 Grad.“
Ich denke: „So Gespräche wird man auch nicht mehr lange hören.“

Fragt sich, wie die Gespräche ablaufen, wenn unsere Klimawandel-Generation in dem Alter sich auf der Straße unterhält.


„Ganz schön heiß heute.“
„Im Sommer 1998 und 2005 war es viel heißer.“
oder etwa
„Ja, der erste richtige Sommer seit 40 Jahren.“
oder etwa
„Na, dann verdunstet wenigstens das Hochwasser.“
oder etwa
„Naja, es gibt ja keine Felder mehr, auf denen was vertrocknen kann.“
oder etwa
„Haben Deine Flip Flops Fußbett?“
oder etwa
„Hilf mir mal eben, ich stecke im Asphalt fest.“

Man darf gespannt sein.

*Titel ist ein Titel eines Liedes von Evans/Livingston, gesungen von Doris Day

Dienstag, 28. August 2007

Another pleasant valley sunday*

Ich fahre an einem Sonntag Nachmittag von Frankfurt in den Taunus, jemanden besuchen. Ich hab Kuchen dabei und hoffe, dass die S-Bahn nicht zu voll wird, damit ich ihn neben mir auf dem Sitz abstellen kann. Denn eine Tasche habe ich auch noch und ich würde die Zugfahrt gern nutzen, um im Reiseführer zu schmökern. Bald geht’s endlich in den Urlaub, dringend nötig.
Zunächst klappt das auch ganz gut, ich hab Platz in der Bahn. Aber auf das Lesen kann ich mich leider nicht konzentrieren, denn ich sitze in einer fahrenden Telefonzelle. Neben mit, hinter mir und vor mir jeweils jemand der lautstark telefoniert. Drei verschiedene Sprachen. Dagegen kommt auch mein MP3-Player nicht an und ehe ich mir die Musik versauen lasse, mach ich ihn lieber aus. Ich werfe hin und wieder genervte Blicke zu den Schreihälsen, aber die bleiben natürlich völlig unbeeindruckt.
Ich wechsle vom Reiseführer zur Zeitung und verschanze mich hinter dieser, hole meine Bionade aus der Tasche und entkorke sie gerade, da kommt die Durchsage. „Wegen eines Schadens an dieser S-Bahn endet dieser Zug hier. Bitte steigen Sie in die S-Bahn auf dem gegenüberliegenden Gleis um.“
Supi, dann pack ich mal zusammen.In der neuen S-Bahn ist es dann voll, hinter mir sitzt ein dickes Mädchen das sich permanent Flips aus einer knisternden Tüte in den Mund stopft, in einer Geschwindigkeit, die mich glauben macht, dass sie für irgendwas trainiert und mit Schmatzgeräuschen, die mich glauben machen, dass sie keine Zähne mehr hat. Ich teile mir einen 4er mit einer alten wuchtigen Frau, die mir die Hälfte des Sitzes wegnimmt und ihren zwei Enkeln mir gegenüber, die gierig auf meinen Kuchen glotzen. Es ist nicht daran zu denken, ein Buch aus der Tasche zu holen. Mir kommen heute alle so entsetzlich laut und dick vor, ich brauch wirklich dringend einen Ortswechsel.
Plötzlich fällt mir auf, dass ich vergessen hab, den Zuschlag für die Fahrt in den Taunus zu lösen. Das kommt davon, wenn das Jobticket einem tägliche Bewegungsfreiheit in Frankfurt schenkt. Juhu, ich fahre schwarz. Es kann einfach nicht sein, dass ich jetzt nicht erwischt werde. Ich warte einfach drauf und versuche den Kontrolleur mit Kuchen zu bestechen. Wenn’s nicht klappt, rede ich mir einfach später ein, dass wir Gourmet-Kuchen für 60 Euro essen.


* Titel ist ein Titel eines Liedes der Monkees

Montag, 27. August 2007

Suggestive Präsente

Eben habe ich bei meiner Tageszeitung eine Urlaubsumleitung aktiviert. So erhält während meiner wohlverdienten Verweildauer im Süden ein lieber Freund (auf dessen Seite ich hier nicht mehr verweisen kann, weil er sie aus Faulheit wie ein Tamagotchi hat sterben lassen) meine Zeitung.
Zum Dank dafür, dass ich die Zeitung in meiner Erholungszeit nicht abbestelle sondern nur umbestelle, erhalte ich als Präsent: eine Reiseapotheke.
Juhu!

Man denkt sofort an Diarrhoe, Mückenstiche, Schnittwunden von scharfen Poolkachelkanten und Sonnenbrand. Da kommt Urlaubsvorfreude auf.

Sonntag, 26. August 2007

Empfindest Du manchmal....

?

Ich ja nicht (höchstens Berufscharme, ha ha). Aber wenn ich wollte, dann wüßte ich ja jetzt, wo ich welche bekomme...

Samstag, 25. August 2007

nur heiße Luft

Das muß jetzt einfach mal gesagt werden, oder von mir aus auch geschrieben, einfach weil es einem besser geht, wenn man rausläßt, was einen nervt:

HANDFÖN SUCKS

Ich finde an sämtlichen gastronomischen Bertrieben sollte nicht nur signalisiert sein, ob man mit Karte zahlen kann, oder ob "Frankfurt geht aus" schon seinen Senf abgegeben hat, sondern auch, ob man auf den Toiletten Tuch zum Abtrocknen der Hände (ob Papier oder Leinen ist wurscht) oder etwa nur heiße Luft vorfindet .
Es nervt mich, wenn ich nach dem Waschen mit nassen Händen da stehe und anschließend nichts zum Abtrocknen außer diesen bescheuerten Handfönen finde, die einfach kein befriedigendes Ergebnis und kein sauberes Gefühl zu hinterlassen im Stande sind! Und außerdem dauert das....... für so'n Firlefanz verbringe ich nicht gern genug Zeit in öffentlichen Toiletten.

Donnerstag, 23. August 2007

Ach der....

Quiztaxi (gestern abend im TV)

Fahrer: Wer führte im Alten Testament das Volk Israel aus Ägypten?

Kunde 1: Worin?

Fahrer: Äh, in der Bibel, ihr wißt schon, das Buch....?

Kunde 2: Aaah, Bibel, da hab ich neulich so nen Film gesehen, da hat der doch auch das Meer geteilt...wie hießn der nochmal.

Kunde 1: Ach so, ja stimmt, Moses oder so.

Dienstag, 21. August 2007

Preß-à-porter

Dienstfahrten durch den Odenwald sind immer ein wahrer No-Go-Augenschm(au*)s.
Ich will hier nicht eletant sein und die Fahne für Trends und Markenklamotten hochhalten.
Im Odenwald sieht man allerdings Kleidung, die aussieht, als wäre sie aus alten Fahnen zurechtgeschneidert worden. In gürtellose, karottenförmige Jeans gestopfte Witzigspruch-T-Shirts sieht man immer mal wieder, aber im Odenwald wird in einer ganz anderen Liga gespielt.
Deshalb heißt der Odenwald für mich ab heute nur noch:

MOdenwald.

Die Modenschauen finden dort auf der Straße statt. Die Models gleiten meist aufm Radl vor einem her und geben einem richtig Zeit sie zu betrachten, da im Modenwald die Straßen in den Ortschaften nicht die Breite zum Überholen haben.
Vielleicht habe ich demnächst mal die Ruhe in Schrittgeschwindigkeit das ein oder andere Modefoto zu schießen, aber im Moment kann ich nur versuchen in Worte zu fassen....puh.

So fuhr etwa kürzlich ein langbärtiges Mod(enwald)el in einem grellgelben, glänzenden Brasilientrikot vor mir her, welches preß in einer grellroten, glänzenden Sportshorts klemmte. Beim Absteigen wurden dazu schwarze Schnürschuhe offenbart, in denen schwarzbestrumpfte Füßchen steckten. Wahrscheinlich um sich doch irgendwie eher zu schwarz-rot-gold als zu Brazil zu bekennen...

Anschließend passierte ein Fokuhila-Exemplar auf einem Klapprad den Fahradkett-Walk und führte immerhin thematisch passend eine kurze, enge Fahrradhose vor, satinglänzend und: mit Moonwashed-Jeans-Druck! (hielt ich für ausgestorben)

Eine echte Horizonterweiterung – was es alles (noch/wieder?) gibt! Ja, was es alles prêt-à-porter gibt in Läden mit Namen wie „Vronis Modentreff“, „Bärbles Schuhmode“, „Cheeky“ und „Hosencenter Rudolf“...


*au = onomatopoetisch: Schmerzlaut

Montag, 20. August 2007

Kinder-Outlet?





Ob's da Rabatte aufm Krabbeltisch gibt?

Donnerstag, 16. August 2007

Dumme Frage, dumme Antwort

Radio am Morgen...

Moderator:
„Der Frankfurter Zoo bekommt ja gerade Giraffennachwuchs, was meinen denn Sie, was es werden wird, Junge oder Mädchen. Rufen sie uns an“

Anruferin:
„Ich glaube es wird ein Junge, denn ich bin selbst gerade schwanger und bekommen einen Bub und das würd ja passen.“


Habt ihr noch Schlafsand im Hirn?

Dienstag, 14. August 2007

Guru of Giggling?

Sollte jemand von Euch Interesse haben mit dem Guru of Giggling eventuell zu einer Elch-Lach-Gruppen-Safari nach Schweden zu reisen und seine neugewonnen Lachgeschwister mit großen HohoHahahas zu grüßen, der sollte sich gebührend darauf vorbereiten und dem Frankfurter LachClub beitreten. Wer das gar nicht lustig findet, der sollte donnerstags den Holzhausenpark meiden. Wer das sogar sehr lustig findet und lieber drüber anstatt mit lachen will, der kann sich ja donnerstags im Holzhausenpark hinter einem Baum verstecken und sich beömmeln. Oder mal das Gästebuch dieser außergewöhnlichen Internetpräsenz querlesen.







...sich im LachClub beschnuppern...

Montag, 13. August 2007

Rien ne va plus auf Chinesisch

Der ehemalige IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch hat bei einem Rundflug über Peking beim Anblick der Staus losgelassen:
"Schön, dass wenigstens die Parkplätze schon vor der Olympiade fertig sind."

Gut, wenn einer von Euch zur Olymiade nach Peking reisen sollte, wird er sich kaum mit dem Auto bewegen. Aber wer denkt, dass er mit dem Fahrrad besser durchkäme, der irrt. Fahhradfahrer haben auf der Straße neben den Autos nur eine Handbreit Platz und wenn ein Auto rechts abbiegt, springen die Radfahrer im letzten Moment ab. Kein Wunder, auch für sie ist es eng, denn (Musik bildet): "There are nine million bicycles in Beijing".
Wer weiß, wer diese Zeile singt (ohne zu googlen, blacklen o.ä.), der gewinnt einen Parkplatz in Peking.